Gewalt an Schulen ist keine neue Erscheinung. Immer wieder hört man in den Medien von Massenschlägereien, Waffenbesitz oder Vergewaltigungen an Schulen. Nicht selten entspringt kriminelle Energie einer devianten Jugendbande oder Gang. Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass Peergroups von der Gesellschaft als potentielle Gefährdung und Bedrohung wahrgenommen werden. Die Kenntnis von der Existenz und dem Einfluss von Peergroups auf Jugendliche kann jedoch einen wesentlichen Beitrag leisten, Schwierigkeiten im Schulunterricht besser einschätzen zu können und mit schulischen Problemlagen besser umgehen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Peers
2.1 Begriffsdefinition und kontextuelle Einordnung
2.2 Soziokultureller Stellenwert und Funktionen einer Peergroup
3. Positive Peerkultur
3.1 Stand der Forschung
3.2 Klärung zentraler Begriffe, Konzepte, theoretischer Bezugsrahmen
3.3 Diskussion
4. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Peergroups als einflussreiche Sozialisationsinstanz und analysiert, inwiefern das Konzept der „Positiven Peerkultur“ dazu beitragen kann, das Potenzial von Jugendgruppen konstruktiv im schulischen Kontext zu nutzen, um Gewaltprävention und soziale Kompetenzentwicklung zu fördern.
- Stellenwert von Peergroups im Jugendalter
- Sozialisationsfunktion von Peerbeziehungen
- Theoretische Grundlagen der „Positiven Peerkultur“
- Praktische Implementierung und Bedingungen für eine gelingende Umsetzung
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsdefinition und kontextuelle Einordnung
Der Ursprung des Begriffs „peer“ stammt aus dem Lateinischen „par“, was soviel viel wie „gleich“ bedeutet. Der Begriff Peergroup kommt aus der Soziologie und beschreibt eine Gruppe gleichaltriger, gleichgesinnter Jugendlicher. Unter der Bezeichnung „Jugend“ ist „eine Alterskohorte, eine ontogenetische Entwicklungsphase oder eine soziale Gruppe“ zu verstehen, welche einen konkreten Lebensabschnitt beschreitet (Dudek 2002, 333). Dieser Lebensabschnitt wird von Bühler und Erikson auch als Moratorium bezeichnet, in welchem verschiedene Formen des politischen, kulturellen und sozialen Lebens ausprobiert werden können (vgl. Bühler 1922, 69; Erikson 1966/1973, 138). Das Überwinden von Krisen und das Sammeln von Erfahrungen in der Jugendphase führen zu einem inneren Reifungsprozess, in welchem Entwicklungsaufgaben und Identitätsbildungsprozesse bewältigt werden.
Die Identitätsbildung ist Teil des Sozialisationsprozesses, in welchem sich der Heranwachsende mit seiner Umwellt auseinandersetzt und die eigenen Bedürfnisse mit gesellschaftlichen Erwartungen abgleicht (Krappmann 2004, 715). Laut Erikson sind der Erwerb von Autonomie und die Interaktion mit anderen ein wesentlicher Schritt des Identitätsbildungsprozesses (vgl. Erikson 1966/1973, 131). Peergroups und Peerbeziehungen finden sich sowohl in schulischen, als auch in außerschulischen Kontexten. Beim Zusammenschluss von sog. Jugendkulturen kann ein „kreatives Potential zur Um- und Neugestaltung von Gesellschaften freigesetzt werden“, welches aus der „psychischen Destabilisierung und Entstrukturierung (…) der Adoleszenz“ hervorgeht (Andersen 2005, 137f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik von Gewalt an Schulen und führt in die Fragestellung ein, ob „Positive Peerkultur“ als konstruktive Sozialisationsinstanz dienen kann.
2. Peers: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Peergroup soziologisch und erörtert deren soziokulturelle Bedeutung sowie Funktionen für die Identitätsentwicklung im Jugendalter.
3. Positive Peerkultur: Hier wird der theoretische Hintergrund des Konzepts „Positive Peerkultur“ vorgestellt, der aktuelle Forschungsstand diskutiert und die praktische Umsetzung in Schulen beleuchtet.
4. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Bedeutung von Peerbeziehungen zusammen und bewertet die „Positive Peerkultur“ als wertvolles pädagogisches Mittel zur Förderung pro-sozialer Werte.
Schlüsselwörter
Peergroups, Jugendkultur, Positive Peerkultur, Sozialisation, Identitätsbildung, Schule, Gewaltprävention, soziale Kompetenz, Adoleszenz, Eigenverantwortung, Partizipation, pädagogisches Konzept
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Peergroups als Sozialisationsinstanz und der Frage, wie man deren Einfluss konstruktiv für die pädagogische Arbeit nutzen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Peers, die Bedeutung von Jugendkulturen, die theoretischen Hintergründe des Konzepts „Positive Peerkultur“ sowie dessen Anwendung im schulischen Umfeld.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern das Konzept „Positive Peerkultur“ dazu genutzt werden kann, Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen und ihr Potenzial positiv zu kanalisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Literaturanalyse sowie der Diskussion pädagogischer Konzepte zur Anwendung im Schulalltag.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsbestimmung, die Analyse des soziokulturellen Stellenwerts von Gruppen und die detaillierte Vorstellung der „Positiven Peerkultur“ inklusive ihrer Voraussetzungen und Zielsetzungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Peergroups, Sozialisation, Identitätsbildung, Positive Peerkultur und schulische Pädagogik.
Welche Rolle spielt die Lehrperson im Konzept der „Positiven Peerkultur“?
Die Rolle der Lehrperson wandelt sich weg von einer kontrollierenden Instanz hin zu einem moderierenden Vorbild, das Verantwortung an die Gruppe überträgt.
Warum wird die „Positive Peerkultur“ als Kontrast zur heutigen Gesellschaft gesehen?
Da die heutige Gesellschaft oft von Konkurrenz und Wettbewerb geprägt ist, setzt das Konzept bewusst auf soziale Werte, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung.
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- Elena Schreer (Author), 2017, Positive Peerkultur. Die Peergroup als einflussreiche Sozialisationsinstanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443075