Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Die Liebeskonzeption in Horváths "Kasimir und Karoline"

Eine Problematisierung des Scheiterns von Kommunikation und Liebe

Titel: Die Liebeskonzeption in Horváths "Kasimir und Karoline"

Hausarbeit , 2018 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Karen Kursawe (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Volksstück „Kasimir und Karoline“, erschienen im Jahre 1932, gilt als eines der meist gespieltesten Stücke Ödön von Horváths und überträgt die wirtschaftliche Not der Zeit nach der Weimarer Republik, auf die zwischenmenschlichen Beziehungen der Figuren im Drama. Die Thematik der Liebe, wird hier insbesondere unter Beachtung des zeitgeschichtlichen Kontexts fokussiert. Dieser Aspekt ist von großer Bedeutung, da das Handlungsgeschehen des Dramas auf den Konflikten der Figuren beruht, welche aus der gesellschaftlichen und ökonomischen Krise resultieren. Wird man sich diesem Kontext bewusst, so entdeckt man schnell die Illusion des Titels „Kasimir und Karoline“, welcher zunächst ungeachtet der Handlung, eine romantische Liebesgeschichte mit glücklichem Ende vermuten lässt. Diese Arbeit verdeutlicht die Ambivalenz zwischen Titel und Handlung in Bezug auf die Liebeskonzeption der Figuren Kasimir und Karoline.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eine Beleuchtung der Missstände, ihrer Auswirkungen und Ursachen

2.1. Auslöser für die Trennung zwischen Kasimir und Karoline

2.1.1 Das Bewusstsein der titelgebenden Figuren über ihre soziale und ökonomische Determiniertheit

2.1.2 Die Unvereinbarkeit von Liebesideal mit der Realität

2.2 Gründe für die Diskrepanz und Entfremdung

2.2.1 Die Sprache als Ausformung des Bewusstseins-Aspekte der Fehlkommunikation

2.2.2 Der Kampf zwischen Bewusstem und Unbewusstem

2.2.3 Demaskierung des Bewusstseins - Der Widerspruch von Schein und Wirklichkeit mittels Ironie

2.2.4 Maskierung der individuellen Interessen durch ökonomische Faktoren

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Liebeskonzeption in Ödön von Horváths Volksstück „Kasimir und Karoline“ und geht der zentralen Forschungsfrage nach, warum die Beziehung zwischen den titelgebenden Protagonisten trotz verschiedener Versöhnungsversuche scheitert, wobei insbesondere die sozioökonomischen Rahmenbedingungen und die daraus resultierende Entfremdung der Figuren analysiert werden.

  • Die Auswirkungen der ökonomischen Krise auf zwischenmenschliche Beziehungen.
  • Die Inkonsistenz zwischen dem idealisierten Liebesbegriff und der gesellschaftlichen Realität.
  • Die Rolle der Sprache als Ausdruck des Bewusstseins und als Mittel zur Fehlkommunikation.
  • Der Konflikt zwischen bewussten Handlungen und unbewussten, triebgesteuerten Motiven.
  • Die Maskierung individueller Interessen durch ökonomische Faktoren.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Die Sprache als Ausformung des Bewusstseins-Aspekte der Fehlkommunikation

Erst durch die Illustrierung der Sprachthematik an den Figuren, ermöglicht das Drama einen sozioökonomischen und politischen Einblick, in das damalige Zeitgeschehen der Weimarer Republik. Die Figuren stellen keine Handlungs- oder Ideenträger dar, die sich im Laufe des Stückes wandeln. Jene sozialen Umstände werden weniger kritisch reflektiert, als dass sie durch das sprachliche Geschehen thematisiert werden. Die Sprache und der Dialog, stellen eine Ausformung des Bewusstseins dar, das je nach psychischen Dispositionen und Umwelteinflüssen anders ausfällt. Diese Unbeständigkeit, stellt ein primäres Hindernis in Kommunikation und Beziehung dar, weshalb es folglich genauer betrachtet werden soll. Wie auch Horváth in seiner Gebrauchsanweisung für seine Stücke betont, wird der Mensch erst durch seine Sprache lebendig. Somit stehen und fallen auch seine Stücke mit dem Dialog. Die Sprache verändert sich ständig, weil sich das Bewusstsein unentwegt wandelt.

Zentral für die Kommunikationshinderung, ist der sogenannte Bildungsjargon, der den Austausch der Figuren untereinander entscheidend beherrscht. Dieser Bildungsjargon, zeichnet sich durch "vorgefertigte Sprachteile“ aus. Er erfüllt insofern seine Funktionen, indem er jene Bevölkerungsschichten aufwertet, die durch die ökonomische Krise ihren sozialen Status verloren haben, und kompensiert somit deren Mangelempfinden. Er stellt also einen Dialekt als Charaktereigenschaft dar, der die Personen soziologisch kennzeichnet. So ist es zumindest sprachlich möglich, über seine Verhältnisse zu leben. Ausschlaggebend für die Kommunikation zwischen Kasimir und Karoline ist, dass sie den Bildungsjargon immer dann als Fluchtort beziehen, wenn sie sich im Gespräch voneinander abheben möchten, um ihren sozialen Status nicht zu gefährden. Dazu lässt sich beispielhaft jene Textstelle heranziehen, in der Kasimir und Karoline darüber streiten, dass Karoline bezüglich ihrer Begegnung mit Schürzinger, einem angeblich lang Bekannten, log.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Volksstück ein, thematisiert den zeitgeschichtlichen Kontext der Weimarer Republik und stellt die erkenntnisleitende Frage nach dem Scheitern der Beziehung von Kasimir und Karoline.

2. Eine Beleuchtung der Missstände, ihrer Auswirkungen und Ursachen: Dieser Hauptteil analysiert die Trennungsgründe, die Entfremdung der Figuren durch sozioökonomische Faktoren, die Rolle der Sprache sowie den Kampf zwischen Bewusstem und Unbewusstem.

2.1. Auslöser für die Trennung zwischen Kasimir und Karoline: Hier wird untersucht, wie die wirtschaftliche Krise und die unterschiedliche Wahrnehmung der Figuren ihre soziale Determiniertheit und das Scheitern ihres Liebesideals bedingen.

2.1.1 Das Bewusstsein der titelgebenden Figuren über ihre soziale und ökonomische Determiniertheit: Der Abschnitt beleuchtet, wie Kasimir und Karoline die Auswirkungen der ökonomischen Krise subjektiv unterschiedlich verarbeiten und wie dies zu Differenzen in ihrer Weltanschauung führt.

2.1.2 Die Unvereinbarkeit von Liebesideal mit der Realität: Es wird dargelegt, wie das Streben nach ökonomischer Sicherheit und sozialem Aufstieg das Ideal einer solidarischen Liebe als moralische Utopie entlarvt.

2.2 Gründe für die Diskrepanz und Entfremdung: Dieser Unterpunkt untersucht die tieferliegenden Ursachen der Distanz zwischen den Figuren, insbesondere durch Sprachlosigkeit und psychologische Faktoren.

2.2.1 Die Sprache als Ausformung des Bewusstseins-Aspekte der Fehlkommunikation: Der Abschnitt analysiert den „Bildungsjargon“ als Mittel zur Statusaufwertung und als Hindernis für einen authentischen Dialog.

2.2.2 Der Kampf zwischen Bewusstem und Unbewusstem: Hier wird der Konflikt zwischen sozialem Bewusstsein und asozialem Triebleben untersucht, der sich in Sprachlosigkeit und Pausen äußert.

2.2.3 Demaskierung des Bewusstseins - Der Widerspruch von Schein und Wirklichkeit mittels Ironie: Dieser Teil betrachtet die Diskrepanz zwischen Gesagtem und Gemeintem sowie die ständige Wandlung des Bewusstseins der Figuren.

2.2.4 Maskierung der individuellen Interessen durch ökonomische Faktoren: Es wird aufgezeigt, wie die Figuren aus Eigennutz in funktionale Beziehungen flüchten und ihre wahren Interessen unter ökonomischen Gesichtspunkten maskieren.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Trennung das Resultat einer selbst erzeugten Entfremdung ist, die durch die Konsumgesellschaft und ökonomische Zwänge bedingt wird.

Schlüsselwörter

Ödön von Horváth, Kasimir und Karoline, Liebeskonzeption, Entfremdung, Weimarer Republik, Sozioökonomie, Bildungsjargon, Fehlkommunikation, Bewusstsein, Unbewusstes, ökonomische Krise, gesellschaftliche Realität, Liebesideal, Identitätsverlust, Egoismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Liebeskonzeption in Ödön von Horváths Volksstück „Kasimir und Karoline“ unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Bedingungen der Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Auswirkungen der ökonomischen Krise auf zwischenmenschliche Beziehungen, die Unvereinbarkeit von Liebesidealen mit der Realität sowie die Rolle der Sprache.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Ursachen für das Scheitern der Beziehung zwischen Kasimir und Karoline sowie die Gründe für das Ausbleiben einer Versöhnung zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die das Primärwerk unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zu Dramaturgie und historischem Kontext untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Trennungsursachen, die Analyse der Sprachverwendung (Bildungsjargon), den psychologischen Kampf zwischen Bewusstem und Unbewusstem sowie die Maskierung von Interessen durch ökonomische Faktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Entfremdung, Sozioökonomie, Liebesideal, Fehlkommunikation und Konsumgesellschaft charakterisiert.

Warum spielt der „Bildungsjargon“ im Stück eine solch zentrale Rolle?

Er dient den Figuren als Ventil zur Kompensation ihres verlorenen sozialen Status durch die Wirtschaftskrise und ermöglicht es ihnen, sich sprachlich über ihre Verhältnisse zu stellen.

Wie endet die Beziehung zwischen den Protagonisten nach Auffassung der Autorin?

Die Beziehung endet in einer endgültigen Trennung, da beide Figuren sich in desillusionierte Ersatzbeziehungen flüchten, die ihnen ökonomischen Vorteil versprechen, anstatt eine authentische, liebevolle Verbindung einzugehen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Liebeskonzeption in Horváths "Kasimir und Karoline"
Untertitel
Eine Problematisierung des Scheiterns von Kommunikation und Liebe
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Autor
Karen Kursawe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V442462
ISBN (eBook)
9783668804784
ISBN (Buch)
9783668804791
Sprache
Deutsch
Schlagworte
liebeskonzeption horváths kasimir karoline eine problematisierung scheiterns kommunikation liebe NDL Horváth
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karen Kursawe (Autor:in), 2018, Die Liebeskonzeption in Horváths "Kasimir und Karoline", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442462
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  17  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum