Goethes Liebschaften zur Zeit des Sturm und Drang


Seminararbeit, 2004
25 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung (zusammen)

2.Kurzbiografie (zusammen)

3. Sturm und Drang (Desirée Allruth)

4.Friederike Brion (1752-1813) (Desirée Allruth)

5. Charlotte Kestner geb.Buff (1753-1828) (Simone Hummert)

6. Maximiliane Brentano geb. La Roche (Desirée Allruth)

7. Anna Elisabeth von Türckheim geb. von Schönemann (1758-1817) (Simone Hummert)

8.Charlotte von Stein geb. von Schardt (1742-1829) (zusammen)

9. Resümee seiner Liebschaften (zusammen)

10. Schluss (zusammen)

11. Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit behandeln wir das Thema Goethe und seine Liebschaften des Sturm und Drang. Dieser Sachverhalt ist insofern faszinierend, da Goethe seit seiner Jugendzeit viele verschiedene Beziehungen zu Frauen eingegangen ist.

Diese Verbindungen waren nicht alle auf partnerschaftliche Basis begründet, son­­­­­­­dern zum Teil auch rein platonischer Natur. Besonders interessant, diese Thematik betreffend ist, dass er zwar viele engere Beziehungen zu Frauen hatte, diese aber, sobald sie ihn zu sehr einengten, von ihm abgebrochen wurden. Des-halb haben wir die Frauen, die mit ihm in der Zeit von 1770 bis 1786 in Kontakt standen, aus seinem Schatten treten lassen. Es stellt sich die Frage, warum Goethe innerhalb dieser kurzen Zeit so viele und unterschiedliche Freundinnen hatte und warum er keine ernsthafte und dauerhafte Beziehung eingegangen ist.

Einführend geben wir eine Kurzbiographie von Goethe, um die wichtigsten Sta-tionen seines Lebensweges zu skizzieren. Selbstverständlich werden hierbei die von uns angesprochen Frauen ausführlicher behandeltet. Daran schließen sich allgemeine Informationen der Literaturepoche des Sturm und Drang an, um dem Leser eine historische Einordnung zu erleichtern.

Zunächst beschäftigen wir uns mit der Pfarrerstochter Friederike Brion, die er während seiner Studienzeit in Straßburg kennenlernte; diese Liebe war jedoch nicht von langer Dauer. Obwohl er sich stark zu ihr hingezogen fühlte, schien ihn diese Verbindung einzuengen, und er verließ sie, ohne persönlich von ihr Abschied genommen zu haben.

Kurze Zeit später, im Jahre 1772, lernte er Charlotte Buff kennen. Sie war auch unter anderem seine Inspiration für die Lotte in seinem Meisterwerk „Die Leiden des jungen Werther“. Da sie aber schon dem Legationssekretär Johann Christian Kestner versprochen war, hatte die Liebe zu ihr keine Zukunft, und er verließ Wetzlar ohne sich zu verabschieden.

Im Spätsommer desselben Jahres traf er zum ersten Mal Maximiliane La Roche in Ehrenbreitstein. Bei seinem Besuch der Schriftstellerin Sophie La Roche traf er ihre Tochter Max und war sofort von ihrer Schönheit angetan.

Im Januar 1775 verliebte sich Goethe in die Frankfurter Bankierstochter Anna Elisabeth von Türkheim, mit der er sich schon im April verlobte, sich jedoch ein halbes Jahr später wieder von ihr trennte.

Charlotte von Stein war seine älteste und längste Freundin. Er traf sie in Wei-mar und blieb lange Zeit mit ihr im persönlichen und schriftlichen Kontakt.

Mit einem Resümée seiner Liebschaften beenden wir dieses Kapitel. Anschließ-end folgt im Schlussteil eine Zusammenfassung der Arbeit, in der wir ver-suchen, sein Verhalten aus heutiger Sicht zu beurteilen.

2. Kurzbiographie

Johann Wolfgang von Goethe (geadelt 1782) wurde als erstes von sechs Kindern am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Er wuchs in einer wohlhabenden Familie auf, die ihm privaten Schulunterricht ermöglichen konnte.

Im Jahre 1765, zog er nach Leipzig um, wo er Jura studieren sollte, was sich sein Vater für seinen Sohn gedacht hatte. Goethe hingegen hätte lieber Literatur studiert, aber dieses konnte er in seinem Studium trotzdem verfolgen. Nach einer schweren Krankheit, musste Goethe sich zu Hause in Frankfurt erholen, bevor er Anfang April 1770 das Studium in Straßburg fortsetzen konnte. Hier belegte er neben den juris-tischen Veranstaltungen auch Vorlesungen über Staatswissenschaft, Geschichte, Anatomie, Chirurgie und Chemie.

In dieser Zeit verliebte er sich in die Pastorentochter Friederike Brion (1752-1813), die in dem nahe gelegenen Städtchen Sesenheim wohnte. Sie führten eine sehr ge-fühlvolle Freundschaft und besaßen eine große Liebe zueinander. Goethe enttäuschte Friederike, die ihn gerne hätte heiraten wollen, jedoch glaubte Goethe, dass er dies mit seinen künstlerischen Plänen nicht vereinbaren könnte und ihr somit nicht ge-recht würde. Am 14. August 1771 verließ Goethe Straßburg.

In seiner Straßburger Zeit verfasste er die Sesenheimer Lieder, wozu u.a. „Kleine Blumen, kleine Blätter...“, „Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde,...“, „Maifest“ und „Heidenröslein“ zählen.

Nach seinem Studium in Straßburg ließ sich Goethe mit 22 Jahren als Doktor der Rechte in Frankfurt nieder, wo sein Vater ihm eine Anwaltskanzlei schenkte. Leider konnte er sich nicht mit dieser Arbeit identifizieren (nur 28 Prozesse), sondern widmete sich stattdessen lieber der Literatur.

1772 ging Goethe nach Wetzlar, um in der hessischen Landschaft seine juristischen Erfahrungen zu vertiefen. In Wetzlar an der Lahn nutze er auch die Zeit für die Lite-ratur und lass Homer.

Goethe machte 1772 die Bekanntschaft mit der Schriftstellerin Sophie la Roche und ihrer Tochter Maximiliane. Die 16-jährige Maximiliane la Roche heiratet am 15. Januar 1773 Peter Anton Brentano (1735-1797) und zog anschließend mit ihrem Mann nach Frankfurt. Goethe war oft zu Besuch in dessen Haus, auch um Maxi-miliane zu sehen. Da diese Liebe aber aussichtslos war, da Brentano Goethe aus dem Haus warf und seine Annäherungsversuche direkt unterband, zog er einen klaren Schlussstrich.

Kaum von dieser jungen Frau Abschied genommen, machte Goethe am 9. Juni 1772 die Bekanntschaft mit Charlotte Buff (1753-1828). Diese war die Braut von Johann Christian Kestner (1741-1800), und Goethe lernte sie auf einem Ball in Volpertshausen kennen. Goethe befreundete sich mit dem Pärchen und entwickelte eine große Leidenschaft für Charlotte. Er sah aber die Ausweglosigkeit, und dass es keinen Sinn hätte, Charlotte Aufwartungen zu machen, da sie Kestner versprochen war und ihn liebte.

Nachdem Carl Wilhelm Jerusalem (1747-1772) plötzlich und unerwartet verstarb, arbeitet Goethe dessen Freitod, sowie seine zwei letzten vergeblichen Frauen-bekanntschaften in einem seiner berühmtesten Werke, auf. „Die Leiden des jungen Werther“, einen Briefroman stellte er 1774 fertig, dieser brachte ihm europäischen Ruhm ein.

Im selben Jahr im Dezember traf er zum ersten Mal den Erbprinz Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757-1828) in Frankfurt. Dieser war ein Gönner Goethes und unterstützte ihn in seiner Weimarer Zeit sehr.

Eine weitere große Liebe war Anna Elisabeth (Lili) von Schönemann (1758-1817), die spätere Frau von Türckheim. Sie erwiderte die Offerten Goethes und zeigte ihm ebenfalls ihre Neigungen. Goethe beteiligte sich am gesellschaftlichen Leben, um so Lili öfter sehen zu können. In der Zeit um Ostern 1775 verlobten sich die 17-jährige Lili und der acht Jahre ältere Goethe. Die Bindung wurde nach einigen Monaten (Oktober 1775) aufgelöst, da Goethe aus Eifersucht die Verlobung nicht ertragen konnte. Aus dieser Bindung entstanden die „Lili-Lieder“.

Als Goethe am 7. November 1775 in Weimar eintraf, lernte er seine platonische Freundin Charlotte von Stein geb. v. Schardt (1742-1927) kennen. Dieser widmet er auch die „Gedichte für Frau Stein“. Charlotte pflegt ihre Freundschaft zu Goethe bis zu ihrem Zerwürfnis im Sommer 1789. (Die späteren Briefwechsel waren von 1796-1826.)

1776 entschloss sich Goethe in Weimar zu bleiben und zog in das ihm vom Herzog geschenkte Gartenhaus an den Ilmwiesen ein. Goethe ließ sich keine Ruhe und schrieb unermüdlich, da er in seinem Schaffen den Sinn des Lebens erkannte. Zwischen zwei Werken ließ er sich keine Zeit, er schrieb ohne Pause, wie ein Uhr-werk. Sogar auf seinen Reisen nahm er sich keine Schaffenspause. So schrieb er zum Beispiel auf seiner berühmtesten Reise nach Italien (1786-1788), alle Eindrücke auf, malte die Natur und schrieb viele Briefe. Die Italienreise blieb von bleibender Be-deutung: „Ja, ich kann sagen, dass ich nur in Rom empfunden habe, was ein Mensch sei.“[1]

Ferner hatte Goethe hohe Ämter im Herzogtum Weimar inne, wie z.B. Theaterleiter oder Staatsminister. Er forschte und schrieb wissenschaftliche Studien über die Mete-orologie oder Anatomie. Neben seinem besonderen Interesse an den Frauen, hatte Goethe enge Beziehungen zu Dichtern. Sein produktivster Freund war Schiller, der 1787 nach Weimar kam. Zu dieser Zeit glaubte Goethe den „Sturm und Drang“ über-wunden zu haben. In Schiller sah er eine Art Ansporn und Konkurrenz, die ihn zum Schaffen anregte. Als Schiller 1805 starb, ging das Zeitalter der Klassik zu Ende.

1806 heiratete Goethe Christiane Vulpius, mit der er vorher 18 Jahre in „wilder Ehe“ zusammenlebte. Christiane war die Tochter des Amtsarchivars Johann Friedrich Vulpius. Im höheren Alter schloss Goethe seine Hauptwerke „Wilhelm Meisters Wanderjahre“, „Faust II“ und seinen letzten Teil aus „Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit“ ab. Johann Wolfgang von Goethe starb im hohen Alter von 82 Jahren, am 22. März 1832 in Weimar. Seine letzten Worte sollen „mehr Licht“[2] gelautet haben. Er wurde vier Tage später in der Fürstengruft beigesetzt.

3. Sturm und Drang

Der Name der Epoche, die von 1767-1785 dauerte, fußt auf einem Drama von Maximilian Klinger. Während dieser weitgehend auf Deutschland begrenzten Bewegung, die auch als „Genie-Periode“ bezeichnet wird, sammelten sich junge Schriftsteller wie z.B. Klinger, Lenz, Wagner und Wilhelm Müller um Goethe. Die Forderung nach Menschenrechten auf der einen Seite und absolutistischer Fürstenwillkür auf der anderen bildet den historischen Hintergrund. Vor allem die Verschwendungssucht, Prunk und Mätressenwirtschaft, sowie die Unter-drückung der Untertanen, z.B. durch hohe Steuern, wurde heftig kritisiert. Das bürgerliche Ehrgefühl wuchs in dieser Zeit auf ein noch nie da gewesenes Maß an.

Allgemein gab es Tendenzen zu einer Vernunftherrschaft, die jedoch von einem radikalen Humanitätsgedanken geprägt war. Von besonderer Bedeutung war hierbei die Ganzheit des menschlichen Wesens. In diesem Zusammenhang steht auch die Entfesselung der Fantasie, von Gefühlen und Individualismus, was sich z.B. im „Prometheus“ von Goethe widerspiegelt. Dieser ist quasi das Urbild des Genies, eines künstlerischen Schöpfers.

Weitere Merkmale dieser Epoche neben den Konflikten mit der Obrigkeit sind unter anderem die Anprangerung der Standesgrenzen und die Ablehnung dogmatisch-kirchlicher Normen.

[...]


[1] Goethe kennen lernen, AOL

[2] Rumpf, Michael (2001): Lektüre Durchblick. Band 322. Die Leiden des jungen Werther. Inhalt,

Hintergrund, Interpretation. Mentor: München. S.21.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Goethes Liebschaften zur Zeit des Sturm und Drang
Hochschule
Private Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta-Diepholz-Oldenburg; Abt. Vechta  (Institut für Anglistik und Germanistik)
Veranstaltung
Der junge Goethe und der Sturm und Drang
Note
1,5
Autoren
Jahr
2004
Seiten
25
Katalognummer
V44486
ISBN (eBook)
9783638420761
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Goethes, Liebschaften, Zeit, Sturm, Drang, Goethe
Arbeit zitieren
Simone Hummert (Autor)Desirée Allruth (Autor), 2004, Goethes Liebschaften zur Zeit des Sturm und Drang, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44486

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