Eine vergleichende Analyse ausgewählter Inhaltstheorien zur Motivation


Seminararbeit, 2017
19 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen und Definitionen
2.1 Motiv
2.2 Intrinsische Motivation
2.3 Extrinsische Motivation

3 Motivationstheorien
3.1 Bedürfnishierarchie nach Maslow
3.1.1 Entstehung und Funktionsweise
3.1.2 Kritische Betrachtung
3.2 ERG-Theorie von Alderfer
3.2.1 Darstellung des Modells
3.2.2 Kritische Reflexion
3.3 Leistungs-Motivations-Theorie nach McClelland
3.3.1 Theoretische Grundlagen
3.3.2 Schlussfolgerung der Erkenntnisse

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bedürfnispyramide nach Maslow

Abbildung 2: Die ERG-Theorie von Alderfer

Abstract

In der vorliegenden Seminararbeit werden ausgewählte Inhaltstheorien zur Mo­tivation vorgestellt und unter bestimmten Aspekten miteinander verglichen. Als Ausgangsbasis werden im ersten Teil zunächst einige Grundbegriffe zur Moti­vation definiert, die für das Verständnis der Thematik notwendig sind.

Motivationstheorien lassen sich grundsätzlich in Inhalts- und Prozesstheorien einteilen. Die hier dargestellten Inhaltstheorien gehen von einer Klassifikation menschlicher Motive aus. Die bekannteste Motivationstheorie die diesem Prin­zip zugrunde liegt ist die Bedürfnispyramide von Maslow aus dem Jahr 1954. Abraham Maslow gilt als einer der wichtigsten Vertreter der humanistischen Psychologie. Die etwas später entwickelte ERG-Theorie basiert auf den Er­kenntnissen von Maslow und wurde durch Clayton Paul Alderfer modifiziert. So verzichtet Alderfer auf die strikte hierarchische Anordnung der menschlichen Motive, die Maslow in seiner Theorie als Ausgangsbasis heranzogen hat.

Eine weitere Inhaltstheorie die ebenfalls Gegenstand dieser Arbeit ist, stellt die Leistungs-Motivations-Theorie von David McClelland dar. Im Unterschied zu Maslow und Alderfer geht McClelland davon aus, dass die meisten menschli­Chen Bedürfnisse nicht seit Geburt existieren, sondern erst im Laufe des Le­bens erlernt werden. Bemerkenswert ist, dass die meisten Theorien und Arbei­ten von McClelland auf Basis empirischer Studien entwickelt worden sind, was die Validität seiner Theorien eindeutig bestätigt.

Im Fazit werden die wichtigsten theoretischen Erkenntnisse der dargestellten Inhaltstheorien nochmal kurz zusammengefasst.

1 Einleitung

״Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlo­sen Meer“.[1] Saint-Exupery zeigte bereits in den 40er Jahren mit diesem Zitat einen interessanten Zugang zum Thema Motivation. Aus diesem Zitat lässt sich ein zentraler Grundgedanke ableiten: Die Menschen sollen zum einem be­stimmten Handeln bewegt werden, indem in Ihnen gewisse Bedürfnisse und Sehnsüchte geweckt werden.[2]

Motivation - ein Begriff, der die Antwort auf die Frage nach dem ״Warum“ des menschlichen Handels liefert. Wer das menschliche Handeln versteht, kann auch einen begrenzten Einfluss darauf nehmen.[3] Doch nicht nur in der Be­triebswirtschaftslehre, sondern vor allem auch in anderen Wissenschaftsberei­Chen findet sich der Motivationsbegriff wieder. Die unumstritten große Bedeu­tung dieser Thematik spiegelt sich durch die vielen theoretischen Ansätze und praktischen Umsetzungen, die seit Jahrzehnten ergründet und hinterfragt wer­den, wider. Die entstandenen Motivationstheorien wurden dabei im Laufe der Jahre immer mehr von wirtschaftlichen Anforderungen und gesellschaftlichen Werten geprägt.[4]

Auch die unternehmerische Praxis hat in jüngster Vergangenheit gezeigt, dass das Thema Motivation eine immer bedeutendere Rolle einnimmt. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, stellen sich die betrieblichen Unternehmen immer häufiger die Frage, wie sie ihre Mitarbeiter effektiver motivieren können. Motivierte Mitarbeiter stellen innerhalb des Unternehmens eine wertvolle Res­source dar, nämlich das sogenannte Humankapital.

2 Grundlagen und Definitionen

2.1 Motiv

Die zwei Begriffe Motiv und Motivation erscheinen auf den ersten Blick sehr ähnlich, die jedoch hinsichtlich ihrer Bedeutung voneinander abgegrenzt und definiert werden müssen.

Ein Motiv kann definiert werden als der isolierte, noch nicht aktualisierte Be­weggrund menschlichen Verhaltens.[5] Beweggründe können u.a. sein: Durst, Hunger oder auch das Bedürfnis nach Macht. Verfolgt man diesen Gedanken nun weiter ist ein Motiv demnach also auch ein unzureichend befriedigtes Be­dürfnis, was durch einen bestimmten Mangelzustand resultiert. Durch die Besei­tigung des Mangels kommt es zur Bedürfnisbefriedigung.[6] Allgemein nehmen Menschen Motive als physiologische oder psychologische Bedürfnisse wahr.[7] [8]

Innerhalb der Motive unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Arten bzw. Gruppen. Zu den primären Motiven gehören Hunger, Durst sowie soziale und sexuelle Bedürfnisse, die folglich der Lebenserhaltung des Menschen die­nen. Daneben existieren die sogenannten sekundären Motive, die nicht ange­boren sind und damit erst im Laufe des Lebens angeeignet werden. Beispiele hierfür sind: Bedürfnisse nach Sicherheit und Anerkennung sowie der Wunsch und das Verlangen nach Geld.

In der Literatur findet sich eine Vielzahl an Definitionen zu dem Begriff Motivati­on. Doch wie genau ist Motivation eigentlich definiert? Motivation kann als die Summe der Motive bzw. Beweggründe, die das menschliche Handeln in Bezug auf den Inhalt, die Richtung und die Intensität hin beeinflussen, definiert wer­den. Weiterhin kann festgehalten werden, dass die Motivation die Bereitschaft eines Menschen hinsichtlich seines Handelns, um seine Ziele zu erreichen, ausdrückt.[9] Wichtig dabei sind die primären und sekundären Motive, die für die Entstehung der Motivation unabdingbar sind. Die unterschiedliche Ausprägung der beiden Motive bei jedem Individuum führt dazu, dass jeder Mensch ein indi­viduelles Verhalten aufweist.

2.2 Intrinsische Motivation

Die sogenannte intrinsische Motivation ist eine von innen heraus resultierende Motivation eines Individuums, die aus eigenem Wunsch eine bestimmte Hand­lung auszuführen, resultiert. Ausgeschlossen hierbei sind demzufolge äußere Einflüsse und externe Faktoren.[10] Fakt ist weiterhin, dass bei intrinsisch moti­vierten Handlungen der Mensch Freude und Interesse an der Tätigkeit hat. Be­achtenswert ist dabei auch die Tatsache, dass die Person keine Belohnung in Form von monetären Mitteln für das Ausführen der Handlung erhält.[11] Weiterhin sind Neugier und Spontanität bei der intrinsischen Motivation unabdingbare Ein­flussfaktoren.

2.3 Extrinsische Motivation

Bei der extrinsischen Motivation spielen externe Faktoren und äußere Einflüsse eine entscheidende Rolle. Extrinsisch motiviertes Verhalten kennzeichnet sich vor allem dadurch, dass ein Individuum für das Durchführen einer bestimmten Handlung belohnt wird.[12] Im Gegensatz zur intrinsischen Motivation steht hier­bei also nicht die Freude an der Tätigkeit im Vordergrund, sondern vor allem das Verlangen nach Belohnung, Macht und Anerkennung. Die Motivation, et­was zu tun entsteht daher nur durch das Wissen, dass man eine Konsequenz (die Belohnung) aus der Handlung erlangt.[13]

3 Motivationstheorien

3.1 Bedürfnishierarchie nach Maslow

3.1.1 Entstehung und Funktionsweise

Eine der bekanntesten und wichtigsten Inhaltstheorien zur Motivation ist die von Abraham Maslow entwickelte Bedürfnispyramide aus dem Jahr 1954. Maslow studierte Psychologie an der Universität von Wisconsin, USA. Nach außen hin verstand er sich selber als einer der Begründer der humanistischen Psycholo­gie. Seine Theorie basiert auf zahlreichen Beobachtungen und Experimenten von jungen Affen, bei denen eine hierarchische Anordnung von Motiven festge­stellt wurde. Auffällig dabei war, dass die jungen Affen als sie Hunger hatten jede Ablenkung ignorierten, um sich ausnahmslos auf die Nahrungssuche zu konzentrieren. Dabei waren bspw. sexuelle Reize für die Affen von keiner Be- deutung.[14] Die Bedürfnispyramide von Maslow besteht aus fünf Bedürfniskate­gorien die in einer hierarchischen Rangfolge angeordnet sind.

Abbildung 1: Bedürfnispyramide nach Maslow

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 zeigt die fünf verschiedenen Bedürfniskategorien, die nach soge­nannten Dringlichkeitsgraden hierarchisch angeordnet sind. Die physiologi- sehen Bedürfnisse (Grundbedürfnisse) bilden die Basis und haben somit die höchste Dringlichkeit nach Befriedigung. Darüber liegende Bedürfnisse werden erst dann aktiviert und als existent empfunden, wenn die hierarchisch niedriger­liegenden Bedürfnisse befriedigt werden. Damit werden in dem Modell von Maslow die sozialen Bedürfnisse erst dann wahrgenommen, wenn sowohl die Sicherheitsbedürfnisse als auch die Grundbedürfnisse befriedigt worden sind. Weiterhin sieht Maslow eine Unterteilung in Defizit- und Wachstumsbedürfnisse vor. Die sogenannten Defizitbedürfnisse resultieren aufgrund von Mängeln bzw. Defiziten. Durch die Beseitigung der Mängel können somit die Bedürfnisse be­friedigt werden. Werden alle in der Pyramide dargestellten Bedürfnisse befrie­digt bewirkt dies eine mentale Gesundheit für das Individuum.[15] Die Wachs­tumsbedürfnisse bestehen im Wesentlichen aus der Selbstverwirklichung. Inte­ressant dabei ist die Tatsache, dass die Wachstumsbedürfnisse nie vollkom­men befriedigt werden können. Die Selbstverwirklichung stellt somit einen im­mer weiter führenden Prozess dar, bei dem sich das Individuum fortwährend weiterentwickelt.[16]

3.1.2 Kritische Betrachtung

Das Modell von Maslow hat in seiner Entstehungszeit um 1954 viele wichtige Erkenntnisse geliefert. Heutzutage werden allerdings viele Aspekte des Modells aufgrund neuer Erkenntnisse durch andere Modelle teils widerlegt. So zeigt die aktuelle Literatur, dass es sehr gut möglich ist, dass das Handeln eines Men­sehen gleichzeitig durch mehrere Motive und Bedürfnisse bestimmt ist.[17] Das heißt also, dass parallel verschiedene Bedürfniskategorien angestrebt werden können. Weiterhin ist fraglich, ob die Reihenfolge und Anordnung der Bedürf­niskategorien, wie sie Maslow aufgestellt hat, bei jedem Menschen identisch ist.

Aufgrund der Komplexität und Individualität des Menschen ist es natürlich sehr schwer vorhersehbar ob die Abgrenzbarkeit der Motive bei jedem Individuum einheitlich ist. Auch finden menschliche Werte bei Maslow keine Beachtung.[18] Fakt ist jedoch, dass die Bedürfnisbefriedigung nicht messbar ist und das Mo­dell von Maslow demnach empirisch nicht bestätigbar ist.

[...]


[1] Saint-Exupery, Antoine De (Zitat aus: Die Stadt in der Wüste, 2002)

[2] Vgl. Cornell¡, Gerhard; Rosenstiel, Lutz (Führung durch Motivation, 2009), s. 1

[3] Vgl. Franken, Swetlana (Verhaltensorientierte Führung, 2010), S.80

[4] s. ebd. s. 80

[5] Vgl. Bisan¡, Fritz (Personalwesen und Personalführung, 1995), s. 653

[6] Vgl. Grundey, Rico (Aktives Personalmanagement, 2004), s. 42

[7] Vgl. Kulbe, Annette (Grundwissen Psychologie, 2009), s. 64

[8] Vgl. Kreddlg, Nina; Karimi, Zohrá (Pflege- und Gesundheitsmanagement, 2013), s. 120f

[9] Vgl. Albs, Norbert (Wie man Mitarbeiter motiviert, 2005), s. 15

[10] Vgl. Cornelii, Gerhard; Rosenstlel Lutz (Führung durch Motivation, 2014), s. 6-8

[11] Vgl. Benz, Matthias (Institutionen und menschliches Wohlergehen, 2004), s. 20

[12] Vgl. Kirchler, Erich; Rodler, Christa (Motivation in Organisationen, 2001), s. 11-12

[13] Vgl. Franken, Swetlana (Verhaltensorientierte Führung, 2010), S.84-85

[14] Vgl. Kirchler, Erich (Menschenbilder, 2004), s. 93

[15] Vgl. Kirchler, Erich (Menschenbilder, 2004), s. 93

[16] Vgl. Nerdlnger, Friedemann (Motivation, 2003), s. 16f

[17] Vgl. Becker, Manfred (Personalwirtschaft, 2010), s. 38

[18] Vgl. Drumm, Hans Jürgen (Personalwirtschaft, 2008), s. 390f

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Eine vergleichende Analyse ausgewählter Inhaltstheorien zur Motivation
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, früher: Berufsakademie Mannheim
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V442732
ISBN (eBook)
9783668806573
ISBN (Buch)
9783668806580
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motivation, Inhaltstheorien, Maslow, Alderfer, McClelland
Arbeit zitieren
Jetmir Zeqiraj (Autor), 2017, Eine vergleichende Analyse ausgewählter Inhaltstheorien zur Motivation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442732

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