Bis zum letzten Sommer wusste ich nichts über das Studium und das Tätigkeitsfeld der Wirtschaftspsychologie. Auf der langen und ermüdenden Suche nach dem richtigen Studiengang stieß ich zwischen Wirtschaftsrecht und Wirtschaftskommunikation auf den Terminus. Wie vermutlich die meisten, stellte auch ich mir darunter eine Verbindung betriebswirtschaftlicher Kompetenzen mit psychologischem Know-How vor. Da ich mich bis dahin sehr wenig mit Psychologie beschäftigt hatte und mehr darüber erfahren wollte, welche wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnisse über unsere Erleben und Verhalten gelehrt werden, gefiel mir die Bezeichnung sehr gut. Die Verbindung zur Wirtschaft schien ‚den‘ Beruf des Wirtschaftspsychologen auch recht gut bezahlt zu machen. Als mir dann noch das Stichwort ‚Personalmanagement‘ als mögliche spätere Tätigkeit ins Auge sprang, war ich mir sicher, dass dieser Studiengang der Richtige für mich sein sollte. Schließlich wurde mir von meiner Mutter oft gesagt, wie gut meine Menschenkenntnis und mein Umgang mit ihnen ist und der Begriff ‚Management‘ hörte sich vielversprechend an. Also etwas was mich interessiert, recht gut bezahlt wird und meinen Begabungen und Veranlagungen angemessen ist. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Die Entwicklung meines Bildes von Wirtschaftspsychologie im Verlaufe des 1. Semesters
2. Herausarbeitung und Vergleich des Themas ‚Werbepsychologie‘ in zwei Fachbüchern zur Einführung in die Wirtschaftspsychologie
3. Umgang mit den 12 ‚Umbildungs-Pflöcken‘
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit reflektiert die persönliche Entwicklung des Bildes von der Wirtschaftspsychologie während des ersten Studiensemesters und analysiert kritisch die fachspezifische Literatur zur Werbepsychologie sowie den Umgang mit grundlegenden wissenschaftstheoretischen Prinzipien, den sogenannten ‚Umbildungs-Pflöcken‘.
- Reflexion des persönlichen Studienerlebens und der Fachidentität
- Vergleichende Analyse der Werbepsychologie in zwei Standardlehrbüchern
- Methodenverständnis: Quantitativ-naturwissenschaftlich vs. qualitativ-morphologisch
- Wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung mit der Konstruktion von Wirklichkeit
- Der Einfluss des „Umbildungsprozesses“ im Studium auf die eigene Denkweise
Auszug aus dem Buch
3. Umgang mit den 12 ‚Umbildungs-Pflöcken‘
Ich werde mich im Folgenden mit den 12 Pflöcken und meinem Verständnis und Umgang von und mit ihnen beschäftigen. Der 2., beziehungsweise daraus folgende 3. stellt für mich den wohl eindringlichsten, wie auch grundlegendsten Pflock dar. Ich werde deshalb mit ihm beginnen. Es ist für mich sehr schwer, zu unterscheiden, was nun ein gemachtes Konstrukt, also ein Bild, und was eine Lösung für ein Problem ist. Ich möchte dies näher erklären, da ich selbst lange gebraucht habe, bis ich meine Gedanken dazu einigermaßen sortiert und verstanden hatte.
Woran mich diese beiden Pflöcke als erstes erinnerten, waren die kleinen Geistesblitze, welche ich einige Male hatte. Sie waren bei weitem nicht so ausformuliert und grundlegend, sondern praxis- und oft einzelfallbezogen. Sie entstanden durch die wissenschaftlichen ‚Befunde‘, mit denen man konfrontiert wird und nach welchen man sich beispielsweise im Bezug auf seine Ernährung richtet. Erst heißt es, zu viel Cholesterin ist schädlich und mein Vater kaufte statt Butter Substitute. Dann hieß es, es sei doch nicht das Cholesterin, sondern der Zucker, der in zu großen Mengen schädlich ist. Nun glaubt man fest, es sei der Zucker. Aber auch dies kann sich wieder ändern, so wie sich bisher alles immer wieder verändert hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Entwicklung meines Bildes von Wirtschaftspsychologie im Verlaufe des 1. Semesters: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Wandlung von naiven Vorstellungen hin zu einer reflektierten Auseinandersetzung mit der methodischen Vielfalt der Wirtschaftspsychologie.
2. Herausarbeitung und Vergleich des Themas ‚Werbepsychologie‘ in zwei Fachbüchern zur Einführung in die Wirtschaftspsychologie: Es werden zwei Standardlehrwerke gegenübergestellt, wobei die unterschiedlichen methodischen Zugänge zur Werbepsychologie – von quantitativ-wissenschaftlich bis ökonomisch-anwendungsorientiert – kritisch beleuchtet werden.
3. Umgang mit den 12 ‚Umbildungs-Pflöcken‘: Die Arbeit setzt sich mit einer Reihe wissenschaftstheoretischer Grundsätze auseinander, die das Verständnis für die Konstruktion von Wirklichkeit und die Rolle des Forschers prägen.
Schlüsselwörter
Wirtschaftspsychologie, Werbepsychologie, Morphologische Psychologie, Qualitative Forschung, Quantitative Forschung, Erkenntnistheorie, Wissenschaftsverständnis, Studienverlauf, Konstruktivismus, Methodenvergleich, Lehrmeinung, Reflexion, Wirtschaftspsychologisches Studium.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert den Lernprozess und die fachliche Standortbestimmung der Autorin im ersten Semester des Studiums der Wirtschaftspsychologie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung des eigenen Bildes von der Disziplin, den Vergleich von Fachliteratur zur Werbepsychologie sowie eine Auseinandersetzung mit wissenschaftstheoretischen Grundprinzipien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die eigene Transformation im Verständnis wissenschaftlicher Arbeit sowie der verschiedenen Methoden der Wirtschaftspsychologie darzulegen und kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine reflektierende, qualitative Vorgehensweise, basierend auf Literaturvergleichen und einer prozessorientierten Analyse ihrer eigenen Lernerfahrungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgen eine Literaturstudie zur Werbepsychologie bei Wiswede und Spieß sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit 12 theoretischen „Umbildungs-Pflöcken“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wirtschaftspsychologie, Methodenreflexion, Morphologische Psychologie, Werbepsychologie und Wissenschaftstheorie.
Welche Bedeutung haben die sogenannten ‚Umbildungs-Pflöcke‘?
Sie dienen der Autorin als theoretischer Rahmen, um ihre eigene Sichtweise auf die Wirklichkeit und die Rolle der Wissenschaft im Alltag neu zu strukturieren.
Warum wird der Vergleich zwischen Wiswede und Spieß gezogen?
Der Vergleich dient dazu, unterschiedliche didaktische und wissenschaftliche Herangehensweisen innerhalb der Wirtschaftspsychologie aufzuzeigen und für das eigene Studium zu bewerten.
Welche Rolle spielt die Trennung von qualitativer und quantitativer Forschung für die Autorin?
Die Autorin entwickelt eine deutliche Präferenz für qualitativ-morphologische Ansätze, hinterfragt dabei jedoch kritisch ihre eigene Rolle als Laie im Diskurs mit quantitativ arbeitenden Experten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Wirtschaftspsychologie studieren? Eine persönliche Reflexion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441712