Es wird herausgearbeitet, inwieweit soziale Einzelfallhilfe und die Methode des Case Management von klinischen Sozialdienst geleistet bzw. angewendet wird.
Dazu werden die Bereiche Krankenhaussozialarbeit, die soziale Einzelfallhilfe und das Case Management zunächst für sich betrachtet. Anschließend findet eine Diskussion statt in der ein Transfer diskutiert wird. Im Anhang ist das transkripierte Gespräch aus dem Krankenhausalltag angehängt.
Inhaltsverzeichnis
Hinführung zur sozialen Einzelhilfe im Krankenhaus
Patientenkontakt - Erstgespräch
Skizzierung des weiteren Hilfevorgangs
Übertragung des Case Managements
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die praktische Anwendung der klinischen Sozialarbeit im Krankenhauskontext. Dabei liegt der Fokus auf der Gestaltung des Erstgesprächs, der Planung der weiteren Unterstützung sowie der Übertragbarkeit von Case-Management-Ansätzen auf die soziale Einzelhilfe, um eine ganzheitliche Versorgung der Patient_innen zu gewährleisten.
- Grundlagen der sozialen Einzelhilfe im klinischen Setting
- Methodik der Gesprächsführung und Anamneseerhebung
- Prozess der Entlassungsplanung und Nachsorgeorganisation
- Schnittstellen zwischen medizinischer Behandlung und psychosozialer Unterstützung
- Analyse der Übertragbarkeit von Case Management in die Krankenhaus-Sozialarbeit
Auszug aus dem Buch
Patientenkontakt - Erstgespräch
Das Gespräch mit Herr Müller (Name geändert) hat auf der Station Urologie im Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn am 30.08.2016 stattgefunden. Herr Müller in aufgrund einer bösartigen Tumorerkrankung der Prostata ins Krankenhaus aufgenommen worden (interne Anforderung an die Sozialberatung). Er wurde am 29.08.2016 operiert (Intranet; Patientenakte) und am folgenden Tag von mir in seinem Zimmer aufgesucht. Vor dem Patientenkontakt im Krankenhaus werden immer die Hände desinfiziert (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, 2016, S. 1195). Anschließend wurde an der Zimmertür geklopft, bevor es betreten wurde (S. 19, Z. 1; Anleitung). Es folgte eine Begrüßung mit Handschlag und eine Vorstellung, sowie eine Erklärung der eigenen Funktion (S. 19, Z. 2 f; ebd. Z. 15 f; Widulle, 2012, S. 145). Das Gesprächsangebot an Herr Müller fand statt, weil ich vom Stationsarzt digital angefordert wurde (Intranet; Widulle, 2012, S. 143). Aus diesem Grund habe ich den Zweck meiner Kontaktaufnahme erläutert (S. 19, Z. 15 f). Auf der Urologie ist es für die meisten Patient_innen nachvollziehbar, warum sie von der Sozialberatung aufgesucht werden, so auch für Herr Müller. Zunächst war er sich unsicher, warum ich ihn besuchte (ebd., Z. 5), aber spätestens als ich angefangen hatte, von der Rehabilitationsmaßnahme zu sprechen (ebd., Z. 15 f) konnte er das Gespräch, wie auch mich als Person und meine Funktion im Kontext gut einordnen (ebd., Z. 18 f). Jedoch ist die fehlende Aufklärung über Datenschutz und Schweigepflicht zu kritisieren, welche jedem Gespräch voran gehen sollte (Widulle, 2012, S. 145 f). Die Schweigepflicht hatte ich versehentlich nur im Zuge der Antragsaufnahme angesprochen, nicht aber bezüglich weiteren Inhalten im Beratungsgespräch (S. 21, Z. 100).
Zusammenfassung der Kapitel
Hinführung zur sozialen Einzelhilfe im Krankenhaus: Dieses Kapitel erläutert die Aufgaben der klinischen Sozialarbeit im Rahmen des Entlassungsmanagements und betont die Bedeutung einer frühzeitigen psychosozialen Unterstützung zur Krankheitsverarbeitung.
Patientenkontakt - Erstgespräch: Hier wird der konkrete Ablauf eines Erstkontakts auf der Urologie-Station anhand eines Fallbeispiels analysiert, inklusive der Gesprächsatmosphäre, Informationsgewinnung und der Bedeutung der Transparenz im Beratungsprozess.
Skizzierung des weiteren Hilfevorgangs: Dieser Abschnitt beschreibt die Schritte nach der Anamnese, insbesondere die Antragstellung für Rehabilitationsmaßnahmen, die interdisziplinäre Kooperation sowie Methoden der internen Evaluation.
Übertragung des Case Managements: Das finale Kapitel untersucht, inwiefern das Case Management-Modell auf die Krankenhaus-Sozialarbeit übertragbar ist, und zeigt auf, dass soziale Beratung trotz institutioneller Einschränkungen zentrale Aspekte des Case Managements integriert.
Schlüsselwörter
Klinische Sozialarbeit, Krankenhaus, Entlassungsmanagement, Erstgespräch, Krankheitsverarbeitung, Case Management, Rehabilitation, Soziale Einzelhilfe, Patientenberatung, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, psychosoziale Intervention, Tumorerkrankung, Nachsorge, Anamnese, Gesprächsführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Rolle der klinischen Sozialarbeit im Krankenhaus, insbesondere wie durch gezielte Beratung und Unterstützung der Hilfeprozess für Patient_innen gestaltet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Erstberatung im stationären Setting, die Organisation der Anschlussheilbehandlung (Reha), die berufliche Wiedereingliederung sowie die Anwendung von Case-Management-Strukturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Praxis der sozialen Einzelhilfe im Krankenhaus zu reflektieren und zu untersuchen, wie Ansätze des Case Managements zur Optimierung der Patientenversorgung beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse eines Fallbeispiels, gestützt auf relevante Fachliteratur, um theoretische Konzepte der Sozialarbeit mit der praktischen Anwendung im klinischen Alltag zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des Erstgesprächs, die Planung weiterer Hilfeschritte wie Rehabilitationsanträge und die kritische Auseinandersetzung mit Case-Management-Prinzipien im Krankenhaus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Klinische Sozialarbeit, Entlassungsmanagement, Erstgespräch, Rehabilitation und Case Management.
Wie geht die Sozialberatung bei der Vorbereitung auf die Entlassung vor?
Die Sozialberatung erfasst frühzeitig Bedarfe, führt Anamnesegespräche, koordiniert notwendige Rehabilitationsmaßnahmen und unterstützt bei der Beantragung von Hilfen wie dem Schwerbehindertenausweis.
Warum ist eine strukturierte Kommunikation im Erstgespräch so wichtig?
Eine strukturierte Kommunikation schafft Transparenz über den Beratungsprozess, mindert Ängste des Patienten und ermöglicht eine gezielte Informationsgewinnung für eine zielorientierte Hilfeplanung.
Inwieweit lässt sich das Konzept des Case Managements in der Arbeit wiederfinden?
Die Arbeit stellt fest, dass die klinische Sozialarbeit zwar nicht alle Phasen des Case Managements in vollem Umfang abbildet, jedoch wesentliche Elemente wie Assessment, Planung und Vernetzung erfolgreich in ihre Arbeit integriert.
- Arbeit zitieren
- Master of Arts Joel Hornberger (Autor:in), 2016, Klinische Sozialarbeit. Übertragung der sozialen Einzelhilfe und des Case Managements auf einen Fall aus der Praxisphase, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444442