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Wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung. Ein pragmatischer Ansatz im Lichte der Homann’schen Wirtschaftsethik

Titel: Wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung. Ein pragmatischer Ansatz im Lichte der Homann’schen Wirtschaftsethik

Seminararbeit , 2018 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Kohlstruck (Autor:in)

VWL - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, ein Konzept zu entwickeln, wie wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung effektiver gestaltet werden kann. Ausgangspunkt dafür ist die Wirtschaftsethik nach Karl Homann (1992), die sich mit der Frage beschäftigt, inwiefern die die Moderne kennzeichnenden Dilemmasituationen in einer Marktwirtschaft durch und nicht gegen die Wirtschaft geelöst werden können. Sein Ansatz besteht darin, die Fehler nicht bei einzelnen Akteuren zu suchen, sondern in den institutionellen Rahmenbedingungen, die unmoralisches Verhalten unterstützen. In vielen Fällen würde sich moralisch unerwünschtes Verhalten durch eine Veränderung der institutionellen Arrangements durch kollektive Selbstbindung verringern (Homann/Pies 1994). Davon ausgehend wird der Status quo der ökonomischen Wohlfahrtstheorie und deren Kritiker – unter anderem Buchanan (1994) und seine konstitutionelle Ökonomik – im Hinblick auf die Tauglichkeit für die Politikberatung analysiert.

Das Grundproblem der Beratungsresistenz scheint nicht ein Defizit an qualitativ hochwertiger Forschung zu sein, sondern kategorial bedingte normative Blockaden in Bevölkerung und Politik. Die Wirtschaftsethik kann dabei helfen, diese Blockaden zu lösen, indem sie durch ihre orthogonale Positionierung (Pies 2000) zeigt, dass Moral und Eigeninteresse kein Widerspruch sein müssen und durch kollektive Selbstbindung Win-win-Situationen geschaffen werden können. Somit können Ethik und Ökonomik zusammenarbeiten, um Effektivität und Erfolgschancen der wirtschaftswissenschaftlichen Politikberatung zu verbessern. Die Arbeit ist wie folgt aufgebaut. Kapitel 2 erläutert die Wirtschaftsethik nach Homann (1992), Kapitel 3 die wirtschaftstheoretischen Grundlagen der Politikberatung, mithilfe derer die Implikationen für eine effektivere Beratung in Kapitel 4 diskutiert werden. Das letzte Kapitel fasst die Arbeit zusammen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ordnungsethik nach Karl Homann

3 Ökonomische Theorie als Grundlage für Politikberatung

4 Implikationen für die wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das bestehende "Marketingproblem" der ökonomischen Wissenschaft in der Politikberatung und entwickelt einen pragmatischen Ansatz, um die Wirksamkeit wissenschaftlicher Empfehlungen durch eine Integration der Homann’schen Wirtschaftsethik zu erhöhen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch eine Neuausrichtung der Politikberatung – weg von einer reinen Steuerungsperspektive, hin zu einem Aufklärungsproblem – normative Blockaden in der Bevölkerung überwunden werden können.

  • Analyse der Ordnungsethik nach Karl Homann und deren Bedeutung für institutionelle Arrangements.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der ökonomischen Wohlfahrtstheorie und der konstitutionellen Ökonomik im Kontext der Politikberatung.
  • Untersuchung von Dilemmastrukturen und der Lösung durch "orthogonale Positionierung".
  • Übertragung der theoretischen Konzepte auf praktische Politikfelder wie die Buchpreisbindung.

Auszug aus dem Buch

2 Ordnungsethik nach Karl Homann

Aufbauend auf einem Verständnis von Ökonomik als „Ethik mit anderen Mitteln“ (Homann 1990; Homann/Blome-Drees 1992) entwirft Karl Homann eine Wirtschaftsethik, die es ermöglichen soll, Moral unter und durch Wettbewerbsbedingungen in modernen Gesellschaften zu realisieren. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist, dass die gegenwärtigen Probleme in weiten Teilen der Welt – wie wirtschaftliche Ungleichheit und Unsicherheit, Armutsmigration und Umweltzerstörung – oft darauf zurückgeführt werden, dass es einen Verfall der Moral und der Tugenden zugunsten von Profitgier, Materialismus und Egoismus gibt, wofür das System der Marktwirtschaft oder einfach nur die Akteure der Wirtschaft verantwortlich gemacht werden. Das wichtigste Merkmal der Marktwirtschaft bildet der Wettbewerb, der durch Diffusion und Neuerungen (Hayek 1969) den Wohlstand in weiten Teilen der Welt geschaffen hat.

Dieser Wettbewerb bringt jedoch gewisse „Sachzwänge“ (Homann/Pies 1994, S. 3) mit sich. Durch die Konkurrenzsituation sind die Akteure der Marktwirtschaft aufgrund von Gewinnorientierung dazu gezwungen egoistisch zu handeln, was ein Teil ihrer Funktionslogik ist. Diese Gewinne, die durch den Wettbewerb erwirtschaftet werden, dienen der Steuerung der Wirtschaft und nicht der Gerechtigkeit (Homann 1992, S. 25). Wettbewerb ist somit als Ordnungsprinzip moralisch „neutral“ oder „moralfrei“ (Sen 1983, S. 107), weil er nicht „nicht mithalten können“ und „nicht mithalten wollen“ oder zwischen fehlender Leistung und moralischer Zurückhaltung unterscheiden kann. Daraus resultiert folgendes Dilemma: Selbst, wenn sich die Akteure so verhalten würden, wie es oft in moralischen Appellen von ihnen verlangt wird, könnten sie es aufgrund der Sachzwänge des Wettbewerbs nicht – einfacher ausgedrückt: „Sollen setzt Können voraus“ (Homann 2015).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die wahrgenommene Skepsis gegenüber der ökonomischen Wissenschaft ein und definiert das Ziel der Arbeit, ein effektiveres Konzept für die wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung auf Basis der Homann’schen Wirtschaftsethik zu erarbeiten.

2 Ordnungsethik nach Karl Homann: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Ordnungsethik erläutert, wobei insbesondere die Rolle des Wettbewerbs und die daraus resultierenden Dilemmastrukturen sowie der Ansatz der "orthogonalen Positionierung" diskutiert werden.

3 Ökonomische Theorie als Grundlage für Politikberatung: Hier wird der Status quo der Wohlfahrtsökonomik und der konstitutionellen Ökonomik kritisch beleuchtet, um deren Eignung und Grenzen für die praktische Politikberatung aufzuzeigen.

4 Implikationen für die wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung: Dieses Kapitel transferiert die theoretischen Überlegungen in die Praxis und schlägt eine Neudefinition der Politikberatung als Aufklärungsproblem anhand von Fallbeispielen vor.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Ergebnisse und unterstreicht das Potenzial der Wirtschaftsethik, das bestehende "Marketingproblem" der Ökonomik durch die Schaffung von Win-win-Situationen zu lösen.

Schlüsselwörter

Politikberatung, Ordnungsethik, Karl Homann, Marktwirtschaft, Wettbewerb, Wohlfahrtsökonomik, Konstitutionelle Ökonomik, orthogonale Positionierung, Dilemmastruktur, Institutionenökonomik, Regelkonsens, Eigeninteresse, Moral, Aufklärungsproblem, Win-win-Situationen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der wirtschaftswissenschaftlichen Politikberatung und der Frage, wie diese durch eine ethische Fundierung verbessert werden kann, um in der Öffentlichkeit mehr Akzeptanz zu finden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind die Ordnungsethik nach Karl Homann, die Grenzen klassischer Wohlfahrtsökonomik, die Analyse von Anreizstrukturen in der Marktwirtschaft sowie das Konzept des Regelkonsenses.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein Konzept zu entwickeln, mit dem Politikberatung effektiver gestaltet werden kann, indem sie nicht mehr nur als Steuerungsproblem, sondern als Aufklärungsproblem über Win-win-Möglichkeiten verstanden wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein methodologisch-theoretischer Ansatz verfolgt, der auf der ordnungspolitischen Tradition und spieltheoretischen Modellen (wie dem Gefangenendilemma) basiert, um institutionelle Rahmenbedingungen zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Defizite aktueller Politikberatungsansätze, führt in die Homann’sche Wirtschaftsethik ein und demonstriert an Beispielen wie der Buchpreisbindung, wie eine "orthogonale Positionierung" zu einer effektiveren Beratung führen kann.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Politikberatung, Ordnungsethik, Institutionenökonomik, Wettbewerb, orthogonale Positionierung und Regelkonsens.

Wie unterscheidet sich der hier vorgeschlagene Ansatz von der klassischen Wohlfahrtsökonomik?

Während die klassische Wohlfahrtsökonomik oft von einem "wohlwollenden Diktator" als Entscheider ausgeht, betont die hier behandelte Wirtschaftsethik die Notwendigkeit, moralisches Handeln durch die Gestaltung von Spielregeln und Anreizen in der Marktwirtschaft zu internalisieren.

Was versteht der Autor unter dem "Marketingproblem" der Ökonomik?

Der Autor bezieht sich damit auf die Beobachtung, dass ökonomische Forschungsergebnisse und Empfehlungen trotz hoher Qualität in der Bevölkerung und Politik häufig auf Misstrauen stoßen und nicht wie intendiert umgesetzt werden.

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Details

Titel
Wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung. Ein pragmatischer Ansatz im Lichte der Homann’schen Wirtschaftsethik
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
1,3
Autor
Tobias Kohlstruck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V442812
ISBN (eBook)
9783668821552
ISBN (Buch)
9783668821569
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politikberatung Wirtschaftsethik Konstitutionenökonomik Wohlfahrtsökonomik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Kohlstruck (Autor:in), 2018, Wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung. Ein pragmatischer Ansatz im Lichte der Homann’schen Wirtschaftsethik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/442812
Blick ins Buch
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