Eine Zusammenfassung der olympischen Geschichte mit Bezug auf die Entstehungsjahre. Es wird hierbei auf besonders prägende Ereignisse eingegangen und anschließend analysiert inwiefern die Olympischen Spiele 1972 in München einen Wendepunkt darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 OLYMPISMUS
2.1 OLYMPISCHE BEWEGUNG DER NEUZEIT
2.2 GRUNDGEDANKEN DER SPIELE / „OLYMPISCHE IDEE“
2.2.1 MENSCHLICHE VERVOLLKOMMNUNG
2.2.2 EINKLANG VON ANTIKEN UND MODERNEN GRUNDZÜGEN
2.2.3 RELIGIÖSE BINDUNG
2.2.4 SOZIALE BEGEGNUNG UND VERSTÄNDIGUNG
2.2.5 UNABHÄNGIGKEIT DER OLYMPISCHEN BEWEGUNG
2.2.6 DIE SPIELE ALS EIN MITTEL NATIONALER ERZIEHUNG
2.2.7 WERTE IM WANDEL
3 HAUPTTEIL
3.1 DIE OLYMPISCHEN SPIELE DER NEUZEIT VOR MÜNCHEN 1972
3.1.1 BERLIN 1936
3.1.2 MELBOURNE 1956
3.1.3 MEXIKO-STADT 1968
3.2 OLYMPIA 1972 IN MÜNCHEN
3.2.1 DAS ATTENTAT AUF DIE ISRAELISCHE MANNSCHAFT
3.2.2 BEDEUTUNG UND AUSWIRKUNG DER OLYMPISCHEN SPIELE VON MÜNCHEN
3.3 DIE OLYMPISCHEN SPIELE NACH MÜNCHEN 1972
4 FAZIT
4.1 ENTWICKLUNG DER SPIELE – INSTRUMENTALISIERUNG UND POLITISIERUNG DER OLYMPISCHEN BEWEGUNG
4.2 SCHLUSSFOLGERUNG: HAT MÜNCHEN 1972 DEN OLYMPISCHEN SPIELEN DIE UNSCHULD GENOMMEN?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die historische Genese der modernen Olympischen Spiele, um zu klären, ob die Spiele von München 1972 tatsächlich einen Zäsurpunkt darstellen oder ob der Prozess der Instrumentalisierung und Politisierung bereits früher einsetzte und lediglich durch das dortige Attentat in den Fokus rückte.
- Historische Entwicklung der Olympischen Bewegung und ihrer Grundgedanken
- Analyse der zunehmenden politischen Instrumentalisierung von 1896 bis 1972
- Die Rolle des Terroranschlags von München 1972 im Kontext der olympischen Geschichte
- Kommerzialisierung und Gigantismus als dauerhafte Begleiterscheinungen der Spiele
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Berlin 1936
Die sich schon seit der Wiedereinführung 1896 abzeichnende Instrumentalisierung der Spiele wird im Laufe der olympischen Wirkungsgeschichte im Jahre 1936 auf die Spitze getrieben und zeigt auf, wie sich die Bewegung weiter von ihrer Grundkonzeption entfernte.
Von den Spielen in Berlin versprachen sich die Nationalsozialisten einen enormen Nutzen, indem Deutschland im In- und Ausland Größe und Stärke in beeindruckender Massenorganisation zum Ausdruck bringen konnte und ein Großereignis der Superlative schuf. Insbesondere der damalige Propagandaminister Joseph Goebbels erkannte die Strahlkraft der Spiele und betonte deren Bedeutung für den Nationalsozialismus, sodass der Vorbereitung des Ereignisses weitreichende finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Dem IOC blieben die politischen Entwicklungen in Deutschland nicht vorenthalten und es drängte auf die Einhaltung der in der Charta verankerten ethischen Prinzipien, war aber immer noch der Utopie verfallen, dass es „in einem weltabgehobenen Rahmen tätig sei […]. Als wäre die Politik eine ferne Sphäre, in der geschehen möge, was wolle – Hauptsache man habe damit nichts zu tun“ (Zeyringer, 2016, S. 241). Es wird hierbei deutlich, dass Anspruch und Wirklichkeit schon 1936 weit auseinandergeklafft waren und das IOC dieser Entwicklung nichts entgegenzusetzen hatte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Fragestellung und den methodischen Aufbau der Arbeit zur Untersuchung der olympischen Genese.
2 OLYMPISMUS: Untersuchung der theoretischen Grundlagen der olympischen Bewegung und der intendierten Werte von Pierre de Coubertin.
3 HAUPTTEIL: Historische Analyse ausgewählter Olympischer Spiele vor, während und nach München 1972 im Hinblick auf politische und kommerzielle Einflüsse.
4 FAZIT: Synthese der Erkenntnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfrage zur Rolle der Spiele von 1972 für die Integrität der olympischen Bewegung.
Schlüsselwörter
Olympische Spiele, München 1972, Olympismus, Pierre de Coubertin, Politisierung, Instrumentalisierung, Kommerzialisierung, Terroranschlag, Geschichte, Sportgeschichte, Nationenwertung, Olympische Charta, Gigantismus, Amateurismus, Weltpolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Olympischen Spiele, um zu prüfen, ob die Ereignisse von München 1972 als alleiniger Wendepunkt für den Verlust der olympischen „Unschuld“ zu werten sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die politische Instrumentalisierung von Sport, der Wandel olympischer Werte, die ökonomische Kommerzialisierung sowie der Einfluss historischer Großereignisse auf das olympische Selbstverständnis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Hinterfragung, ob München 1972 wirklich den Bruch mit einer bis dahin "unschuldigen" Historie darstellte oder ob dies Teil eines kontinuierlichen Prozesses der Einflussnahme durch Politik und Wirtschaft war.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die mittels Literaturrecherche und der Auswertung von Primärquellen wie der Olympischen Charta und zeitgeschichtlicher Berichterstattung erarbeitet wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Spiele vor 1972, die spezifischen Ereignisse in München – inklusive des Attentats – sowie die Entwicklung nach 1972, um Kontinuitäten und Brüche aufzuzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind olympische Idee, Politisierung, Kommerzialisierung, München 1972, Instrumentalisierung und die Kluft zwischen olympischem Anspruch und sportlicher Wirklichkeit.
Warum wird das Attentat von 1972 gesondert betrachtet?
Das Attentat wird analysiert, um es von den strukturellen Problemen der olympischen Bewegung abzugrenzen und zu klären, inwieweit die damalige Organisation der Spiele für die tragischen Sicherheitsmängel mitverantwortlich war.
Welche Rolle spielt die Rolle von Pierre de Coubertin?
Coubertins Visionen dienen als theoretische Vergleichsebene, um aufzuzeigen, wie weit sich die moderne olympische Realität im Laufe des 20. Jahrhunderts von den ursprünglichen pädagogischen Idealen entfernt hat.
Was ist das Fazit zur „Unschuld“ der Spiele?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass München 1972 keinen isolierten Wendepunkt darstellt, da Instrumentalisierung und Politisierung bereits seit Beginn der Spiele der Neuzeit 1896 fest verankert waren.
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- Tjark Klimant (Author), 2017, Olympische Entwicklung und München 1972, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444490