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Unterschiede des unzuverlässigen Erzählens zwischen heterodiegetischer und autodiegetischer Erzählinstanz

Title: Unterschiede des unzuverlässigen Erzählens zwischen heterodiegetischer und autodiegetischer Erzählinstanz

Term Paper , 2017 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Karsten Klein (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Das Phänomen der unzuverlässigen Erzählung ist in einer Vielzahl an Texten vorzufinden, weshalb sich auch viele Arbeiten mit diesem Thema beschäftigen. Allerdings gibt es aber auch deutliche Inkongruenzen der verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze, was durch die reine Menge an Texten bedingt ist, die sich durch einen unzuverlässigen Erzähler auszeichnen. Die in der Forschung herausgearbeiteten Mittel und Signale zur Analyse des unzuverlässigen Erzählers, sind oft leider nicht allgemein gültig oder anwendbar, sondern in vielen Fällen nur textgebunden zu verwenden. Häufig beziehen sich Analysekriterien nicht nur auf textinterne Signale, sie untersuchen auch die vom Autor bezweckte Funktion der Unzuverlässigkeit oder die Normen und Vorprägungen der Gesellschaft beziehungsweise der Personen, die den Text lesen. Diese, oftmals nur bedingt kompatiblen, Ansätze führen zu einem Arsenal an Merkmalen, unter denen man die entsprechend besten für den zu analysierenden Text auswählen muss.

Ziel der folgenden Arbeit ist es, unzuverlässiges Erzählen an zwei unterschiedlichen Erzählinstanzen zu analysieren und danach festzustellen, welche Unterschiede sich im Vergleich der beiden zeigen. Zu diesem Zweck wird die heterodiegetische Erzählinstanz, sowie die autodiegetische Erzählinstanz analysiert. Anfangs werden Theorien zur Analyse von Matias Martinez und Michael Scheffel aus ihrem Lehrbuch Einführung in die Erzähltheorie und aus dem Onlinehandbuch the living handbook of narratology von Dan Shen vorgestellt. Anschließend werden diese Theorien auf zwei Beispieltexte mit unterschiedlichen unzuverlässigen Erzählern angewandt, die später auch Hauptbestandteil der Herausarbeitung der Unterschiede sein werden. Zur Analyse der heterodiegetischen Erzählinstanz wird der Text Die Brücke über den Eulenfluß von Ambrose Bierce herangezogen. Zur Analyse der autodiegetischen Erzählsituation dient die Erzählung Der Horla von Guy de Maupassant. Im Anschluss werden im direkten Vergleich des unzuverlässigen Erzählens aus der heterodiegetischen Erzählperspektive sowie der autodiegetischen Erzählperspektive die Unterschiede der Erzähler anhand der Theorie und der Beispieltexte analysiert. Den Abschluss der Arbeit bildet eine Schlussbetrachtung, die die Ergebnisse zusammenfasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arten des unzuverlässigen Erzählens

2.1 Unzuverlässiges Erzählen nach Martinez/Scheffel

2.2 Unzuverlässiges Erzählen in the living handbook of narratology

2.2.1 Das rhetorische unzuverlässige Erzählen

2.2.2 Das kognitivistische unzuverlässige Erzählen

3. Unzuverlässige Erzählsituationen

3.1 Die heterodiegetische unzuverlässige Erzählsituation in Die Brücke über den Eulenfluß

3.2 Die autodiegetische unzuverlässige Erzählsituation in Der Horla

4. Unterschiede des unzuverlässigen Erzählens zwischen Die Brücke über den Eulenfluß und Der Horla

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des unzuverlässigen Erzählens bei zwei unterschiedlichen Erzählinstanzen, um die funktionale Differenz in der literarischen Gestaltung aufzuzeigen. Dabei liegt der Fokus darauf, wie heterodiegetische und autodiegetische Erzählperspektiven durch Autoren instrumentalisiert werden, um unterschiedliche Wirkungsweisen beim Leser zu erzeugen.

  • Theoretische Grundlagen des unzuverlässigen Erzählens nach Martinez/Scheffel und Dan Shen
  • Analyse der heterodiegetischen Erzählsituation anhand von Ambrose Bierces "Die Brücke über den Eulenfluß"
  • Analyse der autodiegetischen Erzählsituation anhand von Guy de Maupassants "Der Horla"
  • Vergleich der unterschiedlichen Funktionen und Interpretationsmöglichkeiten unzuverlässiger Erzähler
  • Einfluss der Erzählperspektive auf die Sinnkonstitution und Leserführung

Auszug aus dem Buch

Die heterodiegetische unzuverlässige Erzählsituation in Die Brücke über den Eulenfluß

Zur Darstellung einer heterodiegetischen unzuverlässigen Erzählsituation soll hier die Erzählung Die Brücke über den Eulenfluß von Ambrose Bierce analysiert werden. In dieser Erzählung findet sich eine Erzählinstanz vor, die mit Blick auf die Theorie aus Kapitel 2.1, als mimetisch teilweise unzuverlässiges Erzählen bezeichnet werden kann. Der größte Teil der erzählten Handlung und Erzählzeit sind nichts weiter als eine Phantasievorstellung von Peyton Farquhar. Die erzählte Zeit von mehreren Stunden, sind am Ende in Wirklichkeit wenige Minuten, oder eventuell sogar nur Sekunden. Wie von Martinez/Scheffel bereits herausgestellt, enthüllen sich die mimetischen Sätze des extradiegetischen oder auktoriaen Erzählers, die der Leser für wahr hält, am Schluss als intern-fokalisierte Phantasievorstellung von Farquhar. Als Ursache für die Bereitwilligkeit des Lesers nur den letzten Abschnitt des Textes als notwendig wahr zu verstehen, beziehen Martinez/Scheffel sich auf die umfassende Konsistenz der erzählten Welt, die eine konstitutive logische Norm für fiktionales Erzählen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Phänomens unzuverlässiges Erzählen und der Zielsetzung, Unterschiede zwischen zwei Erzählinstanzen an Beispieltexten zu analysieren.

2. Arten des unzuverlässigen Erzählens: Theoretische Einführung in das unzuverlässige Erzählen basierend auf den Ansätzen von Martinez/Scheffel sowie des "living handbook of narratology" von Dan Shen.

3. Unzuverlässige Erzählsituationen: Anwendung der theoretischen Konzepte auf zwei Primärtexte, wobei die Besonderheiten der heterodiegetischen und autodiegetischen Perspektive herausgearbeitet werden.

4. Unterschiede des unzuverlässigen Erzählens zwischen Die Brücke über den Eulenfluß und Der Horla: Direkter Vergleich der Erzählsituationen und Untersuchung ihrer unterschiedlichen Funktionen und Wirkweisen auf den Leser.

5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Feststellung der Relevanz des unzuverlässigen Erzählens für das Textverständnis.

Schlüsselwörter

Unzuverlässiges Erzählen, Heterodiegetik, Autodiegetik, Narratologie, Martinez/Scheffel, Dan Shen, Die Brücke über den Eulenfluß, Der Horla, Implied Author, Misevaluating, Rhetorische Analyse, Kognitivistische Analyse, Literaturwissenschaft, Erzähltheorie, Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Definition und der praktischen Anwendung des Begriffs "unzuverlässiges Erzählen" in der Literaturwissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Erzähler- und Figurenrede, die verschiedenen Kategorien der Unzuverlässigkeit sowie die erzähltechnischen Unterschiede zwischen heterodiegetischen und autodiegetischen Erzählern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Unterschiede zwischen der heterodiegetischen und der autodiegetischen Erzählinstanz bei der Darstellung unzuverlässigen Erzählens zu identifizieren und deren jeweilige Funktion für den Leser zu erklären.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt narratologische Analyserahmen, insbesondere von Martinez/Scheffel, Dan Shen und James Phelan, um die Beispieltexte textnah zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung sowie die Analyse der Erzählungen "Die Brücke über den Eulenfluß" und "Der Horla", gefolgt von einem direkten Vergleich.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff des unzuverlässigen Erzählens prägen Begriffe wie "Implied Author", "Misevaluating" und "Narratologie" die Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Funktion der Unzuverlässigkeit in den beiden analysierten Werken?

In "Die Brücke über den Eulenfluß" dient die Unzuverlässigkeit primär der Schockwirkung und einem Wendepunkt am Schluss, während sie in "Der Horla" dauerhaft zur Verwirrung des Lesers und zur Öffnung mehrerer Deutungsebenen genutzt wird.

Warum wird in der Arbeit auch ein kognitivistischer Analyseansatz herangezogen?

Der kognitivistische Ansatz wird ergänzend genutzt, um zu erklären, wie unterschiedliche Rezipienten mit textuellen Inkongruenzen umgehen und den Text aufgrund ihrer eigenen Vorerfahrungen verschieden interpretieren.

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Details

Title
Unterschiede des unzuverlässigen Erzählens zwischen heterodiegetischer und autodiegetischer Erzählinstanz
College
Saarland University
Course
Proseminar "Unzuverlässiges Erzählen"
Grade
1,7
Author
Karsten Klein (Author)
Publication Year
2017
Pages
16
Catalog Number
V444814
ISBN (eBook)
9783668817289
ISBN (Book)
9783668817296
Language
German
Tags
Unzuverlässiges Erzählen Martinez Scheffel heterodiegetische Erzählinstanz autodiegetische Erzählinstanz Maupassant Der Horla Ambrose Bierce Die Brücke über den Eulenfluß Living handbook of narratology Dan Shen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karsten Klein (Author), 2017, Unterschiede des unzuverlässigen Erzählens zwischen heterodiegetischer und autodiegetischer Erzählinstanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444814
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