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Lebenslanges Lernen – lebensbegleitende Bildung: ein Kurzvortrag

Title: Lebenslanges Lernen – lebensbegleitende Bildung: ein Kurzvortrag

Presentation (Elaboration) , 2004 , 19 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Johannes Beckering (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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“Die Ausbildung hat schon längst ihre Funktion verloren, für einen bestimmten Erwerbsberuf zu qualifizieren.“ Dieses Zitat stammt aus dem Aufsatz “Wechsel und Veränderungen im Lebenslauf - Leitideen beruflicher Aus- und Weiterbildung“ von Wolfgang Wittwer, über den ich am 02.06.2004 im Rahmen der Veranstaltung “Berufliche Sozialisation - theoretische Ansätze und empirische Ergebnisse“ referiert habe.
Setzt man diese als gegeben voraus, so wird deutlich, dass ein Ausdehnung des Lernens auf die gesamte Lebensspanne notwendig ist. Denn durch die drastischen Veränderungen der modernen Arbeitsgesellschaft, die sich durch eine in weiten Teilen hochgradig flexibilisierten und mobilisierten Arbeit auszeichnet, werden die Erwerbstätigen gezwungen, lebenslanges Lernen als eine Überlebensstrategie des Alltags zu verstehen, die weit über das bisherige Verständnis von Lernen, Erziehung und Schule hinausgeht. Diese Veränderungen der modernen Arbeitsgesellschaft hat hat Wittwer aufgenommen und davon ausgehend in seinem Aufsatz Ansätze für eine Umstrukturierung der beruflichen Ausbildung formuliert. Seine Ansätze, Ideen und Vorstellungen bildeten die Grundlage unserer Präsentation im Seminar, um dieser Grundlage die Bedeutung seiner Ansätze für die berufliche Bildung an Schulen diskutieren zu können. Zur
Problematisierung des Aspektes des „lebenslangen Lernens“ wurden den Seminarteilnehmern zu Beginn die Biographien, die von Wittwer als Beispiele für den Wechsel und die Veränderungen der Berufsbiographie dargestellt werden, vorgelegt und zur Diskussion gestellt. Es wurde deutlich, dass viele Teilnehmer des Seminars die Biographien für außergewöhnlich, extravagant und künstlich erstellt hielten. Beim Vergleich mit der eigenen Biographie bzw. in der Bewusstmachung des eigenen Lebenslaufs wurde jedoch deutlich, dass Veränderungen in der Schule bzw. im Beruf auch Neuerungen im Privatleben, wie z.B. ein Wohnortswechsel, zur Folge haben, auf die man sich immer wieder neu einstellen muss.
Grundlage meines Referats und damit meiner hier vorliegende Ausarbeitung ist der Aufsätze von Wolfgang Wittwer. Die Vorstellungen Wittwers von der neuen Ausbildungsstruktur habe ich in einer Graphik zusammen gefasst. Die Biographien, die ich, wie die graphische Darstellung auch, auf Folie präsentiert habe, habe ich dem Anhang dieser Ausarbeitung beigefügt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kontinuität der Diskontinuität

3. Verlust an Orientierungen

4. Neuorientierung der beruflichen Bildung

4.1 Entwicklung einer neuen Struktur

4.2 Biographische Anbindung beruflicher Kompetenzen

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Notwendigkeit einer grundlegenden Umstrukturierung der beruflichen Bildung auseinander, um den Herausforderungen einer sich durch Flexibilisierung und Globalisierung drastisch verändernden Arbeitswelt zu begegnen. Es wird untersucht, inwiefern lebenslanges Lernen als Überlebensstrategie fungiert und wie Ausbildungskonzepte von einer starren Berufsorientierung hin zu einer flexiblen, funktionsfeldorientierten und biographisch verankerten Struktur weiterentwickelt werden können.

  • Veränderungen der modernen Arbeitsgesellschaft und ihre Auswirkungen auf Berufsbiographien
  • Kritik am traditionellen Berufskonzept und Forderung nach neuen Ausbildungsstrukturen
  • Einführung von Funktionsfeldern anstelle spezifischer Ausbildungsberufe
  • Die Rolle der biographischen Anbindung beruflicher Kompetenzen
  • Notwendigkeit der Vermittlung von Wechselkompetenzen und lebenslangem Lernen

Auszug aus dem Buch

4.1 Entwicklung einer neuen Struktur

Grundsätzlich kann die Neuorientierung der beruflichen Bildung in drei Richtungen erfolgen. Die Ausrichtung kann sich im Hinblick auf die Struktur, das Ziel und die Qualifikationsstandards der beruflichen Bildung verändern. Die drei Richtungen fasst Wittwer als “soziale Struktur“ zusammen, die die berufliche Ausbildung mit ihren Anforderungen, Erwartungen, Rechten und Pflichten in die Gesellschaft einordnet. Dadurch ist es den Erwerbstätigen erst möglich, den Anforderungen, aber auch den eigenen Erwartungen an die Ausbildung oder den Beruf gerecht zu werden und eigene Karrierewege auf der Grundlage des Berufes durchzuspielen. Die Struktur gibt damit Anhaltspunkte und ermöglicht Orientierung. Eine Orientierung ist aber nur an der Wirklichkeit möglich, so dass Wittwer eine Trennung der beruflichen Ausbildung vom traditionellen Berufskonzept fordert.

Benner und Schmidt bezeichnen Ausbildungsberufe als “Konstrukte, die Qualifikationsbündel beinhalten und junge Menschen auf vielfältige Berufstätigkeiten im Beschäftigungssystem vorbereiten und dazu befähigen“ und heben dadurch die neuen Anforderungen an die berufliche Ausbildung hervor. Gerade die Einsatzmöglichkeit in vielfältigen Berufen innerhalb des Beschäftigungssystems wird vor dem Hintergrund, dass die etwa 370 anerkannten Ausbildungsberufe, die insgesamt über 30.000 Berufsbezeichnungen nicht annähernd abdecken können, mehr als deutlich.

Nach dieser Gegenüberstellung ist offensichtlich, dass nicht mehr ein einzelner Beruf im Fokus der Ausbildung stehen kann, sondern ein Funktionsfeld. “Darunter wird ein Bündel zusammengehöriger Tätigkeiten verstanden, die ausgeführt werden müssen, um im Rahmen gesellschaftlich organisierter Arbeit eine bestimmte Aufgabe zu lösen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein, dass Ausbildungen ihre traditionelle Funktion verloren haben und lebenslanges Lernen angesichts einer flexiblen Arbeitsgesellschaft zur Notwendigkeit wird.

2. Kontinuität der Diskontinuität: Hier werden statistische Werte und soziologische Thesen angeführt, die belegen, dass "Patchwork-Biographien" heute die Norm sind und lineare Berufsverläufe zunehmend verschwinden.

3. Verlust an Orientierungen: Es wird erörtert, dass der Wegfall traditioneller Berufsstrukturen zu einem Verlust an Gewissheit führt, weshalb neue Ansätze zur sozialen und fachlichen Neuorientierung gefordert werden.

4. Neuorientierung der beruflichen Bildung: Dieses Kapitel erläutert, wie durch eine Umstrukturierung in Funktionsfelder und die stärkere Einbeziehung der Biographie des Lernenden den neuen Anforderungen begegnet werden kann.

4.1 Entwicklung einer neuen Struktur: Dieser Abschnitt beschreibt das Konzept der Ablösung des starren Berufsbildes zugunsten flexibler Funktionsfelder, die modulartig aufgebaut sind.

4.2 Biographische Anbindung beruflicher Kompetenzen: Hier wird dargelegt, dass Fachqualifikationen allein nicht ausreichen und durch lebensnahe, biographische Integration ergänzt werden müssen, um Wechselkompetenzen zu entwickeln.

5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Wittwers Ansatz eine notwendige Debatte anstößt, kritisiert jedoch die fehlende Einbindung des dualen Systems und der Betriebe.

Schlüsselwörter

Lebenslanges Lernen, berufliche Bildung, Berufsbiographie, Patchwork-Biographien, Arbeitsgesellschaft, Funktionsfeld, Strukturwandel, Qualifikation, Wechselkompetenz, soziale Orientierung, Erwerbstätigkeit, Berufskonzept, Flexibilisierung, Ausbildung, Neuorientierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit, berufliche Bildung grundlegend umzustrukturieren, da traditionelle Berufsbiographien durch die flexiblere moderne Arbeitswelt zunehmend ersetzt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der Wandel der Arbeitsgesellschaft, die Kritik an klassischen Ausbildungsstrukturen sowie die theoretische Fundierung eines neuen, lebensbegleitenden Bildungsverständnisses.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Ansatz von Wolfgang Wittwer darzustellen und zu diskutieren, wie eine neue Ausbildungsstruktur aussehen kann, die den Anforderungen einer hochspezialisierten und flexiblen Netzwerkwelt entspricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literatur- und Theorieanalyse der Ansätze von Wolfgang Wittwer sowie soziologischen Perspektiven zum Thema Arbeitsmarkt und Biographieforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Kontinuität von Diskontinuitäten im Lebenslauf, dem Verlust an Orientierungspunkten sowie konkreten Strukturvorschlägen wie der Einführung von Funktionsfeldern und der biographischen Anbindung von Kompetenzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Lebenslanges Lernen, Funktionsfelder, Patchwork-Biographien, Wechselkompetenzen und eine neue, flexible Ausbildungsstruktur.

Wie unterscheidet sich die vorgeschlagene Struktur von bisherigen Modellen?

Anstatt auf einen spezifischen Ausbildungsberuf abzustellen, fokussiert der neue Ansatz auf sogenannte Funktionsfelder, die ein Bündel zusammengehöriger Tätigkeiten zur Problemlösung umfassen.

Warum spielt die Biographie des Einzelnen bei der Ausbildung eine wichtige Rolle?

Die biographische Anbindung soll es Erwerbstätigen ermöglichen, Fachqualifikationen als Teil ihrer persönlichen Entwicklung zu verstehen und dadurch innere Kontinuität trotz wechselnder Berufsrollen zu wahren.

Welche Kritik äußert der Autor am Fazit?

Der Autor kritisiert, dass Wittwers Konzept sich primär auf strukturelle Änderungen in der Schule beschränkt und dabei die Rolle der Betriebe im dualen System vernachlässigt.

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Details

Title
Lebenslanges Lernen – lebensbegleitende Bildung: ein Kurzvortrag
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Course
Berufliche Sozialisation – theoretische Ansätze und empirische Ergebnisse
Grade
2.0
Author
Johannes Beckering (Author)
Publication Year
2004
Pages
19
Catalog Number
V44172
ISBN (eBook)
9783638418232
Language
German
Tags
Lebenslanges Lernen Bildung Kurzvortrag Berufliche Sozialisation Ansätze Ergebnisse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Beckering (Author), 2004, Lebenslanges Lernen – lebensbegleitende Bildung: ein Kurzvortrag, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44172
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