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Friedrich Schillers 'Wilhelm Tell' - Die Apfelschusslegende als internationaler Wanderstoff

Title: Friedrich Schillers 'Wilhelm Tell' - Die Apfelschusslegende als internationaler Wanderstoff

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jan Beckers (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Der Nationalheld der Schweizer ist zweifelsohne Wilhelm Tell. In zahlreichen Erzählungen, Dramen und Geschichtschroniken wird der historischen Kampf der Schweizer Urkantone, unter der Führung des Wilhelm Tell gegen die Tyrannenherrschaft der Österreicher geschildert. Die Tellskapelle und die Rütliwiese stehen stellvertretend für die große Zahl der Denkmäler rund um den Vierwaldstädter See, für einen Helden, der den Schweizer Urkantonen ihre Freiheit brachte. Geschichtserzählungen, wie das „Chronicon Helveticum“ von Tschudi, scheinen für die Authentizität des Wilhelm Tell zu bürgen. Doch bei genauerer Analyse der historischen Fakten, muss man zu dem Schluss kommen, dass eine historische Persönlichkeit Wilhelm Tell niemals gelebt hat.
Ob die Authentizität Wilhelm Tells für Schiller von Bedeutung war zeigt ein ersten Hinweis auf seine Geschichtstheorie, nach dieser ist es völlig legitim „leere Stellen“ der Geschichte aufzufüllen. Wie der Titel dieser Arbeit schon sagt, geht es in der Untersuchung hauptsächlich um das Motiv des Apfelschusses als ein internationales, literarisches Wandermotiv. Es begegnet uns zum ersten Mal in der nordischen Sage und ist in ganz Europa verbreitet, es gibt sogar Forscher, die in der Apfelschusssage eine alte orientalische Erzählung sehen.2 Ich werde mich hier, aus Gründen der Überschaubarkeit vor allem mit den nordischen Überlieferungen der Apfelschusslegende beschäftigen. Deshalb beschäftigt sich die Arbeit auch nicht mit den unmittelbaren Schweizer Quellen Schillers, sondern mit den verschiedenen literarischen Erscheinungen des Apfelschussmotivs in ganz Europa. Ziel ist es durch die Untersuchung von Gemeinsamkeiten und Abweichungen festzustellen wie der Apfelschuss den Weg in die schweizerische Geschichtsschreibung fand.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Die Rezeption des „Wilhelm Tell“ als historische Persönlichkeit:

3. Der Apfelschuss als literarisches Wandergut:

3.1 Die internationalen Quellen der Apfelschusslegende

3.1.1 Die nordischen Quellen:

3.1.2 Die englischen Quellen:

3.1.3 Die deutschen Quellen:

3.2 Der Weg der Apfelschusslegende in die Schweiz:

4. Analyse der dritten Szene im dritten Aufzug des „Wilhelm Tell“:

4.1 Die Stellung der Apfelschussszene innerhalb des Dramas:

4.2 Der „Popanz“ auf der Stange:

4.3 Der Apfelschuss:

4.4 „Wäre ich besonnen, so hieß ich nicht der Tell“:

5. Schlussbemerkungen:

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Herkunft und Verbreitung des Apfelschussmotivs als internationales Wandermotiv und analysiert, wie Friedrich Schiller dieses Motiv in seinem Drama „Wilhelm Tell“ verarbeitet und neu interpretiert. Das primäre Ziel ist es, die literarische Wanderung der Legende von nordischen Quellen über Deutschland bis in die schweizerische Geschichtsschreibung nachzuvollziehen und die dramaturgische Bedeutung der Apfelschussszene innerhalb des Werkes zu ergründen.

  • Historische Rezeption und Authentizität der Figur Wilhelm Tell.
  • Vergleichende Analyse internationaler Apfelschuss-Quellen (nordisch, englisch, deutsch).
  • Dramaturgische Einordnung der Apfelschussszene in Schillers „Wilhelm Tell“.
  • Untersuchung der Charakterisierung Tells als Einzelgänger und Held.
  • Literarische Wanderwege und Kulturtransfer des Motivs.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die nordischen Quellen:

Zunächst muss man die unterschiedlichen nordischen Erzählungen darauf untersuchen, was der eigentliche Kern der Apfelschusslegende war, da hier verschiedene Modifikationen der ursprünglichen Geschichte auftreten. Die älteste Darstellung des Apfelschusses und die dem Tell am ähnlichsten, ist, unter den nordischen Quellen die Dänenchronik des Saxo Grammaticus.

Bei Saxo ist es der Meisterschütze Toko, der schon länger im Dienste des Königs steht und der bei einer „weinfreudigen Unterhaltung“ gegenüber seinen Kameraden prahlt er sei ein Meister im Bogenschießen. Diese Prahlerei wird dem König zugetragen, was dieser zum Anlass nimmt, die Künste Tokos zu testen. Der König zwingt Toko dazu, einen Apfel vom Kopf des eigenen Sohnes zu schießen, worauf Toko ruhig eingeht und den Knaben mit abgewandtem Gesicht aufstellt, damit ihn das Zischen des heranfliegenden Pfeiles nicht etwa erschreckt. Der Apfel wird getroffen und fällt zu Boden. An die Erprobung Tokos schließt sich die Frage des Königs an, warum er mehrere Pfeile aus seinem Köcher gezogen habe, woraufhin Toko antwortet: „Um an dir das Abirren des ersten mit der Spitze der andern zu rächen,“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Historizität Wilhelm Tells ein und definiert das Apfelschussmotiv als literarisches Wandermotiv, das Gegenstand der Untersuchung ist.

2. Die Rezeption des „Wilhelm Tell“ als historische Persönlichkeit: Dieses Kapitel behandelt den historischen Abriss der Tellrezeption und beleuchtet Schillers eigene Auffassung des Stoffes als „Märchen“ sowie die Bedeutung von Geschichtsschreibung als Identitätsstiftung.

3. Der Apfelschuss als literarisches Wandergut: Dieser Abschnitt analysiert die internationalen Quellen des Apfelschussmotivs, unterteilt in nordische, englische und deutsche Zeugnisse, und diskutiert deren mögliche Wanderwege in die Schweiz.

4. Analyse der dritten Szene im dritten Aufzug des „Wilhelm Tell“: Hier erfolgt die detaillierte literaturwissenschaftliche Analyse der zentralen Apfelschussszene, ihrer Stellung im Drama, der Symbolik sowie der Charakterentwicklung Wilhelm Tells.

5. Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Sage besonders dort Wurzeln schlagen konnte, wo Bauernfreiheit auf Herrscherwillkür traf, und unterstreicht die wirkungsgeschichtliche Bedeutung von Schillers Tell-Interpretation.

Schlüsselwörter

Wilhelm Tell, Friedrich Schiller, Apfelschuss, Wandermotiv, Saxo Grammaticus, Legende, Schweizer Urkantone, Geßler, Literaturgeschichte, Kulturtransfer, Historizität, Mythos, Dramenanalyse, Tyrannenherrschaft, Meisterschütze

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Apfelschussmotiv als literarisches Wandermotiv und dessen Integration in Friedrich Schillers Drama „Wilhelm Tell“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Herkunft der Apfelschusslegende, der internationale Kulturtransfer dieses Motivs sowie die spezifische dramaturgische Bearbeitung durch Schiller.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der Apfelschusslegende von ihren älteren, nordischen Quellen bis zur schweizerischen Identitätsstiftung zu verfolgen und die Bedeutung der zentralen Szene im Drama zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf dem Vergleich von Quellentexten (Saxo Grammaticus, englische Balladen) und der Interpretation des Dramentextes von Schiller basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine quellenkritische Bestandsaufnahme der Apfelschuss-Variationen und eine tiefgehende Analyse der dritten Szene des dritten Aufzugs bei Schiller.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Apfelschuss, Wilhelm Tell, Wandermotiv, Literaturgeschichte und Tyrannenherrschaft charakterisieren.

Welche Bedeutung kommt dem „Popanz“ in der Analyse zu?

Der „Popanz“ (der Hut auf der Stange) wird als Symbol der tyrannischen Herrschaft Geßlers gedeutet, das die Altdorfer durch Routine und Distanzierung zu bewältigen versuchen.

Wie interpretiert der Autor Tells zweitem Pfeil?

Der zweite Pfeil wird als Ausdruck von Tells Widerstand und als Beweis für seine Entschlossenheit gesehen, den Tyrannen Geßler notfalls zu töten, sollte er sein Kind getroffen haben.

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Details

Title
Friedrich Schillers 'Wilhelm Tell' - Die Apfelschusslegende als internationaler Wanderstoff
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
2,0
Author
Jan Beckers (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V44265
ISBN (eBook)
9783638418980
ISBN (Book)
9783640858132
Language
German
Tags
Friedrich Schillers Wilhelm Tell Apfelschusslegende Wanderstoff
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Beckers (Author), 2005, Friedrich Schillers 'Wilhelm Tell' - Die Apfelschusslegende als internationaler Wanderstoff, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44265
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