Gespräche in der Agentur für Arbeit oder im Jobcenter sind meist mit persönlichen, sozialen und/ oder organisatorischen Veränderungen für den Kunden verbunden. In einem Beratungsgespräch zwischen Berater und Kunde werden, unter anderem, verschiedene Rollen, Verhaltensweisen und Wertschätzungen beider Interaktionspartner thematisiert. Dabei können die Kommunikationspartner individuelle Standpunkte zu bestimmten Ansichten vertreten. Aus diesen Prozessen kann sich für den Kunden eine natürliche Abwehrhaltung, in Form eines Konfliktes, gegenüber dem Berater entwickeln. Schließlich geht es bei dem Gespräch auch um die materielle und soziale Existenz der Kunden, weshalb sich diese leicht angegriffen fühlen können, sobald man in ihre persönlichen Rechte eingreift. Aus diesem Grund ist es bedeutsam, dass Berater über Kompetenzen verfügen, wie sie mit dem Gesprächspartner in Konfliktsituationen umgehen und deeskalierend wirken. Auch spielt in der Gesprächsführung vor allem Vertrauen, Offenheit und Kooperation mit dem Kunden eine große Rolle. Der Fokus für Berater sollte daraufgelegt werden, dass Veränderungsprozesse greifbar gemacht werden, damit die Kunden lernen mit diesen umzugehen. Eine deeskalierende Wirkung lässt aus entstandenen Konflikten Lernerfahrungen gewinnen und bedeutet daher ein Fortschritt für den Kunden und den Berater.
In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit den Ansätzen der Konfliktwissenschaftler Rosenberg und Thomas-Kilmann auseinandersetzen. Ziel dieser Arbeit ist es, die Konfliktstile nach Thomas-Kilmann und die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg darzustellen, sowie herauszuarbeiten, welche Konfliktstile mit dem Konzept von Rosenberg umgesetzt werden können und welche vermieden werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Begriffserklärung: Konflikt
2.2 Konfliktbewältigung
2.2.1 Die Kommunikationsstile nach Thomas - Kilmann
2.2.2 Die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
2.3 Vereinbarkeit der Konzepte
2.4 Kritik
2.5 Anwendung für Beratungsgespräche in der Agentur für Arbeit
3. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der professionellen Konfliktbewältigung im Kontext der Beratungstätigkeit auseinander. Ziel ist es, die Konfliktstile nach Thomas-Kilmann sowie die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg theoretisch darzustellen und deren praktische Anwendbarkeit und Vereinbarkeit für Beratungsgespräche in der Agentur für Arbeit zu evaluieren.
- Grundlegende Begriffsbestimmung von Konflikten
- Analyse der fünf Konfliktstile nach Thomas-Kilmann
- Vorstellung der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg
- Kritische Reflexion der theoretischen Konzepte
- Praktische Implementierung in Beratungssituationen
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Die Kommunikationsstile nach Thomas - Kilmann
Der Amerikaner Thomas - Kilmann hat Forschungen in Bezug auf das Verhalten von Menschen in Konfliktsituationen betrieben. Aus diesen Forschungen visualisierte er ein Modell über das Verhalten einer Person in Konfliktsituationen, welches systematisch beurteilt wird. Sein zweidimensionales Modell umfasst fünf verschiedene „conflict- handling modes“. Er klassifiziert jedes dieser einzelnen „conflict- handling modes“ entlang von zwei Dimensionen. Konfliktsituationen werden durch Thomas - Kilmann als Ereignisse bezeichnet, in denen zwei Kommunikationspartner unterschiedliche Ansichten vertreten und diese nicht miteinander vereinbaren können oder diese als unvereinbar erscheinen. In derartigen Situationen ordnet er das Verhalten einer Person diesen zwei Dimensionen zu:
1. Dimension Selbstbehauptung: Darunter versteht Thomas - Kilmann, dass die betroffene Person versucht die eigenen Interessen in den Vordergrund zu stellen und besondere Geltung zu verleihen.
2. Dimension kooperatives Verhalten: Kooperatives Verhalten bezeichnet Thomas - Kilmann durch eine Berücksichtigung der Interessen des Gesprächspartners. (vgl. Thomas, 1992)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft des Konfliktbegriffs und die Relevanz der Konfliktthematik im beratenden Umfeld der Agentur für Arbeit.
2. Hauptteil: Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung durch das Modell von Thomas-Kilmann sowie das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg, deren Vereinbarkeit und Kritik sowie die praktische Anwendung.
2.1 Begriffserklärung: Konflikt: Es werden verschiedene Definitionen und Komponenten von Konflikten dargelegt, wobei der Fokus auf interpersonellen Konflikten liegt.
2.2 Konfliktbewältigung: Dieses Kapitel führt in die Notwendigkeit von Kompetenzen zur Konfliktbewältigung ein und stellt die Relevanz einer differenzierten Betrachtung dar.
2.2.1 Die Kommunikationsstile nach Thomas - Kilmann: Hier wird das zweidimensionale Modell zur Systematisierung von Verhaltensweisen in Konfliktsituationen detailliert beschrieben.
2.2.2 Die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg: Vorstellung des Modells von Marshall B. Rosenberg, welches auf den vier Komponenten Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis und Bitte basiert.
2.3 Vereinbarkeit der Konzepte: Dieser Abschnitt analysiert die methodischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Ansätze und prüft deren Kombinierbarkeit.
2.4 Kritik: Kritische Auseinandersetzung mit den Grenzen beider Theorien, insbesondere hinsichtlich praktischer Anwendbarkeit und zeitlicher Ressourcen.
2.5 Anwendung für Beratungsgespräche in der Agentur für Arbeit: Transfer der theoretischen Modelle in den beruflichen Alltag von Beratungsfachkräften unter Berücksichtigung des BA-Handlungsprinzips.
3. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung der Bedeutung professioneller Konfliktkompetenz in der Beratung.
Schlüsselwörter
Konfliktbewältigung, Gewaltfreie Kommunikation, Thomas-Kilmann, Konfliktstile, Beratung, Agentur für Arbeit, Kommunikation, Kooperation, Selbstbehauptung, Konfliktpotenzial, Empathie, Bedürfnisorientierung, Deeskalation, Veränderungsprozesse, Beratungsgespräch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht verschiedene theoretische Ansätze zur Konfliktlösung und überträgt diese auf die praktische Arbeit in der Berufsberatung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Konflikttheorie, die Kommunikationsstile nach Thomas-Kilmann sowie die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Methoden zur deeskalierenden Kommunikation zu identifizieren, die Beratern helfen, Konflikte im Kundengespräch professionell und lösungsorientiert zu handhaben.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse und dem Vergleich wissenschaftlicher Modelle basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit vermittelt?
Der Hauptteil bietet eine detaillierte Erläuterung der Modelle, eine kritische Prüfung ihrer Stärken und Schwächen sowie konkrete Handlungsempfehlungen für den Beratungsalltag.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Konfliktbewältigung, Gewaltfreie Kommunikation, Kooperation, Selbstbehauptung und bedürfnisorientierte Beratung.
Warum ist die Anwendung der Gewaltfreien Kommunikation für Berater herausfordernd?
Die Anwendung erfordert viel Zeit, persönliche Entwicklung und die Bereitschaft, Bedürfnisse wertungsfrei zu äußern, was im stressigen Beratungsalltag eine hohe Anforderung darstellt.
Wie unterscheiden sich die Modelle von Thomas-Kilmann und Rosenberg in der Praxis?
Während Thomas-Kilmann ein systematisches Modell zur Klassifizierung von Verhalten liefert, bietet Rosenberg mit seinen vier Komponenten einen konkreten Leitfaden für die empathische Gesprächsführung.
- Arbeit zitieren
- Sarah Maria Held (Autor:in), 2017, Konflikte und Konfliktlösung. Konfliktbewältigung nach Thomas-Kilmann und Rosenberg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441955