Die folgende Untersuchung versucht herauszufinden, ob Kinder Entlehnungen aus dem Englischen, im Folgenden als Anglizismen bezeichnet, erkennen und verstehen sowie in ihrem gewöhnlichen Sprachgebrauch selbst verwenden. Der Terminus Anglizismen soll dabei Entlehnungen sowohl aus dem Britischen (BrE) als auch dem Amerikanischen Englisch (AmE) ohne weitere Differenzierung umfassen. Als Probanden für meine Studie wurden Grundschulkinder der 2. und 3. Klasse ausgewählt. Es gilt zu untersuchen, inwiefern die Teilnehmer einer Erhebung, in diesem Fall eine Gruppe von Kindern eines abgesteckten Altersrahmens, Entlehnungen bereits in ihren Wortschatz integriert haben. Bemerken sie den Unterschied zwischen einem deutschen und einem englischen Begriff? Welche Faktoren beeinflussen die Adaption von Anglizismen und in welchen Lebensbereichen sind diese verstärkt zu registrieren? Dabei basiert die Entwicklung von Thesen auf dem Wissen, das wir aus unserem Alltag ableiten können. Keine existente Studie beleuchtet diesen ursprünglichen Bereich der Sprachentwicklung. Es handelt sich also um den Versuch, anhand empirisch ermittelter Daten Erkenntnisse zu schöpfen, in welchem Umfang Anglizismen bereits auf die Alltagssprache von Kindern einwirken, um damit auch einen Aspekt der linguistischen Forschung zu beleuchten, der die sprachliche Suggestion betrifft. Im Kern dieser Untersuchung spielt es dabei keine essentielle Rolle, wie ein Ergebnis abschließend nach subjektiven Maßstäben zu bewerten ist. Ziel der vorliegenden Arbeit ist lediglich aufzuzeigen, dass Anglizismen schon bei Kindern einen festen Platz im täglichen Sprachgebrauch einnehmen und dort bereits kaum mehr wegzudenken sind. Es mangelt nicht an Publikationen zu Anglizismen im Kontext ihrer Verwendung im deutschen Sprachraum. Wenig erforscht ist jedoch die Frage, in welchem Umfang Entlehnungen aus dem Englischen verstanden werden. Zu der Altersgruppe, deren Sprachgebrauch ich im Hinblick auf die oben genannte Fragestellung untersucht habe, liegen bislang keine empirisch untermauerten Analysen vor, obwohl die Verwendung von Anglizismen in frühem Alter bei deutschen Kindern auffällig ist. Zur notwendigen und strukturierten Erhebung wurde ein Fragebogen zu diesem Themenbereich entworfen, der die Materialgrundlage für meine Analyse bietet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Aufgabenstellung und Ziel – die Thesen
1.2 Untersuchungs- und Erhebungsstrategie
1.3 Quantitative Sozialforschung – ein Einblick
1.4 Schnittstellen und Prioritätensetzung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmung Anglizismen
2.1.1 Klassifikationssysteme der Entlehnungen aus dem Englischen
2.1.2 Ursachen für Entlehnungen
2.1.3 Stellungnahme zum Forschungsstand
2.2 Statistische Auswertungsverfahren
3 Datenerhebung und Messung
3.1 Forschungsprozesse
3.1.1 Organisatorisches und zeitlicher Rahmen
3.1.2 Hospitation und Erstellung des Fragebogens
3.1.3 Das Statistikprogramm
3.1.4 Befragungsaufbau
3.1.5 Prätest und Probleme
3.1.6 Programmatischer Ablauf und Durchführung der Befragung
3.2 Zeitplanung und Meilensteine
3.3 Fokussierung der Thesen
3.4 Präsentation der Einzelergebnisse
3.5 Wirkungsbeziehungen / Korrelationen zwischen ausgewählten Parametern (grafische Visualisierung)
4 Ergebnisauswertung
4.1 Hypothesentestung
4.2 Präsentation der Studienergebnisse
4.3 Quantifizierung der Zusammenhänge
4.4 Rückschlüsse auf die Ausgangsfragen
4.4.1 Signifikanteste Ergebnisse
5 Ergebnisse und Ausblick
5.1 Zusammenfassung und Fazit
5.2 Ansätze zur theoretischen Weiterentwicklung für zukünftige empirische Untersuchungen (Quantitativ / Qualitativ) und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Magisterarbeit untersucht, inwieweit Grundschulkinder der 2. und 3. Jahrgangsstufe im Landkreis Dahme-Spreewald Anglizismen verstehen, erkennen und aktiv in ihren täglichen Sprachgebrauch integrieren. Dabei steht die Erforschung des Wissensstandes sowie der bewussten Differenzierung zwischen englischen und deutschen Begriffen im Fokus.
- Erfassung des Kenntnisstands von Anglizismen bei Kindern (7-10 Jahre).
- Analyse des Einflusses älterer Geschwister auf die Sprachnutzung.
- Untersuchung der Korrelation zwischen digitalem Medienkonsum und technischem Wortschatz.
- Überprüfung der Differenzierungsfähigkeit zwischen englischen und deutschen Sprachstrukturen.
- Identifikation von bevorzugten Kategorien bei der Anglizismenverwendung (Technik, Alltag, Wirtschaft).
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Hospitation und Erstellung des Fragebogens
Aus unterschiedlichen Gründen ist es erforderlich, vor der Durchführung der eigentlichen Studie eine Zeit lang dem regulären Unterricht beizuwohnen. Dabei wurden die Kinder bewusst nicht konkret über die Funktion des Hospitierens in Kenntnis gesetzt, da die Unvoreingenommenheit gegenüber dem Studieninhalt nicht beeinflusst werden sollte. Das bedeutet, die Studienteilnehmer sollten sich zum Beispiel nicht eigens vor der Befragung gezielt mit ihren Englischkenntnissen beschäftigen, was die Studienergebnisse nachhaltig hätte beeinflussen können.
Gründe für die Beobachtungen im regulären Unterricht gab es unterschiedliche. Zum einen verfügte ich nur über unzureichendes pädagogisches Fachwissen. Daher musste ich mir einen Überblick über die allgemeinen Rahmenbedingungen verschaffen, so u.a. über Klassengrößen, Durchmischung der Geschlechter, Englischkenntnisse, Gruppen- und Sozialdynamik, Lern- und Übungsmethoden im Unterricht oder Wissensstand der Schüler (wie gut können die einzelnen Schüler bereits lesen, schreiben, sich ausdrücken). All diese Faktoren waren wichtige, um später ein angemessenes Niveau und inhaltliches Design des Fragebogens zu entwickeln. Ferner war es dadurch möglich, mir selbst ein Bild vom Stand der Englischkenntnisse der Probanden machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel definiert die Forschungsfragen, die Zielsetzung der Studie sowie die zugrunde liegenden Thesen und erläutert die methodische Strategie zur Datenerhebung.
2 Theoretische Grundlagen: Hier erfolgt eine Begriffsbestimmung von Anglizismen, die Darstellung von Klassifikationssystemen für Entlehnungen und ein Überblick über den wissenschaftlichen Forschungsstand.
3 Datenerhebung und Messung: Dieses Kapitel detailliert den Forschungsprozess, die Durchführung von Hospitationen, die Entwicklung und den Aufbau des Fragebogens sowie die statistischen Verfahren zur Datenauswertung.
4 Ergebnisauswertung: Hier werden die durch die Befragung gewonnenen Daten analysiert, die aufgestellten Thesen mittels Hypothesentests überprüft und Rückschlüsse auf die Ausgangsfragen gezogen.
5 Ergebnisse und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und diskutiert Ansätze für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Grundschule, Spracherwerb, Sprachwandel, Empirische Untersuchung, Fragebogen, Kinder, Sprachbewusstsein, Medieneinfluss, Quantitative Sozialforschung, Sprachgebrauch, Entlehnung, Technik, Alltagssprache, Wirtschaftssprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Verwendung und das Verständnis von Anglizismen bei Grundschulkindern im Alter von 7 bis 10 Jahren im Landkreis Dahme-Spreewald.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Technik, Alltag und Wirtschaft, um herauszufinden, in welchen Kontexten Anglizismen bei Kindern besonders verbreitet sind.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, dass Anglizismen bereits bei Grundschulkindern einen festen Platz im Sprachgebrauch einnehmen und zu hinterfragen, ob dies bewusst geschieht.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Verfasserin nutzt eine quantitative Methode in Form eines standardisierten, papiergebundenen Fragebogens, der an 322 Kindern durchgeführt wurde.
Welche Inhalte bilden den Hauptteil?
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Darstellung der Datenerhebung, die statistische Aufbereitung der Ergebnisse und die Verknüpfung dieser Resultate mit den aufgestellten Thesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Anglizismen, Sprachwandel, Grundschule, empirische Sozialforschung und Medieneinfluss.
Beeinflussen ältere Geschwister das Sprachverhalten?
Ja, die Studie konnte nachweisen, dass Kinder mit älteren Geschwistern im Durchschnitt einen leicht höheren Kenntnisstand von Anglizismen aufweisen als Einzelkinder oder Kinder ohne ältere Geschwister.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Technik und Sprachnutzung?
Die Untersuchung deutet auf eine Korrelation hin: Kinder mit aktivem Zugang zu digitalen Medien wie PC, Laptop oder Spielkonsolen zeigten einen tendenziell höheren Kenntnisstand bei technischen Anglizismen.
- Quote paper
- Stefanie Gäbler (Author), 2013, Verwendung und Verständnis von Anglizismen bei Grundschulkindern der 2. und 3. Jahrgangsstufe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/443808