Über nonverbale Kommunikation, Kommunikationsmodelle & Moderation. Eine Analyse verschiedener Kommunikationsformen


Einsendeaufgabe
23 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

C1: Nonverbale Kommunikation und Körpersprache 5
1.1. Körpersprache
1.2. Wirkung der Körpersprache
1.3. Der ganze Körper spricht

C2: Kommunikation 10
2.1. Das Eisbergmodell (80/20)
2.2. Das Sender- Empfänger Modell nach F. Schulz von Thun
2.3. Praxisbeispiel: Kommunikationsmodell

C3: Moderation 16
3.1. Moderationsprozess
3.2. Fallbeispiel: Eine Moderation übernehmen

Internetquellen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Non-verbale Kommunikation

Abbildung 2: Eisbergmodell

Abbildung 3: Vier Seiten einer Nachricht

Abbildung 4: Säulen der berufl. Zusammenarbeit

Abbildung 5: Moderationskreislauf

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

C1: Nonverbale Kommunikation und Körpersprache

Nonverbale Kommunikation beinhaltet eine Reihe von Ausdrucksformen, wie zum Beispiel die Körpersprache, die Körperhaltung, haptische Signale, das äußere Erscheinungsbild, Gestik und Mimik und die Proxemik (= räumliches Verhalten).[1] Im Folgenden wird der Begriff der nonverbalen Kommunikation von dem der Körpersprache abgegrenzt.

1.1. Körpersprache

Die Begriffe der nonverbalen Kommunikation und der Körpersprache werden im Alltag oft synonym miteinander verwendet. Differenzierter betrachtet ist allerdings die Körpersprache eine der Ausdrucksformen nonverbaler Kommunikation. So kommuniziert beispielsweise ein Porschefahrer der, um seinen Status zu demonstrieren, immer wieder mit laut aufheulendem Motor an einem Straßencafé vorbeifährt, kommuniziert seinen Status non-verbal, über sein Auto, wobei der Körper nicht als Kommunikationsmedium in Erscheinung tritt.[2] Zu den non-verbalen Kommunikationsmethoden zählen neben der Körpersprache, die haptischen Signale, (kleine, meist unbewusste Gesten die das Gesagte unterstreichen), die Proxemik, welches das Verhalten im Raum beschreibt (wie sich der Abstand zwischen zwei ein Gesprächspartner gestaltet oder in welchem Abstand der Moderator vor seinem Publikum steht) und die physischen Charakteristika.[3] Zu den physischen Charakteristika zählen zum Beispiel die Körpergröße, die Kleidung und im allgemeinen auch die physische Attraktivität des Gesprächspartners. So werden attraktivere Menschen als freundlicher und kompetenter eingeschätzt als weniger attraktivere. Des Weiteren werden größere Männer als dominanter und unabhängiger wahrgenommen, als ihre kleineren Kollegen.[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Nonverbale Kommunikation[5]

Die reine Körpersprache zeichnet sich dadurch aus, dass der Körper und nur dieser als Kommunikationsmittel eingesetzt wird. Ein Kopfnicken kann zum Beispiel als eine Kommunikationsform der Körpersprache bezeichnet werden. Weitere Parameter der Körpersprache sind Gestik und Mimik, sowie K opfbewegungen, Blickkontakt und die Körperhaltung.[6]

1.2. Wirkung der Körpersprache

Körpersprache kann, wie andere Sprachen auch, mittels Vokabeln erlernt werden. Dabei muss verstanden werden, was jedes einzelne körpersprachliche Signal für eine Wirkung hat, um im Anschluss die Möglichkeit zu haben aus den einzelnen Faktoren auf einen Gesamteindruck zu schließen.[7] Oft wird die Bedeutung der Körpersprache unterschätzt, denn selbst wenn nichts gesagt wird, so spricht doch der Körper.[8]

Im Folgenden werden die unterschiedlichen körpersprachlichen Signale und Ihre jeweilige Wirkung näher betrachtet:

Gestik

Unter Gestik versteht man intuitive Arm-, Hand und Fingerbewegungen, welche das Gesagte untermauern und besondere Aussagen hervorheben. Diese werden Illustratoren genannt. Gesten können aber auch ohne begleitende Worte einen eindeutigen Mitteilungszweck erfüllen. Wenn zum Beispiel zum Abschied ein liebevoller Luftkuss zugeworfen wird, dürfte die Botschaft auch ohne Worte eindeutig sein.[9] Diese Gesten, welche die verbale Sprache gänzlich ersetzen, werden Embleme genannt. Ein weiteres Beispiel für ein Emblem ist z.B. der Applaus als Ausdruck des Lobs.[10] Des Weitern können Gesten im Hinblick auf ihre Aussageintention kategorisiert werden. Zu den gebräuchlichsten Kategorien zählen die Aggressionsgesten, die Unsicherheitsgesten und die Kooperationsgesten.[11] Eine oft zu beobachtende Aggressionsgeste sind die verschränkten Arme vor der Brust, insbesondere wenn die Hände zusätzlich noch zu Fäusten geballt sind. Allerdings kann diese Geste, je nach Kontext, durchaus auch zur Kategorie der Unsicherheitsgesten gezählt werden. Es ist deswegen unabdinglich die situativen Gegebenheiten und verbalen Äußerungen bei der Interpretation ebenfalls mit zu berücksichtigen. Unsicherheitsgesten lassen sich mit etwas Vorwissen fast in jedem Gespräch entdecken. Wenn sich zum Beispiel der Gesprächspartner nach einer Frage am Kopf kratzt, kann das ein Zeichen dafür sein, dass er Zeit gewinnen möchte oder der Antwort aus dem Weg geht. Will jemand überhaupt nicht antworten ist ein sehr eindeutiges Zeichen, dass die Hand zum Gesicht geführt wird. Man möchte sich so zusagen „den Mund zu halten“.

Kooperationsgesten können auch als Friedensgesten bezeichnet werden. Eine solche kooperative, einladende Wirkung haben zum Beispiel offene Handflächen oder auch die als „Merkel- Raute“ bekannte Geste der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Mimik

Über den Gesichtsausdruck (Mimik) wird bestimmt wie eine Person vom Gesprächspartner wahrgenommen wird. Schon kleine Änderungen im Gesicht, ein Stirnrunzeln oder das Aufreißen der Augen, haben zu Folge, dass die Nachricht verändert vom Gesprächspartner aufgenommen wird. So werden lächelnde Personen oft als hilfsbereiter und freundlicher eingestuft als Personen mit einer neutralen Mimik. Die Mimik umfasst des Weiteren Veränderungen im Bereich der Stirn, der Augen und auch die mit der Nase kann gesprochen werden. Wird die Stirn zum Beispiel in waagrechte Falten gelegt und mit weit aufgerissenen Augen kombiniert so wird einer bestimmten Sache große Aufmerksamkeit gewidmet.[12] Neben der Wirkung der Mimik auf die Umwelt, hat der Gesichtsausdruck auch eine Wirkung auf die Person selbst. So wurde in Studien nachgewiesen, dass sich durch die Aktivierung des Lachmuskels Personen zufriedener fühlen, selbst wenn der Muskel nicht durch natürliches Lachen aktiviert wird. Dieser Effekt wird als die „Facial-Feed-Hypothese“ beschrieben.[13]

Körperhaltung

Aus den unterschiedlichen Körperhaltungen, also wie jemand sitzt, steht oder geht, kann entnommen werden, wie die Person zu sich selbst, bzw. zu ihrer Umwelt steht. „Steht sie zum Beispiel mit beiden Beinen im Leben“ oder zeigt sie dem Gesprächspartner „die kalte Schulter“. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass Körperhaltungen, bzw. auch der Gang von eventuellen körperlichen Beschwerden beeinflusst sein kann.

Weitere körpersprachliche Ausdrucksformen sind der Blick oder Augenkontakt und Kopfbewegungen. Auf diese wird hier aufgrund von Kapazitätsgründen nicht näher eingegangen.

1.3. Der ganze Körper spricht

Samy Molcho beschreibt die Körpersprache wie folgt: „Der Körper ist der Handschuh der Seele, seine Sprache das Wort des Herzens.“[14]

Betrachtet man diesen Satz etwas genauer, so wird die enorme Bedeutung der Körpersprache deutlich. Körperliche Signale werden unbewusst vom Gesprächspartner wahrgenommen und können nicht ignoriert werden. Auch wenn in Gesprächssituationen nichts gesagt wird, findet mittels der körperlichen Signale eine Kommunikation statt.[15] Diese Aussage machte auch Paul Watzlawik (1929-2007) in seinem 1. Axiom: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Er begründete diese Aussage, indem er postulierte, dass es zu Verhalten bzw. Kommunikation kein Gegenteil gibt. Man kann sich also nicht „Nicht-Verhalten“. Denn selbst eine Kommunikationsverweigerung hat einen Mitteilungscharakter, nämlich den, nicht sprechen zu wollen[16]. Zur Entschlüsselung der zwischenmenschlichen Kommunikation ist es demnach notwendig einzelne körpersprachliche Signale in Beziehung zueinander zu setzen, um die Botschaft richtig interpretieren zu können. Werden lediglich einzelne körpersprachliche Signale betrachtet, kann dies oft zu Fehleinschätzungen führen. Zusätzlich müssen situative und kontextbezogene Faktoren, wie zum Beispiel die Distanz zum Gesprächspartner, die Körperspannung oder der Tonfall mitbetrachtet werden[17].

Stimmen Körpersprache und verbale Artikulation nicht überein, leidet beim Gegenüber die Glaubwürdigkeit. Diese Diskrepanz wird als inkongruentes

Verhalten bezeichnet. Um authentisch und ernst genommen zu werden, müssen Worte und körperliche Artikulation übereinstimmen. Als Beispiel kann ein Vorgesetzter beschrieben werden, welcher seinen Mitarbeiter bzgl. eines Fehlverhalten zurechtweisen möchte, dies aber mit einem Lächeln und einem unsicheren Blick tut. Beim Gegenüber entsteht so der Eindruck, dass der Vorgesetzte unsicher ist. Es wird ihm somit keine Autorität zugesprochen und es wäre demzufolge nicht verwunderlich, wenn der Mitarbeiter die Zurechtweisung nicht ernst nimmt.

Stimmen Körpersprache und Gesprochenes überein, wird die Person als authentisch wahrgenommen. Am vorherigen Beispiel ist dies der Fall, wenn der Vorgesetze mit bestimmendem Tonfall und einem ernsten Blick den Mitarbeiter zurechtweisen würde. Der Mitarbeiter würde demzufolge sehr wahrscheinlich die Vorwürfe des Vorgesetzes ernst nehmen. An diesem Beispiel kann veranschaulicht werden, dass die körpersprachlichen Signale nicht alleine zur Interpretation heranangezogen werden sollten, sondern immer in Kombination zum verbalen Kontext gesehen werden müssen und umgekehrt. Die einseitige Interpretation von nonverbalen Signalen kann leicht zu Fehlern führen. Erschwerend kommt hinzu, dass nonverbale Signale in unterschiedlichen Kulturräumen oft unterschiedliche Bedeutungen haben. Zum Beispiel bedeutet in China ein Kopfnicken Ablehnung. Nur wenn eine eindeutige Aussage durch verbale und nonverbale Kommunikation erzeugt wird, entsteht beim Gegenüber auch eine eindeutige Wirkung.

[...]


[1] Röhner/Schütz, S. 66

[2] Röhner/Schütz, S. 72

[3] Röhner/Schütz, S. 70

[4] Röhner/Schütz, S. 80

[5] Röhner/Schütz, S. 70

[6] Röhner/Schütz, S. 70

[7] Püttjer/Schnierda, S. 60

[8] Püttjer/Schnierda, S. 32

[9] Püttjer/Schnierda, S. 70

[10] Röhner/Schütz, 72-f.

[11] Püttjer/Schnierda, 70-ff.

[12] Püttjer/Schnierda, S. 63

[13] Röhner/Schütz, S. 75

[14] Molcho/Klinger/Lusznat (1986), S. 30

[15] Püttjer/Schnierda, S. 32

[16] Watzlawick/Beavin/Jackson (2011), S. 58

[17] Püttjer/Schnierda, S. 61

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Über nonverbale Kommunikation, Kommunikationsmodelle & Moderation. Eine Analyse verschiedener Kommunikationsformen
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,0
Autor
Seiten
23
Katalognummer
V444817
ISBN (eBook)
9783668816626
ISBN (Buch)
9783668816633
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Führung, Kommunikation, Proxemik, Nonverbal, Körpersprache, Haltung, Signale, Mimik, Gestik
Arbeit zitieren
Vanessa Jaschner (Autor), Über nonverbale Kommunikation, Kommunikationsmodelle & Moderation. Eine Analyse verschiedener Kommunikationsformen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444817

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