Obwohl der weitverbreitete Begriff „Basic Needs“ in viele Wissenschaftsbereiche involviert ist, findet
dessen Analyse in dieser Arbeit im Bereich der Entwicklungssoziologie statt. Diese Einschränkung
minimiert das Spektrum schon beträchtlich und erleichtert eine klare Abgrenzung des Themas. Im
weiteren bezieht sich der Begriff „Basic Needs“ in dieser Arbeit auf die „Human Needs“, d.h. auf die
menschlichen Bedürfnisse. Die Begriffe „Basic Needs“ (=Grundbedürfnisse), „Bedürfnisse“, „elementare Bedürfnisse“,
und „menschliche Bedürfnisse“ werden in dieser Arbeit alle gleichgestellt behandelt.
Der Begriff „Basic Needs“ wird in Konzepten der Basic Needs-Befriedigung gebraucht, die
ihr Aufleben in den Anfängen der 70er Jahren feierten. Dort tauchte der Begriff „Basic Needs“ zum
ersten Mal im Prinzip des Grundbedürfnisansatzes, welches das Ziel der Basic Needs-
Befriedigung verfolgt, auf. Der Aufbau der Arbeit soll dem Leser die Kontextualisierung des Begriffes zuerst erläutern,
bevor auf den eigentlichen Begriff „Basic Needs“ eingegangen wird. Einige Gliederungsversuche
innerhalb des Begriffes selbst und ein kurzer Abriss genereller Schwierigkeiten der Basic Needs-
Befriedigungen gehen dem Fallbeispiel Nigerias voraus, welches dann zum Schluss der Arbeit den
Begriff „Basic Needs“ in der Praxis veranschaulichen möchte. Mit diesem abschliessenden Fallbeispiel möchte gezeigt werden, dass Praxis und Theorie -wie immer- zwei himmelweite Unterschiede sind und dass sich ausgeklügelte Theorien nicht immer
mühelos auf die Realität übertragen lassen können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die momentane Situation in den Entwicklungsländern
Kontextualisierung des Begriffs „Basic Needs“: Die Geschichte des Entwicklungskonzepts
Der Begriff „Basic Needs“
Verschiedene Theorien und unterschiedliche Gliederungsversuche innerhalb der Basic Needs
Weltweites Dilemma: Probleme bei der Basic Needs-Befriedigung
Basic Needs in Nigeria - ein Fallbeispiel
Nigerias (wirtschaftliche) Vorgeschichte
Genauere Analyse der Basic Needs-Sektoren in Nigeria
Eine mögliche Basic Needs-Strategie für Nigeria
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, den Begriff „Basic Needs“ (menschliche Grundbedürfnisse) theoretisch einzuordnen und seine problematische praktische Anwendung im Kontext der Entwicklungssoziologie kritisch zu analysieren. Dabei wird untersucht, inwieweit theoretische Konzepte der Bedürfnisbefriedigung auf die reale Situation in Entwicklungsländern, insbesondere am Fallbeispiel Nigeria, übertragen werden können.
- Historische Kontextualisierung des Begriffs „Basic Needs“ in der Entwicklungshilfe.
- Gegenüberstellung verschiedener theoretischer Gliederungsmodelle menschlicher Bedürfnisse.
- Analyse der Problematik bei der praktischen Umsetzung von Basic-Needs-Strategien.
- Fallstudie zur sozioökonomischen Situation Nigerias und dessen Basic-Needs-Sektoren.
- Diskussion von Lösungsstrategien zur Verbesserung der Bedürfnisbefriedigung.
Auszug aus dem Buch
Die momentane Situation in den Entwicklungsländern
In vielen Büchern steht geschrieben, dass sich in der Dritten Welt eine grauenhafte menschliche Tragödie ereignet, welche durch Armut und Hunger charakterisiert ist. Gemäss einer Studie des Jahres 1976 waren zu diesem Zeitpunkt 300 Millionen Menschen der Dritten Welt ohne Arbeit, eine halbe Million schwer unterernährt und mehr als eine Milliarde lebten in grösster Armut.
Wie in vielen Berichten der letzten Jahrzehnten nachzulesen ist, möchte man die Situation bis zum Jahr 2000 verändert haben. Roger Darling hat im „International Development Forum“ unter dem Titel „The Return to Valid Development Principals“ geschrieben, dass „bis zum Ende des Jahrhunderts die schlimmsten Aspekte der Weltarmut behoben sein könnten“ ( Trappe, 108).
Momentan leben wir im Jahre 2000 und können die Lage als nicht sonderlich verändert bezeichnen. Es wurde immer wieder festgestellt, dass das durchschnittliche Einkommen in vielen Dritt Weltländern seit Mitte der 70er Jahren stagnierend oder sogar rückläufig ist, was in einer Zunahme der Armut resultiert.
Viele Entwicklungsländer haben sich bis heute nicht von der Schuldenkrise erholen können, in welche sie wegen den weltwirtschaftlichen Turbulenzen stürzten.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der „Basic Needs“ ein, grenzt den Untersuchungsbereich auf menschliche Bedürfnisse ein und skizziert den Aufbau der Arbeit.
Die momentane Situation in den Entwicklungsländern: Es wird der triste Zustand der Armut in der Dritten Welt beschrieben und dargelegt, dass sich die Lage trotz verschiedener Prognosen bis zum Jahr 2000 kaum verbessert hat.
Kontextualisierung des Begriffs „Basic Needs“: Die Geschichte des Entwicklungskonzepts: Hier wird der strategische Wandel der Entwicklungshilfe von der Wachstumsstrategie über die direkte Armutsbekämpfung bis hin zur Strukturanpassung historisch nachgezeichnet.
Der Begriff „Basic Needs“: Dieses Kapitel befasst sich mit verschiedenen Definitionen von Bedürfnissen und diskutiert die Schwierigkeiten bei deren Messung und kulturellen Übertragbarkeit.
Verschiedene Theorien und unterschiedliche Gliederungsversuche innerhalb der Basic Needs: Es werden verschiedene theoretische Konzepte zur Kategorisierung von Bedürfnissen vorgestellt, darunter insbesondere die Bedürfnispyramide nach Maslow.
Weltweites Dilemma: Probleme bei der Basic Needs-Befriedigung: Dieses Kapitel analysiert die komplexen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Bedürfnissen und die Hindernisse bei der Umsetzung von Strategien in die Praxis.
Basic Needs in Nigeria - ein Fallbeispiel: Anhand des Beispiels Nigeria wird illustriert, wie wirtschaftliches Wachstum trotz vorhandener Ölressourcen nicht automatisch zur Befriedigung der Grundbedürfnisse führt.
Nigerias (wirtschaftliche) Vorgeschichte: Es wird der historische und ökonomische Hintergrund Nigerias als heterogenes Land, das stark vom Ölexport abhängig ist, beleuchtet.
Genauere Analyse der Basic Needs-Sektoren in Nigeria: Hier werden spezifische Sektoren wie Gesundheit, Ernährung, Wasserversorgung und Bildung in Nigeria detailliert auf ihren Erfüllungsgrad hin untersucht.
Eine mögliche Basic Needs-Strategie für Nigeria: Das Kapitel schlägt konkrete Ansätze vor, wie durch die Förderung des Landwirtschaftsektors und gezielte Bildungsinvestitionen die Situation der Bevölkerung verbessert werden könnte.
Schlüsselwörter
Basic Needs, Grundbedürfnisse, Entwicklungssoziologie, Armutsbekämpfung, Strukturanpassung, Nigeria, Humankapitalansatz, Bedürfnispyramide, Nahrungsmittelversorgung, Gesundheitswesen, Bildung, Entwicklungspolitik, Wirtschaftswachstum, Soziale Indikatoren, Bedürfnisattribute.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der menschlichen Grundbedürfnisse („Basic Needs“) innerhalb der Entwicklungssoziologie, definiert den Begriff und analysiert kritisch dessen praktische Anwendung in Entwicklungsländern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die historische Einbettung von Entwicklungskonzepten, theoretische Modelle zur Kategorisierung von Bedürfnissen, die Problematik der praktischen Umsetzung dieser Konzepte sowie eine Fallstudie zu Nigeria.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass theoretische „Basic Needs“-Konzepte nicht mühelos auf die komplexe Realität in Entwicklungsländern übertragbar sind und dass für eine erfolgreiche Armutsbekämpfung mehr als nur wirtschaftliches Wachstum notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Konzepte sowie eine empirische Fallstudie zu Nigeria, um die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung von Hilfsstrategien, bietet eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Definitionen und Gliederungsmodellen von Bedürfnissen und analysiert die spezifischen Sektoren Gesundheit, Ernährung und Bildung im Fallbeispiel Nigeria.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Basic Needs, Entwicklungssoziologie, Armutsbekämpfung, Nigeria und verschiedene theoretische Ansätze wie der Humankapitalansatz oder die Bedürfnishierarchie nach Maslow.
Warum ist Nigeria ein geeignetes Fallbeispiel für die Arbeit?
Nigeria eignet sich besonders gut, da es trotz eines durch Ölexporte hohen Bruttosozialprodukts in den 70er Jahren massive Mängel bei der Befriedigung elementarer Bedürfnisse aufweist, was die zentrale These der Arbeit stützt.
Welche Rolle spielen Frauen in der vorgeschlagenen Strategie für Nigeria?
Der Autor argumentiert, dass die Bildung von Frauen eine zentrale Rolle spielt, da sie aufgrund ihrer Rolle im Haushalt einen direkten positiven Effekt auf die Verbesserung der Gesundheits- und Ernährungsstandards der Familie hat.
- Citation du texte
- Isabelle Fol (Auteur), 2001, Basic Needs - Menschliche Grundbedürfnisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44205