Kreativität ist in unserer Gesellschaft oftmals verschult und an Erwartungshaltungen gebunden. Wie kann man seinen persönlichen Ausdruck finden, ohne sich dabei durch die Ansprüche Anderer beeinflussen zu lassen?
Mara Reder erforscht, wie Kreativität entsteht und wodurch sie gehemmt wird. Dabei lautet die zentrale Frage: Wie können wir unsere persönliche Kreativität fördern und im Sinne einer Selbstverwirklichung nutzen?
Die Autorin bezieht sich auf Experten aus den Bereichen der Psychologie, der Kunsttherapie, der Medizin und verschiedenen kreativen Feldern. Sie beleuchtet die Wirkung des kreativen Denkens und Handelns auf uns als Person und beschreibt, welche entscheidenden Vorgänge dabei in unserem Gehirn stattfinden. Was hemmt uns und wie werden wir (wieder) zu kreativen Wesen? Mara Reder hat die Antwort.
Aus dem Inhalt:
- Schule;
- Kunstunterricht;
- Kreativitätstechniken;
- Kunst;
- Default Mode Netzwerk
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist Kreativität
2.1 Die Primäre Kreativität
3 Warum kreativ sein?
4 Wie entsteht Kreativität?
4.1 Das Default Mode Netzwerk (DMN)
4.2 Inkubation
4.3 Tagträume
5 Was blockiert unsere Kreativität?
5.1 Schulen und andere Institutionen
5.2 Emotionale Blockaden
5.3 Urteile
5.4 Gewohnheiten
5.5 Wahrnehmungs- und Denkblockaden
6 Wie können wir unsere Kreativität fördern?
6.1 Das Spiel
6.2 Intrinsische Motivation
6.3 Die Technik und das Üben
6.4 Die Kraft der Grenzen
6.5 Das kreative Zusammenspiel
6.6 Unkonventionalität
6.7 Mangel und Not
6.8 Leere und Langeweile
7 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit erforscht die persönliche Kreativität als Mittel zur Selbstverwirklichung und untersucht, wie individuelles kreatives Potenzial entdeckt, gehemmt oder gefördert werden kann, um eine eigenständige Lebensgestaltung zu ermöglichen.
- Die neurobiologischen Grundlagen des kreativen Denkens (DMN).
- Die Funktion von Tagträumen als Quelle der Inspiration.
- Soziale und psychologische Faktoren, die Kreativität hemmen.
- Praktische Ansätze zur Förderung der persönlichen Kreativität.
- Die Rolle von intrinsischer Motivation und Spiel im schöpferischen Prozess.
Auszug aus dem Buch
4.3 Tagträume
Tagträume sind der Stoff, aus dem unsere Kreativität entsteht. (vgl. Ernst 2011: 63) Sie sind bildhaft erlebte, mit Träumen vergleichbare Phantasievorstellungen und Imaginationen, die im Wachzustand erlebt werden. Sie können entweder bewusst herbeigeführt werden und sind meist willentlich steuerbar, oder sie stellen sich durch Unaufmerksamkeit und nachlassende Konzentration von selbst ein. Die Aufmerksamkeit entfernt sich beim Tagträumen von äußeren Reizen und Einflüssen und wendet sich der Innenwelt zu. (vgl. Stangl 2017: o.S.) Bis zu 50 Prozent unserer Denkarbeit verbringen wir mit Tagträumen. (vgl. Döring/Mittelstraß 2017: 101)
Laut Sigmund Freud seien die Triebkräfte der Tagträume unsere unbefriedigten Wünsche. So wie das Spielen der Kinder vom Wünschen dirigiert werde, seien auch die Luftschlösser und Tagträume der Erwachsenen Wunschbilder, in denen eigensüchtige, selbsterhöhende und erotische Wünsche eine Ersatzbefriedigung fänden. (vgl. Ernst 2011: 16f.) Im Kern eines Tagtraumes wird fast immer eine Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit erkennbar: eine Frustration, eine Sehnsucht, ein Nicht-haben-können oder ein Verlangen nach Veränderung. Sie sind ein wichtiges Instrument emotionaler Selbstregulierung in Lebenssituationen, die wir momentan noch nicht verändern können und verschaffen uns Trost, Sicherheit, Hoffnung und Genuss. Wir distanzieren uns von der Außenwelt und erproben, idealisieren oder kompensieren, was uns in der Realität beschäftigt und werden dadurch erst realitätstüchtig. (vgl. ebd.: 22f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin legt ihr persönliches Interesse an der Entfaltung des eigenen kreativen Ausdrucks dar und formuliert die Leitfragen ihrer Bachelorarbeit.
2 Was ist Kreativität: Es wird geklärt, dass Kreativität ein individueller Prozess zur Selbstverwirklichung ist und nicht nur großen Genies vorbehalten bleibt.
3 Warum kreativ sein?: Dieses Kapitel beleuchtet den positiven Einfluss kreativen Gestaltens auf die seelische Gesundheit, das Selbstwertgefühl und die persönliche Entwicklung.
4 Wie entsteht Kreativität?: Der Fokus liegt auf der neurobiologischen Basis des kreativen Denkens, insbesondere der Rolle des Default Mode Netzwerks, der Inkubation und der Bedeutung von Tagträumen.
5 Was blockiert unsere Kreativität?: Hier werden gesellschaftliche, institutionelle und psychologische Barrieren analysiert, die den freien kreativen Ausdruck behindern.
6 Wie können wir unsere Kreativität fördern?: Das Kapitel stellt praktische Methoden und Geisteshaltungen vor, wie etwa das Spiel, die intrinsische Motivation und den Nutzen von Grenzen.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung von Mut und Selbstvertrauen bei der Entfaltung des persönlichen kreativen Potenzials.
Schlüsselwörter
Kreativität, Selbstverwirklichung, Primäre Kreativität, Default Mode Netzwerk, Tagträume, Inkubation, Intrinsische Motivation, Kreativitätsblockaden, Selbstausdruck, Gehirnforschung, Potenzialentfaltung, Kunsttherapie, Flow-Zustand, Achtsamkeit, Improvisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der persönlichen Kreativität als lebenslange Fähigkeit, die der Selbstverwirklichung dient.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die neurobiologischen Grundlagen, psychologische Hemmnisse sowie konkrete Strategien zur Förderung der eigenen schöpferischen Kraft.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ergründen, wie kreatives Denken entsteht, was den freien Ausdruck behindert und wie wir unsere Kreativität gezielt fördern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Erkenntnissen aus Psychologie, Neurowissenschaften, Kunsttherapie und Medizin.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Kreativitätsquellen, Hindernissen (Blockaden) und förderlichen Bedingungen wie Spiel und Muße.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind u.a. Primäre Kreativität, Default Mode Netzwerk, Selbstverwirklichung, intrinsische Motivation und Tagträume.
Warum spielt das "Default Mode Netzwerk" eine so wichtige Rolle?
Es fungiert als neuronale Basis für inspiriertes und schöpferisches Denken, da es uns ermöglicht, bei scheinbarem Nichtstun neue Gedankenverbindungen zu knüpfen.
Inwiefern können institutionelle Strukturen Kreativität hemmen?
Institutionen wie Schulen belohnen häufig Konformität und vorgefertigte Lösungen, was den individuellen Gestaltungswillen und das freie Experimentieren unterdrücken kann.
Was meint die Autorin mit dem "Weg vom Brauchen zum Dürfen"?
Dies beschreibt den Prozess, Kreativität nicht als Mittel zum Zweck (z.B. für Lob oder Leistung) zu nutzen, sondern als befreiende Ausdrucksform aus eigenem inneren Antrieb.
- Arbeit zitieren
- Mara Reder (Autor:in), 2018, Kreativität als Lebenseinstellung. Wie wir unser kreatives Potenzial entdecken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441952