Dieser Unterrichtsentwurf für das Fach evangelische Religion beschäftigt sich mit dem Theodizee-Problem und der Bewältigung des Leids am Beispiel Ijobs.
Das Thema der Stundensequenz lautete konkret: Was hilft im Umgang mit Leid?
Die Lernziele waren dabei die folgenden:Die Schülerinnen und Schüler können mögliche Ursachenfür die Entstehung des Leids benennen, indem sie ausgewählte Strophen des Musikstücks von Robin Schulz interpretieren.
Die Schülerinnen und Schüler können, mittels einer konstruktivgeführten Gruppenarbeitsphase, anschaulich die Vorgehensweisenfür den ratsamen Umgang mit Leid erklären.
Inhaltsverzeichnis
1. Bezugsrahmen Unterrichtseinheit
1.2 Fachliche und überfachliche Ziele der Unterrichtseinheit
1.3. Überblick über die Unterrichtseinheit „Theodizee und Bewältigung des Leids. Ijob als Begleitelement.“
2. Bezugsrahmen Unterrichtsstunde
3.1. Verlaufsplanung
3.2. Literaturangaben
4. Lernbegleitbogen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel der Unterrichtsstunde ist es, dass die Schülerinnen und Schüler nach einer intensiven Auseinandersetzung mit der Theodizee-Frage und der biblischen Ijob-Erzählung konkrete, lebenspraktische Handlungsoptionen für den Umgang mit Leid entwickeln. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie die Lernenden durch einen fachdidaktisch strukturierten Prozess (von der Reflexion von Klage hin zur aktiven Bewältigung) befähigt werden, persönliche Strategien im Umgang mit Leid zu formulieren.
- Thematisierung der Theodizee-Frage im Kontext der Ijob-Erzählung.
- Einsatz von Musik (Robin Schulz, "Prayer in C") als Medium für Klage und Lebensweltbezug.
- Förderung von Sozial- und Sprachkompetenz durch kooperative Lernformen.
- Entwicklung individueller Bewältigungsstrategien für Leid.
Auszug aus dem Buch
Methodische Überlegungen
Die SuS haben sich in den vorangegangen Stunden mit der biblischen Geschichte von Ijob auseinandergesetzt, dem schuldlos großes Leid widerfährt. Die Erzählung zeigt, dass Leid weder als pädagogisches Mittel Gottes gedeutet, noch in einen Tun-Ergehen-Zusammenhang gestellt werden kann. Ijob klagt Gott an und erfährt, dass er in Gott ein Gegenüber gefunden hat, an den er sich mit seiner Klage wenden darf. Das Musikstück „Prayer in C“ von Robin Schulz ist ein Beispiel dafür, seine Klage zum Ausdruck zu bringen und vor Gott zu tragen. Nun darf nicht bei der Klage verharrt werden. Angesichts des Leids ist zu fragen, was getan werden kann, um mit dem Leid aktiv umzugehen. Hier besteht die Aufgabe der SuS darin, Ideen zu entwickeln, um Widerstand hinsichtlich des Leids zu leisten. Durch das Entwickeln der Handlungsoptionen wird aus der abstrakten Frage nach dem Leid eine lebenspraktische, die jeden Einzelnen etwas angeht.
Der Stundeneinstieg findet in einem Stuhlkreis statt, der eine Gesprächsatmosphäre schafft, die von den SuS aller Altersstufen als wohltuend empfunden wird (Mattes, 2011, S. 108). Es gibt keine Tische als Barriere, wodurch die Distanz in der Gruppe abnimmt. Im Vorfeld werden die Gruppentische für die Gruppenarbeit vorbereitet, sodass der Lernprozess nicht durch organisatorische Maßnahmen gestört wird. Den religiösen Blickwinkel in einem aktuellen Lied zu finden, kann, aufgrund des offenkundigen Lebensweltbezugs, die SuS stark ansprechen. Schwierigkeiten dieser Arbeitsmethode könnten durch eine entstehende Diskussion über das Gefallen / Nicht-Gefallen des Musikstücks oder durch visuell dargestellte Guitar Heroes (engl. Gitarrenhelden) auftreten, die das tatsächliche Ziel verdecken (Zankel & Günther, 2017, S. 46-47).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bezugsrahmen Unterrichtseinheit: Darstellung der fachlichen und überfachlichen Lernziele sowie ein detaillierter Überblick über die gesamte Unterrichtsreihe zur Theodizee und Ijob-Erzählung.
2. Bezugsrahmen Unterrichtsstunde: Erläuterung der fachdidaktischen Entscheidungen sowie eine Analyse der Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler.
3.1. Verlaufsplanung: Strukturierte tabellarische Übersicht des zeitlichen und methodischen Ablaufs der Unterrichtsstunde.
3.2. Literaturangaben: Auflistung der verwendeten fachdidaktischen Quellen und Literaturquellen.
4. Lernbegleitbogen: Formale Dokumentation der Unterrichtseinheiten mit Zielvorgaben und Reflexion des Lernerfolgs.
Schlüsselwörter
Leid, Ijob, Theodizee, Religionsunterricht, Handlungsoptionen, Klage, Lebensweltbezug, Gruppenarbeit, Kooperation, Bewältigungsstrategien, Schülernähe, Sprachkompetenz, Sozialkompetenz, Werteerziehung, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit grundlegend?
Die Einheit thematisiert die christliche Theodizee-Frage („Warum lässt Gott Leid zu?“) eingebettet in die biblische Ijob-Erzählung und überträgt diese auf die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Leiderfahrung, die Bedeutung von Klage, das Gottvertrauen sowie die Entwicklung lebenspraktischer Strategien zur Bewältigung von Leid.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Das Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler von der abstrakten Auseinandersetzung mit Leid hin zur Erarbeitung persönlicher Handlungsoptionen und Bewältigungsstrategien zu führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Stunde nutzt einen methodenorientierten Ansatz mit Stuhlkreisgesprächen, kooperativer Gruppenarbeit sowie Einzelarbeitsphasen zur persönlichen Reflexion, gestützt durch moderne Medien (Musik).
Was wird im Hauptteil der Unterrichtsstunde behandelt?
Nach der methodischen Hinführung über ein Musikstück erarbeiten die Lernenden in Gruppen Wege der Leidsbewältigung und verschriftlichen diese in einer individuellen Stillarbeitsphase.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Leid, Ijob, Theodizee, Handlungsoptionen, Klage, Lebensweltbezug und Bewältigungsstrategien.
Warum wird das Lied „Prayer in C“ von Robin Schulz eingesetzt?
Das Lied dient als moderner, lebensweltnaher Impuls, um die biblische Klage Ijobs in die heutige Zeit zu übersetzen und als Ausgangspunkt für die Reflexion eigener Gefühle zu nutzen.
Welche Funktion hat das „Wunschglas“ am Ende der Stunde?
Das Wunschglas dient der Partizipation der Schülerinnen und Schüler, indem sie ihre Interessen und Wünsche für die nächsten Stunden einbringen können, um den Unterricht spannend und relevant zu halten.
- Arbeit zitieren
- Jürgen Schuck (Autor:in), 2018, Theodizee und Bewältigung des Leids. Ijob als Begleitelement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443747