Wirtschafts- und Unternehemensethik (Zusammenfassung)


Vorlesungsmitschrift, 2018
10 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

!Ethik-Begriff!

- Beschäftigt sich mit moralischen Bewertung von wirtschaftlichen Systemen und sucht nach Möglichkeiten für gesellschaftliche Kooperationsziele

- Wird unterteilt in:

1) Handlungsperspektive

- Unterscheidet zwischen den tatsächlichen Handlungen, den gesellschaftlich akzeptierten (und damit geforderten) Handlungen und der Reflexion der tatsächlichen, geforderten Handlungen
- Beispiel: „Du darfst nicht stehlen.“
- Kurz gesagt: Normen, die die Gesellschaft fordert vs. tatsächliche Handlungen

2) Normperspektive

- Unterscheidet zwischen individuell/persönlichen Normen, gesellschaftlichen Normen und externen/sanktionierten Normen

!Abgrenzung zu anderen Begrifflichkeiten!

- Moral:

- Summe aller gesellschaftlichen Einstellungen
- Normen über menschliches Verhalten (ändern sich mit der Zeit)
- Normen die von Mehrheit der Gesellschaft akzeptiert werden

- Norm:

- gesellschaftliche Verhaltensvorgaben
- dienen Konfliktlösung und geben Orientierung

- Moralische Normen = haben wertenden Charakter

- Gesetzliche Normen = kann man sanktionieren und dienen der Sicherung

Unterscheidung der Begriffe

- Moral vs. Norm
- Moralische vs. gesetzliche Norm
- Praxis vs. Ethos
- Mögliche Klausurfrage: Unterschied zwischen Moral und Ethik herausstellen à Moral ist von Menschen geschaffen, deshalb oft von Willkür und Fehlern geprägt. Um es greifbar zu machen, wurde Ethik als praktische Philosophie geschaffen (ermöglicht friedlichen Zusammenleben und Selbstreflexion).

Analyseebenen der Ethik:

- Meta-Ethik

- Um Normen zu reflektieren, unter Zielannahme der Erkenntnisse der anderen ethischen Disziplinen

- Normative Ethik (wichtig für Wirtschaftspolitik

- Auseinandersetzung mit moralischen Grundsätzen; Bsp. Contergan/ versuchter See / Was sollen wir tun und warum?

- Deskriptive Ethik (Beschreibung und Erklärung bestehender moralischer Regelsysteme)

Tugendethik (Frage nach dem Guten)

- Charakter als Bewertungskriterium, da Handlungsergebnisse und Folgen oftmals dem Zufall ausgesetzt sind (keine vollständige Kontrolle durch Person)

- Ziel ist es, das Gute selbst zu erstreben (Handlungen als Mittel, um Ziel zu erreichen)

- Tugend z.B. Fairness, Ehrlichkeit

- Tugend in Wirtschaft: z.B. Nachhaltigkeit, Fortschrittlichkeit

- Vorteile:

- Personenorientiert (Fokus auf persönliche Verantwortung)
- Rollenübergreifend (nicht nur zu Hause, sondern auch auf der Arbeit)

- Nachteile:

- Keine Betrachtung der heutigen Komplexität
- Wie definiert sich Tugend?
- Man kann nicht immer tugendhaft sein

Gesinnungsethik

- „was man nicht will, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu“
- Wille: Nur das als moralisch bewertet, was durch Person beeinflusst werden kann
- Handlung: Folgen einer Handlung meist von äußeren Einflüssen abhängig (Person kann nicht vollständig verantwortlich gemacht werden)
- Jemand der überzeugt ist, das Richtige zu tun, handelt moralisch!

Folgenethik und Utilitismus

- 4 Grundprinzipien:

1. Konsequenzprinzip: ob etwas gut / schlecht ist, wird an Konsequenzen beurteilt
2. Utilitätsprinzip: Folgen einer Handlung dann gut, wenn sie im Vergleich zu Folgen einer alternativen Handlung, den Nutzen erhöht
3. Hedonismusprinzip: Leben der Menschen verbessert sich dann, wenn sie bekommen, was sie wollen (z.B. Glück, Zufriedenheit)
4. Allgemeinheitsprinzip: Leben der gesamten Gesellschaft soll verbessert werden

- Kritik:

- Nicht eindeutig, was glücklich macht / Leben verbessert
- Welche Handlungen verbessern Leben wirklich?

!Vertragstheorien (Vertrag mit Gesellschaft)!

- Grundposition: (Thomas Hobbes) „Mensch ist von Natur aus Böse.“

- Gedankenexperiment: Gesellschaft ohne Staat
- Sichern des Überlebens auf Kosten anderer: „Krieg aller gegen alle“
- Lösung: ein Souverän, der kontrolliert / sanktioniert

- Gegenposition: (Jean Jacques Rousseau) „Mensch ist von Natur aus Gut.“

- Mensch ist frei und nur seinem eigenen Willen verpflichtet

!John Rawls: Schleier des Nichtwissens (besteht aus 2 Prinzipien)!

1. Freiheitsprinzip

- Grundbedürfnis = Freiheit

- Freiheit der anderen darf nicht beeinträchtigt werden

2. Differenzprinzip

- Legt fest, unter welchen Bedingungen Ungleichheit zugelassen werden darf

!Karl Marx: Kritik an Kapitalismus!

- Gesellschaft wird durch Fortschritt der materiellen Produktionstechnik bestimmt

- Schere zwischen Arm und Reich durch Kapitalismus immer größer

- Nur durch Revolution der Arbeiterklasse aufzuhalten

!Modellierung in der Spieltheorie – Beispiel: Gefangenen-Dilemma!

Schritt 1: Aufgaben für die Wirtschaftsethik

1. Gefangenen-Dilemmata in der realen (Wirtschafts-)Welt identifizieren
2. Entscheiden, welcher Zielzustand gesellschaftlich wünschenswert ist
3. Maßnahmen ableiten, die gewünschten Zielzustand ermöglichen

Schritt 2: Möglichkeiten zur Veränderung des menschlichen Verhaltens

1. Beeinflussung der Wünsche der Akteure
2. Gegebenen Beschränkungen (Restriktionen) so verändern, dass Akteure im Gefangenen-Dilemma, die für die Gesellschaft optimalen Handlungsalternativen wählen müssen

Zusammenfassung:

- Gibt nicht DEN ethischen Ansatz zur Analyse von Gegebenheiten / Ableitung von Regeln
- Ethische Theorien als Hilfe des praktischen Handelns

In Bezug auf Ressourcen-Nutzung ist wichtig:

Allokationsmodell

- Wenn man etwas besser kann, als jemand anderes, bekommt man mehr Geld (wird man höher entlohnt)

Allokative Effizienz

- Einsatz von Ressourcen, dass sie den höchsten Nutzen für Gesellschaft zu stiften

Pareto Effizienz

- Erhöhung des Nutzens aller Menschen, dass er nicht mehr gesteigert werden kann, ohne dass sich Nutzen anderer Menschen verringert

Pareto-Prinzip

- Menschen tauschen über Märkte Güter / Leistungen bis niemand Nutzen erhöhen kann

!Wettbewerbsfunktionen!

Statische Wettbewerbsfunktionen

1. Steuerungsfunktion (Basis wirtschaftl. Handels)

- Mind. 2 Marktteilnehmer auf Angebots- / Nachfrageseite rivalisieren miteinander
- Wettbewerb zwingt Unternehmen das Angebot entsprechend den Wünschen, Bedürfnissen der Konsumenten bereitzustellen

2. Anreizfunktion

- Motivation Leistung zu erbringen = Entlohnung bei Erfolg (Grundvoraussetzung für Produktivität)

3. Sanktionsfunktion (kosteneffizient arbeiten)

- Langfristig können sich nur Unternehmen am Markt halten, die Ressourcen effizient einsetzen und sich an Marktvorgaben orientieren

- Wettbewerb bewirkt niedrige Preise bei hoher Qualität

4. Verteilungsfunktion

- Wettbewerb führt zur marktgerechten Entlohnung
- Wettbewerb gewährleistet Motivation und Leistung zu erbringen

5. Freiheitsfunktion

- Gibt Entfaltungsspielraum für Unternehmen durch Wettbewerb
- Unternehmen: Möglichkeit zur eigenverantwortlichen Disposition der Entscheidungsparameter
- Arbeitnehmer: Möglichkeit, Arbeitsplatz frei auszusuchen
- Verbraucher: Können zwischen vielen Angeboten wählen, die Markt bietet

Dynamische Wettbewerbsfunktionen (dient Innovation / Entwicklung)

6. Innovationsfunktion

- Erwartung überdurchschnittlicher Entlohnung durch Markt aufgrund Innovationen (z.B. Apple)

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Wirtschafts- und Unternehemensethik (Zusammenfassung)
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Aachen
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V442096
ISBN (eBook)
9783668804104
ISBN (Buch)
9783668804111
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Zusammenfassung diente als Vorbereitung auf die Klausur im Fach Unternehmensethik an der FOM. Standort war hier Aachen.
Schlagworte
Ethik, Zusammenfassung, Wirtschaft, Unternehmensethik, Mitschrift
Arbeit zitieren
Yannick Thiemicke (Autor), 2018, Wirtschafts- und Unternehemensethik (Zusammenfassung), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442096

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