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Auswirkungen von Lust- und Realitätsprinzip: Zwischen Konkurrenz und Kombination

Title: Auswirkungen von Lust- und Realitätsprinzip: Zwischen Konkurrenz und Kombination

Term Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Moritz Förster (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Lust und Realität, zwei Dinge, die im alltäglichen Leben des öfteren konfrontieren. Zwei Prinzipien; das eine geprägt vom Spaß, das andere von der Vernunft. Beides, so scheint es, kann nicht völlig erfüllt werden. Will man die augenblickliche Befriedigung jeglicher Lusttriebe, die augenblickliche Erfüllung seiner zum Teil unbewussten Wünsche, so wird dies auf Dauer zum Ende des zivilisatorischen Sein führen. Kurz, zum Ende jeglichen menschlichen Lebens.
Doch bedeutet dies im Umkehrschluss, dass unser Trieb nach Lust und Freude verdrängt und abgestumpft ist? Dominiert uns der Realitätssinn in dem Sinne, dass er alles dem „Machbaren“ unterordnet bzw. dem, was die Vernunft und das Bewusstsein als „sinnvoll“ oder „lebenserhaltend“ einstufen?
Diese Fragen sollen in der folgenden Analyse vor allen Dingen anhand von Aussagen Herbert Marcuses untersucht werden, der sich in seiner Arbeit „Triebstruktur und Gesellschaft“ mit diesem Thema auseinandersetzt. Ferner sind mehrere Schriften von Sigmund Freud, auf den sich Marcuse auch oftmals beruft, von großer Wichtigkeit für diese Analyse. Freud war es auch, der die Begriffe „Lustprinzip“ und „Realitätsprinzip“ erstmalig verwendete.
Dabei werden eingangs die Merkmale und Eigenschaften der beiden Prinzipien separat voneinander dargestellt. Danach folgt eine Analyse bezüglich der Veränderungen von Lust- und Realitätsprinzip. Hier liegt der Schwerpunkt zunächst auf der ontogenetischen Ebene, also auf dem Individuum selbst (vgl. Kapitel 3.1). Von Interesse ist vor allem, ob ein Trieb dominiert – und wenn ja welcher. Ferner soll untersucht werden, ob sich der Einfluss der beiden Triebe im Laufe der Entwicklung des Individuums ändert, also der eine Trieb im Laufe der Zeit an Einfluss gewinnt, während der andere schwächer wird. Die gleichen Fragen sollen anschließend auf phylogenetischer Ebene diskutiert werden (Kapitel 3.2).
Anknüpfend an diese Fragestellungen wird im vierten Kapitel überprüft, ob der eine Trieb den anderen gänzlich verdrängt oder ob eine Ergänzung der beiden Prinzipien stattfindet. Während im dritten Kapitel der Schwerpunkt auf der Darstellung der Triebe liegt, ist nun das Augenmerk auf die Fragestellung „Kombination oder Konkurrenz?“ gerichtet.
Abschließend sollen die Theorien auf die Gesellschaft und unsere Kultur übertragen werden. Was bedeuten die gewonnen Ergebnisse? Ist der derzeitige Zustand ein endgültiger? Wie beeinflussen die beiden Prinzipien unser alltägliches kulturelles Leben?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die beiden Triebe

2.1 Das Lustprinzip

2.2 Das Realitätsprinzip

3. Der Wandel der Triebe

3.1 Die ontogenetische Ebene

3.2 Die phylogenetische Ebene

4. Kombination oder Konkurrenz?

5. Konkretisierung der Prinzipien

5.1 Religion, Erziehung und Wissenschaft

5.2 Die Kultur

5.2.1 Realisierung einer „glücklichen“ Kultur

5.2.2 Kritik an den Ableitungen Marcuses

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem Lust- und dem Realitätsprinzip in der menschlichen Entwicklung sowie deren Auswirkungen auf die moderne Gesellschaft und Kultur. Auf Basis der psychoanalytischen Theorien von Sigmund Freud und Herbert Marcuse wird analysiert, inwieweit kulturelle Zwänge das menschliche Glücksstreben hemmen und ob eine gesellschaftliche Struktur möglich ist, die ein freieres Ausleben der Triebe ermöglicht.

  • Psychoanalytische Grundlagen des Lust- und Realitätsprinzips
  • Ontogenetische und phylogenetische Wandlungsprozesse der Triebe
  • Konfliktpotenzial zwischen individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Normen
  • Kritische Analyse des Leistungsprinzips als vorherrschende Kulturform
  • Potenziale für eine zukunftsorientierte, "glücklichere" Gesellschaftsstruktur

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Lustprinzip

Zunächst wird der Mensch vom Lusttrieb dominiert (vgl. Kapitel drei). Dieser wird durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:

- augenblickliche Befriedigung

- Lust

- Freude (Spiel)

- Empfangen u. Entegegennehmen

- Fehlen der Unterdrückung

Zudem sei der Sexualtrieb von großer Bedeutung für das Lustprinzip. Die Triebe des Lustprinzips strebten nach nichts anderem, als Lust zu gewinnen. Von allem, was Unlust erregen könne, ziehe sich dieses Prinzip zurück. Unter der Herrschaft des Lustprinzips sei der Mensch „kaum mehr als ein Bündel tierischer Triebe“.

In dieser Arbeit berufen wir uns auf Freuds Definition des Lustprinzips, der unter diesem Begriff verstand, dass „unsere Handlungen durch die Lust oder die Unlust determiniert seien, die in der Gegenwart durch die Vorstellung der zu vollbringenden Handlungen und ihrer Folgen“ entstünden. Das heißt, dass der Mensch aufgrund seiner eigenen Erfahrungen - bzw. auch instinktiv - abschätzen kann, inwieweit eine Handlung seine Lustbedürfnisse erfüllt.

Allerdings schreibt Marcuse, dass es das „Unbewusste“ sei, das vom „Lustprinzip beherrscht“ werde. Das bedeutet wiederum, dass dem jeweiligen Menschen seine eigenen Erfahrungen, die den Lusttrieb befriedigen, nicht bewusst werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Triebkonflikte und Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich des Verhältnisses von Lust- und Realitätsprinzip.

2. Die beiden Triebe: Theoretische Darstellung und Abgrenzung der Merkmale des Lust- und Realitätsprinzips auf Basis freudscher Konzepte.

3. Der Wandel der Triebe: Analyse der ontogenetischen und phylogenetischen Entwicklung, wie das Realitätsprinzip zunehmend das Lustprinzip ablöst.

4. Kombination oder Konkurrenz?: Untersuchung des Spannungsfeldes und der Frage, ob das Realitätsprinzip das Lustprinzip vollständig verdrängt oder lediglich modifiziert.

5. Konkretisierung der Prinzipien: Übertragung der theoretischen Überlegungen auf gesellschaftliche Institutionen wie Religion, Erziehung und die Kultur als Leistungsprinzip.

6. Zusammenfassung: Synthese der Analyseergebnisse und Diskussion über die Möglichkeiten einer weniger unterdrückenden Kulturform.

Schlüsselwörter

Lustprinzip, Realitätsprinzip, Herbert Marcuse, Sigmund Freud, Triebstruktur, Leistungsprinzip, Unterbewusstsein, Bedürfnisbefriedigung, Kulturkritik, Triebverzicht, Zivilisation, Ontogenese, Phylogenese, Glücksstreben, Entfremdung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der psychologischen Spannung zwischen dem menschlichen Wunsch nach unmittelbarer Triebbefriedigung und den Zwängen, die eine zivilisierte Gesellschaft dem Individuum auferlegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Lustprinzip, das Realitätsprinzip, die gesellschaftliche Unterdrückung von Trieben sowie die Frage nach einer möglichen Alternative zum derzeitigen Leistungsprinzip.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Lust- und Realitätsprinzip interagieren und ob die aktuelle kulturelle Ausgestaltung (das Leistungsprinzip) eine glückliche Bedürfnisbefriedigung verhindert oder ermöglicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf den psychoanalytischen Schriften von Sigmund Freud und der Gesellschaftskritik von Herbert Marcuse basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Entwicklung der Triebe bei Individuen und in der kulturellen Geschichte, die Verdrängungsprozesse sowie die konkreten Auswirkungen dieser Prinzipien auf Religion, Erziehung und Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Lustprinzip, Realitätsprinzip, Leistungsprinzip, Triebstruktur, Zivilisation und Bedürfnisbefriedigung.

Wie definiert Marcuse das aktuelle "Leistungsprinzip"?

Marcuse beschreibt das Leistungsprinzip als eine Ausprägung des Realitätsprinzips, bei der das gesellschaftliche Leben und die individuelle Schichtung primär an ökonomischer Leistung orientiert sind.

Welchen Stellenwert räumt die Arbeit der Kritik von Heide Berndt und Reimut Reiche ein?

Die Kritik wird genutzt, um Marcuses Anwendung der freudschen Metapsychologie und seine historische Interpretation des Leistungsbegriffs kritisch zu hinterfragen und die Argumentation abzuwägen.

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Details

Title
Auswirkungen von Lust- und Realitätsprinzip: Zwischen Konkurrenz und Kombination
College
Free University of Berlin
Grade
2,0
Author
Moritz Förster (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V44310
ISBN (eBook)
9783638419376
ISBN (Book)
9783638836166
Language
German
Tags
Auswirkungen Lust- Realitätsprinzip Zwischen Konkurrenz Kombination
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Förster (Author), 2004, Auswirkungen von Lust- und Realitätsprinzip: Zwischen Konkurrenz und Kombination, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44310
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