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Soziales Unternehmertum. Unternehmensberichterstattung im Social Entrepreneurship

Title: Soziales Unternehmertum. Unternehmensberichterstattung im Social Entrepreneurship

Textbook , 2018 , 101 Pages

Autor:in: Marc Schneidewind (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Soziales und ökonomisches Handeln müssen nicht im Widerspruch stehen. Das ist die Grunderkenntnis des sogenannten Social Entrepreneurship. Dieser Unternehmertypus stellt nicht den finanziellen Erfolg in den Mittelpunkt, sondern die gesellschaftlichen Auswirkungen seines Handelns.

Die Unternehmen dieses Sektors haben das Potential, gesellschaftliche und ökologische Probleme effizient zu lösen und einen gesellschaftlichen Wandel zu fördern. Doch auch diese Unternehmen sind auf einen effizienten Einsatz ihrer Ressourcen und auf ausreichende finanzielle Mittel angewiesen. Sie müssen sich gegenüber Kapitalgebern erklären und nachweisen, dass deren Mittel zweckgemäß eingesetzt wurden.

Marc Schneidewind untersucht in dieser Publikation, wie die externe Unternehmensberichterstattung im Social Entrepreneurship in Deutschland gestaltet werden kann. Dabei berücksichtigt er vor allem auch die wesentlichen Anspruchsgruppen und die Besonderheiten des Sektors. Seine Untersuchung basiert auf dem Gedankengebäude der Neuen Institutionenökonomik und der Stewardship-Theorie sowie einer qualitativen Studie über Unternehmensberichte.

Aus dem Inhalt:
- Social Entrepreneurship;
- Berichterstattung;
- Sozialunternehmen;
- Impact Value Chain;
- Social Reporting Standard;
- Stakeholder

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Begriffsbestimmungen und Untersuchungsgegenstand

2.1 Social Entrepreneurship

2.2 Unternehmensberichterstattung

2.3 Anspruchsgruppen und Berichtsadressaten

3 Theoretische Untersuchung zur externen Unternehmensberichterstattung im Social Entrepreneurship

3.1 Theoretische Interpretation der Berichterstattung

3.2 Besonderheiten und Hürden der externen Berichterstattung im Social Entrepreneurship

3.3 Ansätze zur Berichterstattung und Erhebung von Wirkungen im Social Entrepreneurship

3.4 Zwischenfazit und Forschungslücke

4 Qualitative Untersuchung ausgewählter Unternehmensberichte

4.1 Methodik und Datenerhebung

4.2 Identifizierte Problemfelder und Mängel der untersuchten Berichte

5 Ansatzpunkte und Empfehlungen für eine zielgruppengerechte Berichterstattung

6 Herausforderungen der externen Berichterstattung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die externe Unternehmensberichterstattung im Bereich des Social Entrepreneurship in Deutschland gestaltet werden kann, um den spezifischen Anforderungen der wesentlichen Anspruchsgruppen sowie der Natur dieses Sektors gerecht zu werden.

  • Grundlagen und Begriffsbestimmung von Social Entrepreneurship
  • Theoretische Fundierung der externen Unternehmensberichterstattung
  • Analyse und Bewertung aktueller Unternehmensberichte in Deutschland
  • Herausforderungen bei der sozialen Wirkungsmessung und Standardisierung
  • Empfehlungen für eine zielgruppengerechte und wirkungsorientierte Berichterstattung

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Prinzipal-Agenten-Problematik im Kontext der Informationsasymmetrie zwischen dem Social Entrepreneur und seinen Anspruchsgruppen

Die in der Realität begrenzte Informationsverarbeitungskapazität der Marktteilnehmer und Transaktionskosten resultieren in ungleichartig verteilten und unvollständigen Informationen. Dies führt zu unterschiedlichen Unsicherheitsgraden. Die Prinzipal-Agenten-Theorie basiert auf der Annahme asymmetrischer Informationsverteilung zwischen dem Prinzipal (z.B. Kapitalgeber, Anteilseigner) und dem Agenten (z.B. Kapitalnehmer, Unternehmensleitung). Die hiermit einhergehende Unsicherheit kann generell aus drei Bereichen herrühren. Erstens verzerren multivariable Umwelteinflüsse das vom Agenten beabsichtigte Ergebnis. Zweitens sind die tatsächlichen Handlungen des Agenten für den Prinzipal nicht direkt beobachtbar, wodurch es zu opportunistischem Verhalten zulasten des Auftraggebers kommen kann (moralisches Hasardspiel). Drittens verfügt der Agent über einen generellen Informationsvorsprung, da er näher am laufenden Geschäft ist (adverse Selektion bzw. Auswahl unerwünschter Vertragspartner).

Im Grundmodell besteht eine hierarchische Beziehung zwischen zwei den Eigennutzen maximierenden Parteien mit unterschiedlichen Nutzenfunktionen, in welcher der Prinzipal eine Aufgabe (bzw. Entscheidungsmacht) an den Agenten delegiert. Der Prinzipal macht dem Agenten ein Vertragsangebot, welches dieser entweder annehmen oder ablehnen kann. Im Rahmen der vertragstheoretischen Analyse lassen sich folglich Problemkreise vor und nach Vertragsschluss unterscheiden. Ersterer verhindert ggf. das Zustandekommen eines Vertrages aufgrund fehlender Transparenz und Unsicherheit in Bezug auf die Absichten des Vertragspartners und die Erfolgsaussichten des zu unterstützenden Projektes. Infolgedessen kann es zu adverser Selektion und einer zu geringen Kapitalausstattung kommen. Nach Vertragsschluss besteht die Gefahr, dass es zu Aktivitäten kommt, die dem Unternehmer opportun erscheinen, aber einseitig zu Lasten des Kapitalgebers gehen. Dieses Risiko des moralischen Hasardspiels trägt der Prinzipal. Entscheidend ist der postulierte Zielkonflikt. Während der Prinzipal eine möglichst hohe Zielerreichung anstrebt, ist dies für den Agenten nur solange rational, wie er aufgrund persönlicher Entlohnungskomponenten hiervon profitiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Diese Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Relevanz des Social Entrepreneurship als Antwort auf Marktversagen und staatliche Defizite.

2 Begriffsbestimmungen und Untersuchungsgegenstand: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Social Entrepreneurship definiert und die relevanten Anspruchsgruppen für die Berichterstattung identifiziert.

3 Theoretische Untersuchung zur externen Unternehmensberichterstattung im Social Entrepreneurship: Hier werden theoretische Ansätze zur Notwendigkeit der Berichterstattung, insbesondere im Hinblick auf Transaktionskosten und Informationsasymmetrien, erörtert.

4 Qualitative Untersuchung ausgewählter Unternehmensberichte: Dieses Kapitel analysiert empirisch die Berichterstattungspraxis von neun ausgewählten Sozialunternehmen in Deutschland.

5 Ansatzpunkte und Empfehlungen für eine zielgruppengerechte Berichterstattung: Basierend auf den Analyseergebnissen werden konkrete Empfehlungen zur Optimierung der Berichterstattung im Social Entrepreneurship abgeleitet.

6 Herausforderungen der externen Berichterstattung und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Herausforderungen zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Berichtswesens in diesem Sektor.

Schlüsselwörter

Social Entrepreneurship, Unternehmensberichterstattung, Wirkungsmessung, Stakeholder, Transaktionskosten, Prinzipal-Agenten-Theorie, Soziale Rendite, Social Reporting Standard, Legitimation, Reputation, Gemeinnützigkeit, Wirkungskette, Social Return on Investment, Rechenschaftslegung, Wirkungsreichweite

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten der externen Unternehmensberichterstattung von Sozialunternehmen in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Begriffsabgrenzung von Social Entrepreneurship, theoretische Perspektiven auf die Berichterstattung (z.B. Prinzipal-Agenten-Theorie) sowie die empirische Analyse bestehender Berichte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Sozialunternehmen ihre Berichterstattung optimieren können, um den Informationsbedürfnissen ihrer Anspruchsgruppen gerecht zu werden und ihre Wirkung transparent darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet einen explorativen qualitativen Forschungsansatz, bei dem Unternehmensberichte von neun in Deutschland tätigen Sozialunternehmen systematisch analysiert wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Notwendigkeit von Berichterstattung sowie eine qualitative Untersuchung der Praxis, inklusive der Identifizierung von Problemfeldern und Mängeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Social Entrepreneurship, Wirkungsmessung, Transparenz, Stakeholder-Dialog und Rechenschaftslegung.

Warum ist eine Standardisierung der Berichterstattung für Sozialunternehmen so schwierig?

Da Sozialunternehmen sehr vielfältig sind und keine einheitliche Rechtsform existiert, fehlt es an einem allgemein akzeptierten Berichtsstandard, der sowohl finanzielle als auch soziale Wirkungen angemessen abbildet.

Welche Rolle spielt der "Social Return on Investment" (SROI) in der Untersuchung?

Der SROI wird als Instrument zur monetären Bewertung sozialer Wirkungen diskutiert, wobei die Arbeit die methodischen Herausforderungen und die begrenzte praktische Anwendung in den untersuchten Berichten hervorhebt.

Wie gehen Sozialunternehmen aktuell mit dem Druck zur Transparenz um?

Die Studie zeigt, dass viele Unternehmen auf eine "Bricolage" setzen, also individuell verfügbare Elemente zur Berichterstattung wählen, was jedoch die Vergleichbarkeit und Transparenz für externe Kapitalgeber erschwert.

Was sind die zentralen Empfehlungen für Sozialunternehmer?

Die Arbeit empfiehlt eine systematische Identifikation der Adressaten, eine klare Darstellung der Wirkungskette sowie die Anwendung standardisierter Rahmenwerke (wie den Social Reporting Standard), um Vertrauen aufzubauen und Finanzierungsmöglichkeiten zu verbessern.

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Details

Title
Soziales Unternehmertum. Unternehmensberichterstattung im Social Entrepreneurship
Author
Marc Schneidewind (Author)
Publication Year
2018
Pages
101
Catalog Number
V441877
ISBN (eBook)
9783960954125
ISBN (Book)
9783960954132
Language
German
Tags
Social Entrepreneurship Berichterstattung Reporting Anspruchsgruppen Stakeholder Sozialunternehmen Berichtsadressaten Unternehmensberichterstattung Wirkungskette SROI Social Return on Investment Social Reporting Standard SRS Social Entrepreneur Wirkungsorientierte Berichterstattung Sozialunternehmer Impact Value Chain
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Schneidewind (Author), 2018, Soziales Unternehmertum. Unternehmensberichterstattung im Social Entrepreneurship, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441877
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