Inwiefern Anglizismen in die deutsche Sprache integriert und wie die englischen Entlehnungen aufgenommen werden, sind Fragestellungen, mit denen ich mich in dieser Arbeit auseinandersetzen werde. Dabei werde ich vor allem auf die Entwicklung der britischen und amerikanischen Anglizismen eingehen und ergründen, warum die Einteilung in Lehnwörter vorteilhafter ist für die Dokumentation englischer Entlehnungen. Darüber hinaus wird die historische Entwicklung von Fremdwörtern eine wichtige Rolle spielen im Versuch, die englische Sprache als Weltsprache zu konzipieren, und ich werde ebenfalls die Gründe der Akzeptanz des englischen Einflusses betrachten. Letztlich werde ich genauer betrachten, warum und wie die Einwirkung von Anglizismen die englische Sprache zu einer Weltsprache macht.
Die Entwicklung von Anglizismen in der deutschen Sprache ist ein faszinierender und umstrittener Vorgang von Sprachwandelprozessen über die letzten Jahrhunderte. Die Frage nach dem Ursprung und der weiteren Entwicklung der englischen Entlehnungen ist eine zum Teil vielfach belegte Thematik, die über die Jahre hinweg zu vielen unterschiedlichen Diskussionen über die Vor- und Nachteile des englischen Einflusses auf die deutsche Sprache geführt hat. Dabei spielt vor allem die Integration der englischen Entlehnungen in die deutsche Sprache eine wichtige Rolle, aber auch der Kampf gegen die Eingliederung der Fremdwörter hat einen ausschlaggebenden Effekt darauf. Die fehlende Dokumentation in den letzten Jahrhunderten erschwert es der Forschung zudem genau festzulegen, wie Anglizismen tatsächlich entlehnt werden. Aufgrund dessen wird eine Klassifikation der Entlehnungen versucht, die sich auf die unterschiedlichen Bereiche der Sprachwissenschaft wie Morphologie, Phonologie, Phonetik und Pragmatik bezieht. Jedoch ist die Art der Einteilung ziemlich unübersichtlich auf Grund der fehlenden Dokumentation über die Entlehnungen, weshalb eine Gliederung in Lehnwörter entwickelt worden ist. Die Gliederung nach den unterschiedlichen Arten von Lehnwörtern beurteilt die entlehnten Begriffe nach Grad der Übersetzung und Integration und bietet so einen anschaulicheren Überblick über die Eingliederung der Entlehnungen in die deutsche Sprache.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Ursprung von Anglizismen in der deutschen Sprache
2. Anglizismen: Definitionen
2.1. Vor 1945: Britische Anglizismen
2.2. Nach 1945: Amerikanische Anglizismen
2.3. Klassifikationen
2.3.1 Lexikalisch
2.3.2 Morphologisch
2.3.3 Phonetisch
2.3.4 Pragmatisch
2.4. Lehnwörter
2.4.1 Lehnschöpfung, Lehnwendung
2.4.2 Scheinentlehnung, Lehnübersetzung, Lehnübertragung
2.4.3 Lehnbedeutung, Doppelentlehnung
2.5. Anglizismus in der deutschen Sprache
2.6. Anglizismen – Bereiche des Einflusses
2.6.1 Die unterschiedlichen Anwendungsgebiete von Anglizismen
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Integration von Anglizismen in die deutsche Sprache, mit besonderem Fokus auf die unterschiedlichen Einflüsse britischer und amerikanischer Entlehnungen. Ziel ist es zu analysieren, wie Sprachwandelprozesse durch historische Ereignisse begünstigt wurden und inwieweit die Klassifizierung von Lehnwörtern zu einem besseren Verständnis ihrer Etablierung im Deutschen beiträgt.
- Historische Herleitung des Einflusses des Englischen auf das Deutsche
- Differenzierung zwischen britischen und amerikanischen Anglizismen
- Klassifikationsmodelle für Entlehnungen (lexikalisch, morphologisch, phonetisch, pragmatisch)
- Analyse von Lehnwörtern und deren Unterkategorien
- Rolle des Sprachkontakts und der Akzeptanz in der Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Lehnschöpfung, Lehnwendung
Lehnschöpfungen sind Entlehnungen, die ohne die Gebersprache, in diesem Fall Englisch, kein Vorbild hätten. Sie sind eine „freie Wiedergabe eines mehrgliedrigen fremdsprachlichen Ausdrucks in der Nehmersprache“ (Borsch 2008: 67f.). Die Unterscheidung von Lehnschöpfung und Lehnbedeutung ist teilweise schwierig, da die Lehnbedeutung das Gegenteil von der Lehnschöpfung ist. Die Lehnbedeutung übernimmt die Bedeutung eines Ausdrucks aus einer Fremdsprache für ein schon existierendes Wort der Nehmersprache (Vgl. Rödel 2016: 394f.). Einige Bespiele für Lehnschöpfungen sind „‚Kunstoff‘ für englisch ‚plastic‘ und ‚Fertiggericht‘ für englisch ‚fast food‘“ (Borsch 2008: 67f.). Die Aufnahme in der Nehmersprache erfordert eine gewisse Akzeptanz für das fremde Wort (Vgl. Carstensen 1965: 215). Gleichzeitig muss aber die deutsche Sprache, die das englische Wort aufnimmt, kreativ sein, da sie ein neues Wort hervorbringen muss, das in der eigenen Sprache noch nicht existiert (Vgl. Carstensen 1965: 261).
Lehnwendungen sind wörtlich übernommene Zitate oder Redewendungen aus einer anderen Sprache (Vgl. Rödel 2016: 395). Bei dieser Art von Integrierung englischer Begriffe gibt es eine hohe Gefahr der Fehlübersetzung, dies führt oftmals zu Missverständnissen zwischen den beiden Kulturen (Vgl. Carstensen 1965: 261). Broder Carstensen nennt folgende Redewendungen als Beispiele: „das Beste machen aus übersetzt engl. to make the best of (something)“ und „Geben und Nehmen, entsprechend engl. give and take“ (Carstensen 1965: 248f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Ursprung von Anglizismen in der deutschen Sprache: Einführung in die Thematik der englischen Entlehnungen und Darstellung der Herausforderungen bei ihrer Dokumentation und Klassifizierung.
2. Anglizismen: Definitionen: Erörterung verschiedener Definitionen von Anglizismen und Fremdwörtern sowie deren Bedeutung für den Sprachwandel.
2.1. Vor 1945: Britische Anglizismen: Historischer Überblick über den frühen, primär durch Kultur- und Handelsknotenpunkte geprägten britischen Einfluss.
2.2. Nach 1945: Amerikanische Anglizismen: Untersuchung des massiven amerikanischen Einflusses nach dem Zweiten Weltkrieg durch intensiven Sprachkontakt.
2.3. Klassifikationen: Vorstellung der verschiedenen sprachwissenschaftlichen Einteilungsmodelle für Entlehnungen.
2.3.1 Lexikalisch: Betrachtung der lexikalischen Entlehnungsprozesse und der Bedeutung des Wortbestands für die Sprachübernahme.
2.3.2 Morphologisch: Analyse der Bildung von Komposita und Lehnwörtern durch die Verbindung englischer und deutscher Elemente.
2.3.3 Phonetisch: Erörterung der phonetischen Anpassung von Anglizismen an das deutsche Lautsystem.
2.3.4 Pragmatisch: Untersuchung der kontextabhängigen und soziolinguistischen Aspekte der Entlehnung.
2.4. Lehnwörter: Definition der Lehnwörter und Abgrenzung zu anderen Entlehnungsarten.
2.4.1 Lehnschöpfung, Lehnwendung: Analyse freier Wiedergaben und wörtlich übernommener Redewendungen aus dem Englischen.
2.4.2 Scheinentlehnung, Lehnübersetzung, Lehnübertragung: Differenzierung zwischen Begriffen, die nur den Anschein englischer Herkunft erwecken, und den verschiedenen Stufen der Übersetzung.
2.4.3 Lehnbedeutung, Doppelentlehnung: Behandlung der semantischen Erweiterung bestehender deutscher Begriffe sowie mehrfacher Übertragungen desselben Wortes.
2.5. Anglizismus in der deutschen Sprache: Diskussion über die gesellschaftliche Wahrnehmung und die Rolle des Sprachpurismus bei der Integration.
2.6. Anglizismen – Bereiche des Einflusses: Darstellung, wie der Einfluss des Englischen in verschiedene Lebensbereiche wie Wirtschaft und Medien vorgedrungen ist.
2.6.1 Die unterschiedlichen Anwendungsgebiete von Anglizismen: Detaillierte Betrachtung historischer und moderner Einsatzgebiete von Entlehnungen.
3. Schluss: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse über die Etablierung des Englischen als Weltsprache und die Akzeptanz von Anglizismen im Deutschen.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Sprachwandel, Lehnwörter, Lehnschöpfung, Lehnübersetzung, Fremdwortpurismus, Sprachkontakt, Linguistik, Sprachwissenschaft, Internationalisierung, Integration, Britische Anglizismen, Amerikanische Anglizismen, Sprachkultur, Lexikologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse der Integration von Anglizismen in die deutsche Sprache und der historischen Entwicklung dieses Sprachwandelprozesses.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Einordnung von Spracheinflüssen, die verschiedenen Klassifizierungsmodelle von Lehnwörtern und der Wandel der gesellschaftlichen Akzeptanz von Anglizismen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu ergründen, warum und wie die Einwirkung des Englischen dazu geführt hat, dass es sich als Weltsprache im Deutschen etablieren konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analysierende Methode der Sprachwissenschaft, basierend auf einer Literaturanalyse und der Untersuchung linguistischer Klassifikationsmodelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den historischen Perioden (Britische vs. Amerikanische Einflüsse) insbesondere die verschiedenen Arten der Entlehnung wie lexikalische, morphologische und pragmatische Klassifikationen detailliert erarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachwandel, Anglizismen, Lehnwörter, Sprachkontakt und Sprachpurismus charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Integration britischer von amerikanischen Einflüssen?
Während britische Anglizismen oft formeller und über längere Zeiträume integriert wurden, geschah die Aufnahme amerikanischer Anglizismen nach 1945 informeller und in einem intensiveren, durch historische Ereignisse beschleunigten Sprachkontakt.
Warum wird die Einteilung in Lehnwörter als vorteilhaft für die Dokumentation angesehen?
Da eine vollständige Dokumentation des immensen lexikalischen Einflusses nahezu unmöglich ist, bietet die Gliederung in Lehnwörter eine anschaulichere Methode, den Grad der Integration und die Herkunft der Begriffe besser zu erfassen.
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- Jasmin Biesenroth (Author), 2018, Die Entstehung und Entwicklung von Anglizismen in der deutschen Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444212