In dieser Referatsausarbeitung steht die Erklärung und Vermittlung von Suprasegmentalia, besonders in ihrer Hinwendung auf Deutsch als Fremdsprache, im Mittelpunkt. Trotz der nicht von der Hand zu weisenden Wichtigkeit von Ausspracheerwerb im Fremdsprachenunterricht, haben sich in der DaF-/DaZ-Forschung bisher nur wenige WissenschaftlerInnen einen Namen in diesem Bereich gemacht.
Die Ausarbeitung ist so strukturiert, dass in einem ersten Schritt Phonetik und Phonologie grundlegend erklärt werden und darauffolgend Suprasegmentalia sowohl auf Phonetik, als auch auf Phonologie bezogen, definiert, erklärt und von Segmentalia abgegrenzt werden. Es schließt sich eine detaillierte Betrachtung aller suprasegmentalen Merkmale an. Innerhalb der Ausführungen werden zur Veranschaulichung zum Teil kleine Übungsbeispiele für den Unterricht gezeigt. In einem dritten Schritt werden die suprasegmentalen Merkmale in fünf übergeordnete Funktionen eingeordnet. Diese Einordnung hebt die Wichtigkeit der Suprasegmentalia vor allem bezogen auf die kommunikative Kompetenz hervor und stellt im Vergleich zum vorherigen Schritt einen deutlicheren Realitäts- bzw. Praxisbezug zum Sprechen her.
Inhaltsverzeichnis
1. Phonetik und Phonologie
2. Segmentalia und Suprasegmentalia in Phonetik und Phonologie
2.1 Sprechmelodie
2.2 Lautheit/Lautstärke
2.3 Dauer
2.4 Sprechgeschwindigkeit/Tempo
2.5 Sprechspannung
2.6 Pausen
2.7 Stimme, Stimmqualität, Stimmausdruck
2.8 Melodiesierung, Akzentuierung, Gliederung und Rhythmisierung
2.9 Wortakzent
2.10 Wortgruppenakzent
3. Grundfunktionen der Suprasegmentalia
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die theoretische Erläuterung und methodische Vermittlung der Suprasegmentalia im Kontext von Deutsch als Fremdsprache (DaF/DaZ), um deren Bedeutung für die kommunikative Kompetenz herauszuarbeiten.
- Grundlagen der Phonetik und Phonologie
- Differenzierung zwischen Segmentalia und Suprasegmentalia
- Detaillierte Analyse suprasegmentaler Merkmale wie Sprechmelodie, Akzent und Rhythmus
- Klassifizierung der Suprasegmentalia in übergeordnete kommunikative Funktionen
Auszug aus dem Buch
2.1 Sprechmelodie
Die Melodie des Gesprochenen, auch Intonation genannt, ist von Sprache zu Sprache unterschiedlich. Es wird unterschieden zwischen der terminalen (fallenden), der interrogativen (steigenden) und der progredienten (schwebenden, bzw. gleich bleibenden) Sprechmelodie. (Vgl. Hirschfeld, Reinke: 96)
Im Vergleich zur musikalischen Melodie, deren Notenwerte sich fast immer nach dem auf 440 Herz gestimmten Kammerton a richten, hat die Sprechmelodie keine festgelegten Notenwerte, an denen sie sich orientiert. Die Sprechtonhöhe unterliegt verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise Alter und Geschlecht. Trotzdem gibt es Intervallunterschiede zwischen einzelnen Satzteilen, sodass kein alltäglich gesprochener Satz monoton klingt. Diese Intervallunterschiede innerhalb der Sprechmelodie sind wichtig, da durch sie beispielsweise deutlich erkennbar wird, ob ein Aussagesatz oder eine Frage vorliegt. Eine Frage zeichnet sich durch eine interrogative, also zum Ende des Satzes steigende, Sprechmelodie aus. Es liegt ein Hochschluss vor. Ein Aussagesatz hingegen hat eine terminalen Sprechmelodie und einen so genannten Tiefschluss. Kein Muttersprachler macht sich während des Sprechens darüber Gedanken. Jeder Lernende einer Fremdsprache hingegen, muss diese für jede Sprache typischen Melodieverläufe lernen. Das Deutsche zeichnet sich durch ein vergleichsweise kleines Melodieintervall aus und hat in bestimmten Aussagesätzen, Imperativen, usw. einen relativ starken Abfall der Melodie am Äußerungsende (=Lösungstiefe). (Vgl. Hirschfeld, Reinke: 60)
Zum Lernen dieser Sprechmelodien ist zunächst die Bewusstmachung dieser erforderlich. Durch die Bewusstmachung des Themas haben Lernende die Möglichkeit in ihrem Alltag auf die Sprechmelodie von Konversationspartnern zu achten. Für das Lernen von Sprechmelodien gibt es die Möglichkeit im Schriftlichen Pfeile an das Ende eines Satzes zu setzen, um die Intonation zu verdeutlichen. Dies kann wie folgt aussehen:
1. terminal (fallend): Was wollen Sie? ↓
2. interrogativ (steigend): Was wollen Sie? ↑
3. progredient (gleich bleibend): Sie kommen jetzt mit. → (Vgl. Dieling, Hirschfeld: 112)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Phonetik und Phonologie: Das Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der Phonetik und Phonologie ein und erläutert deren Relevanz für den Fremdsprachenunterricht.
2. Segmentalia und Suprasegmentalia in Phonetik und Phonologie: Dieses zentrale Kapitel definiert suprasegmentale Merkmale, grenzt sie von segmentalen Einheiten ab und analysiert im Detail Faktoren wie Sprechmelodie, Lautstärke, Dauer und Akzentuierung.
3. Grundfunktionen der Suprasegmentalia: Das Kapitel fasst die zuvor analysierten Merkmale in fünf funktionalen Kategorien zusammen, um deren steuernde Rolle in Verstehensprozessen und der Kommunikation aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
Phonetik, Phonologie, Suprasegmentalia, DaF, DaZ, Sprechmelodie, Intonation, Akzentuierung, Rhythmisierung, Segmentalia, kommunikative Kompetenz, Sprachdidaktik, Sprechspannung, Artikulation, Prosodie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Erklärung und Vermittlung suprasegmentaler Merkmale der deutschen Sprache, insbesondere mit dem Fokus auf den Einsatz im DaF-/DaZ-Unterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die phonetische und phonologische Beschreibung der Sprechmelodie, der Akzentuierung, von Pausen, der Lautstärke sowie deren Funktion bei der Strukturierung von Äußerungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Wichtigkeit der Suprasegmentalia für die kommunikative Kompetenz von Fremdsprachenlernenden hervorzuheben und Lehrkräfte für deren bewusste Vermittlung zu sensibilisieren.
Welche wissenschaftlichen Ansätze oder Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Fundierung durch den Vergleich zwischen Phonetik und Phonologie sowie auf der didaktischen Aufbereitung durch die Heranziehung etablierter Expertenwerke zur Aussprachevermittlung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die segmentalen als auch die suprasegmentalen Ebenen definiert, eine detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Merkmale (2.1 bis 2.10) vorgenommen und diese abschließend in funktionale Kategorien eingeordnet.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Prosodie, Intonation, Ausspracheerwerb, kommunikative Kompetenz und Rhythmisierung charakterisieren.
Was unterscheidet die "langue" von der "parole" nach Ferdinand de Saussure in diesem Kontext?
Die "langue" wird als abstraktes Regelsystem (Phonologie) definiert, während die "parole" den konkreten mündlichen Sprachgebrauch und die akustische Realisierung (Phonetik) darstellt.
Warum sind Pausen linguistisch betrachtet mehr als nur "Schallabwesenheit"?
Pausen fungieren als wichtige Gliederungs- und Strukturierungssignale, die inhaltliche Einheiten voneinander abgrenzen und den Verstehensprozess beim Hörer erleichtern.
Welche Rolle spielt die Sprechmelodie in der deutschen Sprache bei der Unterscheidung von Aussagesätzen und Fragen?
Die Sprechmelodie (Intonation) nutzt spezifische Verläufe, wie den Hochschluss bei einer Frage (steigend) oder den Tiefschluss bei einem Aussagesatz (fallend), um den Satztyp eindeutig zu kennzeichnen.
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- Niklas Werner (Author), 2018, Erklärung und Vermittlung von Suprasegmentalia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444922