Der Bedeutungswandel der Behinderung vom Nationalsozialismus bis heute. Behinderung als Abweichung von der Norm?


Hausarbeit, 2017

18 Seiten, Note: 1,5

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen
2.1 Die Begriffe „Normen“ und „Werte“
2.2 Behinderung

3. Behinderung in der NS-Zeit
3.1 Die Norm und die Abweichungen der Norm in der Gesellschaft in der NS Zeit
3.2 Umgang mit »erbkranken Menschen«
3.2.1 Das Sterilisierungsgesetz
3.3. Phasen der NS Euthanasie
3.3.1 Die Kindereuthanasie (1940-1945)
3.3.2 Die Erwachseneneuthanasie und die »Aktion T4«

4. Behinderung in der heutigen Zeit
4.1 Die Entwicklung seit der NS-Zeit
4.2 Das Normalisierungsprinzip
4.3 Die Bedeutung der Behinderung in der heutigen Zeit

5. Fazit

LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

Das Thema der Behinderung und seine gesellschaftliche Akzeptanz war noch nicht immer so gegeben wie es heute der Fall ist. Vor einigen Jahrzehnten, zur damaligen NS-Zeit, wurde diese Thematik noch ganz anders in der Gesellschaft betrachtet. Der Wert eines eingeschränkten Menschen, egal ob körperlich oder geistig, war zu dieser Zeit nicht existent. Wie also konnte dieser enorme gesellschaftliche Wandel stattfinden und was waren seine Gründe? Wie könnten die schon bestehenden Werte und Rechte von Hunderttausenden von Menschen mit Behinderungen durch die Macht einer Person so massiv vernichtet werden? Was hat man in der nationalsozialistischen Zeit unter dem Begriff „Behinderung“ verstanden und wie ist er heute definiert? Zuerst ist es jedoch wichtig zu wissen, was man überhaupt unter den Begriffen Werte, Normen und Abweichungen versteht. Außerdem gilt es zu klären. Ob man heute davon sprechen kann, dass Menschen mit Behinderung zu einer Norm in der Gesellschaft geworden sind oder ob diese immer noch als „Abweichung“ betrachtet werden. In dieser Arbeit wird ebenfalls auf den Wandel der gesetzlichen Regelungen für eingeschränkte Menschen eingegangen und inwiefern sich die Bildungsmöglichkeiten und Fördermöglichkeiten verändert haben. Diese Arbeit ist in einem Zeitstrahl aufgebaut und vergleicht mitunter die Werte und Normen von Menschen mit Behinderungen in der nationalsozialistischen Zeit mit denen der heutigen Zeit.

2. Begriffserklärungen

2.1 Die Begriffe „Normen“ und „Werte“

Eine Gesellschaft funktioniert zu einem großen Teil nach spezifischen Wertvorstellungen und Normen. Diese bilden eine unverzichtbare Grundlage für die Ordnung im sozialen Zusammenleben (Scherr 2016, 217). Als Normen bezeichnet man situationsbezogene Verhaltensregeln, die das jeweils zulässige und erwünschte Verhalten zum Ziel haben. Die Einhaltung der Normen ist verbindlich, wird sanktioniert oder belohnt. Wie der Begriff bereits sagt, begründen Normen die „Normalität“, also das bevorzugte Muster (Bahrdt 2003, 50). Eine Einschätzung von ‚Normalität‘ und ‚Nicht- Normalität‘ braucht daher immer eine Bezugsgröße, eine Norm. Was unter Normalität im Hinblick auf den Menschen zu verstehen ist, welche Abweichungen toleriert werden und welche Konsequenzen im Einzelnen daraus zu ziehen sind, ist abhängig von soziokulturell geprägten Wertvorstellungen. Soziale Normen lassen sich somit auf Vorstellungen darüber zurückführen, was von der überwiegenden Mehrheit der Gesellschaft für richtig und erstrebenswert gehalten wird (Bahrdt 2003, 50). Viele Probleme entstehen aus dem Verhältnis von Mehrheit und Minderheit, welches sich zu Ungunsten der letzteren auswirkt. So diktiert die Mehrheit ihre Norm als verbindlich, auch für andere. Diese werden zu ‚Außenseitern‘ oder ‚Randfiguren‘ in den Augen einer Mehrheit mit höherem Ansehen und mehr sozialer Macht. So werden auch Menschen, die eine Behinderung haben, oft als minderwertig beurteilt, woraus dann Distanzierung und Diskriminierung entstehen.

Werte können generell der Orientierung des Handelns dienen. Zwar sind Normen ebenfalls verhaltenssteuernd, die Abgrenzung kann jedoch in der Situationsbezogenheit gesehen werden: Werte sind situationsübergreifend, Normen situationsbezogen. Es handelt sich bei Werten um dauerhafte Überzeugungen, die in unterschiedlichen Situationen dennoch stabile Zielvorstellungen einer Person oder Gesellschaft sind.

Gleichzeitig ist es jedoch offensichtlich, dass Werte, und somit auch Normen, wandelbar sind. Wären sie es nicht, gäbe es keinerlei individuelle oder soziale Veränderungen. Ein wesentlicher Grund für einen Normen- oder Wertewandel sind Änderungen in der Gesellschaft (Bahrdt 2003, 58). Bekommt etwa eine gesellschaftliche Gruppe größeren Einfluss, werden sich viele geltende Normen nach und nach an die Vorstellungen dieser Gruppe anpassen. Das wird besonders gut deutlich, wenn man die Gesellschaft und Herrschaft zur Zeit des Nationalsozialismus betrachtet und sie mit der heutigen Zeit vergleicht. Der Wandel der Werte und Normen ist hier unübersehbar.

Die Vorstellung der Gesellschaft, was unter Normalität und Abweichung fällt, hat sich somit sehr stark geändert. In diesem Zusammenhang ist auch der Komplex „Behinderung“ zu betrachten.

2.2 Behinderung

Die Definition von Behinderung nach §2 Absatz 1 im Sozialgesetzbuch IX lautet: „Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben der Gesellschaft beeinträchtigt ist.“ (Geiger/ Lengsfeld 2015, 96). Um von einer Behinderung sprechen zu können, bedarf es demnach einer Erschwerung der unmittelbaren Lebensverrichtungen oder der Teilhabe am Leben der Gesellschaft. Dabei werden verschiedene Ausprägungsgrade von Beeinträchtigungen unterschieden: Unter Störungen fallen Lernstörungen, Verhaltensstörungen und Sprachstörungen. Massive Beeinträchtigungen können dagegen zum Beispiel Formen der geistigen Behinderung, Körperbehinderung, Sehbehinderung, etc. sein.

Wie wird das Thema der Behinderung nun von der Gesellschaft angenommen?

3. Behinderung in der NS-Zeit

3.1 Die Norm und die Abweichungen der Norm in der Gesellschaft in der NS Zeit

Das Menschenbild im Nationalsozialismus basierte auf der Rassenlehre, welche sich aus zwei Scheinwissenschaften zusammensetzte. Zum einen aus der Rassentheorie, welche davon ausgeht, dass die Menschheit sich in verschiedene Rassen gruppieren lässt und zum anderen aus der Rassenhygiene. Hierbei geht es um die Erhaltung der eigenen Rasse, um die Qualität der eigenen Nation zu erhöhen. Für die Nationalsozialisten war das deutsche Volk ein Repräsentant für die arische Rasse (Böhnke, o.J.). „Ein Arier ist ein […] Angehöriger einer […] angeblich geistig, politisch und kulturell überlegenen nordischen […] Menschengruppe“ (Duden, o.J).

Laut Hitler ist alles Kulturelle was zu damaliger Zeit existierte, ausschließlich eine Meisterleistung der Arier (Hitler, 1943, 317). Somit bildete der Arier die gesellschaftliche Norm und alles was dem Arier gegenüber „geistig, politisch und kulturell“ unterlegen war, war die gesellschaftliche Abweichung im dritten Reich. Der größte Feind der Rechtsextremisten war der Jude, doch auch Menschen mit Behinderung und Kranke stellten für sie »lebensunwertes Leben« dar und es wurde zur sozialen Norm, diese zu vernichten, um die eigene Qualität des Volkes zu erhalten (Böhnke, o.J.).

3.2 Umgang mit »erbkranken Menschen«

Adolf Hitler hatte großes Interesse an einer sozialdarwinistischen Rassenhygiene, welcher auf der Evolutionstheorie von Charles Darwin beruht. Hierbei geht es um das Recht des Stärkeren. „Im »Kampf ums Dasein« […] werden die schlecht Angepaßten durch »natürliche Auslese«, durch »Selektion« ausgemustert“ (Klee, 1993, 15). Diese Annahme bezog Darwin jedoch nicht auf Menschen, sondern auf Pflanzen und Tiere. Adolf Hitler projizierte diese Theorie jedoch auf Menschen und ging in seinem selbstgeschriebenem Buch „Mein Kampf“ auf diese Theorie ein : „Es wird aber nie ein Fuchs zu finden sein, der seiner inneren Gesinnung nach etwas humane Anwandlungen Gänsen gegenüber haben könnte, wie es ebenso auch keine Katze gibt mit freundlicher Zuneigung zu Mäusen […] Der Kampf um das tägliche Brot läßt alles Schwache und Kränkliche, weniger Entschlossene unterliegen, während der Kampf der Männchen um das Weibchen nur dem Gesündesten das Zeugungsrecht oder die Möglichkeit hierzu gewährt“ (Hitler, 1943, 279f zitiert nach Klee, 1993, 15f).

Das wertvolle, reine Erbgut der Rasse der Arier ist in seinen Augen gefährdet und diesem Verfall ist mit staatlichen Maßnahmen entgegen zu wirken. Nach der Machtübernahme Hitlers am 30. Januar 1933 wurden drei Monate später erste Vorbereitungen zur Durchsetzung der Rassenhygiene, also zur Säuberung von »Asozialen und Minderwertigen«, von dem damaligen Innenminister Hermann Göring getroffen.

Somit wurde am 22. März 1933 das erste Konzentrationslager in der Nähe von Dachau eröffnet, in dem „[…] verwahrloste Individuen zum wirklichen Leben erzogen […]“ werden sollten (Glaser, 1963, 125, zitiert nach Klee, 1993, 34). Da das Wegsperren von erbkranken Menschen die Vermehrung dieser und somit die weitere Verunreinigung des arischen Volkes nicht verhinderte, entstand am 14. Juli 1933 zusätzlich das Gesetz zur Verhütung »erbkranken« Nachwuchses. Für Hitler war es „ […] eine Halbheit, unheilbar kranken Menschen die dauernde Möglichkeit einer Verseuchung der übrigen gesunden zu gewähren. […] Die Forderung, daß defekten Menschen die Zeugung anderer ebenso defekter Nachkommen unmöglich gemacht wird, ist eine Forderung klarster Vernunft und bedeutet in ihrer planmäßigen Durchführung die humanste Tat der Menschheit. Sie wird Millionen von Unglücklichen unverdiente Leiden ersparen, in der Folge aber zu einer steigenden Gesundung überhaupt führen (Hitler, 1943, 279f).

3.2.1 Das Sterilisierungsgesetz

In dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses wurde am 14. Juli 1933 festgelegt, dass erbkranke Menschen durch eine Operation unfruchtbar gemacht werden sollen, damit keine Nachkommen mit Erbschäden gezeugt werden können (Reichsgesetzblatt, 1933, 529ff).

Als Erbkrank galt man, wenn man an einer der folgenden Krankheiten litt: “1. angeborenem Schwachsinn, 2. Schizophrenie, 3. zirkulärem (manisch-depressivem) Irresein, 4.erblicher Fallsucht, 5. erblichem Beitstanz (Huntingtonsche Chorea), 6. erblicher Blindheit, 7. erblicher Taubheit, 8. schwerer erblicher körperlicher Mißbildung, 9.Ferner kann unfruchtbar gemacht werden, wer an schwerem Alkoholismus leidet“ (ebd., 1933). Dieses heutzutage betrachtete unmenschliche Gesetz ist am 1. Januar 1934 in Kraft getreten und wurde als Akt der Nächstenliebe begründet und beworben. Es gab massig rassenhygienische Propaganda zu diesem Thema, in der kritisiert wurde, wie viel ein Erbkranker die Nation kosten würde und für welche anderen positiven Zwecke dieses Geld eigentlich hätte genutzt werden können (Klee, 1993, 37). Hauptsächlich wurden die Sterilisierten wegen des Krankheitsbefundes »Schwachsinn« zeugungsunfähig gemacht. (Schmuhl, 1992, 156). Eine klare Eingrenzung der Bedeutung des Begriffs »Schwachsinn« war schwierig, weshalb hilfsschulbedürftige Kinder als Paradebeispiel dienten und zur Zielscheibe des Sterilisationsgestzes wurden (Schmuhl, 1992, 156). „Hilfsschule“ war der historischer Begriff für die heutigen Sonderschulen für lernbehinderte Kinder (Dudenredaktion, o.J.).

3.3. Phasen der NS Euthanasie

Das Wort „Euthanasie“ kommt von dem griechischen Wort „euthanasia“ und bedeutet der „gute Tod“ oder zu NS-Zeiten auch oft die Bezeichnung für „Gnadentod“ (Dudenredaktion, o.J.). Als eine Geste der Barmherzigkeit, als ein »Akt der Gnade« wurde dieser Mord gerechtfertigt und auch die Kosten-Nutzen-Rechnung wurde zur Verteidigung genutzt (Böhnke, o.J.).

Schon im Jahre 1935 wollte der Reichsärzteführer Wagner eine Erlaubnis Hitlers zur Durchführung des Gnadentodes, um »lebensunwertes Leben« zu beseitigen. Hitler verweigerte aber den Wunsch mit der Begründung, dass der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen sei (Stöckle, 2012, 27). Vier Jahre später, am 1. September 1939 war es dann soweit, der Krieg hatte begonnen und Hitler gab sein Einverständnis zur Vernichtung von »lebensunwerten Lebens« innerhalb des eigenen Volks.

Er wollte das Verbrechen erst starten lassen, wenn der Krieg beginnt, da die Aufmerksamkeit des Volkes auf dem Kriegsgeschehen wäre und nicht auf den Morden.. Patienten aus Irrenhäusern waren in Hitlers Augen nutzlose Esser und sollten Platz machen für Kriegsverletzte. Durch die Vernichtung »lebensunwerten Lebens« , wäre die Möglichkeit gegeben, weitere Ärzte, Pfleger, Krankenbetten und andere Einrichtungen für den Gebrauch der Wehrmacht freizumachen (ebd., 2012).

Das Sterilisierungsprogramm wurde gestoppt, da es nun nicht mehr um die Verhinderung von Menschen mit Behinderungen, Schwachen und Kranken ging, sondern um dessen Vernichtung. Man kann die Euthanasie grob in drei sich überschneidende Phasen einteilen, nämlich die, der „Kindereuthanasie (1940-1945)“, die Phase der „Erwachseneneuthanasie (1940-1945)“ und die, der „wilden Euthanasie (1941-1945). Im Rahmen der Erwachseneneuthanasie fand auch die „Aktion T4“ statt, welche 1940 begann und 1941 gestoppt wurde. (http://www.sigrid-falkenstein.de/euthanasie/ / http://www.gelsenzentrum.de/euthanasie_morde_t4.htm )

3.3.1 Die Kindereuthanasie (1940-1945)

Die Kindereuthanasie soll durch den Fall „Knauer“ ins Rollen gekommen sein. In dem Fall „Knauer“ ging es darum, dass die Eltern eines körperlich und geistig behinderten Kleinkindes, den Rat ihres Arztes befolgen wollten, nämlich die Tötung des Jungen. Da vorsätzlicher Mord zu diesem Zeitpunkt noch strafbar war, mussten sie von Hitler die Ermächtigung einholen und bekamen diese nach einer Antragstellung auch. Das Kind wurde nach einer kurzen Untersuchung von Dr. Karl Brandt, dem Begleitarztes Hitlers eingeschläfert. Adolf Hitler befahl anschließend, dass in vergleichbaren Fällen ebenso gehandelt werden muss und somit startete die Kindereuthanasie. (Schmuhl, 1992, 182). Da die geplante Tötung von Beginn an geheime Reichssache war, gab man ihr den Tarnname „Reichsausschuß zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden“ (Klee,1993, 79f.) Der größte Fokus während der Kindereuthanasie lag laut Schmuhl (1992, 183) auf behinderten Babys und Kleinkindern bis zu drei Jahren, die völlig integriert in ihren Familien lebten und nicht in Heil- und Pflegeanstalten untergebracht waren. Diese Kinder wirkten dem typischen „reinrassigen“ Familienbild entgegen und schadeten somit dem Gesamterscheinungsbild des Volkes. Auf Grund dessen wurde im August 1939 die Meldepflicht über Neugeborene die von der Norm abweichen eingeführt. Hebammen und Ärzte waren dazu verpflichtet, Kinder die unter Idiotie, Mongolismus, Mikrocephalie, Hydrocephalus, Missbildungen jeder Art oder Lähmungen einschließlich spastischer Lähmungen litten, dem Reichsausschuß zu melden. (Schmuhl,1992, 183). Nichtfachmänner des Reichsausschusses entschieden anhand dieser Meldungen über Leben oder Tod der Kinder, ohne diese jemals gesehen zu haben. Kinder die zur Tötung ausgewählt wurden, kamen mit dem Einverständnis der Eltern, welches auch stillschweigend erteilt werden konnte, in sogenannte »Kinderfachabteilungen« (ebd.,1992,184) Wenn sich Eltern widersetzten ihr Kind in in eine Kinderfachabteilung zu geben, wurden sie von Amtsärzten getäuscht, indem diese ihnen Hoffnungen auf Heilungschancen in den Abteilungen machten. In Wirklichkeit gab es aber für diese Kinder keine Hoffnung auf eine Heilung. Ab 1941 wurde den Eltern mit dem Entzug des Sorgerechtes gedroht, falls sie sich weigerten, dass Kind einzuweisen. Um mit der Ermordung in den Kinderfachabteilungen nicht aufzufallen, gab es genaue Pläne, an welchem Datum jedes Kind sterben sollte. Durch die Verabreichung einer Überdosis Luminal - einem Schlafmittel - in Form von Tee, Zäpfchen, Tabletten oder Injektionen, konnte der Tod tagelang hinausgezögert werden. Irgendwann verstarben die Kinder dann einen angeblich natürlichen Tod, beispielsweise durch eine Lungenentzündung (Schmuhl, 1992, 187). Neben der Ermordung durch Luminal wurden Kinder auch durch den Hungertod vernichtet. Einschätzungen zu Folge sollen mindestens 5000 Kinder ihr Leben während der „Kindereuthanasie“ verloren haben (Schmuhl, 1992, 189.). Die meisten Kinder sind jedoch durch die Verlegung von Heil-und Pflegeanstalten in Vergasungsanstalten im Rahmen der »Aktion T4« ums Leben gekommen(Schmuhl, 1992, 183).

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Details

Titel
Der Bedeutungswandel der Behinderung vom Nationalsozialismus bis heute. Behinderung als Abweichung von der Norm?
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
1,5
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V442738
ISBN (eBook)
9783668810433
ISBN (Buch)
9783668810440
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus, Behinderung, Norm, Wandel, Bedeutung
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Der Bedeutungswandel der Behinderung vom Nationalsozialismus bis heute. Behinderung als Abweichung von der Norm?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442738

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