Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Theaterwissenschaft, Tanz

Zwischen Spektakel und Authentizität. Das zeitgenössische Theater auf der Suche nach neuen Wirkungsräumen

Titel: Zwischen Spektakel und Authentizität. Das zeitgenössische Theater auf der Suche nach neuen Wirkungsräumen

Magisterarbeit , 2016 , 89 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sascha Fersch (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dem medialen Kapitalismus der Gegenwart ist Aufmerksamkeit die stärkste Währung, darum konkurrieren verschiedenste Anbieter, vom Sportereignis über die Kinokultur bis hin zum klassischen Schauspielhaus.
Sie sind mittlerweile alle geprägt vom Eventcharakter und dem daraus resultierenden Kampf um die besten Schauwerte.

Der mediale Betrieb versucht dabei stets den Spagat zwischen zwei gänzlich antagonistischen Prinzipien: Der künstlichen Überhöhung in der Form des Spektakels einerseits und einer größtmöglichen Nahbarkeit und Vermarktung des Authentischen andererseits.

Woher diese Entwicklung stammt und wie sie in den verschiedenen Medien ausgeprägt ist, bzw. kultiviert werden kann, ist Gegenstand dieser Arbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Theater als hoffnungsloser Patient?

2. Gesellschaft des Spektakels

2.1 Prinzip der Aufmerksamkeit

2.2 Mediale Strukturen

2.3 Aufklärung als Illusion

2.4 Position der Konsumenten

2.5 Meme und Kultur

3. Mediale Authentizität

3.1 Ritual und Kult

3.2 Performative Wende

3.3 Liveness

3.4 Availability

3.5 Ästhetischer Schein

4. Strategien des theatralen Betriebs

4.1 Laiengruppen

4.2 Subventionierte Betriebe

4.3 Gastspielhäuser

4.4 Tourneetheater und Musicalbühnen

4.5 Performancekünstler

5. Paradigma eines zukunftsfähigen Theaters

5.1 Flexible Strukturen

5.2 Marktforschung

5.3 Regionale Erzeugnisse

5.4 Bildungspolitik

5.5 Dreidimensionaler Kunstbegriff

6. Inszenierte Realität

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die fundamentale Krise des zeitgenössischen Theaters im Kontext einer durch Medien und Kapitalismus geprägten Gesellschaft. Das primäre Ziel ist es, die strukturellen Wechselwirkungen zwischen dem Bedürfnis nach Spektakel und dem Streben nach Authentizität zu analysieren, um Strategien für ein zukunftsfähiges Theater im digitalen Zeitalter zu entwickeln.

  • Analyse der "Gesellschaft des Spektakels" und des Aufmerksamkeitsmarktes.
  • Untersuchung der Bedeutung von medialer Authentizität und rituellen Momenten.
  • Kritische Bestandsaufnahme der verschiedenen Betriebsformen im deutschen Theatersystem.
  • Diskurs über die Vermarktung von Kultur versus den kulturellen Auftrag.
  • Entwicklung eines Paradigmas für ein zukunftsfähiges Theater durch Partizipation und Flexibilität.

Auszug aus dem Buch

2.1 Prinzip der Aufmerksamkeit

Obwohl es schon immer eine vorherrschende Meinung gab, wie man sich zum Beispiel innerhalb einer Dorfgemeinschaft zu verhalten hatte, hat der Druck durch die quantitative Steigerung der Diskussionsteilnehmer und die qualitativ höheren Standards in der Darstellung der präsentierten Ergebnisse ständig zugenommen. „Die durch und durch zur Ware gewordene Kultur muss auch zur Star-Ware der spektakulären Gesellschaft werden.“ Wir alle sehen unsere Körper schon längst selbst als Produkt, das es Mithilfe von Dienstleistungen zu inszenieren und im Wert zu erhalten gilt. „Die Idee einer Ästhetik der Existenz, einer Formung des Selbst durch Lebenstechniken, […] geht also davon aus, daß der Mensch für die Gestaltung seiner selbst verantwortlich ist und diese nur als Resultat einer bildenden Arbeit mit dazugehörigen Techniken möglich ist.“ Von einer eher passiven Evaluation unseres Charakters durch die Augen der Dorfgemeinschaft haben wir uns mit der Perfektionierung der entsprechenden (immateriellen) Werkzeuge zum aktiven Regisseur unserer Außendarstellung gewandelt. „Die kontemplative Seite des alten Materialismus, der die Welt als Vorstellung und nicht als Tätigkeit auffaßt – und der letzten Endes die Materie idealisiert –, ist im Spektakel vollendet, […] Umgekehrt vollendet sich auch die geträumte Tätigkeit des Idealismus im Spektakel durch die technische Vermittlung von Zeichen und Signalen - die letzten Endes ein abstraktes Ideal materialisieren.“

Dabei ist der Körper zwar an sich noch materiell, doch sein Wert misst sich mittlerweile vor allem in immateriellen Dimensionen, allerdings nicht länger im Sinne intrinsischer charakterlicher Eigenschaften. Es geht vielmehr in der Gesellschaft des Spektakels um die Generierung von Aufmerksamkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Theater als hoffnungsloser Patient?: Die Einleitung beleuchtet die fundamentale Krise des Theaters, das in einem ökonomisch angespannten Umfeld um seine gesellschaftliche Relevanz ringt.

2. Gesellschaft des Spektakels: Dieses Kapitel analysiert, wie moderne mediale Strukturen und das Prinzip der Aufmerksamkeit das menschliche Leben und die Selbstinszenierung beeinflussen.

3. Mediale Authentizität: Hier wird der Gegensatz zwischen dem spektakulären Inszenierungszwang und der Sehnsucht nach authentischen, rituellen Erfahrungen untersucht.

4. Strategien des theatralen Betriebs: Das Kapitel betrachtet verschiedene Organisationsformen vom Laien- bis zum Profitheater und deren Umgang mit dem Konkurrenzdruck.

5. Paradigma eines zukunftsfähigen Theaters: Abschließend werden neue Wege skizziert, wie Theater durch flexiblere Strukturen und veränderte Ansätze der Vermittlung überleben kann.

6. Inszenierte Realität: Ein abschließender Ausblick auf die Verschmelzung von Wirklichkeit und Fiktion in einer durch Spektakel geprägten Welt.

Schlüsselwörter

Theaterwissenschaft, Gesellschaft des Spektakels, Aufmerksamkeit, Authentizität, Medialisierung, Kult, Ritual, Kulturindustrie, Performative Wende, Liveness, Verfügbarkeit, Inszenierung, Kapitalismus, Kulturpolitik, Markt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die aktuelle Krise des Theaters in einer durch den Kapitalismus und mediale Spektakel geprägten Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themenfelder umfassen die Ökonomie der Aufmerksamkeit, die Bedeutung von Authentizität in den Medien, sowie die strukturellen Anpassungen verschiedener Theaterbetriebsformen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Wie kann das Theater seine Relevanz bewahren und authentische Erlebnisse schaffen, während es gleichzeitig im Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit auf einem globalisierten Markt bestehen muss?

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die theaterwissenschaftliche Ansätze mit philosophischen und soziologischen Theorien (u.a. Adorno, Debord, Schechner) verknüpft.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert detailliert, wie das Theater mit den Polen "Spektakel" und "Authentizität" interagiert und welche konkreten Strategien (z.B. Gastspielhäuser, Musical, freie Szene) existieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kulturindustrie, Aufmerksamkeitsökonomie, performative Wende, Medialisierung, Authentizitätsverlust, soziale Inszenierung.

Was ist unter dem Begriff "Availability" im Theaterkontext zu verstehen?

Er beschreibt die Erreichbarkeit von Inhalten und die "künstliche Nahbarkeit", die durch moderne Medienkanäle im Vergleich zum klassischen Theaterbetrieb erzielt wird.

Warum ist das Theater laut dem Autor "behäbig"?

Im Vergleich zu digitalen Medien ist das Theater eine langsamere Form der Vermittlung, da seine Produktionszyklen und Distributionswege aufgrund ihrer Natur zeitaufwendiger sind.

Ende der Leseprobe aus 89 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwischen Spektakel und Authentizität. Das zeitgenössische Theater auf der Suche nach neuen Wirkungsräumen
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,0
Autor
Sascha Fersch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
89
Katalognummer
V442329
ISBN (eBook)
9783668813205
ISBN (Buch)
9783668813212
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sascha Fersch Authentizität Spektakel Theater Kultur Ökonomie der Aufmerksamkeit Medienanalyse Wirkungsräume Kapitalismus Gesellschaft Liveness
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sascha Fersch (Autor:in), 2016, Zwischen Spektakel und Authentizität. Das zeitgenössische Theater auf der Suche nach neuen Wirkungsräumen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442329
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  89  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum