Qualität, Effektivität und Effizienz haben in der Sozialen Arbeit als zentrale ökonomische Begriffe eine wichtige Funktion. Dennoch ist der Stellenwert dieser theoretisch noch nicht ausreichend geklärt. Es stellt sich also die Frage, wie die personenbezogenen Dienstleistungen der Sozialen Arbeit mit den Begriffen Effektivität, Effizienz aber auch Qualität in Verbindung gebracht werden können und ob es möglich ist, diese Begriffe messbar zu machen. Auch das Thema Erfolg spielt in der Sozialen Arbeit eine große Rolle. Denn wie wird Erfolg im Handlungsfeld der Sozialen Arbeit definiert und was ist unter erfolgreicher Sozialer Arbeit zu verstehen? Da gerade im Bildungs- und Sozialwesen die leistungsbringenden Fachkräfte eine zentrale Bedeutung haben und deren Qualifikationen, Haltungen und Handlungen für eine Organisation von großer Bedeutung sind, stellt sich abschließend noch die Frage, welchen Beitrag sie zur erfolgreicher und qualitativ hochwertiger Sozialer Arbeit leisten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bedeutung von Erfolg
3. Erfolgsnachweiß
4. Qualitätsdiskussion in der Sozialer Arbeit
5. Erkennungsmerkmale von qualitativ hochwertiger Sozialer Arbeit
6. Evaluation
7. Die Anforderungen an das Personals in Bezug auf Effektivität, Effizienz und Qualität von Sozialen Dienstleistungen
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die theoretische Verankerung und praktische Anwendbarkeit der ökonomischen Begriffe Erfolg, Qualität, Effektivität und Effizienz im Kontext der Sozialen Arbeit. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie diese Begriffe für personenbezogene Dienstleistungen definiert, messbar gemacht und durch fachliches Handeln professionell umgesetzt werden können.
- Verhältnis von Ökonomisierung und professionellem Handeln in der Sozialen Arbeit
- Methoden und Herausforderungen des Erfolgsnachweises
- Diskurs um Qualitätsmanagement und Qualitätsstandards
- Bedeutung der Evaluation als Instrument der Qualitätssicherung
- Kompetenzprofile und Anforderungsspektrum für Fachkräfte
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung von Erfolg
Durch die Finanznot der Öffentlichen Hand kam es in der Sozialen Arbeit zu einer Ökonomisierung, wodurch der Versuch unternommen wurde, die klassische Betriebswirtschaftslehre und ihre Konzeptionen sowie Erkenntnisse auf die Soziale Arbeit zu übertragen. Unter den Anbietern der Sozialen Arbeit wird als Folge ein Konkurrenzkampf geführt, welcher mittels Zertifikaten, der Erfüllung von scheinbaren oder tatsächlichen Industrie-(ISO)-Normen, Qualitätsmanagement, Qualitätshandbüchern aber unter anderem auch mittels Benchmarking betrieben wird (vgl. Möller 2003, S.2). Der Unterschied der Sozialen Arbeit, im Vergleich zu betriebswirtschaftlichen Qualitätssystemen, welche ihren Fokus der Organisation der Abläufe sowie der Messung von Resultaten widmen, liegt aus der Sicht von AvenirSocial (2015, S.2) darin, dass es in der Sozialen Arbeit darum geht, Kriterien und Indikatoren zu entwickeln, welche aus dem professionstheoretischen Hintergrund folgen und den Perspektiven der einzelnen Fachpersonen zu Gute kommen.
Organisationale Zusammenhänge sind ein Grundstein, auf dem das Handeln von Sozialer Arbeit sowie ihren Akteuren beruht. Damit Soziale Arbeit erfolgreich und auch wirksam sein kann, ist sie also abhängig, von organisierten Sozialen Systemen und deren Funktion und/oder Dysfunktion, von der sozialen Wirklichkeit, die durch die Interpretierenden konstruiert wird sowie den definierenden und beeinflussenden Akteuren (vgl. Boecker 2015, S.13). Die Definition von dessen, was allerdings genau als Erfolg in der Sozialen Arbeit bezeichnet wird, ist jedoch immer noch eine Frage die sich nicht eindeutig beantworten lässt (vgl. Boecker 2015, S.213). Im Allgemeinen, bedeutet Erfolg zu haben, dass menschliche Anstrengungen in Form von Ergebnissen sichtbar werden. Um Erfolg sichtbar zu machen, setzt dies Transparenz als Notwendigkeit voraus. Dies bedeutet so viel, wie Maßstäbe oder Erfolgskriterien widerzuspiegeln, welche einerseits öffentlich bekannt sein können, aber auch den subjektiven Vorstellungen entsprechen können (vgl. Boecker 2015, S.118).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die ökonomischen Begriffe der Sozialen Arbeit ein und stellt die Grundsatzfrage nach deren Messbarkeit und praktischer Definition.
Die Bedeutung von Erfolg: Es wird erörtert, wie durch ökonomischen Druck betriebswirtschaftliche Konzepte in die Soziale Arbeit übertragen wurden und warum der Begriff "Erfolg" in diesem Feld eine komplexe, professionsgebundene Definition erfordert.
Erfolgsnachweiß: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit von Transparenz und die Herausforderung, Handlungen in darstellbare Kennzahlen oder Kategorien zur Qualitätsmessung zu übersetzen.
Qualitätsdiskussion in der Sozialer Arbeit: Hier wird die fachliche und fachpolitische Relevanz von Qualitätsmanagement diskutiert, insbesondere im Hinblick auf gesetzliche Anforderungen und den Einbezug der Nutzerperspektive.
Erkennungsmerkmale von qualitativ hochwertiger Sozialer Arbeit: Basierend auf fachlichen Theorien werden hier Kriterien für gute Praxis formuliert, die Koproduktion, professionelle Ethik und zielgerichtetes Handeln betonen.
Evaluation: Dieses Kapitel definiert Evaluation als systematisches Bewertungsinstrument und unterscheidet zwischen verschiedenen Evaluationsformen wie der summativen und formativen Evaluation.
Die Anforderungen an das Personals in Bezug auf Effektivität, Effizienz und Qualität von Sozialen Dienstleistungen: Es wird das breite Kompetenzspektrum der Fachkräfte beschrieben, das zwischen persönlicher Stabilität, professioneller Abgrenzung und reflexiver Lernbereitschaft balanciert.
Fazit: Die Arbeit resümiert, dass trotz fehlender Standarddefinitionen von Qualität und Erfolg die Rolle der qualifizierten Fachkräfte und der Einbezug der Adressaten essenziell für die Qualitätssicherung bleiben.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Erfolg, Qualität, Effektivität, Effizienz, Qualitätsmanagement, Evaluation, Fachkräfte, Kompetenzprofil, Sozialmanagement, professionelles Handeln, Klienten, Transparenz, Leistungsnachweis, Ökonomisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung ökonomischer Steuerungsbegriffe wie Erfolg und Qualität auf das Berufsfeld der Sozialen Arbeit und hinterfragt deren theoretische und praktische Einsetzbarkeit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen Qualitätsmanagement, die Definition von Erfolg in sozialen Dienstleistungen, Evaluationsmethoden sowie die Anforderungsprofile an sozialpädagogische Fachkräfte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ergründen, wie die Begriffe Effektivität, Effizienz und Qualität sinnvoll und fachlich fundiert auf die personenbezogenen Dienstleistungen der Sozialen Arbeit übertragen werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur und Diskussionspapieren, um den aktuellen Stand der Debatte über Qualität und Erfolg in der Sozialen Arbeit abzubilden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Erfolg, die Anforderungen an den Erfolgsnachweis, die Qualitätsdiskussion, die Bedeutung der Evaluation sowie die notwendigen Kompetenzen des Fachpersonals.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Qualitätssicherung, Evaluation, Kompetenzprofile, Ökonomisierung und professionelle Handlungsorientierung.
Wie unterscheidet sich der Qualitätsbegriff in der Sozialen Arbeit von der Wirtschaft?
Im Gegensatz zu betriebswirtschaftlichen Systemen, die primär auf Abläufe und Resultate fokussieren, müssen in der Sozialen Arbeit Kriterien aus dem professionstheoretischen Hintergrund entwickelt werden, die den Perspektiven der Fachpersonen und Adressaten gerecht werden.
Welche Rolle spielt die Evaluation für die Praxis?
Evaluation dient als empirische Grundlage, um Interventionen zu bewerten, Entscheidungen rationaler zu treffen und durch formative oder summative Ansätze den künftigen Verlauf sozialer Programme zielgerichtet zu steuern.
Warum ist die "Gradwanderung" für Fachkräfte so bedeutsam?
Fachkräfte müssen ständig zwischen notwendiger Nähe zu Klienten und der professionellen Distanz balancieren, um fachlich handlungsfähig zu bleiben und nicht durch emotionale Belastungen fremdgesteuert zu werden.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts Julia Pleschberger (Autor:in), 2017, Erfolg und Qualität in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441888