Corporate Social Responsibility (CSR) Research in Accounting

Review of the Recent Literature


Masterarbeit, 2018
82 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Corporate Social Responsibility, Nachhaltigkeit und verwandte Begriffe
2.2 CSR-Berichterstattung
2.3 Wichtige Institutionen, Standards und Rahmenwerke
2.4 CSR-Berichterstattung im Zeitverlauf
2.5 Gesetzliche Regelungen

3. Methodische Vorgehensweise
3.1 Der Einfluss subjektiver Entscheidungen
3.2 Identifikation der potentiell relevanten Literatur
3.3 Identifikation und Abgrenzung der im Literaturüberblick berücksichtigten Forschungsarbeiten
3.4 Auswertung der im Literaturüberblick berücksichtigten Forschungsarbeiten

4. Datenbasis und bibliometrische Analyse
4.1 Deskriptiver Überblick über die identifizierten potentiell relevanten Forschungsarbeiten
4.2 Deskriptiver Überblick über die in dieser Arbeit berücksichtigten Forschungsarbeiten und Coding Sheet

5. Forschungserkenntnisse zur CSR-Berichterstattung
5.1 Determinanten der CSR-Berichterstattung
5.1.1 Regionale und institutionelle Determinanten der CSR-Berichterstattung
5.1.2 Inhaltliche Determinanten der CSR-Berichterstattung
5.1.2.1 Inhaltliche Bestandteile als Determinanten der CSR-Berichterstattung
5.1.2.2 Legitimationsstrategien als Determinanten der CSR-Berichterstattung
5.1.2.3 Stakeholderbedürfnisse als Determinanten der CSR-Berichterstattung
5.1.2.4 Determinanten der CSR-Berichterstattung von Familienunternehmen
5.1.2.5 Die Prüfung von CSR-Berichten als Determinante der CSR-Berichterstattung
5.1.2.6 Die Seitenzahl eines CSR-Berichts als Determinante der CSR-Berichterstattung
5.1.2.7 Determinanten der Offenlegungs-Entscheidung
5.1.2.8 Kanäle und Erstellungsprozess der CSR-Berichterstattung
5.1.3 Unternehmensspezifische Determinanten der CSR-Berichterstattung
5.1.3.1 Branchenzugehörigkeit als Determinante der CSR-Berichterstattung
5.1.3.2 Stakeholder als Determinante der CSR-Berichterstattung
5.1.3.3 Corporate Governance als Determinante der CSR-Berichterstattung
5.1.3.4 Die Unternehmensgröße als Determinante der CSR-Berichterstattung
5.1.3.5 Finanzierungsbedarf als Determinante der CSR-Berichterstattung
5.1.3.6 CSR-Performance als Determinante der CSR-Berichterstattung
5.1.3.7 Die Profitabilität eines Unternehmens als Determinante der CSR-Berichterstattung
5.1.3.8 Weitere unternehmensspezifische Determinanten der CSR-Berichterstattung
5.2 Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung
5.2.1 Interner Nutzen und interne Verwendung der CSR-Berichterstattung
5.2.2 Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung auf den Unternehmenswert
5.2.3 Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung auf Finanzanalysten
5.2.4 Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung auf Privatanleger
5.2.5 Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung auf die Eigenkapitalkosten
5.2.6 Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung auf Investoren
5.2.7 Weitere Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung
5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.3.1 Zusammenfassung der regionalen Determinanten der CSR-Berichterstattung
5.3.2 Zusammenfassung der inhaltlichen Determinanten der CSR-Berichterstattung
5.3.3 Zusammenfassung der unternehmensspezifischen Determinanten der CSR-Berichterstattung
5.3.4 Zusammenfassung der Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung

6. Fazit und Ausblick

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Corporate Social Responsibility“ (CSR) bedeutet wörtlich übersetzt „soziale Unternehmensverantwortung“. Die Berichterstattung dieser sozialen Unternehmensverantwortung hat in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen.[1] Diese Entwicklung zeigt sich insbesondere in der Zunahme des öffentlichen Interesses an der gesellschaftlichen Rolle von Unternehmen. Themen wie Umweltverschmutzung, Ressourcenverschwendung, Produktqualität und Produktsicherheit oder Arbeitnehmerrechte rücken immer mehr in den Fokus.[2] Auch die Nachfrage nach nachhaltig produzierten und fair gehandelten Produkten wächst.[3]

Die Unternehmen reagieren auf diese Entwicklung mit der Veröffentlichung von CSR-Berichten. Diese sollen ein umfassendes und ausgewogenes Bild der CSR-Performance eines Unternehmens bieten.[4] Die Unternehmen investieren dabei viel Zeit und Geld, was sie mit der Generierung von moralischem Kapital rechtfertigen.[5] Diese Herangehensweise legt allerdings auch die Vermutung nahe, dass Unternehmen möglicherweise nur deshalb gemeinnützig agieren, um darüber anschließend berichten zu können oder um die insgesamte öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens zu verstärken.[6]

Darüber hinaus befinden sich Unternehmen inmitten von politischen, ökonomischen und sozialen Institutionen, die ihr Handeln beeinflussen.[7] Im Rahmen der CSR-Berichterstattung informieren Unternehmen nicht nur ihre Inhaber und Anteilseigner (engl.: „Shareholder“), sondern auch andere Interessengruppen (engl.: „Stakeholder“), beispielsweise Investoren, die nachhaltige Anlagestrategien verfolgen, mit relevanten Informationen, die regelmäßig im Rahmen der Finanzberichterstattung nicht offengelegt werden.[8]

In den letzten Jahren ist auch die Anzahl der Forschungsarbeiten, die sich mit der CSR-Berichterstattung beschäftigen, deutlich angestiegen.[9] Denn die steigende Anzahl an veröffentlichten CSR-Berichten hat auch in der Wissenschaft Fragen aufgeworfen.[10] Viele dieser Fragen untersucht die vorliegende Arbeit im Rahmen eines Literaturüberblicks. Das Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über die Ergebnisse von Forschungsarbeiten zu liefern, die sich in den vergangenen Jahren mit den Einflussfaktoren und den Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung auseinandergesetzt haben. Zu diesem Zweck untersucht die Arbeit die folgenden Forschungsfragen:

Forschungsfrage 1: In welchen der untersuchten wissenschaftlichen Zeitschriften werden die für das Forschungsgebiet der „CSR-Berichterstattung“ potentiell relevanten Forschungsarbeiten hauptsächlich veröffentlicht und wie hat sich die Anzahl der in den untersuchten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichten, potentiell relevanten Forschungsarbeiten im Forschungsgebiet „CSR-Berichterstattung“ im Zeitraum 2005 bis 2017 entwickelt?

Forschungsfrage 2: Welchen kategorialen Fokus haben die in im Coding Sheet berücksichtigten Forschungsarbeiten, welche Forschungsmethoden wenden die im Coding Sheet berücksichtigten Forschungsarbeiten an, welche Regionen untersuchen die im Coding Sheet berücksichtigten Forschungsarbeiten, wie oft wurden die einzelnen im Coding Sheet berücksichtigten Forschungsarbeiten von anderen literarischen Werken insgesamt zitiert und wie zitieren die im Coding Sheet berücksichtigten Forschungsarbeiten sich untereinander?

Forschungsfrage 3: Welche regionalen Determinanten der CSR-Berichterstattung werden in der berücksichtigten wissenschaftlichen Literatur untersucht und wie beeinflussen diese Determinanten die CSR-Berichterstattung?

Forschungsfrage 4: Welche inhaltlichen Determinanten der CSR-Berichterstattung werden in der berücksichtigten wissenschaftlichen Literatur untersucht und wie beeinflussen diese Determinanten die CSR-Berichterstattung?

Forschungsfrage 5: Welche unternehmensspezifischen Determinanten der CSR-Berichterstattung werden in der berücksichtigten wissenschaftlichen Literatur untersucht und wie beeinflussen diese Determinanten die CSR-Berichterstattung?

Forschungsfrage 6: Welche Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung werden in der berücksichtigten wissenschaftlichen Literatur untersucht und wie beeinflusst die CSR-Berichterstattung diese Folgewirkungen?

Im weiteren Verlauf der Arbeit werden zunächst in Kapitel 2 die theoretischen Grundlagen der CSR-Berichterstattung erläutert. Anschließend wird in Kapitel 3 die methodische Vorgehensweise bei der Literaturrecherche und bei der Auswertung der berücksichtigten Literatur beschrieben. In Kapitel 4 erfolgt ein deskriptiver Überblick über die Datenbasis. Außerdem werden in Kapitel 4 die Forschungsfragen 1 und 2 beantwortet. Kapitel 4 enthält zudem das Coding Sheet. Kapitel 5 fasst die Forschungserkenntnisse der berücksichtigten Forschungsarbeiten zusammen. Hierbei wird zwischen Determinanten und Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung differenziert. In Kapitel 5 werden zudem die Forschungsfragen 3 bis 6 beantwortet. Kapitel 6 enthält abschließend ein kurzes Fazit und einen Ausblick auf die potentielle zukünftige wissenschaftliche Forschung im Bereich CSR-Berichterstattung.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Corporate Social Responsibility, Nachhaltigkeit und verwandte Begriffe

In der wissenschaftlichen Literatur gibt es keine einheitliche Definition des Begriffs „Corporate Social Responsibility“ (CSR).[11] Jedoch analysiert Dahlsrud die 37 häufigsten Begriffsdefinitionen. Er identifiziert die fünf Dimensionen „Environmental“, „Social“, „Economic“, „Stakeholder“ und „Voluntariness“.[12] Diese Abgrenzung stellt jedoch noch keine allgemein gültige Definition dar.[13] Carroll hingegen kombiniert als Grundlage seiner Verantwortungspyramide ethisches und ökonomisches Handeln. Er erläutert, dass CSR von einem gewissenhaften Unternehmer nur akzeptiert wird, wenn es so gestaltet ist, dass die gesamte Bandbreite unternehmerischer Verantwortung einbezogen wird. Carroll erläutert CSR als die gleichzeitige Berücksichtigung ökonomischer, gesetzlicher, ethischer und philanthropischer Aspekte.[14]

Demgegenüber definiert die europäische Kommission (EU-Kommission) CSR als die „soziale[ ] Verantwortung der Unternehmen“[15]. Diese Verantwortung erläutert die Kommission als ein „Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren“[16]. Sigler definiert CSR zusammenfassend als eine „in der Unternehmensstrategie fest verankerte, freiwillige, über die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen hinausgehende, unternehmerische Bemühung, die einen gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Beitrag für alle Stakeholder leistet“[17]. Verwandte Konzepte des Begriffs „CSR“, die zum Teil auch synonym verwendet werden, sind die Begriffe „Nachhaltigkeit“, „Corporate Citizenship“ und „Corporate Governance“.

Nachhaltigkeit (engl.: sustainability) wurde ursprünglich mit dem Umweltschutz assoziiert.[18] Bald wurde dieser inhaltliche Schwerpunkt jedoch durch das „Drei-Säulen-Modell“, das auch als „Triple Bottom Line“ bezeichnet wird,[19] erweitert.[20] Dieses sagt aus, dass eine nachhaltige Entwicklung nur durch die gleichzeitige Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Gesichtspunkte möglich ist.[21] „Im Gegensatz zu CSR umfasst Nachhaltigkeit jedoch nicht nur die Verantwortung eines Unternehmens gegenüber seinen Stakeholdern, sondern die Verantwortung gegenüber der gesamten Menschheit und zukünftigen Generationen“[22].

Corporate Citizenship bezeichnet die EU-Kommission als die „Gestaltung der Gesamtheit der Beziehungen zwischen einem Unternehmen und dessen lokalem, nationalem und globalem Umfeld“[23]. Corporate Citizenship kann somit als ein Teilbereich von CSR betrachtet werden.[24]

Corporate Governance hingegen „betrifft vor allem die Funktionsweise der Leitungsorgane, ihre Zusammenarbeit und die Kontrolle ihres Verhaltens“[25]. Im Gegensatz zu CSR berücksichtigt die Corporate Governance jedoch lediglich die Organe eines Unternehmens und keine unternehmerischen Prozesse.[26]

Im Zusammenhang mit CSR erscheint auch immer wieder der Begriff „Business Ethics“. Diesen definieren Crane und Matten als „[t]he study of business situations, activities, and decisions where issues of right and wrong are addressed”[27].

2.2 CSR-Berichterstattung

„CSR-Berichterstattung“ (engl.: „CSR Reporting“ oder „CSR Disclosure“) bezeichnet den Kommunikationsprozess von Organisationen über ökologische und soziale Tätigkeiten mit bestimmten Interessenvertretern (Stakeholdern) innerhalb und mit der Gesellschaft.[28] Daneben verweist beispielsweise Campopiano auf die „Sustainability Reporting Guidelines (Version 3.0)“ der Global Reporting Initiative (GRI) und bezeichnet CSR-Berichte anschließend als eigenständige, konsolidierte Dokumente, die die ökonomische, ökologische und soziale Performance einer Organisation und ihre Corporate Governance über einen bestimmten Zeitraum hinweg in einer nachvollziehbaren und ausgewogenen Art und Weise darstellen.[29]

Die beiden oben genannten Versuche, CSR-Berichterstattung zu definieren oder abzugrenzen, zeigen auch die begriffliche Uneinigkeit in der wissenschaftlichen Literatur. Denn die Begriffe „CSR-Report“, „Sustainability Report“, „Corporate Responsibility Report“, „Environmental Report“, „Corporate Citizenship Report“ oder im deutschen Sprachgebrauch auch „Sozial-“, „Umwelt-“ oder „Nachhaltigkeitsbericht“ werden weitgehend synonym verwendet.[30] Für die Zwecke dieser Arbeit werden die Begriffe „CSR-Bericht“ und „CSR-Berichterstattung“ als Synonyme für jedwede Art der verbundenen Berichterstattung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Themen verwendet.

Einige Unternehmen veröffentlichen auch sogenannte „Integrated Reports“. Bei diesen Berichten, wird die sonst eigenständige CSR-Berichterstattung vollständig in die Finanzberichterstattung integriert. Zum heutigen Zeitpunkt berichtet jedoch die große Mehrheit der Unternehmen im Rahmen einer separaten CSR-Berichterstattung.[31]

2.3 Wichtige Institutionen, Standards und Rahmenwerke

CSR-Berichte sollen einen umfassenden und ausgewogenen Überblick über die unternehmerische CSR-Performance liefern. Da viele Unternehmen jedoch auf freiwilliger Basis berichten, bietet sich den Unternehmen bei der CSR-Berichterstattung viel Interpretationsspielraum.[32] Daneben ist die Vielzahl an Interessengruppen Ursache diverser Standards, Codes und Rahmenwerke, an denen sich die Unternehmen orientieren können.[33] Diese werden von verschiedenen Institutionen entwickelt.[34] Es existieren auch Standards, die lediglich soziale oder ökologische Inhalte thematisieren.[35] Im Folgenden werden die vier Institutionen GRI, AccountAbility, UN Global Compact und SASB kurz vorgestellt.

Die Global Reporting Initiative (GRI) wurde 1997 von der Nichtregierungsorganisation „Coalition for Environmentally Responsible Economies“ (CERES) und dem Tellus Institute in Boston in den USA gegründet.[36] Die GRI ist eine Allianz aus Investmentgesellschaften und Umweltverbänden.[37] Das Leitungsorgan der GRI besteht aus dem Board of Directors, dem Stakeholder Council, dem Due Process Oversight Committee und dem Global Sustainability Standards Board.[38] Die GRI finanzieren sich durch Subventionen, unternehmerische Sponsoren und durch die angebotenen Dienstleistungen.[39]

Die Organisation AccountAbility wurde 1996 gegründet. Ihre AA 1000 Standardserie beschreibt die Organisation als stakeholderorientiert.[40] Die Standardserie kann anstelle oder in Ergänzung des GRI Rahmenwerks angewendet werden.[41] Für Unternehmen entwickelt AccountAbility Strategien, wie die spezifischen Bedürfnisse der Stakeholder identifiziert werden können und wie die Unternehmen diesen Bedürfnissen gerecht werden können. AccountAbility tritt auch als Vermittler oder Moderator bei Treffen mit den Stakeholdern auf.[42]

Die Vereinten Nationen (UN) unterstützen im Rahmen des „Global Compact“[43] die CSR-Berichterstattung.[44] Die UN Global Compact Initiative wurde im Jahr 2000 gegründet. Ursprünglich sollte das auf zehn Prinzipien basierende Rahmenwerk als Wegweiser für Unternehmen dienen. Die Initiative wird von einem weitreichenden Netzwerk an Stakeholdern beeinflusst. Hierzu zählen diverse Umwelt- und Arbeitnehmer-Organisationen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen.[45] Heute beteiligen sich mehr als 10.000 Institutionen in über 160 Ländern an der UN Global Compact Initiative, davon mehr als 400 in Deutschland.[46]

Das Sustainability Accounting Standards Board (SASB) wurde 2011 in San Francisco, Kalifornien in den USA, gegründet. Durch die Förderung einer qualitativ hochwertigen CSR-Berichterstattung will das SASB Effizienzsteigerungen an den Kapitalmärkten erzielen. Das SASB entwickelt Standards für nachhaltige Berichterstattung für 79 Branchen. Die Standards sollen Unternehmen dabei unterstützen, Investoren in einem kosteneffizienten und entscheidungsrelevanten Format zu informieren.[47]

Darüber hinaus fördern diverse internationale Institutionen die Entwicklung der CSR-Berichterstattung. So beispielsweise die „Intergovernmental Working Group of Experts on International Standards of Accounting and Reporting“ (ISAR)[48], die seit 2001 mit der Veröffentlichung zahlreicher Forschungsarbeiten die Harmonisierung der CSR-Berichterstattung unterstützt.[49]

Daneben unterstützt die „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) die CSR-Berichterstattung, indem sie unter anderem wichtige Kennzahlen ausarbeitet. Diese sollten in erster Linie Regierungen dabei unterstützen, Transparenz zu schaffen und der Öffentlichkeit relevantere Informationen zur Verfügung zu stellen. Die OECD stellt außerdem mit den Guidelines for Multinational Enterprises[50] einen Verhaltenskodex für unternehmerisches Handeln zur Verfügung, der auch soziale und ökologische Themen berücksichtigt.[51]

Auch die Weltbank fördert im Rahmen diverser Initiativen die Entwicklung der CSR-Berichterstattung. Im Jahr 2002 initiierte die Weltbank ihr Corporate Responsibility Program[52]. Ihren eigenen CSR-Bericht[53] erstellt die Weltbank seit 2004 auf Basis der GRI-Leitlinien. Die Weltbank unterstützte außerdem die Arbeit der GRI mittels Subventionen im Wert von insgesamt 900.000 $ in den Jahren 2002 bis 2004.[54]

2.4 CSR-Berichterstattung im Zeitverlauf

Tschopp und Huefner identifizieren drei Phasen in der Evolution der CSR-Berichterstattung. Die erste Phase beginnt mit dem Aufkommen von sogenannten „Greenwashing Reports“ vor über 30 Jahren. Diese ersten CSR-Berichte in den siebziger und achtziger Jahren dienten primär als Marketinginstrumente.[55]

Wegbereiter der zweiten Phase waren die Unternehmen Body Shop, Ben and Jerry’s und Shell Canada, die vor über 20 Jahren erstmals nachvollziehbare CSR-Berichte offenlegten.[56] Shell Canada und viele andere Unternehmen, wie beispielsweise Exxon-Mobil oder Nike, nutzten in den neunziger Jahren CSR-Berichte jedoch in erster Linie zur Schadensbegrenzung.[57]

Die dritte Phase kennzeichnen ein Multi-Stakeholder-Ansatz und spezielle Anforderungen an die CSR-Berichterstattung, wie zum Beispiel die Leitfäden der GRI im Jahr 2000. Die Zunahme sozialverantwortlicher Investoren und Investmentfonds führte zu einer gesteigerten Nachfrage nach solchen CSR-Berichten.[58] Im Jahr 2008 haben die ISAR und die GRI darüber hinaus eine Absichtserklärung unterzeichnet, die CSR-Berichterstattung in Entwicklungsländern voranzutreiben.[59] Abbildung 1 zeigt die Gesamtzahl der veröffentlichten CSR-Berichte im Zeitverlauf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : Gesamtzahl der veröffentlichten CSR-Berichte im Zeitverlauf.[60]

Der hierauf folgende Anstieg der Nachfrage nach CSR-Berichten hat zu unzähligen miteinander konkurrierenden Rechnungslegungsstandards geführt. Aktuelle CSR-Berichte beinhalten ein breites Spektrum an Inhalten. Dazu zählen unter anderem philanthropische, gesundheitliche, soziale und ökologische Inhalte.[61] Abbildung 2 zeigt den prozentualen Anteil der unterschiedlichen Arten von CSR-Berichten im Zeitverlauf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Arten von CSR-Berichten im Zeitverlauf.[62]

Im Jahr 2011 haben etwas mehr als 40 % der Unternehmen, die einen CSR-Bericht veröffentlicht haben, diesen auf Basis der GRI Leitlinien erstellt. Das GRI Rahmenwerk ist damit der weltweit am meisten anerkannte Standard. Die Standards der GRI sind umfassend und ermöglichen die gleichzeitige Berücksichtigung verschiedener stakeholderspezifischer Interessen.[63] Auch eine Pressemitteilung des UN Global Compact im Jahr 2006 empfiehlt die Anwendung des GRI Rahmenwerks.[64] Die Harmonisierung der Standards der CSR-Berichterstattung wird aber wahrscheinlich aufgrund der Vielzahl der involvierten Stakeholder noch ein langer und mühsamer Prozess sein.[65]

2.5 Gesetzliche Regelungen

Im Zuge der ökologischen und sozialen Bedenken, die in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren aufkamen, verabschiedete die US-amerikanische Regierung in den siebziger Jahren diverse Gesetze, die die Umweltverschmutzung und den Umgang mit gefährlichen Abfällen regeln sollten. Die Regelungen waren zwar für die Unternehmen verpflichtend, die Offenlegung verbundener Sachverhalte jedoch nicht.[66]

Die ersten gesetzlichen Vorschriften für die CSR-Berichterstattung wurden in Dänemark im Jahr 1995 und in Norwegen im Jahr 1998 verabschiedet. Auch in Frankreich wurden im Jahr 2003 verbindliche Vorschriften eingeführt und im Jahr 2011 erweitert. Hierauf folgten Belgien und Großbritannien.[67]

In Deutschland ist mit Inkrafttreten des „Gesetzes zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten“
(CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz)[68] am 19. April 2017 als Folge der Richtlinie 2014/95/EU[69] des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 erstmals eine Regulierung der Berichterstattung über bestimmte Nachhaltigkeitsthemen erfolgt. Das Gesetz betrifft alle großen kapitalmarktorientierten Unternehmen sowie große Kreditinstitute und Versicherungen mit jeweils mehr als 500 Mitarbeitern und ist für alle Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2016 beginnen, verpflichtend anzuwenden.[70] Dabei dürfen sich die berichtenden Unternehmen an internationalen Rahmenwerken, z.B. den Standards der GRI oder der ISO-Norm 26000, orientieren.[71]

3. Methodische Vorgehensweise

3.1 Der Einfluss subjektiver Entscheidungen

Die Entscheidung darüber, ob eine wissenschaftliche Studie in dem vorliegenden Literaturüberblick untersucht wird oder nicht, kann nicht vollkommen objektiv geschehen. Cooper erläutert, dass eine Abgrenzung zwischen konzeptioneller Relevanz und konzeptioneller Irrelevanz einer potentiell relevanten Studie zumindest von der aufgeschlossen und unvoreingenommen Einstellung des Autors des Literaturüberblicks abhängig ist. Auch die Entscheidung, ob potentiell relevante Forschungsarbeiten auf Basis von Studientiteln oder auf Basis der Abstracts identifiziert werden, sowie der zeitliche Rahmen, der für die Untersuchung zur Verfügung steht, sind von großer Bedeutung.[72] Aufgrund des starken Einflusses subjektiver Entscheidungen, erfolgt die Identifikation potentiell relevanter Literatur in der vorliegenden Arbeit auf einer möglichst objektiven Grundlage. Die methodische Vorgehensweise orientiert sich an Coopers Werk „Synthesizing Research: A guide for literature“[73].

3.2 Identifikation der potentiell relevanten Literatur

In der vorliegenden Arbeit werden Forschungsarbeiten aus 15 wissenschaftlichen Zeitschriften untersucht. Bei der Auswahl der Zeitschriften wurde auch das Zeitschriftenranking „VHB-Jourqual“[74] des „Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V.“ (VHB) mit einbezogen. So besitzen alle untersuchten Zeitschriften mindestens das Rating „B“.

Ausgangsbasis der Wahl der Suchbegriffe ist der Wortlaut des Ziels der Arbeit. Dieser beinhaltet die drei zentralen Substantive „Einflussfaktor“, „Folgewirkung“ und „CSR-Berichterstattung“. Dabei handelt es sich bei den beiden Wörtern „Einflussfaktor“ und „CSR-Berichterstattung“ um zusammengesetzte Wörter, die wiederum in die jeweiligen Bestandteile „CSR“ und „Berichterstattung“ sowie „Einfluss“ und „Faktor“ aufgeteilt werden können.

Für diese Substantive wurden anschließend Synonyme recherchiert. Daraufhin wurden alle Wörter in die englische Sprache übersetzt. Auch für die englischsprachigen Wörter wurden wiederum Synonyme recherchiert. Ergebnis dieser Vorgehensweise waren allerdings sehr viele Wörter. Insbesondere für die Wörter „Einfluss“ und „Folgewirkung“ gibt es in der englischen Sprache unzählige Übersetzungen, die gleichzeitig oft auch als Verben fungieren, wie beispielsweise die Wörter „influence“, „impact“ oder „result“. Die Wörter „Einfluss“, „Einflussfaktor“ und „Folgewirkung“ sowie die zugehörigen Übersetzungen und Synonyme wurden deshalb aus der Menge der Suchbegriffe eliminiert.

Die verbliebenen Wörter „CSR-Berichterstattung“, „CSR“ und „Berichterstattung“ sowie die zugehörigen Übersetzungen und Synonyme wurden nun zu Wortgruppen zusammengefasst und anschließend mittels Stammformreduktion (engl.: „stem-ming“) auf ihren Wortstamm zurückgeführt. Da viele Online-Suchkataloge in ihren Suchmaschinen ausschließlich „straight quotes“ akzeptieren, muss bei der Recherche in Online-Suchkatalogen auch der Unterschied zwischen den sogenannten „smart quotes“ („“) und „straight quotes“ ("") beachtet werden. Die abschließende Anwendung boolescher Operatoren kombiniert die Wortstämme und Wörter zu folgender finalen Verknüpfung von Suchbegriffen:

"CSR-Berichterstattung" OR Nachhaltigkeitsberichterstattung OR
(("corporate social responsibility" OR csr OR nonfinancial OR non-financial OR sustainab*) AND (disclosure OR report*))

Um nun die potentiell relevante Literatur zu identifizieren, wurden die Titel aller Forschungsarbeiten, die in den in Tabelle 1 aufgeführten wissenschaftlichen Zeitschriften zwischen dem 1. Januar 2005 und dem 31. Dezember 2017 veröffentlicht wurden, mit der obigen Verknüpfung von Suchbegriffen analysiert. Je nach Verfügbarkeit wurde in den Zeitschriften mithilfe der Online-Suchkataloge von EBSCO Host, JSTOR, ProQuest, ScienceDirect oder SpringerLink recherchiert. Tabelle 1 beinhaltet die in dieser Arbeit zur Identifikation potentiell relevanter Literatur berücksichtigten wissenschaftlichen Zeitschriften in alphabetischer Reihenfolge, die zugehörigen Abkürzungen der wissenschaftlichen Zeitschriften sowie das VHB-Rating der wissenschaftlichen Zeitschriften:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Berücksichtigte wissenschaftliche Zeitschriften, Abkürzungen und VHB-Rating.[75]

3.3 Identifikation und Abgrenzung der im Literaturüberblick berücksichtigten Forschungsarbeiten

Die Beurteilung der Relevanz der identifizierten potentiell relevanten Forschungsarbeiten erfolgte subjektiv und in mehreren Schritten. Zunächst wurden die Titel der recherchierten potentiell relevanten Forschungsarbeiten begutachtet. Führte diese Begutachtung zu keinem eindeutigen Urteil bezüglich der subjektiven Relevanz einer Forschungsarbeit, wurden zusätzlich die Abstracts der Forschungsarbeiten ausgewertet. Führte auch diese Auswertung noch zu keiner eindeutigen subjektiven Entscheidung über die Berücksichtigung einer Forschungsarbeit in der vorliegenden Arbeit, wurde abschließend der Text einer Forschungsarbeit mittels Schnelllesetechnik auf relevante Inhalte überprüft.

Aufgrund der großen Anzahl an potentiell relevanten Forschungsarbeiten wird neben der subjektiven Entscheidung über die allgemeine Relevanz einer Forschungsarbeit auch eine subjektive Beurteilung des Nutzens einer potentiell relevanten Forschungsarbeit zur Beantwortung der Forschungsfragen der vorliegenden Arbeit vorgenommen. Infolgedessen werden möglicherweise nicht alle relevanten Studien in diesem Literaturüberblick berücksichtigt. Nicht zuletzt aus diesem Grund erhebt die vorliegende Arbeit keinen Anspruch darauf, alle relevanten Forschungsarbeiten im Forschungsgebiet „CSR-Berichterstattung“ zu erfassen. Gerade unter Berücksichtigung der Recherchemethodik, die potentiell relevante Literatur lediglich auf Grundlage des Wortlauts im Titel einer Forschungsarbeit identifiziert, kann eine Vollerhebung aller relevanten Forschungsarbeiten im Forschungsgebiet „CSR-Berichterstattung“ nicht garantiert werden und ist auch nicht angestrebt.

Die infolge der obigen subjektiven Vorgehensweise als relevant eingestuften Forschungsarbeiten werden in dieser Arbeit berücksichtigt und in das Coding Sheet in Kapitel 4.2 aufgenommen. Alle anderen Forschungsarbeiten werden in dieser Arbeit nicht berücksichtigt.

Insbesondere wurden solche Forschungsarbeiten nicht berücksichtigt, die sich mit den Determinanten und Folgewirkungen der Prüfung der CSR-Berichterstattung oder mit dem allgemeinen Konzept CSR auseinandersetzen. Darüber hinaus wurden Studien, die die Determinanten und Folgewirkungen der CSR-Performance untersuchen oder die ausschließlich die ökologische Berichterstattung analysieren, nicht weiter berücksichtigt. Auch wurden solche Forschungsarbeiten nicht berücksichtigt, die in den einzelnen Online-Suchkatalogen nur zugriffsbeschränkt zur Verfügung stehen.

3.4 Auswertung der im Literaturüberblick berücksichtigten Forschungsarbeiten

Die systematische Auswertung der berücksichtigten Forschungsarbeiten orientiert sich an der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring[76]. Mayring unterscheidet innerhalb der qualitativen Inhaltsanalyse die drei Grundformen zusammenfassende, explizierende und strukturierende Inhaltsanalyse.[77] Zu Zwecken dieser Arbeit wurde eine Kombination aus zusammenfassender und strukturierender Inhaltsanalyse angewandt. „Zusammenfassende Inhaltsanalysen bieten sich immer dann an, wenn man nur an der inhaltlichen Ebene des Materials interessiert ist und eine Komprimierung zu einem überschaubaren Kurztext benötigt.“[78] Das Ziel der strukturierenden Inhaltsanalyse ist es hingegen, „bestimmte Aspekte aus dem Material herauszufiltern und unter vorher festgelegten Ordnungskriterien einen Querschnitt durch das Material zu legen“[79].

Ein kombinierter Ansatz ist deshalb sinnvoll, da die in dieser Arbeit berücksichtigten Forschungsarbeiten nicht nur jeweils unabhängig voneinander zusammengefasst, sondern vielmehr Parallelen und Unterschiede identifiziert werden sollen. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung eines Kategoriensystems, das sich auch in der Struktur des Kapitels 5 wiederspiegelt. Das Kategoriensystem beurteilt dabei in erster Linie den Fokus der berücksichtigten Forschungsarbeiten. Es ist deshalb durchaus möglich, dass die berücksichtigten Forschungsarbeiten, beispielsweise mittels Kontrollvariablen, auch einzelne Themen berücksichtigen, die einer anderen Kategorie zugeordnet werden können. Eine Kategorisierung aller in den Forschungsarbeiten enthaltenen Bestandteile ist jedoch nicht angestrebt, denn die Kategorisierung soll in erster Linie dabei unterstützen, die Schwerpunktsetzung der einzelnen Forschungsarbeiten zu codieren.

Das Kategoriensystem in dieser Arbeit unterscheidet zunächst zwischen Determinanten und Folgewirkungen der CSR-Berichterstattung. Innerhalb der Hauptkategorie „Determinanten der CSR-Berichterstattung“ wird zudem zwischen „regionalen“, „inhaltlichen“ und „unternehmensspezifischen“ Charakteristika, wie zum Beispiel „Unternehmensgröße“ oder „Branchenzugehörigkeit“, differenziert. Die Hauptkategorie „Folgewirkungen“ unterteilt sich in „interne“ und „externe“ Folgewirkungen.

4. Datenbasis und bibliometrische Analyse

4.1 Deskriptiver Überblick über die identifizierten potentiell relevanten Forschungsarbeiten

Die Identifikation potentiell relevanter Forschungsarbeiten wurde in Kapitel 3.2 beschrieben. Das Ergebnis dieser Recherche beantwortet den ersten Teil von Forschungsfrage 1. Tabelle 2 beinhaltet die untersuchten wissenschaftlichen Zeitschriften, die Trefferanzahl bei der Literaturrecherche je wissenschaftlicher Zeitschrift infolge einer Suchanfrage mit der in Kapitel 3.2 entwickelten Verknüpfung von Suchbegriffen und die zur Recherche verwendeten Online-Suchkataloge:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Untersuchte wissenschaftliche Zeitschriften, Trefferanzahl bei der Literaturrecherche je wissenschaftlicher Zeitschrift infolge einer Suchanfrage mit der in Kapitel 3.2 entwickelten Verknüpfung von Suchbegriffen und zur Recherche verwendete Online-Suchkataloge. * manuelle Zählung

In den 15 wissenschaftlichen Zeitschriften konnten insgesamt 65 potentiell relevante Forschungsarbeiten im 13-jährigen Untersuchungszeitraum von 2005 bis 2017 identifiziert werden. Knapp zwei Drittel der potentiell relevanten Forschungsarbeiten wurde im „Journal of Business Ethics“ veröffentlicht. In sechs wissenschaftlichen Zeitschriften konnten keine potentiell relevanten Forschungsarbeiten identifiziert werden. Dieser Wert entspricht einem Anteil von 40 % von allen untersuchten wissenschaftlichen Zeitschriften.

Zu Recherchezwecken standen für einige wissenschaftliche Zeitschriften mehrere Online-Suchkataloge zur Verfügung. Um die Vollständigkeit zu gewährleisten, wurde in solchen Fällen in jedem der genannten Suchkataloge eine eigenständige Recherche durchgeführt. Der Autor dieser Arbeit konnte darüber hinaus innerhalb des Online-Suchkatalogs von „ScienceDirect“ keine Funktion zur ausschließlichen Recherche im Titel von Forschungsarbeiten identifizieren. Infolgedessen wurde die entwickelte Verknüpfung von Suchbegriffen mithilfe der Funktion „Advanced Search“ auf Titel, Abstracts und Keywords gleichzeitig angewandt. Die relevanten Ergebnisse wurden anschließend manuell gezählt. Darüber hinaus konnte der Autor dieser Arbeit im Online-Suchkatalog von „SpringerLink“ keine Funktion zur Anwendung boolescher Operatoren identifizieren. Die Suche wurde deshalb im Rahmen mehrerer separater Suchanfragen ohne die Verwendung boolescher Operatoren durchgeführt und die relevanten Ergebnisse ebenfalls manuell gezählt. Die manuell ausgewerteten Online-Suchkataloge sind in Tabelle 2 mit einem Sternchen gekennzeichnet.

Auftretende Bedenken, dass durch eine Beschränkung der Recherche auf die Titel der Forschungsarbeiten oder durch die Verwendung der entwickelten Verknüpfung von Suchbegriffen zu viele potentiell relevante Forschungsarbeiten unberücksichtigt bleiben, wurden verworfen. Denn das Rechercheergebnis im Journal of Business Ethics zeigt, dass potentiell relevante Literatur existiert und durch die Recherchemethodik auch erfasst wird.

Eine Analyse der potentiell relevanten Forschungsarbeiten über die Zeit beantwortet den zweiten Teil von Forschungsfrage 1. Die Untersuchung zeigt einen steigenden Trend im Zeitverlauf bei der Erforschung der CSR-Berichterstattung. So wurden in den Jahren 2005 bis 2007 nur insgesamt fünf potentiell relevante Forschungsarbeiten veröffentlicht. Dies entspricht knapp 7,7 % aller identifizierten potentiell relevanten Forschungsarbeiten über ungefähr ein Viertel des Untersuchungszeitraums. Allein im Jahr 2017 wurden hingegen elf potentiell relevante Forschungsarbeiten veröffentlicht. Dies entspricht knapp 17 % aller identifizierten potentiell relevanten Forschungsarbeiten. Abbildung 3 zeigt die Gesamtzahl der identifizierten, potentiell relevanten Forschungsarbeiten in allen 15 untersuchten wissenschaftlichen Zeitschriften im Zeitverlauf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Gesamtzahl der identifizierten, potentiell relevanten Forschungsarbeiten in allen untersuchten wissenschaftlichen Zeitschriften im Zeitverlauf.

4.2 Deskriptiver Überblick über die in dieser Arbeit berücksichtigten Forschungsarbeiten und Coding Sheet

Alle berücksichtigten Forschungsarbeiten werden wie in Kapitel 3.3 beschrieben in eine tabellarische Übersicht, das sogenannte „Coding Sheet“, aufgenommen. Das Coding Sheet fasst die wichtigsten Informationen der in diesem Literaturüberblick berücksichtigten Forschungsarbeiten zusammen.

Tabelle 3, das Coding Sheet, beinhaltet die Autoren und das jeweilige Jahr der Veröffentlichung der in diesem Literaturüberblick berücksichtigten Forschungsarbeiten, die jeweilige wissenschaftliche Zeitschrift, in der die jeweilige Forschungsarbeit publiziert wurde, und die jeweils zugehörige seitengenaue Fundstelle in der jeweiligen wissenschaftlichen Zeitschrift sowie die zentralen Merkmale der jeweiligen Forschungsarbeit. Die zentralen Merkmale der in Tabelle 3 enthaltenen Forschungsarbeiten sind der Fokus der jeweiligen Forschungsarbeit, die Zuordnung der jeweiligen Forschungsarbeit entsprechend dem in Kapitel 3.4 entwickelten Kategoriensystem, die jeweils angewandten Forschungsmethoden, die jeweils untersuchte Region und die Anzahl der Zitationen, also die Anzahl der literarischen Werke, die die jeweilige Forschungsarbeit zitieren. Tabelle 3 beinhaltet das Coding Sheet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Coding Sheet.

[...]


[1] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 565.

[2] Vgl. Reverte, C.: JOBE 2009, S. 351.

[3] Vgl. Holder-Webb, L./Cohen, J./Nath, L./Wood, D.: JOBE 2009, S. 497.

[4] Vgl. Hahn, R./Lülfs, R.: JOBE 2014, S.401.

[5] Vgl. Gamerschlag, R./Möller, K./Verbeeten, F.: RMS 2011, S. 236.

[6] Vgl. Chiu, S. C./Sharfman, M.: JM 2011, S. 1558.

[7] Vgl. Campbell, J.: AMR 2007, S. 948.

[8] Vgl. Holder-Webb, L./Cohen, J./Nath,L./Wood, D.: JOBE 2009, S. 497.

[9] Vgl. Dhaliwal, D./Li, O./Tsang, A./Yang, Y.: TAR 2011, S. 60.

[10] Vgl. Campopiano, G./de Massis, A.: JOBE 2015, S. 511.

[11] Vgl. Sigler, C.: CSR-Einführung 2010, S. 8ff.

[12] Vgl. Dahlsrud, A.: CSREM 2008, S. 4.

[13] Vgl. Sigler, C.: CSR-Einführung 2010, S. 8.

[14] Vgl. Carroll, A.: BH 1991, S. 40.

[15] Europäische Kommission: Grünbuch 2001, S. 3, Rz. 5.

[16] Ebd., S. 7, Rz. 20.

[17] Sigler, C.: CSR-Einführung 2010, S. 10.

[18] Vgl. Bassen, A./Jastram, S./Meyer, K.: zfwu 2005, S. 234.

[19] Vgl. Arnold, J.: Kommunikation 2011, S. 69.

[20] Vgl. Bassen, A./Jastram, S./Meyer, K.: zfwu 2005, S. 234.

[21] Vgl. Jonker, J./Stark, W./Tewes, S.: CSR 2011, S. 7.

[22] Bassen, A./Jastram, S./Meyer, K.: zfwu 2005, S. 234.

[23] Europäische Kommission: Grünbuch 2001, S. 7, Rz. 20.

[24] Vgl. Loew, T./Ankele, K./Braun, S./Clausen, J.: Bedeutung 2004, S. 13.

[25] Baums, T. (Hrsg.): Corporate Governance 2001, S. 5.

[26] Vgl. Bassen, A./Jastram, S./Meyer, K.: zfwu 2005, S. 234f.

[27] Crane, A./Matten, D.: Business Ethics 2016, S. 5.

[28] Vgl. Gamerschlag, R./Möller, K./Verbeeten, F.: RMS 2011, S. 235f.

[29] Vgl. Campopiano, G./de Massis, A.: JOBE 2015, S. 516; GRI (Hrsg.): G3-Guidelines, S. 37.

[30] Vgl. Hardeck, I.: ZfB 2012, S. 110; Lackmann, J.: Nachhaltigkeitsberichterstattung 2010, S. 9.

[31] Vgl. Sethi, P./Martell, T./Demir, M.: JOBE 2017b, S. 790.

[32] Vgl. Hahn, R./Lülfs, R.: JOBE 2014, S. 401.

[33] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 570.

[34] Vgl. Hahn, R./Lülfs, R.: JOBE 2014, S. 401.

[35] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 572.

[36] Vgl. GRI (Hrsg.): History.

[37] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 573.

[38] Vgl. GRI (Hrsg.): Governance.

[39] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 573.

[40] Vgl. ebd., S. 573.

[41] Vgl. ebd., S. 570f.

[42] Vgl. ebd., S. 573.

[43] Vgl. UN Global Compact (Hrsg.): About.

[44] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 571.

[45] Vgl. ebd., S. 574.

[46] Vgl. UN Global Compact (Hrsg.): Participants.

[47] Vgl. SASB (Hrsg.): The SASB.

[48] Vgl. ISAR (Hrsg.): Home.

[49] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 571.

[50] Vgl. OECD (Hrsg.): MNE.

[51] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 571f.

[52] Vgl. World Bank (Hrsg.): Corporate Responsibility.

[53] Vgl. ebd.: Report 2017.

[54] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 572.

[55] Vgl. ebd., S. 568.

[56] Vgl. ebd., S. 568.

[57] Vgl. ebd., S. 572.

[58] Vgl. ebd., S. 568.

[59] Vgl. ebd., S. 571.

[60] Ebd., S. 568.

[61] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 572.

[62] Ebd., S. 573.

[63] Vgl. ebd., S. 571.

[64] Vgl. CSRwire (Hrsg.): UN Global Compact 2006.

[65] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 570.

[66] Vgl. Tschopp, D./Huefner, R.: JOBE 2015, S. 572.

[67] Vgl. ebd., S. 569.

[68] Vgl. CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz vom 11.04.2017, BGBl I 2017, S. 802.

[69] Vgl. Richtlinie 2014/95/EU vom 22.10.2014, ABl. L 330.

[70] Vgl. PWC (Hrsg.): CSR-Richtlinie.

[71] Vgl. Richtlinie 2014/95/EU vom 22.10.2014, ABl. L 330, Präambel Abs.9.

[72] Vgl. Cooper, H.: Synthesizing Research 1998, S. 22f.

[73] Vgl. ebd.

[74] Vgl. VHB (Hrsg.): VHB-Jourqual.

[75] Vgl. VHB (Hrsg.): VHB-Jourqual.

[76] Vgl. Mayring, P.: Inhaltsanalyse 1991, S. 209–213.

[77] Vgl. ebd., S. 211.

[78] Ebd., S. 212.

[79] Ebd., S. 213.

Ende der Leseprobe aus 82 Seiten

Details

Titel
Corporate Social Responsibility (CSR) Research in Accounting
Untertitel
Review of the Recent Literature
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
82
Katalognummer
V442117
ISBN (eBook)
9783668803497
ISBN (Buch)
9783668803503
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmen, CSR, Bericht, Research, Sorporate Social Responsibility
Arbeit zitieren
Maximilian Blümig (Autor), 2018, Corporate Social Responsibility (CSR) Research in Accounting, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442117

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