Eines der zentralen Themen wirtschaftlichen Handelns stellt die Finanzierung der unternehmerischen Tätigkeit dar. Im Vordergrund steht hierbei die Wahl der geeigneten Finanzierungsmittel. Insbesondere im anhaltenden Niedrigzinsniveau ist die Finanzierung über Fremdkapital so attraktiv wie nie. Mindestens ebenso attraktiv scheint eine staatliche Förderung in Form von Zuwendungen der öffentlichen Hand. Doch wie wirken sich solche Zuwendungen in der internationalen Rechnungslegung bilanziell aus? Und wie spiegeln sich die „klassischen“ Fremdkapitalkosten in der Bilanz wider?
Vor diesem Hintergrund ist diese Seminararbeit der Aufgabe gewidmet, die Bilanzierung von Zinsen bzw. Kapitalkosten im Allgemeinen nach den internationalen Rechnungslegungsstandards zu beleuchten. Nachfolgend werden somit die Regelungsinhalte des IAS 20 sowie des IAS 23 betrachtet und anhand von Beispielen näher erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Darlehen nach IAS 20
2.1 Definition und Anwendungsbereich
2.2 Bilanzierung von Zuwendungen
3. Fremdkapitalkosten nach IAS 23
3.1 Definition und Anwendungsbereich
3.2 Bilanzierung von Fremdkapitalkosten
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der bilanztechnischen Behandlung von staatlichen Zuwendungen und Fremdkapitalkosten nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IAS 20 und IAS 23, um deren Auswirkungen auf die Jahresabschlüsse von Unternehmen zu verdeutlichen.
- Bilanzierung von Zuwendungen der öffentlichen Hand gemäß IAS 20.
- Unterscheidung zwischen Brutto- und Nettodarstellung von Fördermitteln.
- Aktivierungsvoraussetzungen für Fremdkapitalkosten nach IAS 23.
- Methoden der Zinskapitalisierung bei spezifischer und allgemeiner Fremdfinanzierung.
- Anforderungen an die Berichterstattung im Anhang.
Auszug aus dem Buch
3.2 Bilanzierung von Fremdkapitalkosten
Für Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugerechnet werden können, besteht nach IAS 23.8 eine Aktivierungspflicht. Eine direkte Zurechenbarkeit der Fremdkapitalkosten umfasst all jene Kosten, die vermieden worden wären, wenn die Investition in den qualifizierten Vermögenswert nicht getätigt worden wären. Bei allgemein aufgenommenem Fremdkapital kann daher die direkte Zuordnung erschwert sein. Alle anderen Fremdkapitalkosten, die nicht in direktem Zusammenhang mit dem Erwerb, Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts stehen, sind in der Periode, in welcher sie anfallen, als Aufwand zu erfassen. Darüber hinaus gibt es nach IAS 23.4 ein Wahlrecht bezüglich der Aktivierung von Fremdkapitalkosten für bestimmte qualifizierte Vermögenswerte. Darunter fallen qualifizierte Vermögenswerte, die zu einem beizulegenden Zeitwert bewertet werden sowie Vorräte, welche wiederholt und in großen Mengen gefertigt werden. Mit der Aktivierung von Fremdkapitalkosten wird das Ziel einer Gleichbehandlung von langfristigen Investitionen mit wesentlichem Vorfinanzierungsbedarf verfolgt.
Dabei ist es wichtig, dass kein Unterschied in der Höhe der aktivierungsfähigen Ausgaben entsteht, unabhängig davon, ob der Erwerber/Ersteller selbst den Vorfinanzierungsaufwand trägt oder beispielsweise der Lieferant die Vorfinanzierung übernimmt und diesen Aufwand entsprechend im Verkaufspreis einkalkuliert. Unter Berücksichtigung der bereits angesprochenen Zuordnungsproblematik unterscheidet IAS 23 bei der Ermittlung der zu aktivierenden Fremdkapitalkosten in zwei Arten der Finanzierung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Diese Einleitung thematisiert die Bedeutung der Finanzierung mittels Fremdkapital sowie öffentlicher Zuwendungen in einem Niedrigzinsumfeld.
2. Darlehen nach IAS 20: In diesem Kapitel werden die Definitionen und Bilanzierungsmethoden für staatliche Beihilfen und zinslose oder zinsgünstige Darlehen erläutert.
3. Fremdkapitalkosten nach IAS 23: Dieser Abschnitt behandelt die Voraussetzungen zur Aktivierung von Fremdkapitalkosten für qualifizierte Vermögenswerte und unterscheidet zwischen spezifischer und allgemeiner Finanzierung.
4. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Bedeutung der untersuchten Standards für die Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen zusammen und blickt auf die Relevanz der Kreditfinanzierung.
Schlüsselwörter
IAS 20, IAS 23, Fremdkapitalkosten, öffentliche Zuwendungen, Rechnungslegung, IFRS, Finanzierung, Zinsvorteil, Aktivierung, qualifizierter Vermögenswert, Bilanzierung, Jahresabschluss, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Finanzierungskostensatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von staatlichen Förderungen nach IAS 20 sowie die Aktivierung von Fremdkapitalkosten nach IAS 23.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Zinsvorteile aus staatlich geförderten Darlehen und die korrekte Einbeziehung von Fremdkapitalkosten in die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vermögenswerten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die regelungskonforme Bilanzierung und Darstellung dieser Sachverhalte darzulegen, um die Vergleichbarkeit von Unternehmensabschlüssen zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung der internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS) und einer Erläuterung anhand praktischer Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Bilanzierung von Zuwendungen sowie die Erläuterung der spezifischen und allgemeinen Fremdfinanzierung im Kontext von IAS 23.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind IAS 20, IAS 23, Fremdkapitalkosten, öffentliche Zuwendungen und die Aktivierung von Finanzierungskosten.
Wie berechnet sich der Zinsvorteil bei Darlehen nach IAS 20?
Der Zinsvorteil ergibt sich aus der Differenz zwischen der erhaltenen Auszahlung und dem Buchwert des Darlehens, der nach IAS 39 mittels Abzinsung zum Marktzins ermittelt wird.
Was unterscheidet die spezifische von der allgemeinen Fremdfinanzierung nach IAS 23?
Bei der spezifischen Finanzierung ist das Fremdkapital direkt einem qualifizierten Vermögenswert zugeordnet, während bei der allgemeinen Finanzierung ein gewogener Durchschnittskostensatz angewendet wird.
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- Jessica Ripp (Author), 2018, Zinsen, Zinsen, Zinsen. IAS 20 und IAS 23, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444886