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Flexicurity. Faktoren interner und externer Flexibilität im deutsch-dänischen Vergleich

Titel: Flexicurity. Faktoren interner und externer Flexibilität im deutsch-dänischen Vergleich

Masterarbeit , 2009 , 76 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Dr. Uwe Lammers (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der derzeit populäre Vergleich mit dänischer Arbeitsmarktpolitik und deren hoher Flexibilität infolge vermeintlich hoher Deregulierung und als Ursache eines ökonomischen Wachstum, beruht auf einigen Fehlinterpretationen und Missverständnissen. Denn “Flexibilität” in Arbeitsmarkt, Beschäftigung und Sozialpolitik ist primär eine politische Steuerungsformel, ein recht vager Allgemeinplatz und keine Eigenschaft von spezifischen Merkmalsträgern. Die vermeintliche Deregulierung ist nur eines von vielen wirtschaftspolitischen Schlagworten, die sich ihre eigene Legitimität erst durch sich selbst erschaffen. Diese Politik wird “verschlagwortet”; Debatten werden infolge dessen eher in Reduktion ökonomistischer Begriffe um diese Schlagworte herum geführt, als dass wirklich klug um Inhalt und Kausalität dieser gesprochen würde. Insgesamt stellt Flexibilität eine undurchsichtige und komplexe Beschwörungsformel der Gegenwart dar. Flexicurity stellt infolge dessen ein abstraktes, nicht konkret greifbares Konstrukt um ein ideologisches Gesamtkonzept der politischen Schlagworte der Europäischen Arbeitsmarktpolitik dar. In dem deutsch-dänischen Vergleich werden dabei völlig heterogene und ebenso heteronome Faktoren miteinander in Verbindung gebracht. Beide Länder weisen darüber hinaus auch ganz unterschiedliche politische und soziale Systeme, eine andere Historie und sozioökonomische Phänomene auf, die entschieden über das hinausgehen, was man bloß als “Mentalitätsunterschied“ verbuchen könnte, geschweige, dass man sie überhaupt “vergleichen“ könnte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine und politische Problemstellungen interner und externer Flexibilität

1.1 Lissabonstrategie im Spiegel der Kritik

1.2 Ambivalenz des „Aktiven Wohlfahrtsstaates“

1.3 Institutionalisierung externer Flexibilität als negative Individualisierung?

1.4 Tautologie der Arbeitsmarktsegmentierung

2. Deutschland und Dänemark: Äpfel und Birnen?

2.1 Dänischer Arbeitsmarkt

2.2 Dänisches Arbeitsrecht

2.3 “Was verstehen Sie unter Flexibilität?“: Entkoppelung sozialen Bewusstseins der Akteure

2.4 Ressourcen- u. Kostenorientierung

2.5 Geringqualifizierte?

2.6 Weiterbildung

3. Gespräche mit Arbeitsmarkt-Experten

3.1 Methodisches Vorgehen und Theoriebezug

3.2 Auswahl der Interviewpartner und Probleme der Erhebung

4. kritische Analyse und Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch den in Deutschland populären Vergleich mit der dänischen Arbeitsmarktpolitik und dem Konzept der "Flexicurity". Ziel ist es, die Mystifizierung dänischer Erfolgsmodelle aufzulösen und aufzuzeigen, dass die Konzepte aufgrund historisch gewachsener Unterschiede sowie grundlegend verschiedener sozialer und politischer Systeme nicht direkt übertragbar sind.

  • Kritik an der Übertragbarkeit des "dänischen Modells" auf Deutschland.
  • Analyse der Flexibilitätsbegriffe im Kontext der Lissabon-Strategie.
  • Untersuchung von internen und externen Flexibilitätsfaktoren.
  • Qualitative Auswertung von Experteninterviews zum Arbeitsmarktvergleich.
  • Gegenüberstellung von "Low-Road" (Kostenorientierung) und "High-Road" (Ressourcenorientierung) Strategien.

Auszug aus dem Buch

Dänisches Arbeitsrecht

Bei allen Debatten wird auch immer die Aporie eines vermeintlich völlig flexiblen, fast schon regellosen Arbeitsrechts in Dänemark vertreten. Ein Argument, das jedoch auch bei näherer Betrachtung ins Reich der Fabel verbannt werden kann und wohl eher interpretierter Wunschtraum einiger Wettbewerbsliberaler ist.

So gilt Dänemark bspw. eine Probezeit von maximal drei Monaten (ggü. sechs in Deutschland, § 622 Abs. 3 BGB) und auch Kündigungsfristen sind anders geregelt. So gibt es in Dänemark zwar keinen allgemein verbindlichen Kündigungsschutz wie in Deutschland, sondern unterschiedliche, gleichwohl bedeutsame Regelungen für verschiedene Gruppen von Beschäftigten und ihre Tarifabkommen. Dennoch ist der dänische Arbeitnehmer vor willkürlicher Kündigung geschützt, insbesondere wenn er länger als neun Monate im Betrieb, im Unternehmen beschäftigt ist, da der Rahmenvertrag zwischen dänischem Gewerkschaftsverband und Arbeitgeberverband vorschreibt, dass Kündigungen nie willkürlich erfolgen dürfen und der Arbeitnehmer nach Ablauf von neun Monaten der Beschäftigung Anspruch auf eine stichhaltige Begründung der Kündigung hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Allgemeine und politische Problemstellungen interner und externer Flexibilität: Einleitung in die komplexe Begriffswelt der Flexibilität und Darstellung der theoretischen Kaskade von internen und externen Faktoren im politisch-ideologischen Kontext.

2. Deutschland und Dänemark: Äpfel und Birnen?: Detaillierter Vergleich der beiden Arbeitsmarktsysteme, wobei die mangelnde Vergleichbarkeit aufgrund unterschiedlicher historischer und politischer Rahmenbedingungen herausgestellt wird.

3. Gespräche mit Arbeitsmarkt-Experten: Dokumentation und methodische Einordnung der qualitativen Experteninterviews sowie der daraus gewonnenen Erkenntnisse über die Wahrnehmung der Arbeitsmarktreformen.

4. kritische Analyse und Zusammenfassung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die den Paradoxon-Charakter der Flexibilitätsdebatte in Deutschland im Vergleich zur dänischen Realität verdeutlicht.

Schlüsselwörter

Aktivierender Sozialstaat, Arbeitsmarkt, Employability, Flexibilität, Flexicurity, Ländervergleich DE/DK, Lissabon-Strategie, Weiterbildung, Normalarbeitsverhältnis, Sozialrecht, Beschäftigungspolitik, Arbeitsmarktsegmentierung, Human Ressources.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Masterthesis befasst sich mit der kritischen Analyse des in Deutschland häufig herangezogenen Vergleichs mit der dänischen Arbeitsmarktpolitik und dem Flexicurity-Modell.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die Konzepte interner und externer Flexibilität, die Lissabon-Strategie, die institutionellen Rahmenbedingungen beider Länder und die Frage der Übertragbarkeit von Arbeitsmarktinstrumenten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Mystifizierung Dänemarks als "Wunder" aufzudecken und aufzuzeigen, dass die in Deutschland diskutierten Konzepte oft auf Fehlinterpretationen beruhen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, der neben der Literaturanalyse eine Reihe von leitfadengestützten Experteninterviews mit Akteuren aus beiden Ländern umfasst.

Was sind die Schwerpunkte im Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Unternehmensstrategien (Low-Road vs. High-Road) und die unterschiedliche Bedeutung von Qualifizierung und Weiterbildung in den beiden Ländern.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Aktivierender Sozialstaat, Flexicurity, Lissabon-Strategie, Arbeitsmarktsegmentierung und die "normative Kraft des Faktischen".

Wie unterscheidet sich die dänische Arbeitsmarktmentalität von der deutschen?

Die Arbeit verdeutlicht, dass in Dänemark ein stärkerer Konsens und ein traditionell anderes Verständnis von staatlicher Sicherheit und individueller Verantwortung besteht als im durch zunehmende Prekarisierung geprägten deutschen Kontext.

Welche Rolle spielt die Lissabon-Strategie in diesem Vergleich?

Die Lissabon-Strategie dient als übergeordneter europäischer Bezugsrahmen, der zwar in beiden Ländern die Politik beeinflusst, dort aber auf völlig unterschiedliche sozioökonomische Traditionen trifft.

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Flexicurity. Faktoren interner und externer Flexibilität im deutsch-dänischen Vergleich
Hochschule
Universität Hamburg  (Fachbereich Sozialökonomie)
Note
2,3
Autor
Dr. Uwe Lammers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
76
Katalognummer
V444141
ISBN (eBook)
9783668815285
ISBN (Buch)
9783668815292
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutschland Dänemark Lissabon-Vertrag Welfare State Flexicurity
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Uwe Lammers (Autor:in), 2009, Flexicurity. Faktoren interner und externer Flexibilität im deutsch-dänischen Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444141
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Leseprobe aus  76  Seiten
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