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Nationalsozialistische Propaganda - Das letzte Aufleben des Hitlermythos nach dem Attentat vom 20. Juli 1944

Title: Nationalsozialistische Propaganda - Das letzte Aufleben des Hitlermythos nach dem Attentat vom 20. Juli 1944

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 42 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katja Böttche (Author)

German Studies - Linguistics
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„Das ist das Geheimnis der Propaganda: den, den die Propaganda fassen will, ganz mit den Ideen der Propaganda zu durchtränken, ohne daß er überhaupt merkt, daß er durchtränkt wird.“
Im Juli 2004 jährte sich zum sechzigsten Mal der Tag des Attentatsversuches auf Adolf Hitler. Mittlerweile findet die Tat der Verschwörer von damals allgemeine Anerkennung und wird als das geschätzt, was sie auch für diese verkörpert hatte: die Auflehnung des anderen Deutschlands gegen die Terrorherrschaft und das menschenunwürdige Vorgehen im Krieg.
Der Umgang mit dem Widerstand im Dritten Reich war von Anfang an schwierig, mit verschuldet auch durch die deutsche Teilung und die verschiedenen ideologischen Interessen auf beiden Seiten. Fest steht, dass vor allem die Tat vom 20. Juli, die in ihrer Vorbereitung über weite Kreise verschiedener Widerstandsgruppen gespannt war, bis in die fünfziger Jahre hinein von weiten Teilen der Bevölkerung als Vaterlandsverrat angesehen wurde. Erst mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht 1955 fand ein Umdenken statt und man instrumentalisierte die Tat der Militärs für seine Zwecke, um die positiven Tugenden des deutschen Militärs zu zeigen und zu betonen, dass sie es ja waren, die sich einst gegen Hitler auflehnten.
Wie kam es aber dazu, dass die deutsche Öffentlichkeit noch in den fünfziger Jahren im deutschen Widerstand nur den Hochverrat, nicht aber die heldenhaften Taten im Kampf gegen ein Unrechtsregime sah? Zum einen taten sich die Siegermächte schwer das andere Deutschland anzuerkennen und auch innerhalb der Nachkriegsgesellschaft bestand der Wunsch die Vergangenheit so schnell wie möglich zu vergessen. Einen großen Beitrag dazu hat wahrscheinlich auch die nationalsozialistische Propaganda geleistet, die besonders nach dem Attentatsversuch noch einmal in vollem Maße eingesetzt wurde, um die nationalsozialistische Sicht auf die Ereignisse zu verbreiten. Die vorliegende Arbeit will deshalb untersuchen, wie die Nationalsozialisten die Propaganda für ihre Zwecke eingesetzt und welche spezifischen Merkmale und Strategien sie dabei angewendet haben. Als konkretes Beispiel wird dabei die Rundfunkansprache Adolf Hitlers benutzt, die er noch am Abend des 20. Juli hielt, um sein Volk zu beruhigen. An dieser Rede soll untersucht werden, wie die Nationalsozialisten bis zum Schluss das gesprochene Wort für sich gebrauchten um die Bevölkerung auf ihre Seite zu ziehen und zu beeinflussen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung der Propaganda für die Nationalsozialistische Herrschaft

2.1. Definition des Begriffes

2.2. Organisation

2.3. Grundsätze und Formen

2.3.1. Führer Mythos

2.3.2. Das gesprochene Wort als bevorzugtes Propagandamittel

2.3.3. Sprache

3. Einsatz der Propaganda am Ende der Herrschaft – Hitlers Rundfunkansprache zum missglückten Attentat von 20. Juli 1944

3.1. Die Rede - Rundfunkansprache Adolf Hitlers zum 20. Juli 1944

3.2. Textexterne Faktoren

3.2.1. Der historische Hintergrund – Der Attentatsversuch vom 20. Juli 1944

3.2.2. Der Produzent: Adolf Hitler

3.2.3. Der Adressat: Das deutsche Volk

3.3. Textfunktion und Textsorte

3.4. Binnenstruktur

3.5. Textthema

3.6. Textinterne Faktoren

3.6.1. Lexikalische Ebene

3.6.1.1. Freund-Feind-Bild

3.6.1.2. Pfeilerwörter

3.6.1.3. Akkumulative Bezeichnungen

3.6.1.4. „Volkstümliche“ Redewendungen

3.6.1.5. Bildhafte Sprache

3.6.2. Syntaktische Ebene

3.7. Die propagandistischen Absichten des Textes und seine Wirkung

4. Resümee

5. Quellen und Literatur

5.1. Quellen

5.2. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den strategischen Einsatz nationalsozialistischer Propaganda in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, am Beispiel der Rundfunkansprache Adolf Hitlers nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944. Ziel ist es, die spezifischen sprachlichen Mittel und propagandistischen Techniken aufzudecken, mit denen das Regime versuchte, die Bevölkerung zu beeinflussen und den Hitlermythos zu stabilisieren.

  • Bedeutung und Methoden der nationalsozialistischen Propaganda
  • Analyse von Hitlers Rundfunkansprache vom 20. Juli 1944
  • Sprachliche Strategien: Freund-Feind-Bilder und Metaphorik
  • Struktur und Binnenlogik des Propagandatextes
  • Die propagandistische Wirkung auf die deutsche Bevölkerung

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Rede - Rundfunkansprache Adolf Hitlers zum 20. Juli 1944

Deutsche Volksgenossen und Volksgenossinnen!

Ich weiß nicht, zum wievielten Male nunmehr ein Attentat auf mich geplant und zur Ausführung gekommen ist. Wenn ich heute zu Ihnen spreche, dann geschieht es besonders aus zwei Gründen: erstens, damit Sie meine Stimme hören und wissen, daß ich selbst unverletzt und gesund bin, zweitens, damit Sie aber auch das Nähere erfahren über ein Verbrechen, das in der deutschen Geschichte seinesgleichen sucht.

Eine ganz kleine Clique ehrgeiziger, gewissenloser und zugleich verbrecherischer, dummer Offiziere hat ein Komplott geschmiedet, um mich zu beseitigen und zugleich mit mir den Stab der deutschen Wehrmachtführung auszurotten.

Die Bombe, die von dem Oberst Graf von Stauffenberg gelegt wurde, krepierte zwei Meter an meiner rechten Seite. Sie hat eine Reihe mir treuer Mitarbeiter sehr schwer verletzt, einer ist gestorben. Ich selbst bin völlig unversehrt bis auf ganz kleine Hautabschürfungen, Prellungen oder Verbrennungen. Ich fasse das als eine Bestätigung des Auftrages der Vorsehung auf, mein Lebensziel weiter zu verfolgen, so wie ich es bisher getan habe. Denn ich darf es vor der ganzen Nation feierlich gestehen, daß ich seit dem Tage, an dem ich in die Wilhelmstraße einzog, nur einen einzigen Gedanken hatte, nach bestem Wissen und Gewissen meine Pflicht zu erfüllen, und daß ich, seit mir klar wurde, daß der Krieg ein unausbleiblicher war und nicht mehr aufgeschoben werden konnte, eigentlich nur Sorge und Arbeit kannte und in zahllosen Tagen und durchwachten Nächten nur für mein Volk lebte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die schwierige Rezeptionsgeschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus und stellt die Forschungsfrage nach den propagandistischen Strategien im Umgang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944.

2. Bedeutung der Propaganda für die Nationalsozialistische Herrschaft: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Propaganda und erläutert ihre organisatorische Umsetzung sowie ihre Rolle als zentrales Herrschaftsinstrument, insbesondere durch den Führerkult und das gesprochene Wort.

3. Einsatz der Propaganda am Ende der Herrschaft – Hitlers Rundfunkansprache zum missglückten Attentat von 20. Juli 1944: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Rede Hitlers, untersucht textexterne Faktoren wie den historischen Kontext und die Adressaten sowie textinterne Faktoren wie Freund-Feind-Bilder, sprachliche Elemente und die syntaktische Struktur.

4. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, wie die Propaganda durch die Rede das Bild des Attentats nachhaltig prägte und den Hitlermythos ein letztes Mal zu mobilisieren versuchte.

5. Quellen und Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primärquellen und die wissenschaftliche Literatur zur Analyse auf.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Propaganda, Hitler, 20. Juli 1944, Rundfunkansprache, Führerkult, Widerstand, Sprache, Volksgemeinschaft, Rhetorik, Massenbeeinflussung, Mitteldeutschland, Attentat, Sprachsteuerung, Ideologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die nationalsozialistische Führung die Rundfunkansprache Adolf Hitlers nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 nutzte, um propagandistisch auf das Ereignis zu reagieren und ihre Macht zu festigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Methoden nationalsozialistischer Propaganda, die Konstruktion des Führermythos, die sprachliche Ausgestaltung von Freund-Feind-Bildern und die Steuerung der öffentlichen Meinung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen sprachlichen und rhetorischen Strategien zu identifizieren, mit denen Hitler die Bevölkerung von seinem Überleben überzeugte und die Verschwörer diskreditierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine linguistische und inhaltliche Analyse der Rundfunkrede, eingebettet in einen historischen Kontext, um die propagandistischen Absichten und Mechanismen aufzudecken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung textexterner Faktoren (historischer Kontext, Produzent, Adressat) und eine tiefgehende textinterne Analyse (lexikalische und syntaktische Ebene der Rede).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Propaganda, Hitlermythos, 20. Juli 1944, Sprachsteuerung, Volksgemeinschaft, Widerstand und rhetorische Mittel wie Freund-Feind-Bildung.

Wie wurde das Attentat in der Rede sprachlich gerahmt?

Hitler rahmte das Attentat als Werk einer „ganz kleinen Clique“ von „Usurpatoren“ und „Verrätern“, um die Tat von der Wehrmacht und dem deutschen Volk zu distanzieren und deren moralische Integrität zu unterstreichen.

Welche Rolle spielte die „Vorsehung“ in der Argumentation?

Die Vorsehung fungierte als pseudoreligiöse Legitimation: Hitler stilisierte sein Überleben als göttliches Zeichen, das ihn in seinem Tun bestätigte und ihm die fortwährende Führung des Krieges auftrug.

Warum war die Rundfunkansprache für das Regime entscheidend?

Da Gerüchte über seinen Tod kursierten, diente die direkte Ansprache als Beweis für sein Überleben, um den Putschversuch schnellstmöglich zum Einsturz zu bringen und den Zusammenhalt des Regimes zu sichern.

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Details

Title
Nationalsozialistische Propaganda - Das letzte Aufleben des Hitlermythos nach dem Attentat vom 20. Juli 1944
College
University of Rostock
Grade
1,0
Author
Katja Böttche (Author)
Publication Year
2005
Pages
42
Catalog Number
V44286
ISBN (eBook)
9783638419154
Language
German
Tags
Nationalsozialistische Propaganda Aufleben Hitlermythos Attentat Juli
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Böttche (Author), 2005, Nationalsozialistische Propaganda - Das letzte Aufleben des Hitlermythos nach dem Attentat vom 20. Juli 1944, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44286
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