Diese Referatausarbeitung basiert zu großen Teilen auf dem Beitrag von Dietmar Fricke (2000). Das letzte Kapitel beleuchtet Dietmar Frickes Thesen vor dem Hintergrund der seit 2000 stattgefundenen Entwicklungen.
Dietmar Frickes Grundannahme
Dietmar Frickes Grundannahme ist, dass Filme und Serien tagespolitische Diskussionen abbilden und diese befördern. Die Serien und Filme der Reihe „Star Trek“ sind bei dieser Betrachtungsweise besonders interessant, weil es sich hierbei um Science-Fiction handelt. Dieses Genre scheint der politischen Utopie nahe zu stehen. Zudem ist „Star Trek“ sehr erfolgreich und seit mehr als 30 Jahren präsent. Im Folgenden soll es unter dieser Voraussetzung um einen Vergleich einer aktuellen Kontroverse der westlichen Welt mit einem zentralen Handlungsstrang in der Serie STAR TREK - RAUMSCHIFF VOYAGER gehen, dem interkulturellen Diskurs.
Der Ost-West Konflikt ist zu Ende und die Globalisierung schreitet voran, die westliche Welt rückt ökonomisch-technologisch zusammen, im Inneren jedoch gibt es wachsende soziale Gefälle. Hieraus resultiert ein Nachdenken über den Umgang der Kulturen miteinander in der Zukunft. Huntington (1996) spricht hierbei vom „Kampf der Kulturen“, er sieht in den Spannungen zwischen letztlich unversöhnlichen, vor allem religiös begründeten Kulturkreisen die Ursache künftiger weltpolitischer Spannungen. Hierzu gibt es Parallelen bei Star Trek.
Die Auseinandersetzung zwischen der Föderation und den Borg, die im Folgenden beschrieben wird, kann als Frage nach dem Verhältnis zwischen der Gemeinschaft und dem Individuum verstanden werden. Möglich ist aber auch eine Deutung als migrationspolitischer interkultureller Diskurs. Dieser Diskurs lässt Schlüsse auf aktuelle Herrschaftsstrategien und deren Legitimationsversuche durch die westliche Welt zu.
Inhaltsverzeichnis
1 Grundlage dieser Arbeit
2 Dietmar Frickes Grundannahme
3 Das Star-Trek-Universum
3.1 Die Föderation
3.2 Raumschiff „Voyager“
4 Die Borg
5 Die Folgen SKORPION und DIE GABE
6 Assimilation oder Integration?
7 Die Borg – Konstruktion eines tagespolitisch bezogenen Feindbildes der westlichen Welt?
7.1 Die dritte Welt und das Elend
7.2 Ostasien und die Wirtschaft
7.3 Der Nahe Osten und der Islam
7.4 Kampf der Kulturen?
8 Dietmar Frickes Fazit
9 Dietmar Frickes Thesen aus heutiger Sicht
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der Föderation und den Borg im Star-Trek-Universum als eine Allegorie auf aktuelle tagespolitische Konflikte der westlichen Welt. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern der „Kampf der Kulturen“ und migrationspolitische Diskurse innerhalb der Serie abgebildet werden.
- Star-Trek-Universum als Spiegel tagespolitischer Diskurse
- Konflikt zwischen Föderation und Borg als interkultureller Diskurs
- Analyse von Migrations- und Integrationsfragen
- Konstruktion von Feindbildern in der westlichen Welt
- Übertragung soziokultureller Theorien auf fiktive Narrative
Auszug aus dem Buch
Die Borg
Seit ihrem ersten Auftreten bei Star Trek haben die Borg eine stetig steigende Bedeutung für die Star-Trek-Saga bekommen. Dies gipfelte in der Aufnahme einer Borg als Besatzungsmitglied in der Serie STAR TREK – RAUMSCHIFF VOYAGER. Bereits beim Erstkontakt wird der Sternenflotte klar, dass es sich bei den Borg um eine existentielle Bedrohung für den Bestand der Föderation handelt. Denn die Borg sind nicht am friedlichen Austausch zwischen den Kulturen interessiert, sie sind aber auch keine Eroberer im herkömmlichen Sinne, die die besiegten Kulturen unterdrücken.
Die Borg assimilieren vielmehr jedes Individuum, welches ihrer Ansicht nach von Wert sein kann für das so genannte „Kollektiv“. Bei der Assimilation werden die fremden Lebensformen zwangsweise in Borg umgewandelt, indem ihnen Borg-Implantate eingepflanzt werden und sie eine dauerhafte Verbindung zum Kollektiv erhalten. Das Kollektiv ist die Einheit aller „Drohnen“, wie die Mitglieder der Borg sich selbst nennen. An der Spitze des Kollektivs steht die Borg-Königin, die „Ordnung in das Chaos“ bringt. Sie lenkt die Geschicke des Kollektivs vom Zentrum des Borg-Imperiums aus. Die Drohnen haben keine Namen, sondern tragen eine Borg-Bezeichnung, die ihren Platz im Kollektiv definiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Grundlage dieser Arbeit: Einführung in die thematische Basis der Arbeit, die maßgeblich auf den Analysen von Dietmar Fricke beruht.
2 Dietmar Frickes Grundannahme: Erläuterung der These, dass Science-Fiction-Serien wie „Star Trek“ als Spiegelbilder aktueller tagespolitischer Kontroversen dienen.
3 Das Star-Trek-Universum: Überblick über die Strukturen der Föderation und die Ausgangssituation der Serie „Voyager“.
4 Die Borg: Charakterisierung des Borg-Kollektivs als technologisch überlegene und assimilierende Bedrohung für die Föderation.
5 Die Folgen SKORPION und DIE GABE: Untersuchung konkreter Episoden, in denen der Kontakt und die Integration von Seven of Nine thematisiert werden.
6 Assimilation oder Integration?: Diskussion der Begrifflichkeiten vor dem Hintergrund des fiktiven Konflikts und der realen Migrationsdebatte.
7 Die Borg – Konstruktion eines tagespolitisch bezogenen Feindbildes der westlichen Welt?: Analyse der Borg als Projektionsfläche für reale weltpolitische Ängste und Feindbilder.
8 Dietmar Frickes Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Analogien zwischen Föderation/Borg und heutigen interkulturellen Spannungsfeldern.
9 Dietmar Frickes Thesen aus heutiger Sicht: Reflexion der ursprünglichen Thesen vor dem Hintergrund weltpolitischer Ereignisse nach dem Jahr 2000.
Schlüsselwörter
Star Trek, Voyager, Borg, Föderation, Interkultureller Diskurs, Assimilation, Integration, Kampf der Kulturen, Huntington, Migration, Politische Allegorie, Feindbild, Wissenschaftsgeschichte, Identität, Kollektiv.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie die Serie „Raumschiff Voyager“ als Spiegel für aktuelle tagespolitische und interkulturelle Konflikte dient, insbesondere durch den Vergleich zwischen der Föderation und den Borg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Fragen von Identität, Integration versus Assimilation, die Konstruktion von Feindbildern in der westlichen Welt und politische Herrschaftsstrategien.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob das Verhältnis zwischen Föderation und Borg als ein interkultureller Diskurs verstanden werden kann und welche Rückschlüsse dies auf reale politische Debatten zulässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine medienwissenschaftliche und politikwissenschaftliche Inhaltsanalyse angewandt, die fiktive Narrative aus „Star Trek“ mit Theorien zur Politik und Kulturwissenschaft (z.B. Huntington) verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Borg als Kollektiv, die Rolle der Serie Voyager, die Bedeutung spezifischer Folgen sowie die Analogie zum „Kampf der Kulturen“ und zur Migration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Star Trek, Borg, Interkultureller Diskurs, Assimilation, Integration, Kampf der Kulturen und politische Feindbildkonstruktion.
Warum wird Seven of Nine in der Arbeit besonders hervorgehoben?
Seven of Nine dient als Fallbeispiel für die Spannungen zwischen individueller Identität und der Anpassung an ein Kollektiv bzw. eine Gemeinschaft.
Inwiefern hat der 11. September die Thesen der Arbeit beeinflusst?
Die Arbeit stellt fest, dass sich die von Huntington beschriebenen Konflikte und die Angst vor fremden Kulturkreisen durch die Ereignisse des 11. Septembers 2001 verschärft haben und die Analysen im Rückblick noch an Aktualität gewonnen haben.
Wie endet der Konflikt in der Serie laut der Arbeit?
Der Konflikt wird gewaltsam durch den Einsatz eines Virus gelöst, welches das Kollektiv vernichtet, womit Janeway die Borg mit deren eigener Technologie schlägt.
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- Norgand Schwarzlose (Author), 2004, Raumschiff Voyager: Das Verhältnis zwischen Föderation und Borg als interkultureller Diskurs?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44411