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Gesprächsanalyse unter dem Aspekt der Imagebildung in Interviews

Titel: Gesprächsanalyse unter dem Aspekt der Imagebildung in Interviews

Hausarbeit , 2018 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Marika Skucaev (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Sprache ist eine der wichtigsten Kommunikationsmöglichkeiten, schließlich kommunizieren wir Menschen in irgendeiner Weise im Normalfall täglich. Hierbei ist es bei Gesprächen zwischen zwei Menschen üblich, sich selbst so positiv wie nur möglich darzustellen und keine negative Darstellung der eigenen Person zuzulassen, da der Gegenüber positiv über einen denken soll. Genauso versuchen wir aber auch, dass unser Gesprächspartner sich nicht unwohl fühlt und während der Unterhaltung nicht negativ von uns dargestellt wird. Dieses Phänomen nennt sich Imagebildung, welche uns täglich im Alltag begegnet, wie beispielsweise in Interviews, in denen sich die Beteiligten möglichst von ihrer besten Seite zeigen möchten. Einige dieser Interviews sind in Echtzeit, also live, und können dementsprechend nicht im Nachhinein geschnitten werden, zum Beispiel Interviews nach einem Fußballspiel, da diese meist nur einige Sekunden oder Minuten andauern. Ganz genau diese Interviews haben schon einige Male für Aufsehen gesorgt und eine unvorhersehbare Wendung genommen – den berühmten „Ausraster“ von Rudi Völler sollte jeder Fußballfan kennen, weshalb ich in dieser Ausarbeitung auf dieses bekannte Interview zurückgreifen werde.

Zunächst werde ich den Aspekt der Imagebildung erläutern und definieren, wie Imagebildung entsteht und welche Arten von Imagebildung existieren. Anschließend beschreibe ich, was unter einem Interview verstanden wird, wobei ich besonders auf die Regularitäten des Interviews nach W. Holly eingehen werde, der einige Interviews, die meinem ähnlich gewesen sind, untersucht und ein Regelschema für Interviews herausgearbeitet hat. Danach gehe ich näher auf die Gesprächsstruktur in Gesprächen ein und wende anschließend die zuvor genannte Theorie an meinem Transkript an, das einen Streit während eines Interviews beinhaltet. Hierbei untersuche ich anhand des Transkripts, ob die Regeln für ein Interview eingehalten wurden und ob Imagebildung stattgefunden hat oder nicht. Zum Schluss fasse ich meine herausgestellten Untersuchungen in einem Fazit zusammen.

Besonders hilfreich bei meiner Recherche war mir der Aufsatz von Werner Holly, der sich mit der Inszenierung von Konfrontationen in Fernsehinterviews befasst hat. Ebenso hilfreich war außerdem die Einführung in die Linguistische Gesprächsanalyse von Klaus Brinker und Sven Sager, die sich ausführlich mit den einzelnen Aspekten der Gesprächsanalyse auseinandergesetzt haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Imagebildung

3. Was ist ein Interview?

3.1. Regularitäten im Interview nach W. Holly

3.2. Gesprächsstruktur

4. Imagebildung im Interview

4.1. Transkript: Gesprächsrahmen des Interviews

4.2. Äußerungsgestaltung

5. Analyse des Interviews nach dem Regelschema von W. Holly

6. Fazit

7. Quellenverzeichnis

8. Transkript

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Dynamik von Imagebildung in einem konfrontativen Fernsehinterview zwischen einem Sportmoderator und einem Sportdirektor. Ziel ist es, anhand der linguistischen Gesprächsanalyse und des Regelschemas von Werner Holly zu prüfen, ob die vorliegende Interaktion noch als strukturiertes Interview gewertet werden kann oder bereits in einen persönlichen Streit übergegangen ist.

  • Grundlagen und Definition der Imagebildung in Gesprächssequenzen
  • Theoretische Einordnung von Interviews als asymmetrische Interaktionen
  • Anwendung des Regelschemas von W. Holly auf ein konkretes Transkript
  • Analyse von Rollenkonstellationen und Neutralitätsverlust
  • Untersuchung von Diskursstrategien bei konfrontativen Situationen

Auszug aus dem Buch

3.2. Gesprächsstruktur

Ein Gespräch besteht aus einem Gefüge verschiedener Phasen, die in die Eröffnungsphase, Kernphase und Beendigungsphase unterteilt werden können. Die Eröffnungsphase hat den Zweck, die Gesprächsbereitschaft herzustellen und somit eine Gesprächssituation zu steuern. Die Kernphase beinhaltet die Gesprächsthemen und die Gesprächsziele. In der Beendigungsphase werden das Gespräch und die damit verbundene Gesprächsbereitschaft letztendlich aufgelöst. Für jede Kommunikationsform sind unterschiedliche Varianten der Eröffnungs-, Kern- und Beendigungsphase gültig.

Die Gesprächseröffnungen sind anhand von Telefongesprächen bereits ausgiebig untersucht worden, da bei dieser Kommunikationsform keine Mimik oder Körpersprache untersucht werden müssen, sondern tatsächlich nur das Gesagte, beziehungsweise was der Mensch an der anderen Telefonleitung hört, zählt. Laut E.A. Schegloff (1972) wird bei Telefongesprächen eine Aufforderung-Antwort-Sequenz bei einer Gesprächseröffnung verwendet. Hierbei ist das Klingelzeichen die Aufforderung, während das Abnehmen des Hörers und das Melden am Telefon als Antwort gesehen wird. Der andere Mensch an der Leitung identifiziert sich anschließend indem er oder sie eventuell den Namen und das Anliegen erwähnt.

In einem Interview könnte die Eröffnungsphase damit beginnen, dass der Interviewer beispielsweise nach einem Fußballspiel auf den zu interviewenden Spieler wartet und fragt, ob einige Fragen gestellt werden dürfen. In den meisten Fällen sind die Interviews vermutlich bereits durch den Sender, bei dem das Spiel ausgestrahlt wurde, zuvor festgelegt worden. Auch eine kurze Zusammenfassung des Spiels kann bei einem Interview mit einem Spieler als Eröffnung dienen, wobei die Fragen sich dann auf das jeweilige Ergebnis beziehen. In dem Transkript (siehe Anhang) ist die Eröffnungssequenz nicht vollständig aufgezeichnet und es lässt sich auch nicht das vollständige Interview im Netz auffinden, wobei sich das Interview jedoch noch am Anfang befindet und sich auf das Ereignis während des Spiels, nämlich dass der Trainer des Bayer Leverkusen von dem Schiedsrichter des Platzes verwiesen wurde und der Sportdirektor des Vereins, Rudi Völler, sich sehr über diese Handlung und der damit verbundenen Spielpause aufregt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Imagebildung ein, stellt das gewählte Interviewbeispiel vor und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die verwendeten theoretischen Grundlagen.

2. Imagebildung: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen der Imagearbeit nach E. Goffman und anderen Forschern dargelegt und die verschiedenen Typen von Gesprächssequenzen zur Wahrung der Imagebalance beschrieben.

3. Was ist ein Interview?: Das Kapitel definiert das Interview als asymmetrische Interaktion und stellt verschiedene Kategorisierungen sowie das Regelschema von Werner Holly vor.

4. Imagebildung im Interview: Hier wird der konkrete Kontext des analysierten Fußballinterviews beschrieben und die linguistischen Aspekte der Äußerungsgestaltung im Rahmen von Intentionalität und sozialer Beziehung erläutert.

5. Analyse des Interviews nach dem Regelschema von W. Holly: Dieses Kapitel wendet das Regelschema von W. Holly schrittweise auf das Transkript an, um die Einhaltung bzw. Verletzung der Interviewregeln zu bewerten.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und stellt fest, dass das untersuchte Gespräch aufgrund der vorliegenden Dynamiken eher als Streitgespräch denn als reguläres Interview zu klassifizieren ist.

7. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Internetquellen.

8. Transkript: Detailliertes Protokoll des untersuchten Interviews.

Schlüsselwörter

Gesprächsanalyse, Imagebildung, Interview, Fernsehinterview, Werner Holly, Konfrontation, Selbstdarstellung, Gesprächsstruktur, asymmetrische Interaktion, Streitgespräch, Kommunikationswissenschaft, Linguistik, Rudi Völler, Neutralität, Diskurs.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert ein konkretes Fernsehinterview zwischen einem Sportmoderator und einem Sportdirektor unter dem linguistischen Aspekt der Imagebildung und der Einhaltung von Gesprächsregeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die linguistische Gesprächsanalyse, die Mechanismen der Imagearbeit in Interaktionen, die Struktur politischer und medialer Interviews sowie die Dynamik von Streitgesprächen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, anhand eines Regelschemas für Interviews zu prüfen, ob die Interaktion im Transkript als funktionales Interview Bestand hat oder durch massive Regelabweichungen in einen persönlichen Streit umgeschlagen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet die qualitative linguistische Gesprächsanalyse, primär auf Basis des Regelschemas von Werner Holly zur Untersuchung von Fernsehinterviews.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Imagebildung, die Definition von Interviewstrukturen und die detaillierte empirische Anwendung des Regelschemas auf das Transkript des Rudi-Völler-Interviews.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Imagebildung, Gesprächsanalyse, Konfrontation, asymmetrische Interaktion und mediale Interviewführung.

Warum bricht das Interview in dem untersuchten Fall laut Analyse zusammen?

Das Interview bricht zusammen, da der Interviewer die Kontrolle über die Gesprächsführung verliert, der Interviewte ihn permanent unterbricht, die Rollenverteilung umgekehrt wird und keine neutrale Gesprächsebene mehr gewahrt bleibt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Sportdirektors Rudi Völler im Gespräch?

Die Autorin stellt fest, dass Völler versucht, sein Image durch Schuldabweisung und persönliche Angriffe auf den Moderator zu schützen, wobei er zunehmend in einen konfrontativen Modus wechselt, der das Interview beendet.

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Details

Titel
Gesprächsanalyse unter dem Aspekt der Imagebildung in Interviews
Hochschule
Universität Paderborn  (Institut für Germanistik und vergleichende Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in die Gesprächsanalyse
Note
2,0
Autor
Marika Skucaev (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V441904
ISBN (eBook)
9783668801936
ISBN (Buch)
9783668801943
Sprache
Deutsch
Schlagworte
holly imagebildung werbung image interview werner gesprächsanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marika Skucaev (Autor:in), 2018, Gesprächsanalyse unter dem Aspekt der Imagebildung in Interviews, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441904
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Leseprobe aus  23  Seiten
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