Die Reiselogistik der zweiten Weltumsegelung des James Cook


Ausarbeitung, 2017
14 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Reiselogistik - am Beispiel der zweiten Weltumsegelung James Cooks in Georg Forsters Darstellung
2.1. Ziele und Herausforderungen der zweiten Weltumsegelung
2.2. Logistische Leistungen in der Vorbereitungsphase
2.3. Logistik wahrend der Reise

3. Fazit

4. Literaturliste

1. Einleitung

Die zweite Weltumsegelung von James Cook begann am 13. Juli 1772 und dauerte bis zum 30. Juli 1775. Um eine Seereise mit diesem AusmaB erfolgreich durchfuhren zu konnen, benotigt es eine Menge Planung und Vorbereitung im Voraus. Aber auch wahrend der Reise mussen diverse logistische Leistungen erbracht werden.

Die vor der Reise erbrachten Leistungen auBern sich zum Beispiel in der Anschaffung der Schiffe, der Vorbereitung der Schiffsausstattung und der Wahl der Vorrate, die Leistungen wahrend der Reise zeigen sich vor allem in der Erhaltung des Schiffes und der Crew.

In meiner Seminararbeit werde ich darlegen, wie die Reiselogistik der zweiten Weltumsegelung Cooks aussah und er fur die oben genannten Leistungen sorgen konnte.

Dabei werde ich zuerst auf die Ziele der Reise, die damit verbundenen Probleme und die neuen Herausforderungen eingehen.

Danach werden sowohl die Finanzierung und die notige Planung im Vorfeld der Reise, als auch die Neuerungen die Cook fur die Reise nutzte und die weiteren logistischen Leistungen wahrend der Reise erlautert.

Da die Vorbereitung und die Durchfuhrung der Reise uber drei Jahre in Anspruch nahm, werde ich in dieser Arbeit allerdings nur auf ausgewahlte Beispiele eingehen konnen. Eine vollstandige Aufarbeitung des Themas wurde den mir vorgegebenen Umfang der Seminararbeit uberschreiten.

2.1 Ziele und Herausforderungen der zweiten Weltumsegelung

Um sich die Schwierigkeiten einer Entdeckungsreise, wie sie James Cook in seiner zweiten Reise um die Welt meisterte, vorstellen zu konnen, sollte man zunachst die Ziele jener Reise betrachten.

Die Geschichte der ersten Reise des Kapitans James Cook, die die Beobachtung des Venustransits und das Auffinden des Sudkontinents zum Ziel hatte, wurde in England eher negativ bewertet, da sie nicht von Cook selbst, sondern von einem an der Reise unbeteiligtem Autor verfasst wurde. Georg Forster bemerkt dazu, dass die Zensur und “Verstummelung”, die durch den Autor entstand, an der Authentizitat der Reise zweifeln lieB.[1] Zudem wurde weiterhin an der Existenz des Sudkontinents festgehalten, obwohl dieser eigentlich im Bereich des 30ten Breitengrades liegen sollte, Cook aber bis zum 40ten vorgedrungen war. Vor allem Alexander Dalrymple bestand weiterhin auf der Existenz des Sudkontinents, der die Erdmassen im Gleichgewicht halten sollte.[2] “Um nun diesen Streit wegen eines solchen festen Landes ein Ende zu machen, gieng unsre Reise auf Befehl Sr. Konigl. Grosbrittannischen Majestat vor sich.’’[3] So erhielt Cook den Befehl, in den Sommermonaten der Sudhalbkugel nach dem Sudkontinent zu suchen und sobald das Wetter ein Weiterkommen verhinderte, zu dem sudlichen Wendekreis zuruckzukehren, um die Position von ehemals entdeckten Inseln, mit den neuen “astronomischen Instrumenten und neuen Berechnungen, genauer zu bestimmen.’’[4] Fur den Fall, dass er den Sudkontinent nicht findet, sollte er am Sudpol entlang in Richtung Osten segeln, bis er die Erde umsegelt hat.[5]

Da nun die Ziele der zweiten Reise um die Welt bekannt sind, werden im Folgenden die Schwierigkeiten, die die Reise mit sich brachte, erlautert.

Im wesentlichen hatte Cook mit zwei Problemen zu kampfen.

Das erste Problem waren die allgemeinen navigatorischen Kenntnisse des 18. Jahrhunderts, welche mit moderner Technik kaum vergleichbar sind. Zwar waren Seefahrer schon lange in der Lage, die geographische Lange mit Hilfe eines Jakobsstabes und einem Astrolabium, beziehungsweise den daraus entwickelten Quadranten, Sextanten und Oktanten, zu bestimmen.

Anders war es aber bei der Bestimmung der geographischen Breite, denn die Gerate zur Berechnung der Lange waren hierbei nutzlos. Und so gab es vor Cooks Reisen keine Instrumente um die geographische Breite zu berechnen, was sich darin zeigte, dass Inseln Anfang des 18. Jahrhunderts um bis zu 3000 km von ihrer eigentlichen Position entfernt eingezeichnet wurden.

So konnte es passieren, dass dieselben Inseln an komplett unterschiedlichen Standorten in Seekarten eingezeichnet wurden, und so spater unauffindbar waren. Grund fur das Problem war die fehlende Moglichkeit Uhren zu bauen, die seetauglich waren und zugleich prazise arbeiten konnten. Denn Pendeluhren arbeiteten an Land zwar sehr genau, ihre Prazision litt aber stark unter den Schiffsbewegungen. Taschenuhren andererseits hatten kein Problem mit den Schiffsbewegungen, allerdings verloren diese pro Tag zwischen funf und zehn Minuten an Genauigkeit, was bei langeren Seefahrten eine enorme Ungenauigkeit bedeutete.[6]

Die zweite groBe Herausforderung war die Seekrankheit Skorbut. Diese Krankheit war zwar schon lange vor dem Mittelalter bekannt, hatte zu der Zeit aber noch keine Rolle gespielt. Erst als die Europaer ihre Handelsrouten ausweiteten und Schiffe zum Teil mehrere Monate unterwegs waren, stieg die Zahl der Skorbuterkrankungen an Bord von Schiffen rasant an. Dies zeigt auch eine von Commodore Anson durchgefuhrte Reise, bei der er, nur zwei Jahrzehnte vor Cooks Weltumsegelung, 626 seiner 961 Mann starken Crew, verlor.[7]

Doch was ist Skorbut eigentlich?

Wie jedes andere Lebewesen, muss auch der Mensch seinen taglichen Energieverbrauch und Substanzverlust durch Nahrungsaufnahme kompensieren. Wenn dieser Ausgleich uber eine langere Zeitspanne nicht ausreichend stattfindet, kommt es zu schweren Erkrankungen. Bei Fehlernahrung wird dem Korper zwar genug Energie zugefuhrt, allerdings fehlt der Nahrung eine hinreichende Menge an Vitaminen und Nahrstoffen, was letztendlich zu Stoffwechselerkrankungen fuhrt. Bei Skorbut handelt es sich um eine solche Stoffwechselkrankheit, deren Ursache in langfristigem Vitamin-C-Mangel liegt.[8]

“Die typischen Symptome von Skorbut sind kleine Blutergusse unter der Haut [...], die als purpurne Hautflecken sichtbar sind, starke Schwellungen und Entzundungen des Zahnfleisches mit anschlieBendem Zahnausfall, Anamie und allgemeine Schwache, die schlieBlich zum Tod fuhrt”.[9]

Dass Skorbut so haufig auf Schifffahrten auftrat, lag daran, dass es an Bord oft an frischem Obst mangelte und eingelagertes Obst wahrend der Lagerung sehr schnell seinen Vitamin-C-Gehalt verliert. Konventionelle Konservierungsmethoden wie das Einkochen und Eindicken waren nutzlos, da diese das Vitamin vollstandig vernichten.[10]

[...]


[1] FORSTER, Georg: Reise um die Welt; Frankfurt am Main (2.A.) 1988, S. 15.

[2] http://adb.anu.edu.au/biography/dalrymple-alexander-1949 (Aufrufdatum 02.11.2017)

[3] ebd., S. 29.

[4] ebd., S. 30.

[5] ebd.

[6] BERSINGER, Walter: James Cook und die Vermessung des Sonnensystems http://eclipse.astronomie.info/transit/venus/projekt2004/pub/Bersinger- JamesCookVermessungSonnensystem-200312.pdf, S. 7. (Aufrufdatum: 01.11.2017)

[7] COOK, James: Entdeckungsfahrten im Pazifik: Die Logbucher der Reisen S. 23.

[8] STRELLER, Sabine, ROTH Klaus: Von Seefahrern, Meerschweinchen und Citrusfruchten - Der lange Kampf gegen Skorbut S. 38.

[9] ebd., S. 41.

[10] ebd., S. 42.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Reiselogistik der zweiten Weltumsegelung des James Cook
Autor
Jahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V444503
ISBN (eBook)
9783668819788
ISBN (Buch)
9783668819795
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reiselogistik, weltumsegelung, james, cook, schifffahrt, australien, georg, forster, Resolution, Chronometer, Längengrad, Breitengrad, Reise, Admiralität, Skorbut, Probleme, 18tes Jahrhundert
Arbeit zitieren
Nils Wiesinger (Autor), 2017, Die Reiselogistik der zweiten Weltumsegelung des James Cook, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444503

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