Der Familie wird eine wichtige und bedeutungsvolle Aufgabe übertragen. Sie ist die Sozialisationsinstanz für den heranwachsenden Menschen – dem Kind. Die Familie ist der zentrale Ort für die Kindererziehung. Dort wachsen die Kinder auf und erlernen grundlegende Dinge, materiellen, aber auch nicht-materiellen Wertes. Sie ist der Ort der Persönlichkeitsentwicklung und verfolgt das Ziel, die Kinder zu selbstbewussten, glücklichen und verantwortungsvollen Individuen heranwachsen zu lassen. Doch es gibt verschiedene Wege und Methoden diese Ziele der Erziehung zu erreichen. Kinder brauchen zum einen klare Grenzen und Strukturen, um den Alltag bewältigen zu können. Im Gegensatz dazu steht das Prinzip der freien Entfaltung der Persönlichkeit.
Eine wichtige Rolle spielen bei der Entwicklung der individuellen Persönlichkeit die Erziehungsstile der Eltern. Es stellt sich dabei immer wieder die Frage bei vielen Eltern, wie viele Grenzen man dem Kind setzten sollte, ohne die kindlichen Bedürfnisse zu sehr einzuschränken oder gar außer Acht zu lassen. Das Ziel der meisten Eltern ist es, das Kind zu einem belastbaren, entscheidungsfähigen, selbstständigen, disziplinierten und lebensfähigen Menschen zu erziehen, der sich seiner Grenzen bewusst ist.
Dabei ist fraglich, welchen Weg man wählen sollte, um dieses Ziel erreichen zu können. Im Laufe der Zeit hat sich der Erziehungsstil verändert. Während anfangs der autoritäre Erziehungsstil sehr gefragt war, der sich durch Strenge und Disziplin auszeichnete, tendieren heutzutage die Eltern eher zu einem Stil, der weniger Grenzen setzt und seinen Fokus auf die Selbstentfaltung und die Bedürfnisse der Kinder richtet – das Demokratieprinzip hat sich im Laufe der Zeit auch auf die Erziehung ausgeweitet.
Welcher Erziehungsstil führt zu welchen Folgen und welcher Stil fördert die primären Erziehungsziele: Emanzipation und Mündigkeit?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Problemstellung und Untersuchungsziele der Arbeit
1.3 Vorgehensweise
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.1 Erziehung
2.2 Erziehungsstil
2.3 Klassifikation Erziehungsstil
2.4 Erziehungsziele
2.4.1 Emanzipation
2.4.2 Mündigkeit
3 Erziehungsstile und ihre Auswirkungen
3.1 Autoritärer Erziehungsstil
3.1.1 Auswirkung
3.2 Permissiv-verwöhnender Erziehungsstil
3.2.1 Auswirkung
3.3 Vernachlässigender Erziehungsstil
3.3.1 Auswirkung
4 Merkmale eines entwicklungsfördernden Verhaltens
4.1 Fünf Säulen einer guten Erziehung
4.1.1 Liebe und emotionale Wärme vs. emotionale Kälte bzw. Überhitzung
4.1.2 Achtung und Respekt vs. Missachtung
4.1.3 Kooperation vs. Dirigismus
4.1.4 Struktur, Verbindlichkeit und Grenzsetzung vs. Chaos und Beliebigkeit
4.1.5 Allseitige Förderung vs. einseitige (Über-) Förderung
4.2 Der autoritativ-partizipative Erziehungsstil
4.2.1 Auswirkung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Erziehungsstile auf die kindliche Entwicklung, mit dem Ziel zu ermitteln, welcher Erziehungsstil die Heranbildung zu einem emanzipierten und mündigen Individuum am effektivsten unterstützt.
- Theoretische Grundlagen von Erziehung und Erziehungsstilen
- Klassifikation von Erziehungsstilen (u.a. nach Baumrind, Maccoby und Martin)
- Analyse der Auswirkungen von autoritären, permissiven und vernachlässigenden Stilen
- Die "Fünf Säulen der Erziehung" als Modell entwicklungsfördernden Verhaltens
- Der autoritativ-partizipative Erziehungsstil als Synthese für eine gelungene Erziehung
Auszug aus dem Buch
4.2 Der autoritativ-partizipative Erziehungsstil
Hurrelmann definiert den autoritativ-partizipativen Erziehungsziel als Mittelweg aller Erziehungsstile. Er vertritt die Auffassung, dass weder der autoritäre noch der permissive oder der vernachlässigende Erziehungsstil dazu beitragen, das Individuum zu einer leistungsfähigen, selbstständigen und gesellschaftlich verantwortungsbereiten Persönlichkeit zu erziehen. Die Mischung aus diesen Stilen ergebe den autoritativ-partizipativen Erziehungsstil und sei laut Hurrelmann am ehesten anzustreben und verspreche den Erfolg, eines emanzipierten und mündigen Individuums. Hier treffen die elterliche Autorität und die Berücksichtigung kindlicher Bedürfnisse in einem ausgeglichenen Maße aufeinander. Unter ‚autoritativ‘ wird eine zurückhaltende und umsichtig eingesetzte Autorität der Eltern verstanden. Die Eltern agieren als eine Vorbildfunktion. ‚Partizipativ‘ steht für die Bedürfnisse des Kindes, auf die einzugehen ist und für eine gemeinsam gestaltete Beziehung zwischen Eltern und Kind sorgt. Die Kinder werden bei Entscheidungen beteiligt und als ernstzunehmende Gesprächspartner angesehen. Der Erziehungsstil baut auf einer offenen Kommunikation auf und es entsteht ein partnerschaftliches Miteinander.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Bedeutung der Familie als Sozialisationsinstanz ein und definiert die zentrale Fragestellung sowie die Vorgehensweise der Arbeit.
2 Begriffliche und theoretische Grundlagen: Hier werden die Kernbegriffe Erziehung und Erziehungsstil definiert sowie die Erziehungsziele Emanzipation und Mündigkeit hergeleitet.
3 Erziehungsstile und ihre Auswirkungen: Dieses Kapitel analysiert detailliert die autoritären, permissiv-verwöhnenden und vernachlässigenden Erziehungsstile sowie deren Folgen für die kindliche Entwicklung.
4 Merkmale eines entwicklungsfördernden Verhaltens: Hier werden das Modell der Fünf Säulen der Erziehung vorgestellt und der autoritativ-partizipative Stil als besonders förderlich diskutiert.
5 Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bewertet den autoritativ-partizipativen Erziehungsstil als den geeignetsten Weg zur Erziehung eines emanzipierten Menschen.
Schlüsselwörter
Erziehungsstile, Erziehung, Kindesentwicklung, Emanzipation, Mündigkeit, autoritärer Erziehungsstil, permissiv-verwöhnender Erziehungsstil, vernachlässigender Erziehungsstil, Fünf Säulen der Erziehung, autoritativ-partizipativer Erziehungsstil, Sozialisation, Eltern-Kind-Beziehung, Selbstständigkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirkung verschiedener Erziehungsstile auf die kindliche Entwicklung und dem Ziel, den optimalen Erziehungsweg zu identifizieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von Erziehungszielen wie Emanzipation und Mündigkeit, die Einordnung verschiedener Erziehungsstile und die Erläuterung entwicklungsfördernder Verhaltensweisen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, welcher Erziehungsstil am besten dazu geeignet ist, Kinder zu emanzipierten und mündigen Individuen zu erziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Seminararbeit, die auf Basis psychologischer und pädagogischer Fachliteratur verschiedene Ansätze und Konzepte vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die verschiedenen Erziehungsstile im Detail analysiert, das Modell der "Fünf Säulen der Erziehung" erläutert und die Vorteile des autoritativ-partizipativen Stils dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Erziehungsstil, Emanzipation, Mündigkeit, Fünf Säulen der Erziehung und autoritativ-partizipativer Erziehungsstil charakterisiert.
Warum wird der autoritäre Erziehungsstil kritisch betrachtet?
Er wird kritisch gesehen, da er durch Bestrafung und Strenge die kindliche Selbstständigkeit einschränkt und psychische Belastungen sowie Anpassungsprobleme fördern kann.
Was macht den autoritativ-partizipativen Erziehungsstil so erfolgreich?
Er gilt als "goldene Mitte", da er klare Strukturen und elterliche Autorität mit dem Eingehen auf kindliche Bedürfnisse, offener Kommunikation und Partizipation verbindet.
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- Liane Stolz (Author), 2018, Auswirkungen der Erziehungsstile auf die Entwicklung des Kindes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441745