Rhythmusschulung mit kurzen Rhythmen aus Achtel- und Viertelnoten


Unterrichtsentwurf, 2004

29 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einordnung der Unterrichtsstunde
1. 1 Einordnung in den Lehrplan
1. 2 Einordnung in eine Unterrichtseinheit

2. Lernziele
2.1 Grobziel: (für die Unterrichtseinheit)
2.2 Feinziel: (für die Unterrichtsstunde)

3. Sachanalyse

4. Methodisch – didaktische Analyse
4.1 Einstieg
4.2 Hinführung
4.3 Erarbeitung
4.4 Übung
4.5 Vertiefung
4.6 Festigung
4.7 Schluss

5. Verlaufsplan

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

8. Reflexion
8.1 Methodik
8.2 Organisation
8.3 Zeit
8.4 Lehrer-Schüler-Verhalten
8.5 Medien
8.6 Ziel

1. Einordnung der Unterrichtsstunde

1. 1 Einordnung in den Lehrplan

Der Lehrplan der Grundschule für das Fach Musik ist untergliedert in die fünf Teilbereiche „Singen“, „Tanzen und Spielen“, „Instrumente spielen und bauen“, „Musik hören“ sowie „Zeichen lesen und schreiben“[1].

Die vorliegende Stunde ist vor allem den Bereichen „Musik hören“ und „Zeichen lesen und schreiben zuzuordnen. Das Sprechen von Rhythmen kann außerdem im weiteren Sinne dem Bereich Singen zugeordnet werden, da auch beim Singen rhythmisiertes Sprechen, zusätzlich zum Singen der Melodie, vonnöten ist.

Durch das Hören von Musik bzw. in diesem Fall Rhythmen soll die musikalische Hörfähigkeit des Kindes differenziert und verfeinert werden.[2] Auch die musikalische Erlebnisfähigkeit und die bewusste Zuwendung zur Musik[3] werden durch diese Stunde gefördert. Gleichzeitig legt sie „erste Grundlagen für das Verständnis musikalischer Kunstwerke“.[4]

Die Notenschrift ist unverzichtbarer Bestandteil des Musikunterrichts. In der Grundschule soll der Schwerpunkt auf dem Lesen von und dem Musizieren nach Notenzeichen gesetzt werden[5]. Die vorliegende Stundeplanung leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

Des weiteren werden in diesem Unterrichtsentwurf auch die Prinzipien der Kind-, und Sachgemäßheit sowie der Anschaulichkeit und Zielgerichtetheit umgesetzt.

Explizit wird die Schulung der Rhythmusfähigkeit im Lehrplan für das erste Schuljahr nicht in dieser Form angegeben. Dort wird lediglich das rhythmisieren, das heißt Klatschen von Namen gefordert. Doch durch den pädagogischen Freiraum sowie die Tatsache, dass ein gutes Rhythmusverständnis Grundlage für alle weiteren musikalischen Handlungen ist, wird der Unterrichtsentwurf gerechtfertigt.

1. 2 Einordnung in eine Unterrichtseinheit

Die vorliegende Unterrichtsstunde stellt den Einstieg in eine mögliche Unterrichtsreihe zur Rhythmusschulung dar. An sie anschließen könnten sich Stunden, in denen die Länge der Rhythmen und die Schwierigkeit erhöht wird. Um nicht zu hohe Anforderungen an die Erstklässler zu stellen, habe ich mich in der Planung der Unterrichtseinheit auf das Verwenden von Viertel- und Achtelnotenwerten beschränkt. Dies hat unter anderem auch den Hintergrund, dass Reime, die ja im späteren Verlauf der Einheit eine Rolle spielen, auch meist aus zwei verschiedenen „Notenlängen“ bestehen.

Das Orff- Instrumentarium habe ich in die Planung mit eingebunden, weil damit sehr schön Rhythmus geschult werden kann und durch die unterschiedlichen Klangfarben der Instrumente der Motivationswert für die Kinder steigt.

Allerdings muss ich sagen, dass ich die Unterrichtsstunde in der vorliegenden Form vermutlich nicht unter realen Bedingungen halten würde. Besser fände ich es dann, über eine längere Zeit immer wieder Elemente aus der Stunde in den Unterricht einzubauen, um nach und nach ein tieferes Verständnis für die Rhythmik bei den Kindern zu erreichen. Außerdem bergen die einzelnen Teile der Stunde in sich so viel Inhalt, dass man mühelos mehrere Stunden damit sinnvoll und gewinnbringend füllen könnte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Lernziele

2.1 Grobziel: (für die Unterrichtseinheit)

Die Schüler lernen Rhythmen auf vielfältige und kreative Weise zu spielen, erfinden und gestalterisch einzusetzen

2.2 Feinziel: (für die Unterrichtsstunde)

Die Schüler lernen Rhythmen aus Viertel- und Achtelnoten in der Länge eines 4/4-Taktes zu sprechen, klatschen und selbst zu erfinden.

3. Sachanalyse

Mit Rhythmus wird die „Anordnung von Klängen in einem unentwegt zeitteilenden Schema“ beschrieben, „das einem Musikstück erst den eigentlichen Charakter verleiht“[6]. Daraus wird deutlich, dass der Rhythmus sowohl eine zeitliche Komponente, nämlich die Länge der einzelnen Noten, sowie eine gestalterische Aufgabe bezüglich der Wirkung der Musik beinhaltet.

Rhythmus begegnet uns überall im Leben, sei es im Sport, wo er für die Ausführung von Bewegungen unerlässlich ist, in anderen alltäglichen Dingen wie dem Rhythmus unseres Tagesablaufs oder - ganz substanziell - in unserem Herzschlag.

Rhythmus hat einen hohen Stellenwert in der Musik. Er zählt neben der Tonhöhe, der Klangfarbe und dem Tempo zu den musikalischen Grundbausteinen.

Rhythmus kann in den verschiedensten Formen geäußert werden: Erzeugung von Rhythmus durch den eigenen Körper wie beispielsweise beim Gehen, Klatschen, Sprechen ist ebenso möglich wie das rhythmische Spielen von Musikinstrumenten.

Unser Körper kann Rhythmus mit verschiedenen Sinnen aufnehmen. Für die Musik am wichtigsten ist dabei das Gehör, da Musik meist auch mit Klängen und Melodien arbeitet. Aber auch über unsere Augen können wir Rhythmus aufnehmen, indem wir uns zum Beispiel einen Trommler anschauen, der zwar sicht-, aber nicht hörbar ist. Auch die Wahrnehmung von Rhythmus durch unseren Tastsinn ist möglich: Denken wir nur einmal daran, dass uns jemand leicht und unhörbar einen Rhythmus auf unseren Rücken tippt. Gerade für die Förderung der Rhythmusfähigkeit bietet sich daher ein „Lernen mit vielen Sinnen“ an.

In der Musik wird Rhythmus traditionell durch Noten und Pausen dargestellt, wobei lediglich das Aussehen der Note für den Rhythmus von Bedeutung ist, nicht aber die Lage, welche die Tonhöhe angibt. Um Rhythmus zu notieren werden viele verschiedene Notensymbole verwendet. Für die Grundschule sind ganze Note, halbe Note, Viertelnote, Achtelnote, sowie die entsprechenden Pausen von Bedeutung.

Das Erfinden von Rhythmen liegt in der Natur des Menschen. Schon in der Urzeit haben die Menschen auf einfachen Trommeln gespielt und die verschiedensten Rhythmen erfunden. Das Ausdenken von Rhythmen fordert und fördert die Kreativität und trägt somit zur ganzheitlichen Entwicklung bei.

4. Methodisch – didaktische Analyse

4.1 Einstieg

Der von mir gewählte Einstieg mit dem Vormachen und Nachmachen verschiedener Bewegungen soll die Kinder sozusagen „aus der Pause in den Unterricht“ zurückholen. Da ich beabsichtige, die aufgeführten Bewegungen hüpfen, gehen und klatschen bereits im Rhythmus von vier Viertelnoten auszuführen, wird so direkt eine Brücke zu der Hinführung geschlagen

4.2 Hinführung

Für das Klatschen und Sprechen verschiedener Rhythmen habe ich die Methode „Vormachen – nachmachen“ gewählt um die Schüler Schritt für Schritt mit steigendem Anspruchsniveau auf die folgenden Aufgaben vorzubereiten. Die Reihenfolge 1. Rhythmus sprechen, 2. Rhythmus klatschen, 3. Rhythmus sprechen und klatschen ist dazu sehr dienlich. Erfahrungsgemäß stellt nämlich das Sprechen von Rhythmus geringere Anforderungen als die motorische Aktivität des Klatschens, vor allem bei schnelleren Noten, hier den Achtelnoten.

Um den Rhythmus gut zu beherrschen, ist in dieser Altersstufe ein mehrmaliges Wiederholen nötig. Um hier Eintönigkeit zu vermeiden, gestalte ich die Wiederholungen verschiedenartig bezüglich Lautstärke (mit der ganzen Hand, mit einigen Fingern, mit einem Finger Klatschen, rufen, flüstern…) und Art des Klatschens (in die Hände, auf die Oberschenkel….)aus.

Beim Sprechen verwende ich die Bezeichnungen „Ta“ für die Viertel- und „Tate“ für jeweils zwei Achtelnoten. Dadurch wird deutlich, dass die Achtelnoten kürzer sind als die Viertelnoten. Außerdem wird durch das zweisilbige Wort deutlich, dass hier auch zweimal geklatscht werden muss. Auch als Vorbereitung für die spätere Verschriftlichung dient diese Bezeichnung. Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Bündelung von zwei Achteln die Rhythmusübungen wesentlich erleichtern, da so keine synkopischen Rhythmen entstehen können, die für die meisten Schüler zu schwer umzusetzen wären.

Das selbsttätige Erfinden von Rhythmen, welches später in der Übungsphase benötigt wird, soll in der Hinführung schon eingeführt werden, um früh die Kreativität der Kinder zu wecken.

4.3 Erarbeitung

Das Lernen der Notenwerte steht erst im dritten Schuljahr auf dem Lehrplan. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen, die Symbole für Viertel- und Achtelnoten an dieser Stelle einzuführen, ohne jedoch deren tiefere Bedeutung, wie die genaue Länge der Notenwerte, zu klären. Durch die Symbole werden die Schüler in die Lange versetzt, Rhythmen aufzuschreiben und so länger verfügbar zu haben, als wenn man sie sich nur vom Klang her merkt. Die anfänglich von mir angestellte Überlegung, Quadrate und Rechtecke zur Symbolisierung zu verwenden, habe ich wieder verworfen, da dies ebenfalls abstrakte Zeichen sind und sie somit nicht leichter zu merken sind als die Noten.

Nachdem ich die Symbole als Schriftzeichen für „Ta“ und „Tate“ eingeführt habe, schließt sich eine „Leseübung“ an. Hier lernen die Kinder, das Schriftbild zu verklanglichen, was später in der Partnerarbeit ebenfalls erforderlich ist. So haben die Schüler eine Möglichkeit, Rhythmen grafisch darzustellen und somit zu „konservieren“.

Beim Lesen dieser Symbole werde ich wie bei der Rhythmusübung der Hinführung wieder vom Sprechen zum Klatschen übergehen, wobei das Mitzeigen des Rhythmus’ am Notenbild eine wichtige Rolle spielt, wenn es um die Zuordnung von Zeichen zu Wort (Ta, Tate) geht.

Auch hier ist es wichtig, bei Bedarf einzelne Teilschritte zu wiederholen, um die Korrekte Wiedergabe des Klangmusters zu sichern.

Das Aufschreiben eines vorgegebenen Rhythmus’ soll die Schüler dazu befähigen, ihre kreativen Einfälle in der anschließenden Partnerarbeit rhythmisch korrekt aufzuschreiben. Eine wesentliche Erleichterung stellt hier das vorangegangene Verbalisieren der Rhythmen dar, denn die Schüler wissen genau, dass sie für „Ta“ das Symbol [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und für „Tate“ das Symbol [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] schreiben müssen.

[...]


[1] Vgl Lehrplan S. 7

[2] vgl. Lehrplan S. 6

[3] vgl. Lehrplamn S. 6

[4] Lehrplamn S. 6

[5] vgl. Lehrplamn S. 6

[6] Das große Lingen Universallexikon S 4500f

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Rhythmusschulung mit kurzen Rhythmen aus Achtel- und Viertelnoten
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Grundschulpädagogik)
Veranstaltung
Fachpraktikum
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
29
Katalognummer
V44226
ISBN (eBook)
9783638418720
ISBN (Buch)
9783640737956
Dateigröße
562 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Rhythmusschulung, Rhythmen, Achtel-, Viertelnoten, Fachpraktikum
Arbeit zitieren
Andrea Lenz (Autor:in), 2004, Rhythmusschulung mit kurzen Rhythmen aus Achtel- und Viertelnoten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44226

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