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Elektronisches Multitasking in Meetings

Auf dem Weg zu einheitlichen unternehmensinternen Richtlinien für den Umgang mit Mobilkommunikation?

Titel: Elektronisches Multitasking in Meetings

Hausarbeit , 2010 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Kirsten Petzold (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Interpersonale Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon immer haben Medien eine Verbindung zwischen verschiedenen Orten – in der Regel jenen, an denen sich Sender und Empfänger einer Nachricht befinden – geschaffen. Dennoch blieb die Mediennutzung vor der Entwicklung mobiler Medien weitgehend statisch, d.h. eng mit dem lokalen, privaten Lebensumfeld der Nutzer verknüpft. Dies hat sich seit der Verbreitung des Mobiltelefons grundlegend verändert. Heutzutage können Handynutzer mit dem Medium mobil sein. Ihre Erreichbarkeit ist daher weniger an räumliche und zeitliche Strukturen geknüpft. Stattdessen können die Nutzer nahezu immer und überall Anrufe und Nachrichten empfangen. Dies bleibt jedoch nicht ohne Konsequenzen für die Interaktionen mit anderen physisch Anwesenden, denn diese Interaktionen können durch die Nutzung des Mobiltelefons unterbrochen werden. Handynutzer bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen verschiedenen Normen.

Diese Situationen finden sich jedoch nicht nur im Privatleben der Nutzer, sondern zunehmend auch in der Arbeitswelt. Immer mehr Beschäftigte werden von ihren Unternehmen mit mobilen Kommunikationstechnologien ausgestattet – ihnen wird somit signalisiert, dass von ihnen erwartet wird, für berufliche Angelegenheiten erreichbar zu sein. Was zum Beispiel auf Dienstreisen nützlich sein kann, erweist sich jedoch in anderen beruflichen Situationen als Herausforderung. Hierzu zählen zum Beispiel Meetings. Das Multitasking mittels mobiler Medien verletzt auch hier die soziale Interaktionsordnung. Doch wie entscheiden Beschäftigte, welches Verhalten in Hinblick auf Mobilkommunikation und Multitasking angebracht ist bzw. von ihnen erwartet wird? Und welche Rolle spielt dabei die Organisationskultur, d.h. die wahrgenommenen Normen und das beobachtete Verhalten anderer? Dies sind die leitenden Fragestellungen dieser Arbeit.

Die Arbeit gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil soll der Begriff Multitasking erklärt werden, außerdem werden unterschiedliche Typen von Multitasking vorgestellt. Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen für die Beschäftigung mit Multitasking in Meetings. Im dritten Teil werden die bereits angesprochenen Studien von Stephens & Davis vorgestellt und ihre Ergebnisse in Hinblick auf die Frage nach der Notwendigkeit einheitlicher Unternehmensrichtlinien für die Nutzung von mobilen Medien diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff Multitasking

3. Theoretische Grundlagen des Multitaskings in Meetings

3.1. Veränderung räumlicher und zeitlicher Strukturen durch Multitasking

3.2. Konsequenzen mobiler Kommunikation für die Interaktionen in Meetings

4. Empirische Studien zum elektronischen Multitasking in Meetings

4.1. „The Social Influences on Electronic Multitasking in Organizational Meetings“

4.2. „Electronic Multitasking in Meetings: A Challenge for Organizational Policy“

4.3. Diskussion: Einheitliche Unternehmensrichtlinien zur Nutzung mobiler Medien?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Phänomene des elektronischen Multitaskings in Meetings und analysiert, wie Organisationsstrukturen, soziale Normen und technologische Erreichbarkeit das Verhalten von Mitarbeitern beeinflussen, sowie die Notwendigkeit unternehmensinterner Richtlinien in diesem Kontext.

  • Soziale Konsequenzen von Multitasking in beruflichen Meetings
  • Einfluss der Organisationskultur auf die Mediennutzung
  • Kognitive und soziale Auswirkungen elektronischer Kommunikation
  • Die Rolle der ständigen Erreichbarkeit im Spannungsfeld zwischen Beruf und Privatem
  • Analyse der Notwendigkeit und Gestaltungsmöglichkeiten unternehmensinterner Regeln

Auszug aus dem Buch

3.1. Veränderung räumlicher und zeitlicher Strukturen durch Mobilkommunikation

Durch die Entwicklung des Mobiltelefons hat sich die Erreichbarkeit der Nutzer entscheidend verändert. Während man zuvor lediglich einen Festnetzanschluss und somit einen bestimmten Ort anrufen und darauf hoffen konnte, dass sich die Person, die man sprechen möchte, gerade in der Nähe aufhält, ist es durch das Mobiltelefon möglich geworden, einen Gesprächspartner direkt zu erreichen. (vgl. Ling & Donner 2009: 10) Oder, wie Ling et al. (ebd.: 106) es formulieren: „The mobile phone, however, individualizes communication. Thus, instead of calling to a central office or to a home, we call to an individual.“ Durch Mobilkommunikation wird es also zumindest theoretisch denkbar, nahezu uneingeschränkt erreichbar zu sein – unabhängig von räumlichen und zeitlichen Gegebenheiten.

Dies bringt es mit sich, dass sich der Stellenwert eines Telefonats seit der Entwicklung des Mobiltelefons gewandelt hat. Licoppe (2004 zit. nach Ling et al. 2009: 21f.) argumentiert, dass Telefonate früher zumeist längere Interaktionen waren, für die man sich extra Zeit nahm und die daher einen besonderen Charakter aufwiesen. In Zeiten des Mobiltelefons ist es hingegen möglich, mit Interaktionspartnern, auch wenn diese räumlich weit entfernt sind, in ständigem Kontakt zu bleiben. Dies kann dazu führen, dass die Kommunikation in mehrere kleinere Abschnitte zerteilt wird, d.h. diese bilden „an ongoing dialogue that lasts through the day“, […] „a steady exchange of patter“ (Ling et al. 2009: 22). Licoppe (2004 zit. nach Ling et al. 2009: 22) bezeichnet diese Beobachtung mit dem Begriff der connected presence. Die ubiquitäre Erreichbarkeit von Handynutzern lässt gleichzeitig die Bedeutung langfristiger Absprachen und Terminvereinbarungen sinken. Denn Mobiltelefone eröffnen ihren Benutzern die Möglichkeit zur Mikrokoordination, d.h. dass etwa Absprachen über Termine oder zu erledigende Aufgaben problemlos immer wieder verändert und an neue, nicht vorhersehbare Gegebenheiten angepasst werden können. (vgl. Ling et al. 2009: 23f.) Dies bringt eine höhere Flexibilität der Nutzer mit sich – ein Vorteil, der auch im beruflichen Leben immer mehr genutzt wird, vor allem wenn Mitarbeiter oft zu Terminen oder Dienstreisen unterwegs sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, wie die zunehmende mobile Erreichbarkeit die soziale Interaktionsordnung in Meetings stört und stellt die leitenden Fragestellungen der Arbeit vor.

2. Der Begriff Multitasking: Dieses Kapitel definiert Multitasking sowie verwandte Begriffe wie kognitives Multitasking, soziales Multitasking und Multicommunicating und erläutert deren Abgrenzung.

3. Theoretische Grundlagen des Multitaskings in Meetings: Das Kapitel beleuchtet, wie Mobilkommunikation räumliche und zeitliche Strukturen verändert und welche Konsequenzen dies für soziale Interaktionen, insbesondere im Kontext von Meetings, hat.

4. Empirische Studien zum elektronischen Multitasking in Meetings: Hier werden die Studien von Stephens et al. vorgestellt, die sich mit den Beweggründen für Multitasking und der Rolle organisationaler Richtlinien befassen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Sinnhaftigkeit individueller, meeting-spezifischer Regeln gegenüber universellen Unternehmensrichtlinien.

Schlüsselwörter

Elektronisches Multitasking, Meetings, Mobile Kommunikation, Organisationskultur, Social Influence Model, Erreichbarkeit, Soziale Interaktionsordnung, Multicommunicating, Connected presence, Mikrokoordination, Unternehmensrichtlinien, Interaktionskonflikte, Kommunikationstechnologie, Beruflicher Stress, Arbeitswelt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Nutzung von mobilen Kommunikationstechnologien wie Mobiltelefonen und Blackberrys während geschäftlicher Meetings und den daraus resultierenden sozialen Spannungsfeldern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Veränderung sozialer Interaktionsordnungen, die Rolle von Organisationskulturen bei der Mediennutzung, die kognitive Belastung durch Multitasking und der Konflikt zwischen beruflicher Erreichbarkeit und Höflichkeitsnormen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie Beschäftigte entscheiden, ob elektronisches Multitasking in Meetings angemessen ist, und inwieweit die Einführung einheitlicher Unternehmensrichtlinien zur Klärung dieser Situation beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch das Social Influence Model sowie der Analyse qualitativer und quantitativer empirischer Studien von Stephens et al.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der räumlichen und zeitlichen Veränderungen durch mobile Medien sowie die empirischen Ergebnisse zu den Beweggründen für Multitasking-Verhalten in Organisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind elektronisches Multitasking, mobile Kommunikation, Meeting-Kultur, Organisationsnormen, ständige Erreichbarkeit und soziale Arrangements.

Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur laut den Ergebnissen?

Die Unternehmenskultur ist ein entscheidender Faktor: Mitarbeiter orientieren sich stark an den Erwartungen und dem Verhalten ihrer Vorgesetzten sowie Kollegen, um zu beurteilen, ob Multitasking in Meetings geduldet oder als unhöflich betrachtet wird.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich Unternehmensrichtlinien?

Die Autorin schließt sich der Ansicht an, dass universelle, starre Regeln für das gesamte Unternehmen wenig sinnvoll sind; stattdessen sollten Regeln flexibel und individuell für einzelne Meetings von der jeweiligen Leitung festgelegt werden.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Elektronisches Multitasking in Meetings
Untertitel
Auf dem Weg zu einheitlichen unternehmensinternen Richtlinien für den Umgang mit Mobilkommunikation?
Hochschule
Universität Erfurt  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Seminar: Mobile Kommunikation – Perspektiven und Forschungsfelder
Note
1,3
Autor
Kirsten Petzold (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V441862
ISBN (eBook)
9783668803350
ISBN (Buch)
9783668803367
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Multitaskig elektronisches Multitasking Unternehmenskommunikation interne Kommunikation Mobilkommunikation Interaktion interpersonale Kommunikation Mediennutzung mobile Medien Organisationskultur Formalisierung Informalität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kirsten Petzold (Autor:in), 2010, Elektronisches Multitasking in Meetings, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441862
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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