Der Gesetzgeber hat mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen zum 1. März 2012 und der damit verbundenen Einführung des Schutzschirmverfahrens eine bedeutsame Veränderung in Bezug auf die Insolvenzantragsstellung und die Eigenverwaltung geschaffen. Gegenstand dieser Hausarbeit ist die Thematik des Schutzschirmverfahrens nach dem ESUG. Zunächst erläutere ich in diesem Zusammenhang kurz die vorläufige Eigenverwaltung sowie die Entstehung und Ziele des Schutzschirmverfahrens. Der Schwerpunkt dieser Hausarbeit liegt hierbei bei dem Ablauf des Schutzschirmverfahrens sowie den erforderlichen Voraussetzungen. Abschließend erläutere ich die Auswirkungen des Schutzschirmverfahrens in der Praxis unter Bezugnahme auf eine Studie aus dem Jahr 2016 und einer Publikation aus dem Jahr 2017. Eine Alternative zum regulären Insolvenzverfahren bieten dem Schuldner die vorläufige Eigenverwaltung und das Schutzschirmverfahren. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Verfügungsberechtigung des Schuldners unter Aufsicht eines vom Insolvenzgericht bestellten Sachwalters.
Inhaltsverzeichnis
A. EINLEITUNG
B. ALLGEMEINES
I. Die vorläufige Eigenverwaltung
II. Das Schutzschirmverfahren als Alternative zur Eigenverwaltung
1. Entstehung
2. Ziele
C. DAS SCHUTZSCHIRMVERFAHREN
I. Zulässigkeitsvoraussetzungen
1. Anträge
a) Eröffnungsantrag
b) Antrag auf Eigenverwaltung
c) Antrag auf Fristbestimmung
2. Vorlage einer Bescheinigung
a) Nicht offensichtlich aussichtslos
b) Bereits eingetretene Zahlungsunfähigkeit
3. Drohende Zahlungsunfähigkeit
4. Überschuldung
5. Eintritt der Zahlungsunfähigkeit
II. Ablauf des Schutzschirmverfahrens
1. Insolvenzplan
2. Bestellung vorläufiger Sachwalter
3. Sicherungsmaßnahmen
a) Vorläufiger Gläubigerausschuss
b) Einstellung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen
c) Vorläufige Postsperre
d) Aus- und Absonderungsrechte
4. Begründung von Masseverbindlichkeiten
III. Aufhebung des Verfahrens
1. Aussichtslosigkeit der Sanierung
2. Antrag des vorläufigen Gläubigerausschusses
3. Antrag eines Gläubigers
IV. Das Schutzschirmverfahren in der Praxis
D. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Schutzschirmverfahren nach dem ESUG als Instrument zur Unternehmenssanierung, wobei der Fokus auf den rechtlichen Voraussetzungen und dem praktischen Ablauf liegt. Ziel ist es, die Rolle des Schuldners und die Schutzmechanismen gegenüber Gläubigern zu beleuchten sowie die Effektivität des Verfahrens anhand aktueller Studien zu bewerten.
- Rechtliche Grundlagen des Schutzschirmverfahrens gemäß § 270b InsO
- Voraussetzungen für die Zulässigkeit und Antragstellung
- Ablauf und Instrumente zur Sicherung der Unternehmensfortführung
- Analyse der praktischen Anwendung und Akzeptanz des Verfahrens
Auszug aus dem Buch
II. Das Schutzschirmverfahren als Alternative zur Eigenverwaltung
Das Schutzschirmverfahren im Sinne des § 270b InsO ist eine spezielle Form der vorläufigen Eigenverwaltung nach § 270a InsO.7 Der Gesetzgeber hat hier eine Möglichkeit geschaffen, die Sanierung von Unternehmen zu erleichtern.8
Vorrangiges Ziel ist, dass vor Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zunächst ein Sanierungsverfahren unter Aufsicht eines vorläufigen Sachwalters durchgeführt wird. Denn mit Eröffnung des Insolvenzverfahren (§ 80 InsO) verliert der Schuldner seine Verfügungsbefugnis.9
Vielmehr gibt das Schutzschirmverfahren dem Schuldner die Möglichkeit ein Sanierungskonzept zu entwickeln und einen Insolvenzplan zu erstellen.10
Für den Fall, dass das Gericht dem Antrag stattgibt, wird ein vom Schuldner wählbarer Sachwalter bestellt, welcher stets eine unterstützende und überwachende Funktion ausübt.11
Zudem wird der Schuldner während der dreimonatigen Frist zur Erstellung eines Insolvenzplans von Vollstreckungsversuchen der Gläubiger geschützt.12
Zusammenfassung der Kapitel
A. EINLEITUNG: Einführung in das Thema des Schutzschirmverfahrens nach dem ESUG mit Fokus auf die Zielsetzung und den Aufbau der Hausarbeit.
B. ALLGEMEINES: Erläuterung der Grundlagen der vorläufigen Eigenverwaltung als Alternative zum regulären Insolvenzverfahren.
C. DAS SCHUTZSCHIRMVERFAHREN: Detaillierte Darstellung der gesetzlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen, des Verfahrensablaufs und der verschiedenen Sicherungsmaßnahmen.
D. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Vor- und Nachteile des Schutzschirmverfahrens und dessen Bedeutung in der unternehmerischen Praxis.
Schlüsselwörter
Schutzschirmverfahren, ESUG, Insolvenzordnung, Eigenverwaltung, Sachwalter, Sanierung, Insolvenzplan, Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung, Gläubigerinteressen, Masseverbindlichkeiten, Restrukturierung, Unternehmensfortführung, Insolvenzantrag, Zwangsvollstreckung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Schutzschirmverfahren nach dem ESUG als ein Instrument, das Unternehmen bei drohender Insolvenz eine Sanierung unter Erhaltung der Eigenverwaltung ermöglichen soll.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Anforderungen an das Verfahren, die Rolle des vorläufigen Sachwalters, die Schutzwirkung für den Schuldner und die praktische Relevanz des Sanierungsinstruments.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist die systematische Darstellung des Ablaufs und der Voraussetzungen des Schutzschirmverfahrens sowie die kritische Beleuchtung seiner Anwendung in der Praxis anhand von Studien.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer rechtlichen Analyse der einschlägigen Normen der Insolvenzordnung (InsO) sowie der Auswertung von Fachliteratur und aktuellen empirischen Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Voraussetzungen der Zulässigkeit (Anträge, Bescheinigungen), den Ablauf des Verfahrens inklusive des Insolvenzplans und die Möglichkeiten der vorzeitigen Aufhebung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Schutzschirmverfahren, Eigenverwaltung, Sanierung, Insolvenzplan und ESUG.
Welche Rolle spielt die "Bescheinigung" im Verfahren?
Die Bescheinigung ist eine zwingende Voraussetzung; sie muss von einer insolvenzerfahrenen Person stammen und bestätigen, dass die Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos ist.
Warum kann ein Schutzschirmverfahren trotz der Schutzmechanismen scheitern?
Wie die Arbeit ausführt, führen häufig das Scheitern des Insolvenzplans oder eine mangelnde Durchführbarkeit der Sanierung in der Praxis zum Übergang in ein Regelinsolvenzverfahren.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Hajdu (Autor:in), 2018, Das Schutzschirmverfahren nach dem ESUG. Entstehung und Ziele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444897