In Deutschland leben etwa 10,2 Millionen Menschen mit einer Behinderung. Sie nehmen damit 13 Prozent der Gesamtbevölkerung ein. Trotz zahlreicher Integrationsprojekte befinden sich Menschen mit Behinderung, vor allem auf dem Arbeitsmarkt, weiterhin am Rand der Gesellschaft.
Nur einige Großunternehmen erfüllen im Rahmen des Diversity Managements bereits die gesetzliche Pflicht, Menschen mit Behinderung einzugliedern. Vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist die Inklusion aber derzeit nur selten ein Thema.
Welche Hindernisse stehen im Weg? Welche Vorurteile und Probleme herrschen bei den Unternehmen vor? Und welche Entwicklung hat die Thematik bisher erlebt? Diese Publikation analysiert die Hintergründe der Inklusion in Deutschland und entwickelt wirksame Handlungsansätze für die Zukunft.
Aus dem Inhalt:
- Behindertengleichstellungsgesetz;
- Bundesteilhabegesetz;
- UN-Behindertenrechtskonvention;
- Integration;
- Teilhabe
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau und Methodik der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Diversity und Diversity Management
2.2 Menschen mit Behinderung
2.3 Inklusion von Menschen mit Behinderung in Unternehmen
3 Empirischer Teil
3.1 Methodisches Vorgehen
3.2 Ergebnisdarstellung
3.3 Deutung und Diskussion der Ergebnisse
4 Handlungsempfehlungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Inklusion von Menschen mit Schwerbehinderung im Unternehmensalltag, um Hindernisse für eine erfolgreiche Eingliederung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland zu identifizieren und Lösungsansätze zu entwickeln.
- Herausforderungen und Vorurteile gegenüber Inklusion in KMU
- Bedeutung von Diversity Management für die Mitarbeitervielfalt
- Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen (AGG, SGB IX, BTHG)
- Rolle von Netzwerken und Unterstützungsangeboten für Unternehmen
- Erkenntnisse aus Experteninterviews mit Unternehmensvertretern
Auszug aus dem Buch
2.3.3.5 Best Practice-Beispiel: Ausgelagerte Arbeitsplätze bei Hansa-Flex
Ein positives Beispiel für ausgelagerte Arbeitsplätze und die Vergabe von Praktika weist das Unternehmen Hansa-Flex am Standort Weixdorf bei Dresden auf. Hansa-Flex ist ein Systemanbieter für Hydraulik und Fluidtechnik und zählt insgesamt 422 Niederlassungen, davon 191 in Deutschland (HANSA-FLEX AG, 2007). Der Standort Weixdorf steht seit zehn Jahren in Kooperation mit dem sächsischen Epilepsiezentrum „Kleinwachau“ und dessen Werkstätten. Die ausgelagerten Arbeitsplätze sind aus dem Grund entstanden, da vorher Aufträge an die „Kleinwachauer Werkstätten“ erteilt wurden und diese jedoch zu hohe Fehlerquoten aufwiesen. Im Gespräch mit der Inklusionsbeauftragten wurde anschließend der Versuch gestartet, Menschen mit Behinderung in das Unternehmen zu inkludieren und somit eine bessere Kontrolle über Arbeitsschritte zu besitzen. Das Projekt „Schritt für Schritt“ ist gelungen, denn zurzeit arbeiten drei schwerbehinderte Menschen auf ausgelagerten Arbeitsplätzen in der Abteilung Warenausgang.
Der Leiter des Warenausgangs, welcher auch die Personen aus „Kleinwachau“ betreut, bestätigt, dass die Zusammenarbeit am Anfang nicht immer einfach war, da man sich aufeinander einstellen und Arbeitsschritte anders erklären musste. Jedoch ist er mit seinen jetzigen Arbeitnehmern äußerst zufrieden. Ein Arbeitnehmer, Johannes Schneider, ist bereits seit sieben Jahren bei Hansa-Flex tätig und mit seinen Tätigkeiten sehr zufrieden. Diese Zufriedenheit beruht auf Gegenseitigkeit, bestätigt der Abteilungsleiter Herr Lehmann. Die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung ist individuell sehr unterschiedlich und kann zu positiven, wie negativen Folgen führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas Inklusion von Menschen mit Schwerbehinderung in Unternehmen sowie Definition von Forschungsfrage und methodischem Vorgehen.
2 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Konzepte Diversity Management und Inklusion sowie Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Arbeitsmarktsituation für Menschen mit Behinderung.
3 Empirischer Teil: Durchführung einer qualitativen Inhaltsanalyse mittels Experteninterviews, um Denkansätze und Barrieren in Unternehmen bei der Inklusion zu untersuchen.
4 Handlungsempfehlungen: Ableitung von Maßnahmen zur Verbesserung der Inklusionspraxis in KMU, insbesondere durch digitale Plattformen und einheitliche Zertifizierungskonzepte.
Schlüsselwörter
Inklusion, Schwerbehinderung, KMU, Diversity Management, Arbeitsmarkt, Eingliederung, Diskriminierung, Ausgleichsabgabe, Werkstätten, Arbeitsplatzgestaltung, Unternehmenskultur, Barrierefreiheit, Fachkräftemangel, Experteninterview, Sozialgesetzbuch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Bachelorarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Inklusion von Menschen mit Schwerbehinderung in Unternehmen, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), und analysiert die dabei auftretenden Herausforderungen und Barrieren.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Zentrale Themen sind Diversity Management, rechtliche Grundlagen wie das SGB IX, die Situation von Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt sowie Ansätze für eine gelungene Integration.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, die Rolle der Inklusion im Unternehmensalltag zu analysieren und zu klären, welche Hindernisse die Hauptursache für eine mangelnde Inklusion in deutschen KMU darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die empirische Forschung angewandt?
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring auf Basis von Experteninterviews mit Vertretern aus verschiedenen Unternehmen.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, wie Definitionen und Gesetzeslage, sowie den empirischen Teil, der die Auswertung von Interviews mit Unternehmensvertretern zu praktischen Erfahrungen umfasst.
Wie lässt sich die Arbeit durch Schlüsselbegriffe charakterisieren?
Die wichtigsten Schlagworte sind Inklusion, Schwerbehinderung, KMU, Diversity Management, Inklusionsklima, Arbeitsplatzausstattung und Ausgleichsabgabe.
Welche Rolle spielen "ausgelagerte Arbeitsplätze" in der Untersuchung?
Sie dienen als Brücke zwischen Werkstätten und dem allgemeinen Arbeitsmarkt, wobei die Studie am Beispiel von Hansa-Flex deren Chancen für die praktische Inklusion aufzeigt.
Inwiefern beeinflusst die Unternehmenskultur die Inklusionsbereitschaft?
Die Arbeit zeigt, dass eine offene und wertschätzende Unternehmenskultur, geprägt durch die Vorgesetzten, ein wesentlicher Faktor für eine gelungene Inklusion ist, da sie Ängste abbaut und Engagement fördert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Inklusionslücke in Deutschland? Eingliederung von Menschen mit Behinderung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441970