Die Wichtigkeit von Elternarbeit während der Berufsorientierung. Der Einfluss von Eltern auf die Berufswahl der Kinder


Seminararbeit, 2017

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Berufsorientierung mit Elternunterstützung

3 Aktivierung von Eltern
3.1 Herausforderungen bei der Elternarbeit
3.2 Handlungskonzept zur Aktivierung der Eltern
3.3 Synergieeffekte nutzen

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Gender Klausel

Im Sinne einer besseren Lesbarkeit dieser Arbeit wurde die männliche Form bei personenbezogenen Bezeichnungen und Formulierungen gewählt. Dies impliziert keinesfalls eine Benachteiligung des anderen Geschlechts. Frauen und Männer mögen sich gleichermaßen angesprochen fühlen.

1 Einführung

Die Eltern sind wichtigsten Partner für ihre Kinder bei der Berufswahl, auch wenn die meisten Jugendlichen dies nicht unbedingt hören wollen. Allerdings sind die Förderungen seitens der Eltern individuell und verschieden. Um Eltern für diese Rolle noch einmal vermehrt zu sensibilisieren, ist Elternarbeit ein hilfreiches Instrument, denn Studien belegen, dass die Beteiligung der Eltern bei der Berufswahl – unabhängig ob Ausbildung oder Studium – durchaus dazu führt, dass die Jugendlichen beruflich mehr Erfolg haben, zufriedener sind und vor allem seltener abbrechen (vgl. Baum et al. 2011, S. 64).

Elternarbeit bedeutet aber nicht nur, Eltern dazu zu bringen, mit ihren Kindern über eine berufliche Zukunft zu sprechen, sondern sie bedeutet auch, sie zu aktiven Unterstützern ihrer Kinder bei der Berufswahl zu etablieren. Die Arbeit mit und an den Eltern lebt vor allem auch von deren Individualität und Vielfalt, sowie von deren bisherigen Erfahrungsschatz. Dabei obliegt es den Verantwortlichen für die Elternarbeit, die entsprechende Empathie und Toleranz gegenüber den Eltern mitzubringen (vgl. Sacher 2014, S. 141).

Eltern sind für ihre Kinder immer auch Vorbilder und werden von diesen in den unterschiedlichsten Rollen im Alltag wahrgenommen: als Berufstätige, Eltern, Studierende, Arbeitssuchende und vieles mehr, immer der individuellen Lebenssituation angepasst. So verwundert es wohl nicht, wenn diverse Studien belegen, dass Eltern für die Jugendlichen eben doch die wichtigste Orientierungshilfe bei der Berufswahl sind. Denn obwohl die Pubertät ja oftmals für eine Distanzierung zu den Eltern sorgt, ist gerade in dem Bereich noch ein hoher Anteil an Betroffenen, die ihren Vater oder ihre Mutter bei der Wahl des richtigen Berufes um Rat fragen. Hinzu kommt, dass diese oft die Stärken und Schwächen des eigenen Kindes am besten einschätzen und so unterstützen können. Selbst wenn sie der Meinung sind, dass ihr Sohn oder ihre Tochter selber über ihr Berufsleben entscheiden sollen und sie ihnen nicht hineinreden wollen, beeinflussen sie sie, oft gänzlich unbewusst. Das Vermitteln von Werten, Einstellungen und Lebensarten, gerade auch zu Beruf und Arbeit, die Erläuterung über Frust oder Freude in den eigenen Berufsfeldern und die Möglichkeiten sich im eigenen Beruf zu entfalten, beeinflusst die Kinder ebenso wie die Erwachsenen. Dies bedeutet, dass Eltern sich nicht aus der Berufsorientierung ihrer Kinder rausziehen, geschweige denn raushalten können (vgl. Baum et al. 2011, S. 64).

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Wichtigkeit der Elternarbeit im Rahmen der Berufsorientierung und fokussiert sich hier insbesondere auf die Thematik der Elternaktivierung. Diese ist durchaus mit Herausforderungen verbunden, zu denen es aber auch Handlungskonzepte wie auch Synergieeffekte gibt. Es wird die Frage geklärt werden, wie man Eltern entsprechend aktivieren kann, sodass diese auch bewusst und nachhaltig ihren Kindern bei der Berufswahlorientierung zur Seite stehen können, ohne dass es hier zu restriktiven Vorgaben kommt. Zuvor wird jedoch auf die Berufsorientierung mit Elternunterstützung eingegangen und zum Abschluss die Ergebnisse der Arbeit in einem Fazit zusammengefasst.

2 Berufsorientierung mit Elternunterstützung

Die Schulzeit neigt sich dem Ende entgegen und die Schüler müssen sich entscheiden, was sie nach der Pflichtschule mit ihrem Leben anfangen möchten: Ausbildung, weiterführende Schule, Studium oder vielleicht doch erst ein Jahr als AuPair, als Bundesfreiwilligendienstler oder in einer der Freiwilligen Jahre. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Auswahl oftmals unübersichtlich und die Erfahrungen mit der beruflichen Realität in der Regel nicht oder kaum vorhanden. Wer nicht neben der Schule schon ein Praktikum oder Schülerjobs gemacht hat, hat in der Regel nicht einmal eine Ahnung davon, wie es in der Berufswelt tatsächlich aussieht. So verwundert es nicht, wenn viele Schüler zunächst gar nicht so recht wissen, was sie denn nach der Schule machen möchten (vgl. Borstel 2014).

Hier setzt die Beratung zur Berufsorientierung an. Ob nun als Besuch beim Arbeitsamt, Beratungstage in der Schule, Berufsmessen (z.B. BeSt – Die Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung) beziehungsweise regelmäßiger Zugang zu Schulsozialpädagogen und Lehrer, die sich um die Berufsorientierung besonders kümmern oder im Freundes- und Familienkreis, auch hier sind die Möglichkeiten vielfältig. Studien haben belegt, dass die Jugendlichen oftmals gerade ihre Eltern dahingehend als wichtigste Unterstützung ansehen, wodurch diese einen viel größeren Einfluss haben, als sie es häufig selber für möglich halten. Ihre Vorbildfunktion dahingehend ist wichtig, ebenso wie ihre Werte- und Einstellungsvermittlung zu den Themen Beruf und Arbeit. Sie werden gerne als Unterstützer bei der Auswertung der vielfältigen Informationen herangezogen und ihr Rat wird erbeten. Zusätzlich stellen sie das Auffangnetz für die Jugendlichen dar, wenn diese mit Rückschlägen – wie zum Beispiel Absagen – umzugehen lernen müssen. Eltern geben ihren Kindern emotionalen Rückhalt und unterstützen sie, ermutigen sie dabei, sich nicht von negativen Rückmeldungen aus der Bahn werfen zu lassen, sondern an ihren Wünschen, Interessen und Zielen festzuhalten. Diese Unterstützung ist wichtig für das Selbstbewusstsein der Jugendlichen und deren Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten (vgl. Bundesagentur für Arbeit, Bundesarbeitsgemeinschaft Schulewirtschaft 2013, S. 4–6).

Doch gerade die Flut an Informationen aus und über die Berufswelt ist nicht selten auch für Eltern überfordernd, besonders in Fällen, in denen diese eher bildungsfern sind. Es kann auch vorkommen, dass sie nicht mehr weiterwissen, vielleicht sogar vor der Schwierigkeit stehen, dass ihr Kind sich nicht mehr motivieren lässt oder durch die Rückschläge zu sehr ins Negative über sich und seine Zukunft rutscht. Dann fühlen auch Eltern sich irgendwann überfordert und brauchen Hilfe. Diese können sie wiederum von den Schulen der Kinder erhalten, so diese ein solches Konzept vorsehen (vgl. Stadt Kassel Jugendamt 2014, S. 9–13).

In den Schulen gibt es in der Regel Lehrkräfte und/oder Schulsozialpädagogen, die für die Berufsorientierung zuständig sind. An diese sollten andere Lehrkräfte die Eltern bei Bedarf verweisen, da sie hier nötige Informationen und Unterstützung erhalten können. Diese Lehrkräfte und Sozialpädagogen sind zuständig für die Themen Schullaufbahn – so es noch weiterführende Schulmodelle gibt – Ausbildung und Berufswahl sowie Studium (vgl. Stadt Kassel Jugendamt 2014, S. 9–13).

Auch die Berufsberatung ist eine mögliche Anlaufstelle. In einigen Fällen bieten diese sogar Sprechstunden an den Schulen an. Hierbei handelt es sich nicht immer ausschließlich um einen Berufsberater seitens des Arbeitsamtes, sondern es können auch Vertreter der Handwerks- und der Handelskammer Ansprechpartner für die Schüler und mit ihnen die Eltern sein, wie auch im Falle einer Studienberatung entsprechende Berater von Hochschulen, Fachhochschulen und Berufsakademien (vgl. Bundesagentur für Arbeit, Bundesarbeitsgemeinschaft Schulewirtschaft 2013, S. 4–6).

Ein wichtiger Faktor sind jedoch die Elternabende und Aktionstage oder schulische Veranstaltungen im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern. Hierbei handelt es sich beispielsweise um Informationsveranstaltungen für Eltern, Beratungsangebote wie bereits oben erwähnt, Instrumente wie der Berufswahlpass, Schülerfirmenprojekte, Betriebspartnerschaften, Berufseinstiegsbegleitung und weitere Punkte, die die Schüler bei ihrer Wahl unterstützen und die den Eltern bei deren Unterstützungs- und Beratungsleistung Hilfestellungen geben können (vgl. Stadt Kassel Jugendamt 2014, S. 9–13).

Nicht selten bieten Schulen ein sogenanntes Berufswahlportfolio an, eine Dokumentation, die alle Berufsorientierungen, Praktika, Ehrenämter, Qualifikationen und Stärken der Kinder festhält und die auch Eltern einsehen und damit arbeiten und mitarbeiten können. Als eine weitere Möglichkeit bietet sich natürlich auch das Internet als Unterstützung an. Hier kann die Schule auf wichtige Portale und Seiten verweisen – beispielsweise Berufenet und andere – die den Eltern die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen können um ihren Kindern auch inhaltlich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen (vgl. Bundesagentur für Arbeit, Bundesarbeitsgemeinschaft Schulewirtschaft 2013, S. 4–6).

Wichtig ist bei der Unterstützung im Rahmen der Berufsorientierung aber auch das rechte Maß als Elternteil zu finden. Dies bedeutet einerseits, dass man für sein Kind genügend da ist und unterstützt, andererseits aber auch, dass man nicht zu viel unterstützt. Es ist nicht zielführend, wenn die Eltern den Kindern die gesamte Arbeit abnehmen oder auch Entscheidungen für sie treffen. Die Kinder, so dankbar sie es im ersten Moment unter Umständen noch sein werden, werden es im Verlauf im Zweifel nicht mehr danken. Auch hierbei kann den Eltern Unterstützung seitens der Schulen und Berufsberatungen angediehen werden, so dass die Elternarbeit im Rahmen der Berufsorientierung ein voller Erfolg wird (vgl. Pantel 2015, S. 10–15).

3 Aktivierung von Eltern

Es gibt immer wieder Fälle, in denen Eltern – trotz der Bedarfe und Bedürfnisse ihrer Kinder – zunächst als Unterstützer und Ratgeber im Rahmen der Berufsorientierung aktiviert werden müssen. Sie müssen angesprochen und motiviert werden, damit sie sich als einen wichtigen Teil dahingehend wiederfinden. Somit ist die Aktivierung der Eltern das Schlüsselelement zur erfolgreichen Elternarbeit und ebenso erfolgreichen Berufswahl. Dieses Kapitel wird sich deshalb zunächst mit der Herausforderung bei der Elternarbeit beschäftigen und aufzeigen, was die größten Probleme dahingehend sind und wieso sie unter Umständen vorliegen. Im Anschluss soll ein Handlungskonzept erarbeitet werden, wie Eltern am besten im Rahmen der Berufsorientierung aktiviert werden können. Im letzten Teil wird das Thema Netzwerke und deren Bedeutung noch einmal kurz erläutert.

3.1 Herausforderungen bei der Elternarbeit

Es gibt eine Vielzahl an möglichen Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit den Eltern. Diese beginnen bei ganz marginalen Dingen wie die schlechte Erreichbarkeit der Eltern und enden noch lange nicht bei unterschiedlichen Sprachbarrieren in der Zusammenarbeit mit Eltern mit Migrationshintergrund (vgl. Pantel 2015, S. 10–15).

In vielen Praxisberichten und Leitfäden werden unterschiedliche Herausforderungen genannt, wobei die meisten immer wiederkehrend sind. Diese lauten beispielsweise (vgl. Servicestelle Bildungsketten beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) für das Bundesministerium für Bildung und Forschung 2013, S. 4–7):

- Schlechte Erreichbarkeit der Eltern
- Es besteht keine Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme, was nicht selten an einem bewussten aus dem Weg gehen liegt. In diesen Fällen wollen die Eltern nicht mit den Schulen im Rahmen der Berufsorientierung zusammenarbeiten und weichen der Thematik komplett aus. Nicht selten verweigern sie die Zusammenarbeit auch darüber hinaus.
- In wenigen Fällen ist die direkte Kontaktaufnahme auch durch die Lebensumstände gestört. Besonders bei Alleinerziehenden, die im Schichtsystem arbeiten müssen und/oder noch mehr Kinder zu versorgen haben, kommt dies laut Berichten aus der Praxis öfter vor. Dies lässt sich dann jedoch oftmals durch entsprechende Einladungen zu Gesprächen umgehen und bedeutet in der Regel nicht, dass die Eltern sich der Unterstützungsarbeit entziehen.
- Informationsfluss zu den Eltern
- Oft ist es so, dass die Eltern sich gar nicht darüber im Klaren sind, dass ihr Kind gerade innerhalb einer Berufsorientierungsphase ist und unter Umständen dabei Unterstützung benötigen könnte. Grundsätzlich sollte es den Eltern bei einer gewissen Jahrgangsstufe bewusst sein, jedoch ist dies nicht immer gegeben. Vor allem auch dann nicht, wenn die Kommunikation zwischen Jugendlichen und Eltern beispielsweise pubertätsbedingt eingeschränkt ist. Vielfach geben die Kinder wohl auch nur ungern zu, dass sie Hilfe brauchen könnten.
- Verweigerungshaltung der Eltern
- Eltern verweigern sich in manchen Fällen auch komplett mit den Schulen bezüglich ihrer Kinder zusammenzuarbeiten. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich und vielfältig.
- Mangelndes Bewusstsein
- Eltern sind sich nicht darüber bewusst, dass sie als Berater und Begleiter für ihre Kinder im Berufsorientierungsprozess wichtig sind und haben oft eine falsche Einschätzung dazu, da die Jugendlichen ihnen im Rahmen des pubertierenden Abnablungsprozesses suggerieren, dass sie in vielen Belangen nicht mehr wichtig für ihre eigenen Entscheidungen und Lebensabläufe sind.
- Vorbehalte
- Es kommt vor, dass Eltern aus bildungsfernen Bereichen gewisse Vorbehalte und Berührungsängste gegenüber der schulischen Bildung haben. Hier kommen oftmals eigene Misserfolgserfahrungen oder Problembibliographien zum Tragen.
- Sprachbarrieren
- Gerade bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund kommt es immer wieder zu den Herausforderungen, dass die Eltern oftmals sprachlichen Herausforderungen gegenüberstehen, die diese nur schwer bis gar nicht in diesem Kontext zu überwinden wissen.
- Bewusste Distanzierung
- In Fällen, in denen Eltern davon ausgehen beziehungsweise befürchten, dass sich die Schule und/oder die Verantwortlichen für die Berufsorientierung in ihre Erziehungsarbeit einmischen, kommt es zu einer klaren Distanzhaltung. Nicht selten ist dies der Fall, wenn das Kind nach Meinung der Eltern eine ganz andere Zukunftsperspektive haben soll als im Rahmen der Berufsberatung herauskam. Ein provokantes Beispiel wäre, dass die Eltern für ihr Kind eine weiterführende Schule und anschließend das Medizinstudium vorgesehen haben, derweil es sich im Rahmen der Berufsberatung ergeben hat, dass dieses für den Beruf des Tischlers sehr viel besser geeignet ist.
- Kulturspezifische Lebensentwürfe
- In der heutigen Zeit scheint es immer öfter der Fall zu sein, dass Eltern sich aus der erzieherischen Verantwortung rausziehen möchten und bei der Schule nicht nur den Bildungsauftrag, sondern auch den Erziehungsauftrag sehen. In diesen Fällen mangelt es ebenfalls an einer Kooperationsbereitschaft mit den Schulen bezüglich der Berufsorientierung der Kinder.

Es gibt also unterschiedliche Problematiken, die dazu führen können, dass die Eltern (noch) nicht aktivierbar sind. Diesen muss entsprechend mit einem gut durchdachten Handlungskonzept entgegengewirkt werden. Hierfür gibt es in der Literatur und in verschiedenen Leitfäden und Informationsbroschüren diverse Ansätze und Vorschläge. Keiner davon führt zu einem hundertprozentigen Erfolg, denn es ist durchaus gegeben, dass ein kleiner Teil der Eltern dahingehend beratungsresistent ist. Dennoch zeigt die Praxis bereits, dass es gerade im Rahmen der Bewusstseinsförderung große Erfolge zu verbuchen gibt (vgl. Pantel 2015, S. 10–15).

3.2 Handlungskonzept zur Aktivierung der Eltern

Die Frage, die es also grundlegend zu klären gilt, lautet: wie kann man Eltern am besten aktivieren? Welche Handlungen und Maßnahmen sind dafür geeignet, aus den unterschiedlichen Herausforderungsspektren, den möglichst besten Weg zu finden, um hier die Ansprache erfolgreich zu generieren. Entsprechend ist es sinnvoll ein Handlungskonzept zu erarbeiten, dass möglichst viele Facetten integriert und individuell angewandt werden kann.

Eine wichtige Komponente ist in der ersten Instanz immer, dass die Schulen und mit diesen einhergehend die Lehrer und Berufsberater, mit den Eltern auf Augenhöhe kommunizieren. Hierfür ist es unumgänglich einen Kontakt zu den Eltern zu generieren und diesen bestenfalls regelmäßig zu pflegen. Bereits hier sind klare Maßnahmendefinitionen und Strategien innerhalb des Konzeptes von Nöten (vgl. Borstel 2014).

Die Gründe, weshalb kein Kontakt vorhanden ist, wurden bereits im vorherigen Kapitel benannt und müssen hier nicht weiter erläutert werden. Um mit den Eltern Kontakt aufzunehmen und sie für die Zusammenarbeit zu aktivieren, benötigen die verantwortlichen Personen – Klassenlehrer, Berufsberater und Schulsozialpädagogen – in erster Linie die Kontaktdaten. So diese nicht korrekt in den Schulunterlagen hinterlegt sein sollten, können andere Quellen – Schüler, Auskunfteien und heutzutage sogar soziale Medien – unterstützend herangezogen werden. Kommt es zur ersten Kontaktaufnahme, muss klar sein, wie die Kommunikationssprache auf einer gemeinsamen Ebene stattfinden kann. Diese muss dann entsprechend bei der nachfolgenden Auftrags- und Rollenaufklärung gegenüber den Eltern angewandt werden. Wichtig in diesem Kontext ist – besonders bei Menschen mit einem großen Unsicherheitsfaktor, sei es auf Grund von Sprachherausforderungen oder Vorbehalten – dass der Ansprechpartner im Verlauf kontinuierlich derselbe bleibt (Bundesagentur für Arbeit, Bundesarbeitsgemeinschaft Schulewirtschaft 2013, S. 8–16).

Die Methoden hierfür sind (vgl. Bundesagentur für Arbeit, Bundesarbeitsgemeinschaft Schulewirtschaft 2013, S. 8–16):

- Sensible Wortwahl vom ersten Kommunikationsversuch an
- Anpassung der eigenen Sprache an die des Gegenübers
- Entwicklung einer Gesprächskultur, in der das Verhalten und die Sprache des Gegenübers auch gespiegelt wird
- Förderung des Gespräches durch offene Fragen und dem eigenen Kurzhalten, also dem Vermeiden von Monologen. Monologe sorgen dafür, dass der Gesprächspartner bereits nach kurzer Zeit in seinen Gedanken abzuschweifen droht, in manchen Fällen auch schlicht, dass er sich von den vielen Worten erschlagen fühlt.

[...]

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Details

Titel
Die Wichtigkeit von Elternarbeit während der Berufsorientierung. Der Einfluss von Eltern auf die Berufswahl der Kinder
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz  (ABTEILUNG FÜR PÄDAGOGIK UND PÄDAGOGISCHE PSYCHOLOGIE)
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V444552
ISBN (eBook)
9783668816381
ISBN (Buch)
9783668816398
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elternarbeit, Berufsorientierung, Beruf, Jugendliche, Erziehung
Arbeit zitieren
Florian Linskeseder (Autor), 2017, Die Wichtigkeit von Elternarbeit während der Berufsorientierung. Der Einfluss von Eltern auf die Berufswahl der Kinder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444552

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