Im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht vor allem die Auseinandersetzung mit interkulturellen Ansätzen innerhalb sozialer Tätigkeit. Diesbezüglich sollte erwähnt werden, dass die Komplexität des Kulturbegriffs sowie dessen Abstraktheit, auf den vorliegenden Seiten nicht thematisiert werden soll.
In einem ersten Teil soll es zu einer kurzen theoretischen Darstellung interkultureller Ansätze von Margalit Cohen-Émerique kommen, sowie ein kurze Darstellung des Konzepts der Identität. Der zweite Teil bezieht sich auf die Erläuterung eines im Praktikum erlebten Momentes im Kontext der Interkulturalität. Um diese Schlüsselsituation jedoch auch kontextualisieren zu können, soll in einem ersten Schritt auch der institutionelle Rahmen beschrieben werden. In einem zweiten Schritt kommt es zur Illustration des Fallbeispiels, des „choc culturel“, sowie dessen Analyse anhand von des zuvor erläuterten theoretischen Schleifen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Margalit Cohen-Emerique
2.1 „La décentration“
2.2 „La pénétration dans le système de l’autre“
2.3 „La négociation et la médiation“
3. Das Konzept der Identität
4. Institution S.
5. Fallbeispiel und „choc culturel“
6. Analyse und Eigenreflexion
7. Schluss
8. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung interkultureller Ansätze in der Sozialen Arbeit, um professionelles Handeln in kulturell diversen Kontexten zu reflektieren. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie durch das theoretische Modell von Margalit Cohen-Émerique sowie ein tieferes Verständnis von Identität und Kommunikation konstruktive Lösungen in pädagogischen Konfliktsituationen gefunden werden können.
- Theoretische Grundlagen interkultureller Ansätze nach Margalit Cohen-Émerique.
- Konzeptualisierung von Identität im Kontext von Anpassungsprozessen.
- Analyse einer Schlüsselsituation aus der pädagogischen Praxis (Fallbeispiel).
- Reflexion über eigene Vorurteile, Stereotypisierungen und die Gefahr kultureller Kategorisierung.
- Entwicklung von Strategien zur respektvollen Kommunikation und Lösungsfindung.
Auszug aus dem Buch
2.3 „La négociation et la médiation“
Der letzte Schritt bezieht sich auf die „négociation et la médiation“ sprich auf die Auseinandersetzung und Lösung von Problemen. Im Rahmen der Interkulturalität stellt sich dabei immer die Frage inwiefern/inwieweit verschiedene kulturelle Verhaltensweisen, beispielsweise im Rahmen der kindlichen Betreuung, akzeptiert oder toleriert werden können um gleichzeitig eine gesunde Entwicklung des Kindes zu garantieren?
Auf diese Frage kann keine globale Antwort gegeben werden. Die einzige Möglichkeit die in diesem Kontext besteht sind Verhandlungen wie auch Kompromissfindungen. Durch das Verhandeln von Möglichkeiten und das Finden von Kompromissen soll es zu einer Vermeidung möglicher Krisensituationen kommen. Auch wenn die Idee der Kompromisse auf den ersten Blick als sehr simpel erscheint, so ist das Finden eines gemeinsamen Raumes ein sehr komplexer Vorgang, sei dies Aufgrund von einem Verlustgefühl der eigenen Identität, seines Stolzes oder aufgrund eines Schuldgefühls gegenüber seiner eigenen Gruppe. Im Folgenden sollen drei Hauptpunkte der „négociations et médiations“ nach Cohen-Émerique angeführt werden.
Erstens die Erkenntnis, dass es sich um einen Wertkonflikt handelt und nicht um ein anormales Verhalten. Zweitens die Erkenntnis, dass die andere Person bei der Lösungssuche einen Partner darstellt. Drittens, sich der Tatsache bewusstwerden, dass es sich um einen Prozess der Annäherung handelt. (vgl. Cohen-Émerique 1993, S. 81- 83) Zudem könnte ein vierter Punkt hinzugefügt werden, und zwar die Unterscheidung zwischen kultureller Zugehörigkeit und kultureller Anpassungsstrategien.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz interkultureller Auseinandersetzung in der Sozialen Arbeit und führt in die Thematik der Arbeit ein.
2. Margalit Cohen-Emerique: Dieses Kapitel stellt die drei Kernansätze von Cohen-Émerique zur interkulturellen Arbeit vor, darunter Dekonzentration, Perspektivwechsel und Vermittlung.
3. Das Konzept der Identität: Hier wird Identität als dynamischer Prozess beschrieben, der in ständiger Relation zum Anderen steht und bei Migrationserfahrungen zu Bikulturalität führen kann.
4. Institution S.: Das Kapitel beschreibt den institutionellen Rahmen der Praxisstelle und deren pädagogische Zielsetzung in der Jugendhilfe.
5. Fallbeispiel und „choc culturel“: Anhand einer Fallstudie wird ein interkultureller Konflikt illustriert, der durch Kommunikationsprobleme und kulturelle Missverständnisse geprägt ist.
6. Analyse und Eigenreflexion: Das Kapitel analysiert die Dynamiken des Fallbeispiels und beinhaltet eine kritische Reflexion des Autors über die eigene Voreingenommenheit.
7. Schluss: Der Schlussteil fasst zusammen, dass soziale Interaktion stets den Respekt vor der individuellen Wirklichkeit und dem Wertesystem des Gegenübers erfordert.
8. Literatur: Auflistung der in der Arbeit verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Interkulturalität, Soziale Arbeit, Cohen-Émerique, Identität, Wertkonflikt, Kommunikation, Bikulturalität, Migration, pädagogische Praxis, Reflexion, Stereotypisierung, Ethnozentrismus, Fallbeispiel, Mediation, Kultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung interkultureller Ansätze in der Sozialen Arbeit und reflektiert, wie Fachkräfte professionell mit kulturell geprägten Herausforderungen umgehen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Modellen der interkulturellen Arbeit, dem Konzept der Identitätsbildung im Migrationskontext sowie der Analyse konkreter Interaktionsprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für interkulturelle Konflikte zu entwickeln und aufzuzeigen, wie durch Perspektivwechsel und professionelle Reflexion ein respektvoller Umgang zwischen verschiedenen Wertesystemen gelingen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf theoretische Ansätze von Margalit Cohen-Émerique und verbindet diese mit einer fallbasierten Analyse und einer eigenständigen professionellen Reflexion.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Darstellungen, die Beschreibung des institutionellen Rahmens sowie die detaillierte Analyse einer Fallstudie aus dem Bereich der Jugendhilfe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Interkulturalität, Wertkonflikt, Identität, professionelle Reflexion, Mediation und der kritische Umgang mit kulturellen Stereotypen.
Wie geht die Arbeit mit dem Begriff „choc culturel“ um?
Der Begriff beschreibt Momente, in denen das eigene Wertesystem durch fremde Verhaltensweisen in Frage gestellt wird, und dient in der Arbeit als methodischer Ankerpunkt für die Analyse von Konflikten.
Was ist das Ergebnis der Analyse des Fallbeispiels?
Die Analyse zeigt, dass vermeintliche kulturelle Differenzen oft durch individuelle Faktoren wie Analphabetismus oder Identitätswahrung überlagert werden, was ein differenzierteres Vorgehen der Fachkräfte erforderte.
Warum spielt die Eigenreflexion für den Autor eine Rolle?
Die Eigenreflexion dient dazu, die eigene „Kulturfalle“ zu erkennen und zu hinterfragen, wie Vorurteile die pädagogische Einschätzung beeinflussen können.
- Quote paper
- Christof Theis (Author), 2017, Interkulturalität innerhalb Sozialer Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444721