Indigene Völker treffen wir auf der ganzen Welt an. Doch ist uns auch bewusst, welche Stellung sie völkerrechtlich innehaben? Das indigene Volk Nordeuropas, die Sami, leben in Skandinavien. Sie sind politisch gut organisiert um ihre eigenen Interessen zu vertreten und ihre Kultur zu schützen. In folgender Arbeit soll die Frage nach der Anwendbarkeit des Selbstbestimmungsrechts der Völker auf indigene Völker beantwortet werden. Um dies zu verdeutlichen wird beispielhaft die aktuelle politische Situation der Sami herangezogen. Für einen allgemeinen Einstieg wird hier zunächst eine Definition eines indigenen Volkes festgelegt. Außerdem wird die Aktualität der Thematik durch die Erläuterung der Verbreitung indigener Völker weltweit aufzeigt. Nachfolgend werden die Sami als Volk vorgestellt, deren Religion und Kultur sowie deren politischen Organe beschrieben. Folgend wird das Selbstbestimmungsrecht der Völker definiert um dann die Anwendbarkeit dessen auf indigene Völker zu prüfen. Danach werden die konkreten Auswirkungen dessen auf das Samische Volk beleuchtet um dann abschließend ein Fazit ziehen zu können. Um einen Einstieg in die Thematik zu ermöglichen, wird in folgendem Kapitel zunächst eine mögliche Definition von indigenen Völkern gegeben. Anschließend wird die Verbreitung verschiedener indigener Völker angesprochen um die Aktualität zu verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.0 Indigene Völker
1.1 Definition
1.2 Verbreitung
2.0 Die Sami
2.1 Lebensräume
2.2 Politische Aktivität
2.3 Religion und Kultur
3.0 Das Selbstbestimmungsrecht der Völker
3.1 Allgemein
3.2 Indigene Völker und das Selbstbestimmungsrecht
3.3 Selbstbestimmungsrecht und die Sami
4.0 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die völkerrechtliche Anwendbarkeit des Selbstbestimmungsrechts der Völker auf indigene Völker, wobei die spezifische politische und kulturelle Situation der Sami als Fallbeispiel dient, um den Grad der tatsächlichen Autonomie und staatlichen Anerkennung zu beleuchten.
- Definition und weltweite Verbreitung indigener Völker
- Kultur, Lebensraum und politische Organisation der Sami
- Völkerrechtliche Grundlagen des Selbstbestimmungsrechts
- Kritische Analyse der Rolle internationaler Abkommen wie der ILO-Konvention 169
- Einschätzung der praktischen Umsetzbarkeit innerer Selbstbestimmung
Auszug aus dem Buch
1.1 Definition
Mitglieder indigener Völker wurden lange Zeit als „Eingeborene“, „Ureinwohner“ oder „Naturvölker“ bezeichnet. Doch diese Begriffe spiegeln nicht, oder nicht gänzlich, die Lebensweise dieser Völker wider. Außerdem wird durch diese Begriffe oft eine primitive Lebensweise impliziert, weshalb sie weitestgehend abzulehnen sind. Eine bessere Alternative ist der Begriff der „indigenen Völker“, welcher sich in den 1980er Jahren herausgebildet hat. Heute ist dieser Begriff international anerkannt (indigenous peoples). Zu übersetzen ist „indigen“ mit „in ein Land geboren“.
Eine umfassende Definition indigener Völker stellte Frauke Kraas im Jahr 2002 auf. Demnach sind indigene Völker:
• Nachfahren der Erstbesiedler einer Region,
• im geschichtlichen Verlauf von anderen Völkern kolonisiert und aus ihrem angestammten Siedlungsgebiet vertrieben worden,
• politisch, wirtschaftlich und sozial marginalisiert (Existenz am Rande der nationalen Gesellschaft),
• von der nationalen Gesellschaft bezüglich ihrer Selbstidentifikation sowie ihrer sprachlichen, ethnischen, kulturelle, sozialen und wirtschaftlichen Andersartigkeit zu unterscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der völkerrechtlichen Stellung indigener Völker ein und definiert die Sami als Untersuchungsobjekt zur Beantwortung der Forschungsfrage.
1.0 Indigene Völker: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung durch eine Definition indigener Völker und einen Überblick über deren weltweite Verbreitung.
2.0 Die Sami: Hier wird das Samische Volk in Bezug auf seine geografische Verteilung, politische Organisation und kulturelle Identität näher vorgestellt.
3.0 Das Selbstbestimmungsrecht der Völker: Das Kapitel analysiert die völkerrechtlichen Grundlagen des Selbstbestimmungsrechts sowie dessen theoretische und praktische Übertragbarkeit auf indigene Gruppen wie die Sami.
4.0 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass ein echtes Selbstbestimmungsrecht für indigene Völker völkerrechtlich noch nicht hinreichend verankert ist.
Schlüsselwörter
Selbstbestimmungsrecht, Indigene Völker, Sami, Völkerrecht, Minderheitenrechte, Rentierhaltung, Autonomie, Politische Partizipation, ILO-Konvention 169, Kulturelle Identität, Menschenrechte, Staatssouveränität, Sami-Parlament, Samische Sprache, Dekolonialisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der völkerrechtlichen Einordnung und Anwendbarkeit des Selbstbestimmungsrechts der Völker im Kontext indigener Bevölkerungsgruppen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition indigener Identität, die historische und aktuelle Situation der Sami sowie die völkerrechtliche Diskussion um Autonomieansprüche.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit das Selbstbestimmungsrecht der Völker auf indigene Völker angewendet werden kann, illustriert am Beispiel der Sami.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode, basierend auf Literaturarbeit und der Auswertung völkerrechtlicher Instrumente sowie politischer Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die soziokulturelle Beschreibung der Sami und eine rechtliche Prüfung der Anwendbarkeit des Selbstbestimmungsrechts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Selbstbestimmungsrecht, indigene Völker, Sami, Autonomie und völkerrechtliche Normen.
Welche Rolle spielt die ILO-Konvention 169 in der Argumentation?
Sie wird als eines der wenigen internationalen Instrumente hervorgehoben, das indigene Rechte stärken soll, wenngleich ihre rechtliche Bindungskraft und die Kompetenz der ILO kritisch hinterfragt werden.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen innerem und äußerem Selbstbestimmungsrecht?
Das innere Recht umfasst kulturelle und politische Autonomie innerhalb eines Staates, während das äußere Recht die Sezession bezeichnet, was im Falle indigener Völker rechtlich kaum relevant ist.
Gibt es eine einheitliche völkerrechtliche Regelung für die Sami?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass bisher keine staatenübergreifende, verbindliche Lösung existiert und die Situation eher von nationalen Einzelentscheidungen geprägt ist.
Warum ist der Begriff „Eingeborene“ laut der Arbeit zu vermeiden?
Die Autorin argumentiert, dass dieser Begriff eine primitive Lebensweise impliziert und die soziokulturelle Realität der indigenen Völker nicht angemessen widerspiegelt.
- Quote paper
- Sonja Grenzhäuser (Author), 2015, Erläuterung des Selbstbestimmungsrechts der Völker am Beispiel der Sami, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442317