FSAP-Studien: Vergleich der Bankensysteme: Deutschland und Vereinigtes Königreich


Seminararbeit, 2005
22 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis..

III. Abbildungsverzeichnis

IV. Tabellenverzeichnis

1. Einführung

2. Aufbau der Bankensysteme
2.1. Deutschland
2.2. Großbritannien

3. Aussagen des IWFs zur Stabilität der Bankensysteme
3.1. Deutschland
3.1.1. Makroökonomischer Hintergrund
3.1.2. Bankenaufsicht
3.1.3. Stresstests
3.1.4. Ertragssituation und Strukturprobleme
3.2. Großbritannien
3.2.1. Makroökonomischer Hintergrund
3.2.2. Aufsichtsstrukturen
3.2.3. Stresstests
3.2.4. Finanzmärkte und Risikosituation

4. Schlussbemerkungen

V. Literaturverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Composition of Financial Sector by Institution Type, 2001

Abb. 2: Abgrenzung Universalbanken- oder Trennbankensystem

Abb. 3: Das Drei-Säulen-System in Deutschland, Teilung der Universalbanken

Abb. 4: Rückläufiger Zinsüberschuss der deutschen Banken

Abb. 5: Stagnierender Provisionsüberschuss der deutschen Banken

IV. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Unterteilung der Universalbanken und ihre geschäftspolitische Motive

Tabelle 2: U.K. Banks (March2002)

Tabelle 3: Entwicklung des realen BIP und der Arbeitslosigkeit

1. Einführung

[1] Der Internationale Währungsfond (IWF) und die Weltbank haben heute 184 Mitglieder und sind diesen unmittelbar rechenschaftspflichtig. Der IWF fördert die internationale Zusammenarbeit in der Geld- und Währungspolitik, gibt den Mitgliedstaaten wirtschaftspolitischen Rat, leistet technische Hilfe und stellt kurzfristige Kredite bereit, um Ländern bei Zahlungsbilanzschwierigkeiten zu helfen. Die Weltbank unterstützt die langfristige wirtschaftliche Entwicklung und die Bekämpfung der Armut, indem sie Entwicklungs- und Schwellenländern im Rahmen von Projekten technische und finanzielle Hilfe leistet und strukturelle Reformen unterstützt. Der IWF ist eher kurzfristig ausgerichtet und wird hauptsächlich durch Kapitaleinlagen und Finanzzuweisungen seiner Mitgliedstaaten durch Emissionen von Anleihen. Seit den 90er Jahren ist der IWF verstärkt in Entwicklungsländern tätig, um die gesamtwirtschaftlichen Voraussetzungen für Wachstum und Armutsbekämpfung zu verbessern.

Das Financial Sector Assessment Program (FSAP) wurde 1999 als gemeinsames Programm vom IWF und der Weltbank ins Leben gerufen, um nach den Finanzkrisen der 90er Jahre in verschiedenen Schwellenländern die Überwachung der Stabilität des globalen Finanzsystems zu intensivieren. Schwellenländer bildeten den Schwerpunkt der bisher durchgeführten 50 FSAP[2] - Untersuchungen. Inzwischen wurden aber auch einige Industrieländer geprüft, so etwa 2002/2003 Großbritannien und 2003 Deutschland.

Im Rahmen des FSAP werden die Finanzsysteme der Mitgliedstaaten einer umfassenden Analyse unterzogen, um gemeinsam mit den nationalen Regierungen und den Aufsichtsbehörden mögliche Schwachstellen zu identifizieren und gegebenenfalls entsprechende Handlungsstrategien zur Senkung der Schockanfälligkeit der Finanzsysteme zu entwickeln. Der Fokus des FSAP richtet sich somit klar auf die Prävention und nicht auf die Bewältigung akuter Krisen.

Die Länder der G20[3] haben sich verpflichtet, bei der Beachtung der Standards und Codes des FSAP mit gutem Beispiel voranzugehen. Damit erhielt der IWF ein umfassendes Mandat zur Überprüfung des Finanzsektors in diesen Ländern.

Der IWF hat im Jahr 2003 FSAP- Berichte über das deutsche und das britische Bankensystem veröffentlicht. Die nachfolgenden Ausführungen beschränken sich auf die Untersuchungen des Fonds zur Stabilität der Finanzsysteme und hierbei vor allem auf die Struktur der Kreditwirtschaft.

2. Aufbau der Bankensysteme

Um einen Überblick über das Bankensystem eines Landes zu erhalten, orientiert man sich gewöhnlich an der amtlichen Bankenstatistik, d.h. daran, von welchen Finanzinstituten die Zentralbank regelmäßig Zahlen erhebt und zu welchen Institutsgruppen diese zusammengezählt werden.[4]

2.1. Deutschland

[5] Der Kern des deutschen Finanzsystems ist der Bankensektor, der 78,3 % des Gesamtvermögens im Finanzsektor ausmacht. Im Vergleich zu Großbritannien sind die deutschen Unternehmen stärker auf Finanzierung seitens der Banken angewiesen.

Abb. 1: Composition of Financial Sector by Institution Type, 2001

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eurostat, National Statistics UK, Eigene Darstellung

Das Bankensystem Deutschlands ist traditionell durch das Universalbankensystem geprägt. Den größten Anteil am Geschäftsvolumen sämtlicher Kreditinstitute halten die Universalbanken.[6] Das Wertpapiergeschäft mit der besonders zu schützenden Kundschaft ist von den übrigen Bankgeschäften bisher nie gesetzlich getrennt worden. Ob jedoch das traditionelle wie das innovative Investmentgeschäft tatsächlich „im Haus“ betrieben oder doch de jure ausgegliedert wird, ist eine andere Frage. Diese wird von den Kreditinstituten je nach Geschäftvolumen, Kundenzielgruppen, Finanzinstrumenten und steuerlicher Belastung im In- und Ausland unterschiedlich beantwortet werden.

Abb. 2: Abgrenzung Universalbanken- oder Trennbankensystem

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Hagenmüller, K.F. u. Diepen, G.: Der Bankbetrieb – Das praxisorientierte Lehrbuch für Schule, Studium und Beruf. Wiesbaden 2000. Hrsg.: Adrian, R. u. Heidorn, Th., S. 17-22, s. bes. S 20

Seit den achtziger Jahren hat sich der Trend zur Diversifizierung der Geschäftsfelder verstärkt. Für die größeren Institute sind die innovativen bilanzunwirksamen Geschäfte inzwischen zu einem integralen Bestandteil ihres Gesamtgeschäftes geworden[7].

An der Spitze des deutschen Bankensystems steht die Deutsche Bundesbank mit Sitz in Frankfurt am Main als Noten- und Zentralbank, als Bank der Banken, als Bank des Staates (Fiskalagent), als Verwalterin der Währungsreserven und schließlich als eine Institution, die auch wichtige Bankenaufsichtsfunktionen wahrzunehmen hat.

Hinsichtlich ihrer Geschäftsaktivitäten unterscheidet man zwischen Universal- und Spezialbanken. Universalbanken betreiben mehrere von den in & 1 Abs. 1 KWG genannten Bankgeschäften, mindestens jedoch das Einlagen- und Kreditgeschäft und gleichzeitig das Wertpapiergeschäft (Effektengeschäft)[8]. Spezialbanken konzentrieren sich hingegen auf nur einen Teil der Bankgeschäfte.

Tabelle 1: Unterteilung der Universalbanken und ihre geschäftspolitischen Motive

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Hagenmüller, K.F. u. Diepen, G.: Der Bankbetrieb – Das praxisorientierte Lehrbuch für Schule, Studium und Beruf. Wiesbaden 2000. Hrsg.: Adrian, R. u. Heidorn, Th., S. 21

Das deutsche „Drei-Säulen-System“ (innerhalb der Gruppe Universalbanken) ist ein Thema, das detailliert vom IWF behandelt worden ist. Angesichts eines Marktanteils der öffentlichen Banken von annährend 50%[9] hat sich der IWF schließlich explizit der Frage nach der Rechtfertigung der öffentlichen Eigentümerschaft bei Kreditinstituten zugewandt.

Abb. 3: Das Drei-Säulen-System in Deutschland, Teilung der Universalbanken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: IWF, “Selected Issues Papers” 2003, S.25. Eigene Darstellung

2.2. Großbritannien

Das britische Bankensystem unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht vom deutschen Bankensystem. Lange Zeit galt es als ein Musterbeispiel klarer Arbeitsteilung, wenngleich nicht gesetzlich verordnet, sondern historisch gewachsen[10]. Seit den siebziger Jahren ist jedoch ein deutlicher Trend zum Universalbankensystem erkennbar, der sich zwangsläufig aus der Liberalisierung und Deregulierung des Finanzwesens ergab[11]. Die Devisenkontrolle wurde 1979 unter der damaligen Regierung Thatchers abgeschafft. Begünstigt durch neue Technologien wurden viele innovative Finanzinstrumente und Märkte eingeführt.

Seit dem Banking Act 1987 gibt es den Begriff der „ authorised institution “. Jedes Institut, das ein Mindesteigenkapital von 5 Mio. Pfund aufweist und eine Reihe sonstiger allgemein nachprüfbarer Zulassungsbedingungen erfüllt, darf nach seiner Zulassung durch die Bank of England die Bezeichnung Bank führen. „Wertpapiergeschäfte, sei es für eigene oder fremde Rechnung, werden zwar auch von den großen Clearingbanken in erheblichem Umfang betrieben, sei es direkt oder über eigene Wertpapiertöchter.“[12] Sie erfordern jedoch als solche keine Zulassung als Bank, sondern werden nach dem Financial Services Act 1986 und der Nachfolgegesetzgebung gesondert überwacht.[13]

Wesentliches Merkmal des britischen Bankwesens ist das große Gewicht ausländischer Banken, die nach ihrer Zahl wie nach ihrem zusammengefassten Bilanzvolumen die britischen Institute überragen. Allerdings sind sie kaum am Inlandsmarkt, sondern fast nur im grenzüberschreitenden Fremdwährungsgeschäft tätig, also am Eurogeld- und Eurokapitalmarkt.[14] Die herausragende Stellung der eigentlichen City of London als internationaler Finanzplatz ist nicht allein historisch, aus der früheren Stellung Englands als erster Welthandelsmacht, zu klären, sondern bis in die neueste Zeit auch durch die liberale Haltung der britischen Regierung gegenüber der Betätigung ausländischer Banken. Die hohe Konzentration der Banken und der Märkte in der City of London ist dadurch ersichtlich, dass dort etwa ein Fünftel aller Bankangestellten in Großbritannien arbeitet.[15] Die Vorherrschaft des Englischen als Welthandels- und –finanzsprache, die Innovationsfreudigkeit der Finanzmärkte und die offizielle Förderung des Finanzplatzes sind einige der wichtigsten Gründe für die Attraktivität für ausländische Banken.

[...]


[1] (gilt für den ganzen Absatz) Bundesfinanzministerium: <URL: http://www.bundesministerium.de//lang_de/nn_2368/DE/Aktuelles/Monatsbericht_des_BMF/2005/06/050614agmb005,templated=renderPrint-html>, online 21.06.2005

[2] Knappe, K. / Schwirten, C.: FSAP -Prüfung des IWF: Wie zukunftsfähig ist das deutsche Finanzsystem?. Die Bank ,1/2004, S. 34

[3] Die G20 umfasst 20 Mitglieder: Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Mexiko, Russland, Saudi Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei, die USA sowie die Europäische Union. Vertreten sind ferner der IWF und die Weltbank.

[4] Hein, M.: Struktur ausländischer Bankensysteme: Großbritannien. 4. Auflage, Frankfurt am Main, 1989

[5] (gilt für den ganzen Absatz) IWF: Germany: Financial System Stability Assessment, Ziff. 19 , <URL: http://www.imf.org/external/country/deu/index.htm>, online 21.03.2005

[6] Klein, K. R. D.: Die Bankensysteme der EU-Länder. 3.Aufl., Hrsg.: Prof. Dr. H. E. Büschgen und H. Kopper. Frankfurt am Main 1998, S. 62

[7] Vgl. Klein, K. R. D.: a. a. O., S. 62-63

[8] Hagenmüller, K.F. u. Diepen, G.: Der Bankbetrieb – Das praxisorientierte Lehrbuch für Schule, Studium und Beruf. Wiesbaden, 2000. Hrsg.: Adrian, R. u. Heidorn, Th., S. 20

[9] Vgl. Knappe, K. / Schwirten, C.:a. a. O., S. 38

[10] Vgl. Obst / Hintner.: Geld-, Bank- und Börsenwesen. 39. Aufl., Hrsg.: Kloten, N. u. Heinrich von Stein, J., Stuttgart, 1993, S. 301

[11] Vgl. Klein, K. R. D.: a. a. O., S. 183

[12] Vgl. Klein, K. R. D.: a. a. O., S. 183-184

[13] Vgl. Obst / Hintner.: a. a. O., S. 301-302

[14] Vgl. Obst / Hintner.: a. a. O., S. 301

[15] Vgl. Klein, K. R. D.: a. a. O., S. 184

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
FSAP-Studien: Vergleich der Bankensysteme: Deutschland und Vereinigtes Königreich
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V44281
ISBN (eBook)
9783638419109
Dateigröße
804 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
FSAP-Studien, Vergleich, Bankensysteme, Deutschland, Vereinigtes, Königreich
Arbeit zitieren
Dimitrina Georgieva (Autor), 2005, FSAP-Studien: Vergleich der Bankensysteme: Deutschland und Vereinigtes Königreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44281

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