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Friedrich Schillers "Die Räuber". Aspekte der Aufklärung und des Sturm und Drangs anhand der Gerbrüder Moor

Titel: Friedrich Schillers "Die Räuber". Aspekte der Aufklärung und des Sturm und Drangs anhand der Gerbrüder Moor

Essay , 2014 , 9 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Christof Theis (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das 18. Jahrhundert ist die Zeit der Aufklärer, der Stürmer und Dränger und der Geniezeit. Friedrich Schiller gilt als Exponent und Vertreter der deutschen Aufklärung und des aufklärerischen Denkens seiner Zeit. Durch kritische Reflexionen über die Grenzen der Aufklärung gilt er als Repräsentant der Spätaufklärung, wobei er der aufklärerischen Linie weitgehend treu bleibt.

In der vorliegenden Arbeit wird versucht, aufklärerische Aspekte, wie auch Aspekte des Sturm und Drangs, anhand der Protagonisten des Franz und Karl Moors darzustellen. Dabei wird weniger auf die inhaltliche Ebene eingegangen, sondern es werden hauptsächlich wichtige Elemente der Figuren kurz anhand von Beispielen näher erläutert und in Relation zu den zuvor benannten Positionen gesetzt. Zentral steht somit die Frage, inwiefern die beiden Protagonisten Franz und Karl Moor in das Schema der beiden Strömungen passen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Franz Moor

3. Karl Moor

4. Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarischen Figuren Franz und Karl Moor in Friedrich Schillers Drama „Die Räuber“ im Hinblick auf ihre Zugehörigkeit zu den Epochen der Aufklärung sowie des Sturm und Drangs. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern die beiden Protagonisten in das ideologische Schema dieser beiden Strömungen einzuordnen sind und wie sich ihr Handeln aus diesen unterschiedlichen philosophischen Perspektiven erklären lässt.

  • Analyse von Franz Moor als Verkörperung aufklärerischer Rationalität und Instrumentalisierung der Vernunft.
  • Untersuchung von Karl Moor als Prototyp eines modernen, rebellischen Helden und Repräsentanten des Sturm und Drangs.
  • Vergleich der Naturwahrnehmung und des Umgangs mit moralischen Werten bei beiden Brüdern.
  • Diskussion der Ambivalenz zwischen Rebellion und Melancholie in Schillers Frühwerk.
  • Reflexion über die Rolle des Genies in der zeitgenössischen Literaturtheorie anhand der Figuren.

Auszug aus dem Buch

2. Franz Moor

In Schillers „Die Räuber“ scheint es in der Figur des jüngeren Bruders Franz auf den ersten Blick zu einer reinen aufklärerischen Vernunftsverkörperung zu kommen, die konsequent nach avanciertester aufklärerischer Philosophie handelt. Das Prinzip der Aufklärung spiegelt sich in Franz Wunsch wieder, die Natur beherrschen zu wollen und sie durch Rationalität kontrollieren zu können. Bereits in der ersten Szene des ersten Aktes des Stücks kommt es zur Formulierung seiner Abkehr von den natürlichen Gegebenheiten:

„Ich habe große Rechte, über die Natur ungehalten zu sein, und bei meiner Ehre! Ich will sie geltend machen. –Warum bin ich nicht der erste aus Mutterleib gekrochen? Warum nicht der Einzige? Warum musste sie mir diese Bürde von Hässlichkeit aufladen? Gerade mir? […] Wirklich, ich glaube, sie hat von allen Menschensorten das Scheußliche auf einen Haufen geworfen und mich daraus gebacken. Mord und Tod! Wer hat ihr die Vollmacht gegeben, jenem dieses zu verleihen und mir vorzuenthalten?“

Franz gelangt zur Verurteilung der Natur. Er möchte seinen Geist nicht „an den Schneckengang der Materie ketten lassen“. Franz sieht die Natur nicht als sich ihm etwas Dazugehöriges, sondern als etwas, das sich ihm widersetzt, beziehungsweise als eine Macht die sich gegen ihn gerichtet hat. Er macht die ungerechten natürlichen Umstände für seine Situation verantwortlich und versucht sie in einem antagonistischen Kampf zu unterwerfen. Diese Haltung der entgegengesetzten Natur kann als ein Sozialisationsdefizit gewertet werden. Zum einen auf der Basis der Vater-Sohn Beziehung, da der Graf von Moor seinen älteren Bruder bevorzugt und dem Jüngeren somit die bedingungslose Vaterliebe vorenthält. Zum anderen scheint „die Abwesenheit der Vertrauen spendenden Mutter“ Grund für das diabolische Handeln von Franz zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Werk im historischen Kontext zwischen Aufklärung und Sturm und Drang und stellt die Forschungsfrage zur Einordnung der Hauptfiguren.

2. Franz Moor: Hier wird Franz als Verfechter einer radikalisierten Aufklärung analysiert, dessen Vernunft als Instrument zur Unterdrückung und Machterlangung dient.

3. Karl Moor: Dieses Kapitel betrachtet Karl als rebellischen Helden, der sich gegen feudale Strukturen auflehnt und dabei Spannungen zwischen Melancholie und tätigem Widerstand zeigt.

4. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Charaktere komplexe Spiegelbilder zeitgenössischer gesellschaftlicher Missstände sind, die sich nicht eindeutig einer einzigen Strömung zuordnen lassen.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Die Räuber, Aufklärung, Sturm und Drang, Franz Moor, Karl Moor, Vernunft, Rebellion, Genieästhetik, Sozialgeschichte, Individualität, Literaturwissenschaft, Moral, Melancholie, Epochenkontext

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Charaktere Franz und Karl Moor aus Schillers Drama „Die Räuber“ im Kontext der literarischen Strömungen der Aufklärung und des Sturm und Drangs.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Instrumentalisierung der Vernunft, die Kritik an feudalen Zuständen, die Rolle des Individuums sowie das Konzept des Genies.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schiller durch seine Protagonisten die philosophischen und ästhetischen Diskurse seiner Zeit simultan verarbeitet und hinterfragt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Textstellen aus dem Drama mit fachwissenschaftlichen Interpretationen und zeitgenössischen Definitionen in Relation setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte, die jeweils einen der Brüder Moor untersuchen und deren Handeln mit den Idealen der Aufklärung beziehungsweise des Sturm und Drangs verknüpfen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Aufklärung, Sturm und Drang, Rebellion, Vernunft, Genie, Sozialkritik und die Figurenkonstellation der Brüder Moor.

Inwiefern ist Franz Moor als „aufgeklärt“ zu bezeichnen?

Franz nutzt die aufklärerische Philosophie und wissenschaftliche Rationalität, um seine Umwelt zu manipulieren und Machtansprüche gegenüber seinem Vater und Bruder zu legitimieren.

Wie unterscheidet sich die Rebellion Karl Moors von der seines Bruders?

Während Franz seine Rebellion aus einer kalkulierten, rationalen Weltsicht ableitet, handelt Karl aus einem emotionalen, oft melancholischen Impuls heraus und strebt eine fundamentale Änderung der gesellschaftlichen Ordnung an.

Welche Bedeutung kommt dem Begriff des „Originalgenies“ in der Arbeit zu?

Der Begriff dient dazu, Karl Moor als Helden zu beschreiben, der sich den starren Konventionen widersetzt, während bei Franz sogar eine Interpretation als „diabolisches Genie“ im Sinne Lavaters erwogen wird.

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Details

Titel
Friedrich Schillers "Die Räuber". Aspekte der Aufklärung und des Sturm und Drangs anhand der Gerbrüder Moor
Hochschule
Universität zu Köln
Note
3,0
Autor
Christof Theis (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
9
Katalognummer
V444715
ISBN (eBook)
9783668820319
ISBN (Buch)
9783668820326
Sprache
Deutsch
Schlagworte
friedrich schillers räuber aspekte aufklärung sturm drangs gerbrüder moor
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christof Theis (Autor:in), 2014, Friedrich Schillers "Die Räuber". Aspekte der Aufklärung und des Sturm und Drangs anhand der Gerbrüder Moor, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444715
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Leseprobe aus  9  Seiten
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