Der erste Schultag


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Auf die Einschulung vorbereiten

3. Allgemeiner Tagesablauf

4. Gestaltungsmöglichkeiten der ersten Schulstunde

5. Zusammenarbeit mit den Eltern

6. Resümee

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In unserem Referat haben wir uns mit dem Thema „Der erste Schultag“ beschäftigt. Dieser Tag ist ein bedeutungsvoller Start in einen neuen Lebensabschnitt der Kinder. Daher ist es besonders wichtig, diesen gründlich vorzubereiten, so dass die Schulanfänger ihn nicht als extremen Bruch zum Kindergarten empfinden. Er sollte besser einen möglichst fließenden Übergang zur Schule darstellen.

Zunächst möchten wir daher näher auf diese Vorbereitungen eingehen und einige Punkte nennen, die man vorher auf keinen Fall vernachlässigen sollte, wie zum Beispiel die Einladungen zum ersten Schultag zu schreiben oder die kreative Klassenraumgestaltung zu überdenken. Des Weiteren werden wir einen Überblick über den allgemeinen Tagesablauf geben, um so einen detaillierten Plan aufzuführen, wie dieser meist gestaltet wird. Hierzu gehören die Oberbegriffe Gottesdienst, Schuleintrittsfeier und die erste Schulstunde.

Anschließend zeigen wir eine Fülle an Gestaltungsmöglichkeiten für die erste Schulstunde. Diese Vielfalt ist auch für die eigene Vorbereitung des Lehrers von Vorteil, da er sich so individuell auf die neue Klassensituation einstellen und spontan etwas am Programm der ersten Schulstunde ändern kann, wenn unverhofft Problemfälle auftauchen.

Als zusätzlichen Teil möchten wir einige Kurzinformationen zu der Zusammenarbeit von Eltern und Schule anfügen, da diese Thematik auch schon den ersten Schultag betrifft und sich über die gesamte Schulzeit erstreckt. Zuletzt fassen wir unsere Ergebnisse zusammen.

2. Auf die Einschulung vorbereiten

Das neue Schuljahr beginnt für den Lehrer nicht erst mit dem ersten Schultag oder den Konferenzen in den Sommerferien Es müssen schon mindestens ein viertel Jahr vorher die ersten Vorbereitungen getroffen werden.

Um Ostern herum werden die neuen Klassenlehrer für das kommende Schuljahr festgelegt. Daraufhin können die Lehrer des nächsten ersten Schuljahres in den Kindergärten und Kindertagesstätten hospitieren, um so die „Schulkinder“ näher kennen zu lernen, sich ihnen vorzustellen und einen ersten Eindruck zu gewinnen. Auf der anderen Seite ist diese Hospitation auch vorteilhaft für die neuen „Erstklässler“, da sie die Klassenlehrer schon sehen und mit ihnen sprechen können, um somit eine Kontaktaufnahme zu ermöglichen.

Nach der Anmeldung der Kinder werden die Klassenzusammen-setzungen festgelegt, wobei die persönlichen Wünsche der Kinder bezüglich ihrer Freunde berücksichtigt werden sollten, um ihnen ein vertrautes Umfeld mitzugeben. Des Weiteren werden die Klassen oft, besonders in ländlichen Gebieten, nach geographischen Gesichtspunkten zusammengesetzt. Das bedeutet, dass die Kinder eines Ortsteiles und dem anschließenden „Dorfteil“ in eine Klasse eingeteilt werden.

Eine persönliche Einladung an die zukünftigen Schulanfänger sollte schon vor den Sommerferien geschrieben werden, so dass die Kinder eine gewisse Vorfreude durch den Brief bekommen und auch Ängste gegenüber der Schule und dem Lehrer, sowie den neuen Klassenkameraden abbauen. Bei den Einladungen gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten[1]. Wichtige Gesichtspunkte hierbei sind die persönliche Ansprache, eine kurze Vorstellung des Lehrers und eine Auflockerung in Form eines Bildes oder Fotos der Schule, des Lehrers etc. Ein zweiter Brief kann eine Woche vor der Einschulung verschickt werden, worin auch die Namen der anderen Erstklässler aufgeführt sind. In diesem zweiten Brief könnten die Gefühle und Erwartungen des Lehrers zum Ausdruck gebracht werden, so dass die Kinder das Interesse und die Freude des Lehrers erfahren. Außerdem dient dieser Brief gleichzeitig der Identifizierung der Kinder mit den Gefühlen ihres neuen Klassenlehrers.

Ferner werden Klauseln wie: „Diesen Brief kannst Du noch nicht selber lesen. Aber in 7 Wochen kommst du in die Schule, und da lernst Du es ja.“[2] benutzt. Diese geben einen weiteren Anreiz für die neuen Schüler in die Schule zu gehen, um hoch motiviert lesen, schreiben und rechnen zu lernen.

Des Weiteren trägt es positiv zu einem guten Anfang bei, wenn die zukünftigen Schulanfänger vor dem ersten Schultag zu einem Schulfest oder zu einem Besuch in die zukünftige Patenklasse eingeladen werden. So können sie erste Eindrücke vom Schulleben und von den größeren Schülern sammeln. Um die Impressionen zu unterstützen, kann eine Schulführung angeboten werden, bei der den Kindergartenkindern Fachräume, Klassenräume, Sporthalle und Schulhof, sowie der Hausmeisterkiosk (falls vorhanden) gezeigt werden. Dieses kann dazu beitragen, dass die ersten Ängste vor der Schule genommen werden und die Kinder unbeschwert zum ersten Schultag kommen. Außerdem dient diese „Schulführung“ der ersten Orientierung für die baldigen Erstklässler.

Auch die Eltern sollten vor dem ersten Schultag nicht vergessen werden. Daher ist es sinnvoll, schon vor den Sommerferien einen Elternabend einzurichten, der es den Eltern ermöglicht, die Eltern der anderen Erstklässler kennen zu lernen und Fragen an die Klassenlehrer zu stellen. Somit werden auch gleichzeitig die ersten Ängste der Eltern abgebaut und es können zudem Erfahrungen, falls welche vorhanden sind, ausgetauscht werden. Die Ängste und Fragen dürfen nicht unterschätzt werden, da sich die Unsicherheiten sonst auf die Kinder übertragen und sich die „Klammerung“ der Eltern an ihre Kinder nachteilig auf den Schulanfang auswirken könnten.

Für die Lehrer ist es vorteilhaft, wenn sie schon am ersten Schultag die Namen der Erstklässler kennen, da sich diese sehr freuen und sicherer fühlen, wenn sie mit Namen angesprochen werden. Die Namen könnten durch Fotos gelernt werden, die bereits im Kindergarten oder bei der Schulanmeldung angefertigt worden sind. Eine andere Variante ist das Filmen der neuen Schüler, in der diese sich selber mit Namen vorstellen.

Ein weiterer Aspekt sind Überlegungen zur Klassenraumgestaltung, damit sich die Kinder in ihrer neuen Umgebung wohl fühlen. Dabei ist darauf zu achten, dass das Klassenzimmer nicht zu überladen, aber auch nicht zu karg ausgestattet ist. Anregungen hierzu sind Blumen auf der Fensterbank, eine Kuschelecke, einige Bilder von älteren Schülern die extra für die Neulinge gemalt wurden und Bilderbücher, sowie einige leichte Lesebücher, die im Laufe der Zeit zu einer Leseecke ausgebaut werden können.

Die Sitzordnung ist ebenfalls Bestandteil der Klassenraumgestaltung. Zu Beginn eines ersten Schuljahres eignet sich am ehesten die „U-Form“ als Tischanordnung[3], da sich die Kinder so am besten untereinander sehen und kennen lernen können. Ungeeignet wäre jedoch die Anordnung von Gruppentischen, weil diese dem sozialen Gesichtspunkt entgegensteht und dem Aufbau der Klassengemeinschaft entgegenwirkt. Lernmaterialien wie der Zahlenstrahl, Anlauttabellen oder magnetisches Buchstabenhaus gehören ebenfalls zur Grundausstattung einer ersten Klasse.

Schon im Vorfeld sollte sich die Lehrperson Überlegungen zur weiteren Gestaltung der ersten Schulwochen machen, um bereits eine gewisse Unterrichtsvorbereitung zu haben. Es ist wichtig, sich schon vorher ins Gedächtnis zu rufen, dass eine erste Klasse zu Beginn nur kleine Lerneinheiten von etwa zehn Minuten bewerkstelligt. Zwischen diesen Einheiten sollten Spielpausen eingeplant werden, damit sich die Erstklässler entspannen und die Stimmung aufgelockert wird.

Des Weiteren sollte die Lehrperson überlegen, in wie weit sie Tagespläne aufstellen möchte, wie ihre Unterrichtsformen gestaltet und in welchem Maße Festlichkeiten wie Geburtstage oder die Weihnachtszeit gefeiert werden sollten. Allerdings wäre es nicht sinnvoll, dies alles von vornherein bis ins letzte Detail festzulegen, da auch den Kindern ein gewisses Mitspracherecht eingeräumt werden muss und es ihnen immer viel Spaß macht, solche Angelegenheiten im Klassenverband zu diskutieren, zu planen und eigene Ideen mit einzubringen. Dieses fördert die Eigenständigkeit und das soziale Handeln miteinander.

3. Allgemeiner Tagesablauf

Der erste Schultag setzt sich meistens aus drei Teilen zusammen.

1. Gottesdienst
2. Schuleintrittsfeier
3. Erste Schulstunde

Zu diesen drei Teilen wird eine Übersicht geboten, die keine Richtlinie darstellen soll, da sie von Ort und Schule variiert. Häufig ist der erste Schultag an dem ersten Samstag im neuen Schuljahr. Die Kinder aus den höheren Jahrgängen haben zu dem Zeitpunkt die ersten Schultage und den anfänglichen Schulstress hinter sich. Des Weiteren ist es in unserer heutigen Zeit schwierig, an einem Wochentag den ersten Schultag als Termin zu wählen, da in vielen Familien beide Elternteile arbeiten und somit an Wochentagen keine Zeit hätten. Ein weiterer Grund für die Wahl eines Samstages ist, dass es ruhiger in der Schule ist, da die anderen Schüler schulfrei haben und somit keinen unnötigen Lärm bereiten.

[...]


[1] s. Anhang: Briefe vom 16.06 und 01.08.1988

[2] s. Anhang: Brief vom 16.06.1988

[3] vgl. Knörzer/ Grass S.70.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Der erste Schultag
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut für Erziehugswissenschaften)
Veranstaltung
Pädagogische Gestaltung des Erstunterrichts
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
23
Katalognummer
V44484
ISBN (eBook)
9783638420747
Dateigröße
693 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Arbeit lag ursprünglich zusätzliche eine Kassette bei - diese kann hier nicht mitgeliefert werden.
Schlagworte
Schultag, Pädagogische, Gestaltung, Erstunterrichts
Arbeit zitieren
Simone Hummert (Autor), 2004, Der erste Schultag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44484

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