Jeder, der sich als Muslime bezeichnet kennt die Basmala (im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen) von klein auf. In der Regel sprechen alle Muslime zu Beginn einer bedeutsamen Handlung diese Formel aus. Sie erflehen damit den Segen Gottes für ein gutes Gelingen ihrer Handlung. Alle Suren, bis auf Sura 9, werden mit der Basmala eröffnet. Das Pflichtgebet (ṣalat) der Muslime, das fünfmal am Tag vollzogen wird, beginnt mit der Eröffnungssura Al Fatiha und somit beginnt jedes muslimische Gebet mit der Formel Basmala. Die Muslime sprechen die Basmala vor Beginn einer Handlung, zum Beispiel vor dem Essen, vor dem Lernen selbst beim Öffnen einer Wasserflasche. Diese Praxis beruht vor allem auf einem Ausspruch des Propheten Muhammad (sav), „Alle Dinge von Bedeutung, die ohne die Nennung Gottes begonnen werden, sind unvollständig“.
Deshalb möchte ich meine wissenschaftliche Arbeit mit dieser Formel beginnen. In meiner Arbeit werde ich über Allah, im Koran schreiben und versuchen, Seinen Namen und Eigenschaften näher zu erläutern. Die zwei wichtigsten Quellen für Erkenntnisse über Allah im Islam ist der Prophet Muhammad (sav) und der Koran. Daher möchte ich meine Ausführungen damit beginnen zunächst ein grobes, aber hoffentlich ausreichendes Bild zur Person des Propheten Muhammad (sav) zu geben. Um anschließend eine weitergehende Annäherung zu Eigenschaften Gottes und seinen Namen, mit Hilfe des Koran vorzunehmen. Eine durchgeführte Unterrichtsstunde für die Jahrgangstufen 3 und 4 und eine vorbereitete Bespielstunde für die Jahrgangstufen 1 und 2, zu den Namen und Eigenschaften Gottes wird meine Arbeit als Praxisbeispiel illustrieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Der Prophet Muhammad (sav) als Siegel der Propheten
3. Der Koran al-Qurʾān القرآن
3.1. Namen vom Koran
3.2. Sammlung und Verschriftlichung
4. Allāh im Koran
4.1. Das Wesen Allāhs
4.2. Anthropomorphe Besonderheiten Allāhs
4.3. Der Glaube an den Schöpfer Allāh
4.4. Wesen Gottes und seine Attribute
4.5. Sprachphilosophische Deutungen der Gottesnamen
5. Gottes Attribute
5.1. Klassifikation von Gottes Namen
5.2. Wesensnamen (Al-Asmâ ´uz´zât) und ihre Bedeutungen
5.3. Eigenschaftsnamen (Al-Asmâ wa As-Sifât ) und ihre Bedeutungen
5.4. Tätigkeitsnamen (Asmâ ´ul- ´f´āl) und ihre Bedeutungen
6. Praxisteil
6.1. Sachinformation
6.2. Methodische Überlegungen
6.3. Didaktische Analyse
6.3.1. Didaktische Begründung des Unterrichtsthemas
6.3.2. Ziele und Kompetenzen
6.3.3. Bezug zum Bildungsplan
6.3.4. Didaktische Reduktion
6.3.5. Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
6.3.6. Kompetenzerwerb
6.3.7. Methodische Analyse
6.4. Unterrichtsstundenentwurf für die 3.-4. Klasse
6.5. Unterrichtsstundenentwurf für die 1.-2. Klasse
6.6. Methodische Überlegungen für die 1.-2. Klasse
6.7. Methodische Analyse
7. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit setzt sich mit der Vermittlung der Eigenschaften Gottes und der 99 Namen Gottes (Al-Asma ul Husna) im islamischen Religionsunterricht in der Grundschule auseinander. Ziel ist es, den Schülern ein Verständnis für das islamische Gottesbild zu vermitteln und Bezüge zur Lebenswelt der Kinder herzustellen.
- Die Bedeutung und Übermittlung der koranischen Offenbarung.
- Theologische Einordnung der 99 Namen Gottes (Wesens-, Eigenschafts- und Tätigkeitsnamen).
- Didaktische Konzepte zur Vermittlung dieser komplexen Inhalte in verschiedenen Altersstufen.
- Praktische Umsetzung in Unterrichtsentwürfen für die Grundschule.
- Verbindung von religiösen Inhalten mit dem persönlichen Alltag und der Identitätsbildung der Kinder.
Auszug aus dem Buch
4.1. Das Wesen Allāhs
Die Existenz Gottes wird in der Offenbarung nicht beschrieben, sie wird vorausgesetzt. Hier wird die Frage gestellt in welcher Weise sich die Gottheit Allāh von den anderen Gottheiten der mekkanischen Gesellschaft unterscheidet. Sūra 112 al-Iḫlāṣ bietet eine präzise Beschreibung von Allāh:
1. „Sprich: Er ist der eine Gott,
2. der ewige Gott;
3. Er zeugt nicht und (wird) ist nicht gezeugt,
4. und keiner ist Ihm gleich.“
At-Tabari gibt an, dass diese Verse als Antwort auf eine Frage der polytheistischen Mekkaner offenbart wurde, welcher Abstammung Gott sei. Des Weiteren wird von ihm angegeben, dass nach einigen anderen Überlieferungen Juden über Gott folgendes aussagten: „Dieser Gott hat die Geschöpfe erschaffen. Ja aber, wer hat ihn denn erschaffen?“ Daraufhin seien diese Verse offenbart worden. Einer dritten Angabe zufolge hätten wieder die polytheistischen Mekkaner im Rahmen der ersten Frage den Propheten aufgefordert, dass er ihnen seinen Gott vorstellt bzw. beschreibt. Dann sei diese Verse offenbart worden.
Diese Verse geben Grundinformationen über Allāh: Es gibt nur eine einzige Gottheit. Außer Allāh gibt es keine anderen Götter. Andere Götter existieren nicht. In Sūra (51:51): „Und setzet nicht neben Allāh andre Götter…“ und in Sūra (52:43): „Oder haben sie einen Gott außer Allāh? Preis Allāh (der Erhaben ist) ob dem, was sie Ihm beigesellen.“ sowie in Sūra (73:9): „Der Herr des Ostens und des Westens! Es gibt keinen Gott außer ihm; drum nimm ihn als Schutz“. In Sūra (52:43) wird auf die Einsheit Allāhs hingewiesen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Autorin begründet die Relevanz ihrer Arbeit durch die religiöse Praxis der Basmala und skizziert den Aufbau der Untersuchung über Allāh, den Koran und die Gottesnamen.
Der Prophet Muhammad (sav) als Siegel der Propheten: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg und die prophetische Berufung Muhammads nach, der als wichtigste Quelle für das Verständnis über Allah im Islam gilt.
Der Koran al-Qurʾān القرآن: Es wird die Offenbarung, Sammlung und Bedeutung des Korans als zentrales, unverändertes Wort Gottes für Muslime dargelegt.
Allāh im Koran: Hier wird das theologische Bild Gottes im Koran analysiert, wobei besonders die Einheit, Schöpferkraft und die Attribute Gottes hervorgehoben werden.
Gottes Attribute: Dieses Kapitel systematisiert die 99 Namen Gottes in Wesensnamen, Eigenschaftsnamen und Tätigkeitsnamen und erläutert deren philosophische sowie theologische Hintergründe.
Praxisteil: Der Praxisteil beinhaltet methodische Überlegungen und konkrete Unterrichtsentwürfe für verschiedene Jahrgangsstufen, um das Thema der Gottesnamen für Grundschüler erfahrbar zu machen.
Schlusswort: Die Autorin resümiert die pädagogische Bedeutung der Vermittlung der Gottesnamen und schließt mit einem persönlichen Gebet ab.
Schlüsselwörter
Allāh, Koran, Prophet Muhammad, 99 Namen Gottes, Islam, Religionspädagogik, Gottesattribute, tawḥīd, Grundschule, islamischer Religionsunterricht, Offenbarung, Basmala, Gottesbild, religiöse Bildung, Glaubensbekenntnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit behandelt die theologische Annäherung an das Wesen und die Namen Gottes (Al-Asma ul Husna) im Islam und entwickelt didaktische Ansätze für deren Vermittlung im islamischen Religionsunterricht an Grundschulen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit umfasst die Rolle des Propheten Muhammad, die Bedeutung und Offenbarung des Korans, die theologische Lehre über die Attribute Gottes und die praktische Umsetzung dieser Inhalte im Schulunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Kindern ein positives und lebensweltbezogenes Verständnis des islamischen Gottesbildes zu vermitteln, wobei die 99 Namen Gottes als Brücke für die Gotteserkenntnis dienen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auswertung theologischer Literatur zum Islam und Koran sowie auf die Dokumentation und Analyse eines praktischen Unterrichtsversuchs an einer Grundschule.
Was sind die Schwerpunkte im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse der Gottesnamen (Wesens-, Eigenschafts- und Tätigkeitsnamen) und eine fundierte pädagogische Planung für den Religionsunterricht in den Klassen 1 bis 4.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Allah, Koran, 99 Namen Gottes, Islam, Religionspädagogik, tawḥīd (Einheit Gottes) und die pädagogische Praxis in der Grundschule.
Wie unterscheiden sich die Klassenstufen 1-2 und 3-4 in der methodischen Umsetzung?
Während bei den Klassen 1-2 spielerische Ansätze und der Bezug zum eigenen Namen im Vordergrund stehen, wird bei den Klassen 3-4 eine stärkere Reflexion über den koranischen Text und die schriftliche Auseinandersetzung mit den Attributen gefordert.
Welche Bedeutung kommt der Basmala im Kontext der Arbeit zu?
Die Basmala dient als Ausgangspunkt der Arbeit, da sie für Muslime die wichtigste Formel zu Beginn jeder bedeutsamen Handlung darstellt und somit den Einstieg in die Thematik der Nennung Gottes bildet.
- Arbeit zitieren
- Nejla Tigli (Autor:in), 2018, Allah, der Gott im Koran. Eine Annäherung zu Eigenschaften Gottes und seinen Namen (Asmaul Husna in der Grundschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441924