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Kaisereid für Augustus aus Neapolis, Pontos (3 v. Chr.)

Quelleninterpretation

Titel: Kaisereid für Augustus aus Neapolis, Pontos (3 v. Chr.)

Quellenexegese , 2018 , 6 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Paul Jonas (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Quelleninterpretation soll es um den Kaisereid im römischen Osten gehen. Als exemplarische Quelle dafür soll der Kaisereid aus der antiken Stadt Neapolis, in der ehemaligen römischen Provinz Paphlagonien, untersucht werden. Der Quellentext dafür stammt aus der vierten Sitzung des Seminars, der sich nur auf den Eid als solches konzentriert, während die weiteren Informationen zu dieser Quelle, vor allem die zur physischen Beschaffenheit, aus den Untersuchung von Aitor Blanco Pérez stammen.

Dieser Eid befände sich auf einer Stele aus Sandstein. Der Text dieses Eides wurde in ebendiese Stele gemeißelt und stände ursprünglich in der orthodoxen Kirche in der heutigen Stadt Vezirköprü,dieauchdieRuinenderehemaligenStadtNeapoliseinschließt. Die Steleseizwar beschädigt doch liegt der Text des Eides, der auf Griechisch geschrieben ist, rekonstruiert vollständig vor. Datierungsversuche beschreiben das Jahr 3 v. Chr. als den Zeitraum, in dem dieser Eid entstand und wirkte. Da dieser Eid, wie später zu sehen sein wird, sich auf Augustus bezieht, ist es zudem wichtig Augustus in den chronologischen Kontext miteinzubinden. Zu diesem Zeitpunkt war Augustus zum zwölften Mal Konsul und bereits mehrere Jahre Kaiser des römischen Imperiums.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Inhalt der Quelle

2.2 Der Eid als Teil der Reichsreligion

2.3 Sprachliche und rituelle Analyse

2.4 Die Funktion des Fluchs

2.5 Kritische Betrachtung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Kaisereid von Neapolis in Paphlagonien aus dem Jahr 3 v. Chr., um dessen Funktion als Instrument der politischen Kontrolle und religiösen Integration im römischen Osten zu entschlüsseln. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie durch die Verknüpfung von kaiserlicher Macht, göttlichem Fluch und öffentlichem Ritual eine dauerhafte Loyalitätsbindung erzeugt wurde.

  • Strukturanalyse des Kaisereids in Schwurgötter, Treuebekenntnis und Fluchformel
  • Die Rolle von Augustus im Rahmen der provinziellen Herrscherverehrung
  • Integration hellenistischer Traditionen in die römische Reichsreligion
  • Die psychologische und soziale Dimension der Sippenhaftung bei Eidesbruch
  • Bedeutung des Kaiserkults als Instrument der Machtausübung

Auszug aus dem Buch

Der Eid als Teil der römischen „Reichsreligion“

Der Eid war ein Teil der römischen „Reichsreligion“6, wie u.a. Michael Sommer sie nennt. Der Kult des römischen Kaisers, der in den Provinzen u.a. mit Priesterschaften und Heiligtümern ausgestattet worden sei, sei der erfolgreichste Exportartikel der expandierenden römischen Kultur gewesen.7 Der Eid wurde öffentlich geschworen, dafür spricht auch die Positionierung der Stele, auf der der Schwur steht. Der Schwur war ein Ritual, das sich an eine breite Öffentlichkeit richtete. Diese Öffentlichkeit besteht im Wesentlichen aus folgenden Personengruppen: „[…] the inhabitants of Paphlagonia and the trading Romans living among them.“8 Der Kaisereid wirkt auf zweierlei Weise. Zum einen könne er als Mittel zur Kontrolle gebraucht werden.9. Zum anderen schaffe der Eid durch seine juristischen Folgen, die kultische und verbale Inszenierung einer Bindung.10 Verschiedene Kaisereide, zeigen deutliche lokale Differenzierungen, sie seien also Teil einer Reichsreligion mit provinziellen Variationen.11 Kaisereide passen sich also Adressatenabhängig der Region an. In anderen Regionen waren sie so z.B. mit anderen Schwurgöttern verbunden. Dies ist Ausdruck der sogenannten interpretatio, der Integration fremder Kulte in die römische „Reichsreligion“. Die Schwurgötter dieser Quelle: „ […] Zeus, the Earth, the Sun, all the gods and goddesses and […] Augustus himself […].“12, weisen auf ein hellenistische Tradition dieser Region hin. Weiterhin auffallend ist, dass sich Augustus unter den Schwurgöttern befindet. Wie bereits erwähnt, entstand dieser Kaisereid zu Augustus´ Lebzeiten. Doch die vollständige Verehrung als Gottheit beschränke sich auf die Toten, welche vom Senat offiziell als Götter anerkannt worden seien.13 Augustus jedoch schuf einen religiösen Kult um sich selbst. Besser gesagt etablierte Augustus einen „[…] cult paid to the emperor´s genius (guardian spirit) […].”14.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Kaisereids als exemplarische Quelle zur römischen Herrschaftspraxis und Vorstellung der historischen Einordnung.

2. Hauptteil: Detaillierte Analyse des Kaisereids von Neapolis hinsichtlich Inhalt, religiöser Funktion und dessen Rolle bei der Integration der römischen Provinzen.

2.1 Inhalt der Quelle: Darstellung des Aufbaus der Inschrift in drei Teile: Schwurgötter, Treueversprechen und Fluch.

2.2 Der Eid als Teil der Reichsreligion: Untersuchung der rituellen Bedeutung des Kaiserkults und seiner Verbreitung als Exportartikel römischer Kultur.

2.3 Sprachliche und rituelle Analyse: Analyse der Sprachwahl und der hellenistischen Wurzeln des Kultes sowie der persönlichen Bindung durch die erste Person Singular.

2.4 Die Funktion des Fluchs: Betrachtung der rechtlichen und sozialen Folgen, insbesondere der angedrohten Sippenhaftung bei Eidesbruch.

2.5 Kritische Betrachtung und Fazit: Diskussion der methodischen Herausforderungen bei der Anwendung moderner Religionsbegriffe auf die Antike und Zusammenfassung des Eids als Integrationsinstrument.

Schlüsselwörter

Kaisereid, Neapolis, Paphlagonien, Augustus, Reichsreligion, Herrscherkult, Schwurgötter, Fluch, Sippenhaft, Integration, römische Provinzen, Antike, Ritual, Treue, Imperium

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer Quelleninterpretation des Kaisereids für Augustus aus der antiken Stadt Neapolis in Paphlagonien aus dem Jahr 3 v. Chr.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die römische Reichsreligion, den Kaiserkult, die rituelle Praxis der Eidesleistung in den Provinzen und die politische Machtlegitimation durch religiöse Bindung.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Analyse?

Das Ziel ist es, die Funktion des Kaisereids als Instrument der Kontrolle und der kulturellen Integration innerhalb des römischen Imperiums anhand eines konkreten Beispiels zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Es handelt sich um eine quellenkritische Interpretation, bei der der Text der Stele in seinen historischen Kontext eingebettet und mit Erkenntnissen zur antiken Ritualpraxis abgeglichen wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Wiedergabe der Quelle, die Analyse der religiösen Einbettung, sprachliche Untersuchungen, die Erläuterung der Fluchfunktion sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem modernen Begriff der Religion.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kaisereid, Augustus, Herrscherkult, Reichsreligion und Integration geprägt.

Welche Rolle spielen die Schwurgötter in dem Dokument?

Die Schwurgötter, zu denen auch Augustus selbst zählt, dienen als Garanten für die Einhaltung des Schwurs und legitimieren die Vollstreckung des Fluches bei Verstößen.

Wie wirkt sich der Fluch laut der Arbeit auf die Eidleistenden aus?

Der Fluch wirkt nicht nur individuell, sondern entfaltet durch die Androhung von Zerstörung gegenüber der gesamten Familie und Nachkommenschaft eine Wirkung als Sippenhaftung.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kaisereid für Augustus aus Neapolis, Pontos (3 v. Chr.)
Untertitel
Quelleninterpretation
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Der römische Osten
Note
1,3
Autor
Paul Jonas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
6
Katalognummer
V442731
ISBN (eBook)
9783668814738
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rom Augustus Kaiser Kaisereid Osten Religion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paul Jonas (Autor:in), 2018, Kaisereid für Augustus aus Neapolis, Pontos (3 v. Chr.), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442731
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Leseprobe aus  6  Seiten
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