Die vorliegende Arbeit enthält ein Konzept für die Gründung der BESTEC Spare Parts GmbH. Nach Anforderung der Gründer soll eine lernende Organisation geschaffen werden, um vor allem psychologische und soziale Probleme aufgrund mangelhafter Strukturen und Prozesse zu vermeiden. Das Konzept umfasst die Gründung einer netzwerkartigen Organisation, die nahezu frei von Hierarchien ist und auf autonomen teamorientierten Arbeitsprozessen aufbaut. Es erfüllt damit die Anforderungen an lernorientierte Prozesse und die Grundlagen für ein effektives Wissensmanagement sowie eine lernorientierte Unternehmenskultur. Es wird darauf hingewiesen, dass dies Anforderungen an die Führungskräfte und Mitarbeiter stellt, die zu Hindernissen bei der Gründung führen können. Diese sind insbesondere in der Notwendigkeit eines veränderten Autoritätsverständnisses sowie durch mögliche Kontrollverluste der Führungskräfte begründet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Situationsbeschreibung
1.2. Beschreibung des Beispielunternehmens
1.3. Aufgabenstellung
2. Einführung: organisationales Lernens
2.1. Klassische Modelle des organisationalen Lernens
2.1.1. Der „Pionieransatz“ von March & Olson (1975)
2.1.2. Das Modell des „Lernerlebens“ von Argyris & Schön (1978)
2.1.3. Die „Evolution der organisationalen Wissensbasis“ von Pautzke (1989)
2.1.4. „The fifth discipline“ von Senge (1990)
2.1.5. Die „konzeptionelle Klammer“ um die klassischen Theorien von Wiegand (1996)
2.2. Modernes Konzept: Das organisationale Lerndreieck von Pätzold (2017)
2.3. Zusammenfassung
3. Konzept für das neue Unternehmen
3.1. Struktur- und Ablauforganisation
3.1.1. Beschreibung der Netzwerkstruktur der BESTEC Spare Parts GmbH
3.1.2. Erfüllung der Struktur-Anforderungen einer lernenden Organisation
3.1.3. Die Netzwerkstruktur als Grundlage für effektive Wissensmanagementprozesse
3.1.4. Die Netzwerkstruktur als Raum für eine lernfördernde Unternehmenskultur
3.2. Anforderungen an die Führungskräfte und Mitarbeiter
3.2.1. Verändertes Autoritätsverständnis
3.2.2. Führungsaufgaben und Anforderungen im Sinne der Netzwerkorganisation
3.2.3. Anforderungen an die Mitarbeiter
3.2.4. Geeignetes Führungsinstrument
3.3. Mögliche Probleme und Grenzen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, auf Basis von Modellen des organisationalen Lernens ein konkretes Organisationskonzept für die Gründung der BESTEC Spare Parts GmbH zu entwickeln, um psychologische und soziale Probleme durch mangelhafte Strukturen zu vermeiden.
- Grundlagen des organisationalen Lernens und historische Modelle
- Entwicklung einer netzwerkartigen Organisationsstruktur
- Gestaltung lernfördernder Wissensmanagementprozesse und Unternehmenskultur
- Anforderungen an Führungskräfte und Mitarbeiter in Netzwerkorganisationen
- Anwendung des Konzepts des Psychologischen Kapitals zur Stärkung der Organisation
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Erfüllung der Struktur-Anforderungen einer lernenden Organisation
Strukturen und Prozesse einer lernenden Organisation müssen dynamisch und lebendig sein33. Im Prozess des double-loop-learnings werden bestehende Leitwerte in Frage gestellt und angepasst34. In starren Strukturen wird die Lösung für komplexe Umweltveränderungen häufig in verkomplizierten Prozessen gesucht35, die Leitwerte bleiben bestehen und statt dem erforderlichen double-loop-learning bleibt es beim single-loop-learning. Die Netzwerkorganisation ist jedoch so flexibel, dass einfache Lösungen gefunden werden können und Prozess- und Strukturveränderungen nicht durch starre Vorgaben behindert werden.
Ein Beispiel: Die Gruppe Kundenbetreuung erhält von mehreren Kunden die Beschwerde, dass die Birnen in den Blinkleuchten beim Erhalt der Ware nicht funktionieren. In starren Strukturen wird das Symptom behoben: Vor Versand der Ware prüft das Qualitätsmanagement die Birnen und tauscht die beschädigten aus. Der Prozess wird länger und komplizierter, das eigentliche Problem wurde jedoch nicht behoben. In der Netzwerkstruktur der BESTEC Spare Parts GmbH erfahren die Kollegen von dem Problem und suchen nach Lösungen: Werden die Birnen bei Lieferung durch den Produzenten beschädigt, wird an einer verbesserten Verpackung gearbeitet; wurden minderwertige Birnen verwendet, wird nach Alternativen gesucht; die Gruppe Innovation sieht eine Chance in der Entwicklung besonders robuster und langlebiger Rückleuchten mit alternativen Leuchtmitteln. Jeder dieser Lösungswege bedeutet einen nachhaltigen Mehrwehrt für das Unternehmen und zwingt zum Umdenken und Lernen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangssituation dreier Gründer und das Ziel, durch das Konzept der lernenden Organisation soziale und psychologische Probleme zu vermeiden.
2. Einführung: organisationales Lernens: Bietet einen Überblick über etablierte klassische und moderne Lerntheorien als theoretisches Fundament der Arbeit.
3. Konzept für das neue Unternehmen: Detailliert die Umsetzung der theoretischen Erkenntnisse in die Struktur, Kultur und Führung der BESTEC Spare Parts GmbH.
4. Fazit: Führt die positiven Effekte des Organisationskonzepts zusammen und bestätigt die Eignung zur Vermeidung der anfangs genannten Probleme.
Schlüsselwörter
Netzwerkorganisation, lernende Organisation, positive Psychologie, Wissensmanagement, Führung, Heterarchie, organisationales Lernen, double-loop-learning, Selbstwirksamkeit, Resilienz, Unternehmenskultur, Wissensspirale, Teamarbeit, Psychologisches Kapital, Organisationsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt ein Organisationskonzept für die Gründung der BESTEC Spare Parts GmbH als lernende Organisation, um typische psychologische und soziale Probleme in Unternehmen zu vermeiden.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Organisationsstruktur, effektives Wissensmanagement, die Gestaltung einer lernfördernden Unternehmenskultur sowie Anforderungen an Führungskräfte und Mitarbeiter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Modell für eine netzwerkartige Organisation zu entwerfen, das lernorientierte Prozesse ermöglicht, die Arbeitgeberattraktivität steigert und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg fördert.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse klassischer und moderner Modelle zum organisationalen Lernen, die für die praktische Anwendung in einem Beispielunternehmen adaptiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Gestaltung der netzwerkartigen Struktur, die Verankerung von Wissensmanagementprozessen, die Anforderungen an das Personalverhalten und die Implementierung von Führungsinstrumenten der Positiven Psychologie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Netzwerkorganisation, lernende Organisation, Wissensmanagement, Führung, Heterarchie, Psychologisches Kapital und Organisationsentwicklung.
Wie unterscheidet sich die Netzwerkstruktur von einer klassischen Abteilungsstruktur?
Statt starren Abteilungen bestehen dezentralisierte, autonome Projektgruppen, die sich um Kernaufgaben gruppieren und kooperativ arbeiten, um Hierarchien aufzubrechen und Flexibilität zu erhöhen.
Warum wird das Konzept des Psychologischen Kapitals empfohlen?
Es dient dazu, die psychische Widerstandsfähigkeit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter durch Ressourcen wie Selbstwirksamkeit, Optimismus, Hoffnung und Resilienz in einer netzwerkartigen Arbeitsumgebung zu stärken.
- Arbeit zitieren
- Natascha Koppermann (Autor:in), 2017, Konzept zur Gründung einer lernenden Organisation anhand eines Beispielunternehmens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444465