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Wahlplakate 2002: Ein Vergleich von Selbst- und Fremddarstellung

Title: Wahlplakate 2002: Ein Vergleich von Selbst- und Fremddarstellung

Term Paper , 2005 , 18 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Moritz Förster (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Grundlage einer jeden Demokratie ist die Volkssouveränität; die Macht besitzt nicht der durch das Volk legitimierte Vertreter, sondern das Volk selbst. Von entscheidender Bedeutung für diese demokratische Vorstellung ist dabei der Vorgang der Repräsentation. Der Begriff der repräsentativen Demokratie beinhaltet bereits diesen Terminus und weist auf die fundamentale Bedeutung der Repräsentation hin. So kann beispielsweise ein Vertreter des Volkes als der Repräsentant desselben gelten. Dieses wird wiederum zu den Repräsentierten. Eine ausführlichere Definition dieses Vorgangs folgt im dritten Kapitel.
Die oben gewonnene Erkenntnis ist elementar für die zentrale Fragestellung dieser Arbeit: Ziel ist es, herauszufinden, welche Anforderungen potentielle Repräsentanten im Wahlkampfjahr 2002 erfüllen mussten. Um dies zu analysieren, beziehe ich mich auf Wahlplakate aus der Bundestagswahl des selben Jahres, die den damaligen CDU/CSU-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber abbilden. Dabei konfrontiere ich Abbildungen seitens der eigenen Fraktion (Selbstdarstellung) mit Abbildungen auf Wahlplakaten der Partei Bündnis 90 die Grünen (Fremddarstellung) (vgl. Kapitel fünf).
Vergleicht man diese beiden Plakate so können zumindest Aussagen darüber getroffen werden, welche Eigenschaften von einem Repräsentanten erwünscht bzw. abgelehnt werden. Eventuell sind auch Rückschüsse über das Demokratieverständnis der bundesdeutschen Bevölkerung möglich.
Problematisch erweist sich allerdings, dass im Rahmen dieser Arbeit lediglich Einzelfälle analysiert werden können. So ist es schwierig, die späteren Erkenntnisse zu verallgemeinern.
Des weiteren hoffe ich auch bildnerische Mittel festzustellen, die benutzt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Den Anspruch, eine tendenzielle Ikonographie des Wahljahres 2002 zu ermitteln, kann ich allerdings nicht stellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Funktion der Wahlplakate

3. Der Vorgang der Repräsentation

4. Analyse der Wahlplakate

4.1 Die Methode

4.2 Die Situation der Gesellschaft

4.3 Die Wahlplakate

4.3.1 CDU/CSU

4.3.2 Bündnis 90 die Grünen

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Vorgang der Repräsentation und die Rolle von Wahlplakaten im Bundestagswahlkampf 2002, um herauszufinden, welche Anforderungen an Kanzlerkandidaten gestellt werden und wie sich Selbstdarstellung von Fremddarstellung unterscheidet.

  • Demokratietheoretische Grundlagen der Repräsentation
  • Die Funktion von Massenmedien und Wahlplakaten im politischen System
  • Methodik der Bildanalyse nach Panofsky und Müller
  • Vergleichende Analyse von Wahlplakaten der CDU/CSU und Bündnis 90 die Grünen
  • Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen des Jahres 2002 auf die Bildsprache

Auszug aus dem Buch

4.3.1 CDU/CSU

Die Abbildung 1 zeigt ein hochformatiges Plakat, auf dem ein Kopfporträt eines älteren Mannes zu sehen ist, das von zwei schmalen weißen Balken unten und oben eingerahmt wird. Über dem Bild steht auf weißem Hintergrund in fetten schwarzen Lettern „Zeit für Taten.“ Auf dem unteren Balken steht in kleineren Buchstaben: „Am 22. September ist Bundestagswahl.“ Zwischen diesem unteren Balken und dem fast quadratischen Foto ist auf der rechten Seite das CDU-Logo eingeblendet. Auf weißem Hintergrund hat es rote Lettern und ist schwarz unterstrichen.

Im Hintergrund des Bildnisses ist ein blasses, verschwommenes Rot zu sehen, das in der oberen Hälfte etwas heller ist und in Weiß übergeht. Eine Struktur ist nicht erkennbar. Vom Kopf ist nicht alles zu sehen, oberhalb der Stirn hört das Porträt auf. Der Mann hat den Mund leicht geöffnet, die obere, weiße Zahnreihe ist zu sehen. Er trägt eine randlose Brille mit goldenem Gestell. Das Haar an den Seiten ist relativ licht und weiß, der Kopf ist leicht nach rechts geneigt (vom Betrachter aus). Die Augen gucken den Betrachter direkt an. Unten links ist der Rand von einem schwarzen Oberteil und der Kragen eines weißen Hemdes zu erkennen.

Bei dem Kopfporträt handelt es sich um den Kanzlerkandidaten der Union, Edmund Stoiber. Im folgenden sollen die beschriebenen Eigenschaften in Bezug auf die Ziele dieser Arbeit analysiert und interpretiert werden.

Dabei spielt die Verbindung der Schlagzeile „Zeit für Taten“ und dem Porträt eine entscheidende Rolle. Stoiber lächelt zuversichtlich, wirkt dabei aber immer noch zuverlässig und korrekt. Durch seinen nach vorne gerichteten Blick nimmt er direkten Kontakt zu den Betrachtern auf, die Nähe wird vor allem durch die Größe des Kopfes verstärkt. Allerdings wahrt Stoiber durch sein gepflegtes Äußeres und korrektes Erscheinungsbild eine gewisse Distanz. Dabei drückt er durchaus etwas Optimistisches und Selbstbewusstes aus, was auch durch die zitierte Schlagzeile unterlegt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit definiert die demokratische Volkssouveränität und den zentralen Vorgang der Repräsentation als Ausgangspunkt für die Analyse von Wahlplakaten des Jahres 2002.

2. Funktion der Wahlplakate: Dieses Kapitel erläutert die Rolle von Wahlplakaten als Massenmedium, die zur Informationsvermittlung, Appellation und Emotionalisierung im Wahlkampf genutzt werden.

3. Der Vorgang der Repräsentation: Hier werden theoretische Ansätze zur Repräsentation erarbeitet, die den Zusammenhang zwischen politischem Legitimitätsanspruch und bildlicher Darstellung verdeutlichen.

4. Analyse der Wahlplakate: Dieser Hauptteil kombiniert politik- und kunstwissenschaftliche Ansätze, um konkrete Plakate der CDU/CSU und von Bündnis 90 die Grünen vor dem Hintergrund der damaligen gesellschaftlichen Situation zu interpretieren.

5. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse der Bildanalysen und weist auf die Limitationen der Untersuchung hin, während es gleichzeitig die Eignung der angewandten Methodik bestätigt.

Schlüsselwörter

Wahlplakate, Repräsentation, Selbstdarstellung, Fremddarstellung, Edmund Stoiber, Bundestagswahl 2002, Bildanalyse, Ikonographie, politische Kommunikation, Demokratie, Volkssouveränität, Bildstrategien, CDU, Bündnis 90 die Grünen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Wahlplakate im Bundestagswahlkampf 2002 genutzt wurden, um politische Kanzlerkandidaten darzustellen und welche Rückschlüsse dies auf das Demokratieverständnis der Bevölkerung zulässt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Theorie der Repräsentation, die Funktion politischer Werbung im Massenmedium Wahlplakat sowie die visuelle Strategie der Selbstdarstellung gegenüber der Fremddarstellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, herauszufinden, welche Eigenschaften bei einem potenziellen Repräsentanten durch Wahlplakate hervorgehoben werden und wie diese zur Legitimation von Herrschaft beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine bildanalytische Methode angewandt, die auf Erwin Panofskys dreistufigem Schema der Ikonographie und Ikonologie basiert und durch Ansätze von Marion G. Müller ergänzt wurde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die politische Situation des Jahres 2002 und führt eine detaillierte bildnerische und inhaltliche Interpretation von zwei spezifischen Wahlplakaten durch.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Repräsentation, politische Bildstrategien, Wahlplakate, Ikonographie und das Spannungsfeld zwischen Selbst- und Fremddarstellung.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Edmund Stoiber auf den Plakaten?

In der Selbstdarstellung durch die CDU/CSU wird Stoiber als zuversichtliche und zuverlässige Führungspersönlichkeit inszeniert, während er auf dem Plakat der Grünen durch ironische Elemente und eine düstere Atmosphäre als konservativ und unmodern diskreditiert wird.

Welche Bedeutung kommt dem Brandenburger Tor auf dem Plakat der Grünen zu?

Es symbolisiert Berlin als weltoffene, moderne Stadt, von der sich der traditionell dargestellte Stoiber durch seine konservative Ausstrahlung inhaltlich abgrenzt.

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Details

Title
Wahlplakate 2002: Ein Vergleich von Selbst- und Fremddarstellung
College
Free University of Berlin
Grade
2,3
Author
Moritz Förster (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V44309
ISBN (eBook)
9783638419369
ISBN (Book)
9783638836159
Language
German
Tags
Wahlplakate Vergleich Selbst- Fremddarstellung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Förster (Author), 2005, Wahlplakate 2002: Ein Vergleich von Selbst- und Fremddarstellung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44309
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