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Die magischen Kanäle: Herbert Marshall McLuhans 'Medientheorie'

Title: Die magischen Kanäle: Herbert Marshall McLuhans 'Medientheorie'

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 52 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Roman Seda (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Unsere heutige Gesellschaft ist bis in die letzen Winkel des Alltags von Medien durchdrungen und ohne sie kaum noch vorstellbar. Medien reflektieren die Art und Weise der kulturellen Kommunikation. Sie blenden nicht nur Teile der Wirklichkeit ein oder aus, sondern werden mehr denn je als„Bedingung der Möglichkeit von Weltwissen und Welterkenntnis, von sozialer Konstruktion des Wirklichkeitszusammenhangs“1angesehen. Nach wie vor verändert vor allem die Entwicklung der digitalen Computertechnik und des weltumspannenden Internets die Wahrnehmungsräume der Menschen in nie gekanntem Ausmaß. Vor allem in hoch entwickelten Industrienationen wird immer regelmäßiger von den vielfältigen Möglichkeiten elektronischer Medien Gebrauch gemacht. Seit der rasanten Verbreitung von Mobiltelefonen und portablen Computereinheiten kennt die modernen Form des Datenaustauschs und der Informationsbeschaffung keine Grenzen mehr: man kommuniziert auf unterschiedlichsten Ebenen (Telefonat/SMS/Email/Chat/Voice-over-IP) in die ganze Welt, wann und von wo aus (WLAN/Inter-/Intranet) auch immer. Medien überbrücken nicht nur Zeit und Raum und sprengen so immer wieder den Wahrnehmungsradius des Möglichen, sondern öffnen ganz eigene Sinneswelten, indem sie sie virtuell erschaffen. Hochspezialisierte Programmierer und Animationskünstler entwickeln immer perfektere Parallelwelten für das Kino, Computer-, Konsolen- und Online-Plattformen. Unzählige Kinobesucher, Computer- und Online-Rollenspieler verbringen ihre Freizeit in zunehmendem Maße mit ihren „ausgelagerten“ heroischen Alter Egos in fantastisch konstruierten Cyber-Universen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Die Welt im medialen Wandel

2. Verschiedenste Impulse und Ursprünge der Medienwissenschaft(en)

3. Herbert Marshall McLuhan – Leben und Wirken

4. Understanding Media – zentrale Momente der Medientheorie McLuhans

4.1 The Gutenberg Galaxy: The Making of Typographic Man (1962)

4.2 Understanding Media: The Extensions of Man (1964)

4.2.1 „The medium is the message“

4.2.2 McLuhans umfassender Medienbegriff - Medien als Ausweitungen der Sinne

5. McLuhan als Steinbruch der Ideen – Unterschiede in der Beurteilung McLuhans

5.1 McLuhans Beitrag zum Verständnis der Medien - Einfluss auf Forschung u. Theorie

5.2 McLuhan in der Kritik

6. Einordnung der „Theorie“ McLuhans – unzählige Kontexte

6.1 McLuhans Universaltheorie – eine generelle Medienontologie (Leschke)

6.2 McLuhans bewusster Bruch mit lang etablierten (medial bedingten) Lesegewohnheiten

6.2.1 Oralität, Literalität, Typographie und Taktilität

6.2.2 Die offene Form: Mosaikstruktur und die „Methode des schwebenden Urteils“

6.2.3 McLuhans Werk als (metaphysischer) Gegenentwurf zur Methode der Logik

6.2.4 McLuhan zwischen Kunst und Wissenschaft

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die medientheoretischen Ansätze von Herbert Marshall McLuhan und analysiert deren Bedeutung für die Etablierung der Medienwissenschaft als eigenständige Disziplin. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Frage, wie McLuhans unkonventionelle Methode und seine Thesen, insbesondere „The medium is the message“, trotz kontroverser Aufnahme die medienwissenschaftliche Theoriebildung nachhaltig beeinflusst und geprägt haben.

  • Biografie und intellektuelle Einflüsse von Herbert Marshall McLuhan
  • Analyse der Hauptwerke „The Gutenberg Galaxy“ und „Understanding Media“
  • Untersuchung des Konzepts der „Ausweitung der Sinne“ und des Medienbegriffs
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption McLuhans in Fachdiskursen
  • Einordnung McLuhans in den Kontext der modernen Medientheorie

Auszug aus dem Buch

4.2.1 „The medium is the message“

In Understanding Media bringt McLuhan die von Harold Innis vorangetriebenen Untersuchungen zum Einfluss von Kommunikationsmedien auf einen äußerst griffigen Punkt:

In einer Kultur wie der unseren […] wirkt es fast schockartig, wenn man daran erinnert wird, dass in seiner Funktion und praktischen Anwendung das Medium die Botschaft [!] ist. Das soll nur heißen, dass die persönlichen und sozialen Auswirkungen jedes Mediums – das heißt jeder Ausweitung unserer eigenen Person – sich aus dem neuen Maßstab ergeben, der durch jede Ausweitung unserer eigenen Person oder durch jede neue Technik eingeführt wird.32

Bei der Kommunikation von Wissen innerhalb einer Kultur ist somit nicht der übermittelte „Inhalt“ das Wesentliche, sondern die „Form“ der Vermittlung. Damit liegt der Fokus nicht mehr auf der (ideologischen) Fracht, sondern auf den (materiellen) Transportern. Die eigentliche „Botschaft“ ist die spezifische Eigenart des jeweiligen Mediums selbst, das immer eine Veränderung der Sinnesorganisation mit sich bringt. So modifiziert jede konkrete Anwendung der Medien den Anteil der am Wahrnehmungs- und Kommunikationsprozess beteiligten menschlichen Sinne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Die Welt im medialen Wandel: Einführung in die allgegenwärtige Durchdringung der Gesellschaft durch Medien und die Notwendigkeit, das „Medium“ als eigenständiges Paradigma zu begreifen.

2. Verschiedenste Impulse und Ursprünge der Medienwissenschaft(en): Diskussion der schwierigen Identitätsfindung der Medienwissenschaft(en) angesichts ihrer interdisziplinären Herkunft aus zahlreichen Bezugsdisziplinen.

3. Herbert Marshall McLuhan – Leben und Wirken: Biografischer Abriss, der McLuhans Werdegang und die Prägung durch den „New Criticism“ sowie Innis beleuchtet.

4. Understanding Media – zentrale Momente der Medientheorie McLuhans: Analyse der Bedeutung der zwei Hauptwerke „Gutenberg Galaxy“ und „Understanding Media“ für die Medientheorie.

5. McLuhan als Steinbruch der Ideen – Unterschiede in der Beurteilung McLuhans: Untersuchung der gespaltenen Rezeption zwischen der Sicht als Visionär und der Ablehnung als pseudowissenschaftlicher Eklektiker.

6. Einordnung der „Theorie“ McLuhans – unzählige Kontexte: Systematische Einordnung McLuhans Medientheorie als generalisierende Medienontologie und Diskussion seines bewussten Bruchs mit linearen wissenschaftlichen Traditionen.

Schlüsselwörter

Marshall McLuhan, Medientheorie, Medienwissenschaft, The medium is the message, Understanding Media, Gutenberg Galaxy, Elektronisches Zeitalter, Global Village, Mosaikmethode, Ausweitung der Sinne, Wahrnehmungsästhetik, Medienontologie, Kommunikation, Technik, Postmoderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Theorien von Herbert Marshall McLuhan und deren Rolle für die Entwicklung der modernen Medienwissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Auswirkung von Medientechnologien auf die menschliche Wahrnehmung, die Medientheorie sowie die wissenschaftliche Rezeption von McLuhans Werk.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, McLuhans unkonventionelle Thesen in den wissenschaftlichen Diskurs einzuordnen und ihren Einfluss auf die Theoriebildung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medientheoretische Literaturanalyse, die Konzepte wie die „Mosaikmethode“ und die „Methode des schwebenden Urteils“ untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die zentralen Werke McLuhans, seinen Medienbegriff als Erweiterung des Menschen sowie die kontroverse akademische Auseinandersetzung mit seinem Werk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Medienontologie, Global Village, Wahrnehmungsphilosophie und das „Medium als Botschaft“.

Wie unterscheidet sich McLuhans Medienbegriff von klassischen Definitionen?

Während klassische Ansätze Medien als neutrale Instrumente betrachten, sieht McLuhan Medien als strukturverändernde „Ausweitungen der Sinne“, die die menschliche Wahrnehmung determinieren.

Warum wird McLuhans Methode häufig kritisiert?

Kritiker bemängeln seine assoziative, unlogische Argumentationsweise und die fehlende wissenschaftliche Trennschärfe, die ihn aus Sicht strenger Disziplinen oft in die Nähe der Populärwissenschaft rückt.

Welche Rolle spielt die Kunst in McLuhans Theorie?

McLuhan betrachtet den Künstler als Fachmann für Wahrnehmung, der durch experimentelle Kombinationen die „mediale Narkose“ durchbrechen kann, weshalb er seine eigenen Texte oft kunstähnlich und „offen“ gestaltet.

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Details

Title
Die magischen Kanäle: Herbert Marshall McLuhans 'Medientheorie'
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Theater- und Medienwissenschaften)
Course
Was ist Medienwissenschaft? Überblick über die Einführungsliteratur
Grade
1,7
Author
Roman Seda (Author)
Publication Year
2005
Pages
52
Catalog Number
V44168
ISBN (eBook)
9783638418195
ISBN (Book)
9783656380443
Language
German
Tags
Kanäle Herbert Marshall McLuhans Medientheorie Medienwissenschaft Einführungsliteratur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Roman Seda (Author), 2005, Die magischen Kanäle: Herbert Marshall McLuhans 'Medientheorie', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44168
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