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Das "Geheime Deutschland" und der George-Kreis Claus von Stauffenbergs als "georgianischer" Hitler-Attentäter?

Title: Das "Geheime Deutschland" und der George-Kreis Claus von Stauffenbergs als "georgianischer" Hitler-Attentäter?

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 29 Pages

Autor:in: Moritz Tostmann (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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Claus von Stauffenberg, eigentlich Soldat und treuer Diener seines Vaterlandes, entschied sich nach Erkennen der wahren Natur Hitlers, für eine Verschwörung gegen jenen Diktator und Tyrannen, oder anders: für den politischen Widerstand in Form eines gezielten Attentats.

Doch das Attentat schlug fehl. Der Täter und seine Verschwörer wurden festgenommen und noch in derselben Nacht hingerichtet. Zu diesem Ereignis gibt es zwei Schilderungen: Die einen sagen, Stauffenberg hätte im letzten Moment vor der Erschießung „Es lebe unser heiliges Deutschland!“ ausgerufen. Andere behaupten aber, „Es lebe das Geheime Deutschland!“ waren seine eigentlichen letzten Worte. Die Antwort darauf ist – aufgrund von mangelnder Zeugenaussagen – wohl kaum zu geben. Aber zu fragen, was das „Geheime Deutschland“ denn überhaupt war und welchen Anlass Stauffenberg gehabt haben könnte, seinen letzten Atemzug diesen Worten zu opfern; das scheint evident und einer Untersuchung wert zu sein.

Diese Arbeit möchte sich mit ebendieser Fragestellung beschäftigen: Es soll erforscht werden, was unter dem „Geheimen Deutschland“ zu verstehen ist, woher der Begriff stammt und wie Stauffenberg mit diesem Begriff und damit auch dem berühmten Dichter und Phänomen Stefan George in Berührung gekommen ist. Es soll gefragt werden: Welchen Einfluss hatte Stefan George mit seinem Kreis aus Jüngern auf den jungen Claus von Stauffenberg? War es eine Beziehung, die sich rein um das Dichterische drehte oder darüber hinaus auch ins Politische ging? Gab es neben George selbst andere Einflüsse innerhalb des Kreises? Und welche Weltsicht vertrat Stauffenberg in einem solchen Maße, als dass er sein Leben riskierte, um Deutschland von der Grausamkeit Adolf Hitlers zu befreien?" Zusammengefasst: Wenn Claus von Stauffenberg nun wirklich das „Geheime Deutschland“ vor seiner Hinrichtung gerufen hat, dann scheint es naheliegend, dass dieser Ausdruck, diese Idee des „Geheimen Deutschlands“ mit seiner Motivation zum Widerstand in einem engen Bezug gestanden haben muss. Die Frage kommt auf: Handelte Stauffenberg am Tag des 20. Julis aus gänzlich eigener Antriebskraft? Oder schlummerte in ihm der Geist seines „Meisters“ Stefan George und dessen ihn umgebenden Kreis?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einführung

II. Hintergrund

A. Ideen in der Geschichte – Entstehung, Wandel & Definition

B. Zum politischen Widerstand

III. Das „Geheime Deutschland“

A. Stefan George – Dichter und Phänomen

B. Claus Graf Schenk von Stauffenberg – Ein „Georgianer“

C. Bedeutung einer Idee

– Die Erben von Heine, Hölderlin und Platon

IV. Vom Ästhetischen zum genuin Politischen

A. Der Politiker Stefan George

B. Der „georgianische“ Täter Stauffenberg

C. Die deutsche Erhebung um 1800

V. 20. Juli 1944

A. Analyse – Der „Schwur“

VI. Schlussbetrachtung

VII. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den potenziellen Einfluss der Ideenwelt des Dichters Stefan George und seines Kreises auf die Motivation von Claus Graf Schenk von Stauffenberg für das Attentat vom 20. Juli 1944. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob Stauffenberg bei seinem Handeln durch das Konzept des „Geheimen Deutschlands“ geleitet wurde.

  • Stefan George und das Phänomen seines Dichterkreises
  • Die Genese und Bedeutung der Idee des „Geheimen Deutschlands“
  • Die politische Entwicklung und Radikalisierung Stauffenbergs
  • Die Analyse des Schwurs vom 20. Juli als ideologisches Dokument
  • Die Ambivalenz von ästhetischen Idealen und politischem Widerstand

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung einer Idee

Das „Geheime Deutschland“ hat seinen Ursprung nicht – wie man vermuten könnte – im genannten George-Kreis. Die Entstehung des Begriffs geht indes auf die nationalstaatliche Bewegung um 1800 herum zurück. Sicher sei auch, so sagen Philologen, dass der Ursprung in der politischen Romantik liegt. Doch welche Keimzelle verbirgt sich wirklich hinter diesem mystischen Begriff, der von George und Karl Wolfsburg vor mehr als 100 Jahren in die dichterische Landschaft eingeführt wurde? Ulrich Raulff – Kulturwissenschaftler und Journalist – fragt dazu: „Wollten sie damit ein Gegenbild zur Realpolitik des Kaiserreichs errichten? Zurückgreifen auf den ‚geheimen deutschen Fug‘, wie er um 1800 erträumt worden war? Im Sinne Schellings eine neue Mythologie begründen?“ In jedem Fall hatten nahezu alle Dichter und Denker, die den Begriff prägten, eines gemeinsam: Sie unterstützten die Idee eines neuen, anderen Deutschlands, oder mit Hans-Christof Kraus‘ Worten: Sie alle sprachen immer dann von dieser Idee, „wenn der Zustand des im äußerlichen Sinne ‚realen‘, des wirklichen Deutschlands Anlaß zur Klage und Kritik gab.“

Wie die Dichter des 19. Jahrhunderts diese Idee nun konkret umschrieben, war – wenn auch nur marginal – unterschiedlich: Heinrich Heine sprach von einem „wirklichen Deutschland, dem großen, geheimnißvollen, so zu sagen anonymen Deutschland des deutschen Volkes“, Schiller sprach von einem geistigen Deutschland. Paul de Lagarde bedauerte in seinen Schriften zwischen 1875 und 1878: „das Deutschland, welches wir lieben und zu sehen begehren, hat nie existiert“ und er forderte zugleich „einen heimlich offenen bund, der für das große morgen sänne und schaffte“. Besonders prägend aber – nicht nur für die Bedeutung der Idee vom „Geheimen Deutschland, sondern auch für Stefan George selbst – war der deutsche Lyriker Friedrich Hölderin: Er hatte die Vision von einem „geheimen, schöpferischen Genius Deutschlands“. In dessen Gesängen begegnete George einem „Dichter, der das Göttliche […] durch hymnische Beschwörung in die Wirklichkeit glaubte überführen zu können.“ George selbst sah sich konkret als Überlieferer der Dichtung von Hölderlin.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einführung: Die Einleitung etabliert die Fragestellung, ob der Begriff des „Geheimen Deutschlands“ Stauffenbergs Motivation für das Attentat maßgeblich beeinflusst hat.

II. Hintergrund: Dieses Kapitel klärt die theoretischen Begriffsdefinitionen von „Idee“ und „politischem Widerstand“ als wissenschaftliche Basis für die Untersuchung.

III. Das „Geheime Deutschland“: Hier wird Stefan George als Dichterphänomen sowie sein Einfluss auf Claus Graf Schenk von Stauffenberg und die Bedeutung des Begriffs für den George-Kreis beleuchtet.

IV. Vom Ästhetischen zum genuin Politischen: Die Untersuchung des Übergangs von Georges ästhetischen Vorstellungen hin zu einer politischen Haltung und deren Auswirkung auf Stauffenberg steht im Fokus.

V. 20. Juli 1944: Dieses Kapitel analysiert das Attentat und insbesondere den „Schwur“ als Dokument der ideologischen Grundvorstellungen des Stauffenberg-Kreises.

VI. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass Stauffenberg durch das Gedankenkonstrukt des „Geheimen Deutschlands“ eine feste ideologische Basis für sein Handeln als Täter des 20. Juli fand.

VII. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Forschung herangezogenen Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Stauffenberg, Stefan George, Geheimes Deutschland, Nationalsozialismus, Politischer Widerstand, George-Kreis, 20. Juli 1944, Attentat, Ideengeschichte, Deutschland, Ästhetik, Politische Theorie, Elite, Widerständler.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Ideenwelt des George-Kreises und der Motivation Claus Graf Schenk von Stauffenbergs für sein Attentat gegen Hitler am 20. Juli 1944.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Geschichte der Idee des „Geheimen Deutschlands“, das Charisma Stefan Georges, die politische Entwicklung des Widerstandskreises um Stauffenberg sowie die Interpretation politischer Widerstandshandlungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob Claus Graf Schenk von Stauffenberg als „georgianischer“ Hitler-Attentäter bezeichnet werden kann und ob seine Tat maßgeblich durch die Ideen des George-Kreises geprägt war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die renommierte Biografien, zeitgenössische Zeugenaussagen sowie wissenschaftliche Deutungen von Historikern, Philosophen und Politikwissenschaftlern kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Begriffs „Geheimes Deutschland“, das Charisma von Stefan George, Stauffenbergs Integration in den Kreis sowie die Analyse des „Schwurs“ als programmatisches Dokument der Verschwörer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Stauffenberg, George-Kreis, Geheimes Deutschland, Widerstand, Ideengeschichte und das Attentat vom 20. Juli.

Welche Rolle spielt der Begriff „Gneisenau-Studien“ im Kontext der Arbeit?

Die Studien zu Gneisenau dienen als Beispiel für die Art und Weise, wie Stauffenberg und Mitglieder des George-Kreises historische Figuren des Widerstands und der preußischen Erhebung als Vorbilder für ihre eigene politische Mission interpretierten.

Wie bewertet der Autor die Beziehung zwischen George und dem Nationalsozialismus?

Der Autor stellt fest, dass Stefan Georges Haltung ambivalent war; er lehnte die plebejischen Aspekte des Regimes ab, hielt sich aber von expliziten politischen Aussagen fern, was zur Entstehung unterschiedlicher Deutungen innerhalb seines Umfelds führte.

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Details

Title
Das "Geheime Deutschland" und der George-Kreis Claus von Stauffenbergs als "georgianischer" Hitler-Attentäter?
College
University of Passau
Author
Moritz Tostmann (Author)
Publication Year
2018
Pages
29
Catalog Number
V442578
ISBN (eBook)
9783668839380
ISBN (Book)
9783668839397
Language
German
Tags
geheime deutschland george-kreis claus stauffenbergs hitler-attentäter Note 1.3
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Tostmann (Author), 2018, Das "Geheime Deutschland" und der George-Kreis Claus von Stauffenbergs als "georgianischer" Hitler-Attentäter?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442578
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