Nachhaltigkeit. Ernährung als Grundbaustein für ein nachhaltiges Leben


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. NACHHALTIGKEIT
2.1 BegriffserklArung
2.2 Dimensionen der Nachhaltigkeit
2.2.1 Okologische Dimension
2.2.2 Okonomische Dimension
2.2.3 Soziale Dimension

3. NACHHALTIGE ERNAHRUNG
3.1 Nachhaltigkeitstheorie im Kontextvon ErnAhrung
3.2 Soziale Nachhaltigkeit- Hunger undArmut uberwinden
3.2.1 Okologische Nachhaltigkeit und ErnAhrung ll
3.2.2 Okonomische Nachhaltigkeit mit ErnAhrungssicherung
3.3 ErnAhrungssicherung
3.4 Konzepte und Strategien

4. SCHLUSS

5. QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

In der heutigen Zeit ist Nachhaltigkeit kein Fremdwort mehr. Die Mehrzahl der Men- schen konnen sich unter diesem Begriff etwas vorstellen, sei es der Bezug zum Klimawandel, Wasserverschmutzung Oder auch zur Ernahrung. Doch wer von die- sen vielen Menschen beschutzt die Nachhaltigkeit und wie kann sie durch ihre Er­nahrung unterstutzt werden? In Zeiten von „Cowspiracy“ und „What the Health" und noch viele weiteren bekannten Dokumentationen ist es viel schwieriger geworden die Augen vor diesem Thema zu verschlieften. Der Nachhaltigkeitsbegriff umfasst sehr viele Bereiche. Gegenwartig gibt es Unmengen an Autoren die sich mit diesem Thema beschaftigen, denn der Begriff ist sehr breit gefasst, Themen wie nachhalti- ger Baustil, nachhaltige Kleidung und noch vieles mehr, sind Aspekte des Nachhal- tigkeitsbegriffs. Diese Hausarbeit fokussiert sich auf den Aspekt der Ernahrung. Er­nahrung bzw. Nahrung betrifft jeden einzelnen Menschen. Jedes Individuum auf dieser Erde kbnnte, urn nur ein Beispiel zu nennen, ohne ein Kleidungsstuck leben, doch ohne Nahrung wurden wir nicht uberleben.

Vor 50-60 Jahren sind die Menschen auf Markte gegangen und haben von dort ihre Lebensmittel bezogen, diese waren zum grbftten Teil regional und auch saisonal. Durch die Industrialisierung, aber auch vor allem durch die Globalisierung wurde der Landwirtschaft neue Mbglichkeiten eroffnet. Heutzutage wird man uberhauft von gefroren, stark verarbeitetem Essen, dass mehr als hundert Kilometer Transport- weg hinter sich hat. Die Frage die sich die Industrie im Nahrungsmittelsektor heute stellt ist nicht mehr, wie wollen wir uns gesund und nahrstoffreich ernahren, sondern vielmehr, wie kbnnen wir die Landwirtschaft zu einem effektiven gewinnbringenden System umkrempeln. Es ist keine Krise die von heute auf morgen entstand, aber sie ist jetzt an einem Punkt, an dem Boden und Wasser stark missbraucht werden und der Klimawandel immer mehrvoranschreitet.

Im ersten Teil dieser Hausarbeit wird ein sachlicher und theoretischer Uberblick uber die Nachhaltigkeitstheorie von Hans Carl von Carlowitz und das Drei-Saulen- Modell geschaffen. Durch die Vertiefung in das Drei-Saulen-Modell soil ein besserer Zusammenhang zwischen der bkologischen, bkonomischen und sozialen Dimen­sion geschaffen werden. Im zweiten Teil soil der theoretische Ansatz mit dem Fokus aufdie Ernahrung gelegtwerden. Eine Beziehung zwischen Nachhaltigkeit und Er­nahrung soil dadurch verdeutlicht werden und spezifisch wird das Drei-Saulen-Mo- dell dazu herangezogen. Des Weiteren werden Konzepte und Strategien miteinbe- zogen, die die Ernahrungssicherung unterstutzen. Das Erkenntnisziel dieser Arbeit, ist es herauszuarbeiten, wie unterschiedliche Landergruppen ihr Denken und Han- deln gegenuber der Natur verandern mussen um die Nahrungssicherung zu ge- wahrleisten und welche Strategien und Konzepte dies ermbglichen kbnnen.

2. Nachhaltigkeit

2.1 Begriffserklarung

Die Frage nach bestimmten Planen, Strategien und Konzepten zur Umsetzung glo- baler, zukunftsfahiger und chancengleicher Entwicklung der Menschheit gewann in den letzten Jahrzehnten aber vor allem in den letzten Jahren erheblich an Bedeu- tung. (vgl. Zimmermann 2016: 2) Weit verbreitet sind die Begriffe „sustainability“ aberauch „sustainable Development", also Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwick­lung. (ebd.) Nachhaltigkeit, aber auch nachhaltige Entwicklung werden heutzutage immer bfters in der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und in der Zivilgesellschaft als eines der wichtigsten Leitbilder moderner Politik verstanden. (vgl. Ekardt 2016: 65) Die Wurzeln des Nachhaltigkeitsgedankens im deutschen Sprachraum reichen aber nicht nur ein paar Jahre in die Vergangenheit, sondern sie erstrecken sich zuruck bis ins 17. Jahrhundert. (vgl. Busse 2012: 11) Als „Grundungsvater“ des Nachhal­tigkeitsgedankens wird Hans Carl von Carlowitz genannt, dessen ursprunglicher Gedanke damals in der Forstwirtschaft genutzt wurde. Dieser Gedanke beinhaltete, dass nur so viele Baume abgeholzt werden durfen, sodass sich der Wald auf natur- liche Weise wieder selbst regenerieren kann. (ebd.) Das Prinzip der Nachhaltigkeit sollte somit eine naturliche Ordnung in seinen Grundeigenschaften langfristig si- chern. Durch den Ansatz von Hans Carl von Carolowitz in der Forstwirtschaft wurde ein Fundament fur ein nachhaltiges Denken und Handeln im Allgemeinen geschaf- fen. (ebd.)

Seit Beginn des Grundgedankens wurden etliche Definitionsversuche vorgenom- men. Aufgrund immer grower werdender Probleme im wirtschaftlichen, bkologi- schen und sozialen Bereich, gab die Weltkommission fur Umwelt und Entwicklung in den fruhen 1980er Jahren die Anordnung eine neue Reform zu erarbeiten. Der Bericht ,,Our Common Future" auch als Brundtland-Bericht bekannt, ist heutzutage die am gangigsten verwendete Definition, (vgl. Ekardt 2016: 67) Diese besagt, „Sustainable development is development that meets the needs of the present wit­hout compromising the ability of future generations to meet their own needs”, (vgl. UN Documents) Ubersetzt bedeutet dieses Zitat: „Dauerhafte Entwicklung ist Ent- wicklung, die die Bedurfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass kunftige Generationen ihre eigenen Bedurfnisse nicht befriedigen kbnnen", (Ekardt 2016: 67) der Brundtland-Bericht beinhaltet ebenfalls zwei wichtige Thesen, die ein intragenerationelles, also zwischen der hier und jetzt lebenden Generationen und ein intergenerationelles, d.h. heutige und in Zukunft lebende Generationen, betref- fendes Gerechtigkeitspostulat fordern.(vgl. Hardtke/Prehn 2001: 14) Die Debatte urn den Nachhaltigkeitsbegriff wurde dadurch aber nicht abgeschlossen, es war mehr ein Startschuss der die globalen Diskussionen uber Nachhaltigkeit verstarkt hat. Die Definition des Brundtland-Berichtes ist sehr abstrakt und lasst viel Spiel- raum fur unterschiedliche Interpretationen. Dieser Spielraum, der bei der Definition geschaffen wurde, hat einen groften Vorteil fur politische Meinungsbildung auf nati- onaler, supranationaler und globaler Ebene geschaffen. (ebd.: 15)

2.2 Dimensionen der Nachhaltigkeit

Urn den Nachhaltigkeitsbegriff etwas konkreter zu fassen, hat sich seit Anfang der 1990er-Jahre ein Modell etabliert. Dieses Modell, auch Dreisaulenmodell genannt, unterteilt die Nachhaltigkeit in die drei Themenfelder Umwelt, Gesellschaft und Wirt- schaft und jeder Aspekt wird gleichermaften berucksichtigt. (vgl. Busse 2012: 12) Das Modell schafft die Moglichkeit direkte, aber auch indirekte Konnexionen zwi­schen dem menschlichen Handeln, aber auch der Umwelt zu ziehen. Okologische, bkonomische und soziale Aspekte gelten als aquivalente Grundvoraussetzungen fur den Fortbestand unserer heutigen Lebensgrundlagen. (ebd.: 13) Diese Sicht- weise ist ein wichtiges Merkmal des Nachhaltigkeitsgedankens, denn sie kon- zentriert sich nicht nur auf ein spezielles Problem, so wie es die meisten wissen- schaftlichen Ansatze der Neuzeit ausuben. (ebd.)

2.2.1 Okologische Dimension

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts bestand der Begriff „Nachhaltigkeit“ nur in Verbin- dung mit der Forst - und Landwirtschaft. Durch „The Limits to Growth" erfuhr der Begriff „Nachhaltigkeit“ eine enorme Ausweitung in seiner Bedeutung und die Ver- wendung umfasste von diesem Zeitpunkt an den Bereich der Okologie. (vgl. Zim- mermann 2016: 8) Dem Menschen wurde bewusst, dass er ein wichtiger Teil des gesamten Okosystems ist und deswegen auf die Funktionsfahigkeit der Erde und an ihren naturlichen Kreislaufen und Regenerationsprozesse gebunden ist. (ebd.: 9) Durch diesen Prozess haben sich einige Grundsatze aufgezeigt. Diese Leitge- danken, die auch als bkologische Managementregeln bekannt sind, enthalten ge- eignete Rahmenbedingungen fur eine bkologische und nachhaltige Entwicklung. Zusammengefasst beinhalten die Grundsatze, dass ein rucksichtsloser Verbrauch von erneuerbaren Ressourcen einzustellen ist und dass die Abbaurate die Regene- rationsrate der Ressourcen nicht uberschreiten darf. (ebd.) Ebenso soil der Abbau von nicht erneuerbaren Ressourcen, wie z.B. Erdol und Erze, unterbunden werden. Doch bis es vollig gestoppt werden kann, soil beim Abbau nicht erneuerbarer Res­sourcen ein gleichwertiger Ersatz geschaffen werden. (vgl. Busse 2012: 15) Zu- gleich sollen die Stoffeintrage, die in ein Umweltmedium flieften, unterhalb einer Assimilationsgrenze die das Okosystem verarbeiten kann, liegen. Zuletzt mussen menschliche Einflusse das zeitliche Reaktionsvermbgen der Umwelt beachten. Durch diese Grundsatze kristallisieren sich zwei Positionen heraus, die der schwa- chen Nachhaltigkeit und die der staken Nachhaltigkeit. Die Position der schwachen Nachhaltigkeit verkbrpert, dass Naturliches durch Kunstliches ausgetauscht werden kann und darf. Vorausgesetzt wird aber, dass das Wohlfahrtsniveau uber die Zeit kontinuierlich bleibt. (ebd.: 15 f.) Die starke Nachhaltigkeit besagt hingegen, dass das naturliche Kapital stets konstant gehalten werden sollte und nur begrenzte Aus- tauschmbglichkeiten realisierbar sind. Beide Positionen sind aber nicht langlebig, weshalb eine Kombination aus beiden notwendig ist. Diese These fordert nun, dass vorhandene Ressourcen nur im Umfang genutzt werden durfen, wie sie der zukunf- tigen Generation in dergleichen Qualitatund Quantitat wiederzur Verfugung stehen. (ebd.: 16) Der Begriff der bkologischen Dimension wurde durch diese These ge- pragt und ist dadurch als Hauptsaule im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit zu sehen. (vgl. Grundwald/Kopfmuller 2012: 35)

2.2.2 Okonomische Dimension

Die wirtschaftlichen Veranderungsprozesse die in den fruhen 1970er Jahren ent- standen sind forderten ein schnelles Umdenken, denn die Globalisierung brachte eine weltweite Okonomische Verflechtung mit sich. (vgl. Zimmermann 2016: 9) Das Wohlstandsniveau und die Lebensqualitat wurden aber durch die Globalisierung nicht angepasst, sondern fuhrten vielmehrzu einer vermehrten Ungleichheit. (ebd.) Die Anhaufung dieser globalen Probleme waren nun nicht mehr allein durch okolo- gisches nachhaltiges Handeln losbar. Zusatzliche Probleme verscharften diesen Vorgang, wie z.B. die rapide ansteigende Bevolkerungswachstumsrate und der im­mense Andrang an neuen Konsumgutern. Der Aspekt des nachhaltigen Wirtschaf- tens ruckte somit immer mehr in den Vordergrund. (ebd.) Im Zusammenhang mit okonomisch nachhaltigem Denken fallt oft das Beispiel der Kapitaltheorie. Diese besagt, dass man von den laufenden Ertragen leben sollte und nicht vom Kapital selbst. Ebenso stellt das Einkommen jedes einzelnen Individuums laut dieser The- orie, die maximale Summe dar, die ausgegeben werden darf. (vgl. Ekardt 2005:16) Ubertragt man nun diesen Gedanken auf die Gesellschaft bedeutet das, dass von der Gesellschaft in einem bestimmten Zeitraum nur so viel konsumiert werden darf, dass zukunftige Konsummoglichkeiten nicht beeintrachtigt Oder sogar einge- schrankt werden mussen. Der wirtschaftliche Aspekt im Nachhaltigkeitsmodell wurde zuerst nur als volkswirtschaftliche Nachhaltigkeit wahrgenommen, jedoch wurde dies nicht gelingen, wenn nicht einzelne gewinnbringende Unternehmen vor- handen waren. Zugleich ist fur die okonomische Saule das Wechselspiel zwischen einer funktionierenden nationalen Volkswirtschaft essentiell urn globale okonomi- sche nachhaltige Entwicklung zu ermoglichen. (ebd.: 16-18) Es gibt einige bemer- kenswerte Denkanstofte, die das okonomische nachhaltige Denken in Bewegung gebracht haben und sich gegen den Wachstums- und Konsumzwang gestellt ha- ben. Beispiele dafur sind die Gemeinwohlokonomie, Oder auch die Postautistische Okonomie. (vgl. Rogall 2008: 53) In der Nachhaltigen Okonomie werden diese Denkansatze wie folgt geschildert: „Eine nachhaltige Entwicklung will fur alle heute lebenden Menschen und kunftigen Generationen ausreichend hohe okonomische, okologische und sozial-kulturelle Standards in den Grenzen der naturlichen Tragfa- higkeit der Erde erreichen und so das intra- und intergenerative Gerechtigkeitsprin- zip durchsetzen". (Rogall 2008: 53) Zentrale Begriffe wie starke Nachhaltigkeit, eth- nische Prinzipien, inter- und transdisziplinare Ansatze, globale Verantwortung Oder nachhaltige Markt- und Gemischtwirtschaft spielen eine wichtige Rolle in der Nach­haltigen Okonomie. (vgl. Zimmermann 2016: 10) Aufgrund dessen stellt die okono- mische Dimension eine zweite wesentliche Saule der Nachhaltigkeit dar. Das Ziel ist es, die Grundbedurfnisse der heutigen Generation zu befriedigen und diese auch furzukunftige Generationen zu sichern. (ebd.)

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Nachhaltigkeit. Ernährung als Grundbaustein für ein nachhaltiges Leben
Note
2,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V442357
ISBN (eBook)
9783668805361
ISBN (Buch)
9783668805378
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Umwelt, Ecological Footprint, Carbon Footprint, Menschen, Klimawandel, Erde, Wasserverschmutzung, Ernährung, Leben
Arbeit zitieren
Nicole Kisiela (Autor), 2017, Nachhaltigkeit. Ernährung als Grundbaustein für ein nachhaltiges Leben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442357

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Nachhaltigkeit. Ernährung als Grundbaustein für ein nachhaltiges Leben



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden